Wolfram Neumann: Hallenser Wirtschaft weiter auf Zukunftskurs

Halle bildet mit der sächsischen Schwes­­terstadt Leipzig den Kern des starken mitteldeutschen Wirtschaftsraumes mit insgesamt 1,7 Millionen Einwohnern.

Eine hochmoderne Infrastruktur wertet ihn auf und macht ihn attraktiv für In­­vestoren und Gäste.
Der moderne Interkontinentalflughafen Leipzig/Halle, zwischen den beiden Städ­­ten gelegen, ermöglicht die Ansiedlung wichtiger Serviceindustrien und bietet die Chance zur Entwicklung der Logis­tik als funktionale Drehscheibe zwischen Ost- und Westeuropa. Die Ansiedlung von DHL bringt schon heute einen positiven Schub bei der Schaffung neuer Ar­­­beitsplätze in der Metropolregion Mit­-tel­­deutschland.


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In diesem infrastrukturell starken Um­­feld ist der traditionelle Chemiestandort Mitteldeutschland mit zweistelligen Mil­­liarden-Investitionen auf einem hervorragenden Weg.
Zunehmend geht es in der Chemieregion um internationale Kooperations­pro­jek­te in Forschung, Entwicklung und Pro­­duk­tion, wie zum Beispiel beim Euro­päischen Polymerverbund.
Neben der chemischen Industrie, vor al­­lem in der Teilregion Halle unter anderem mit DOW, Beyer und Total, hat das verarbeitende Gewerbe mit dem Auto­­mobilbau in Leipzig wirtschaftliche Schub­­kraft entwickelt. Zugleich expandieren die Dienstleistungsstandorte, wie die An­­siedlung von Dell in Halle und von Ama­­zon in Leipzig exemplarisch zeigen.
Unsere Zukunftsstrukturen haben wir planvoll und auch mit großem städtischen Kapitaleinsatz in den letzten Jah­­ren geschaffen. Einen dreistelligen Mil­lionen-Euro-Betrag hat unsere Stadt für den Aufbau des Technologieparks wein­­­­berg campus am Standort des na­­tur­wissenschaftlichen Campus der Mar­­tin-Luther-Universität investiert. Er ist heu­­te mit 134 Hektar der zweitgrößte Tech­nologiepark Ostdeutsch­lands. Mehr als 3.500 qualifizierte Ar­­beits­­plätze gibt es schon heute in wissenschaftlichen Ein­­richtungen und Un­­ter­­nehmen. Die Ge­­samtinvestitionssumme beträgt fast eine Milliarde Euro.

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Die Basis der Erfolgsgeschichte unseres weinberg campus ist der Mix kreativer Strukturen am Standort. Universitäre Einrichtungen, Forschungsinstitute und junge Start-ups arbeiten hier eng zu­­sammen. Lehre, Forschung, Ent­wick­lung und Produktion sind eng miteinander verflochten, um die Zukunfts­techno­lo­gien des 21. Jahrhunderts zu gestalten.
Unsere Stadt beherbergt drei Max-Planck-­­Institute, ein Fraunhofer-Institut, ein Helm­­­­holtz-Institut und drei Leibniz-Institute, die im Zusammenspiel mit der Uni­­ver­­si­­tät und zahlreichen innovativen Unter­­neh­­men maßgeblich zur Prägung des Exzellenzstandortes Halle beitragen.
Das Max-Planck-Institut für Mi­­kro­­struk­­turphysik entwickelt Me­­­­thoden der Nano­­tech­nolo­gien, die weltweit beachtet und genutzt werden.
Wirtschaftsfaktoren in Halle lassen sich heute wieder in Schwer­­punkten darstel­len. Die wesentlichen struktur­be­stim­men­­­­den Branchen geben insgesamt 90.000 Menschen Ar­­­­beit.

Die Vielfalt des Wirtschaftsstandortes Halle ist beeindruckend: Tra­­ditions­un­ter­­nehmen, moderne Dienst­leis­tungs­zen­­tren, Multimedia, Grüne und Rote Bio­­technologie: Hier ist seit der Wie­der­­ver­­einigung Schritt für Schritt auch durch die intensive Begleitung unserer städti­schen Wirtschaftsförderung Vieles er­­reicht worden.
Die Anteile der Erwerbstätigen in unserer Stadt haben sich im Vergleich zum Jahr 1991 signifikant verändert. Die mo­­­dernen Dienstleis­tungs­­branchen er­­höh­­ten ih­­ren Anteil von 46 Pro­­zent auf fast 70 Pro­zent.
Der Anteil der Be­­schäf­­tig­­ten im produzierenden Gewerbe sank von 26 Pro­­zent auf 13 Pro­­zent.


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Das Bio-Zentrum auf un­­se­­rem weinberg campus ge­­hört unbestritten zu den euro­­­­päischen Ex­­zel­­lenz­­standorten der bio­tech­nol­­ogischen For­schung.

2008 wurde in der Regie des Fraunhofer Instituts für Werkstoffmechanik das welt­­weit einmalige Forschungszentrum für Silizium-Photovoltaik eingeweiht und sichert Halle einen festen Platz unter den Zentren für Solartechnologie.
So erfolgten inzwischen 89 Prozent der gesamten deutschen Solarzellen­pro­duk­­tion in Mitteldeutschland und circa 20 Prozent aller weltweit produzierten So­­larzellen werden hier gefertigt.

Im Medienbereich arbeitet heute schon jeder zehnte Beschäftigte unserer Stadt. Die Sendezentrale des Mitteldeutschen Rundfunks gehört zu den modernsten in Deutschland.

Unser Mitteldeutsches Multimedia­zen­trum ist seit langem ausgebucht. Jun­ge und mutige Unternehmer erarbeiten in­­novative Projekte im Anima­tions­­bereich und in der Filmentwicklung.
Hier gibt es eine en­­ge Zu­­­sam­men­ar­beit der Me­­dienwirtschaft mit unserer Uni­ver­si­tät und der Hochschule für Kunst und Design Burg Gie­bich­en­stein. Dell, der größte US-ameri­ka­ni­sche Com­­­­puter­­hersteller, beschäftigt heu­­te in sei­­nem Dienst­leis­tungs­­center 750 Mit­ar­­beiter.

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Servicezentren, die KSB-Pumpenwerke, Kathi und das Druckerei- und Verlags­haus der Mitteldeutschen Zei­­tung ge­­hören zu den soliden Grundpfeilern der wirtschaftlichen Entwicklung der Stadt.Auch die älteste Scho­­ko­la­­den­fabrik Deutsch­­lands hat ihre Pro­­duktions­ka­pazitäten beständig erweitert. Die „sü­­ßen Ver­­su­­chun­­gen“ der Halloren-Fa­­bri­­kation werden heute in die ganze Welt exportiert.

Wer wirtschaftlichen Erfolg haben will, der muss „sich zeigen“, werben und in­­for­­mie­­ren. Die hochmoderne – privat betriebe­­ne – HALLE MESSE ist eine at­­traktive Dreh­­scheibe für die regionale Wirtschaft. Der Sozialwissenschaftler Walter Sie­bel hat im Jahr 2005 Merkmale be­­nannt, die heute eine moderne Stadt prägen:
Präsenz von Geschichte – Hoffnung auf Emanzipation – Urbane Lebensweise – Gebaute Gestalt – Geplante Stadt.

Wer heute zu uns kommt, der spürt, dass Halle und die Menschen hier diesen Merk­­malen mit wachsendem Selbst­­be­­wusstsein entsprechen.

Wolfram-Neumann2Der Autor wurde 1967 geboren und stu­­­­­­­­dierte in Hannover und Leipzig. 1995 grün­­dete er die Wer­be­agentur kon­­takt­­­11a. Von 2001 bis 2007 war er Büro­lei­­­­ter und persönlicher Re­­fe­rent des Bei­­­ge­­­­ordneten für Wirtschaft und Arbeit der Stadt Leipzig. Seit 2008 ist Wolfram Neu­­­­mann Beigeordneter der Stadt Halle (Saale) für das De­­zer­­nat Wirt­­schaft und Arbeit.