Ulrike Köppel: Weimar – Lebendiger Kultur-, Tourismus- und Kongress-Standort

Weimars Geheimnis? Ganz viel Mythos und eine Lebendigkeit, die der großen, kleinen Stadt oft nicht zugetraut wird. Da sind auf der einen Seite die Klas­siker, deren Erbe Weimars Berühmtheit begründete, die Moderne mit den Bau­haus-Künstlern und ihren revolutionären Ideen und auf der anderen Seite eine überaus vitale Kultur-Landschaft, deren Dichte der einer Metropole gleichkommt. Das Erscheinungsbild der Stadt mit ihren Parks und Gärten, Schlössern und Mu­­seen wiederum ist dagegen idyllisch, be­­­­ruhigend und im besten Sinne klein-städ­­tisch: keine langen Wege. Das congress centrum neue weimarhalle, das Schloss, der Markt und die zahlreichen Hotels liegen nur Steinwürfe auseinander.


Schlosshof_Foto_weimar_GmbH_Maik_Schuck_1

Weimar ist Besucher-Millionär
Das alles macht Weimar einzigartig und zu einer Ausnahme-Erscheinung. Nicht nur gefühlt, sondern belegt mit Zahlen: Bezogen auf die Einwohnerzahl kommen nach Weimar mehr Übernachtungsgäste als nach Berlin, Hamburg oder Dresden: Sind es in Weimar mehr als 800 Über­nach­tungen pro 100 Einwohner, werden in Berlin 450, in Hamburg 400 und in Dresden rund 700 gezählt. Ein ausdrucks­­­volles Zeichen für die wirtschaftliche Be­­­­deutung des Tourismus in der Klassiker­­stadt.
Seit nunmehr drei Jahren pendeln sich die Übernachtungszahlen stabil über der 500.000-Marke ein – mit die höchsten in Thüringen – erstmals erreicht wurden sie 1999, als Weimar Kulturstadt Euro­pas war und zum Mekka der Kulturrei­senden wurde. Goethe und Schiller – ohne Zwei­­fel – sind die Stars der Klassik und immer noch ein wichtiger Reise­grund. Viele Besucher verbinden Weimar zuerst mit diesen beiden Namen und kommen ins Staunen, wenn sie die Fülle berühmter Persönlichkeiten und Orte in Weimar entdecken: Lucas Cranach, Johann Sebastian Bach, Franz Liszt, Henry van de Velde, Walter Gropius, Lyonel Feininger, Paul Klee – seit drei Jahrhunderten entwickelte sich Weimar zu einem geistig-kulturellen Zentrum in Deutschland. Braucht man noch einen urkundlichen Beweis für die Bedeutung Weimars in der Welt, hilft ein Verweis auf die UNESCO-Welterbe-Liste: Das klassische Weimar mit insgesamt 13 Ensembles und das Bauhaus mit drei Gebäuden wurden in den 90er Jahren dort verewigt.

Zu den zahlreichen Übernachtungsgästen aus dem In- und Ausland kommen drei Millionen Tagesbesucher im Jahr. Ob als Reisegruppe oder als Theaterbesucher aus der Nachbarstadt: Die Weimarer empfangen ihre Gäste stets herzlich und mit ausgesuchtem Service. Ganz sicher einer der vielen Gründe, warum Weimar steigende Gästezahlen verzeichnet. Mehr als 3.500 Betten in allen Kategorien stehen dem Besucher inzwischen zur Auswahl.

Goethhaus_Foto_weimar_GmbH_Maik_Schuck

Dass diese Entwicklung nicht abbricht, dafür sorgt die weimar GmbH mit ihrem gezielten Marketing im In- und Ausland. Auf die verschiedenen Zielgruppen zu­­geschnittene Angebote, Programme und Publikationen, an Besucherströmen orien­­tierte Messeauftritte und eine aus­­gefeilte Online-Präsentation sorgen für eine kontinuierliche und steigende Prä­senz auf dem Städtereisenmarkt. Ko­ope­­rationen mit den Kultur-Einrichtungen der Stadt, mit anderen Thüringer Städten und den direkten Nachbarn Erfurt, Jena und dem Weimarer Land im Rahmen der ImPuls-Region helfen Kräfte bündeln und sorgen so für mehr Spielräume. Bes­tes Beispiel ist aktuell die Koopera­tion zum Bauhaus-Jahr 2009: weimar GmbH, Klassik Stiftung Weimar, Erfurt, Jena und das Weimarer Land sitzen hier in einem Boot.

Spannendes Kulturleben
Zahlreiche kulturelle Höhepunkte über das ganze Jahr verteilt erfreuen sich gro­­ßer Beliebtheit: Das Deutsche National­theater mit seinem dicht gefüllten Spiel­­plan und mit weit über Weimar und Thü­­ringen hinaus beachteten Inszenierungen, die Staatskapelle Weimar mit ihrer bis in die Goethe-Zeit reichenden Tradition, das Kunstfest „pélerinages“ mit seiner Intendantin Nike Wagner, mehrere Fes­tivals, zahlreiche Kleinkunstbühnen – all das ist Garant für ein spannendes, auf­regendes Kulturleben.
Die Klassik Stiftung Weimar setzt be­­son­­dere Akzente mit den Museen, stän­­digen Ausstellungen sowie Sonderschauen im Schloss, im Neuen Museum oder in einem ihrer anderen Häuser. Im Focus der Öffentlichkeit steht hier gerade die nach dem Brand von 2004 aufwändig restaurierte Herzogin Anna Amalia Bi­­bliothek, die nun wieder der Öffentlich­keit zugänglich ist und Scharen von Besuchern anzieht.
Nicht anders ist es mit den Parks und Schlössern in und um Weimar: Sie ge­­hören zum liebevoll gepflegten Stadt­bild – unvergleichlich viele Kleinode an einem Ort. Und nicht zuletzt hin und wieder Spielstätten kleiner, feiner oder auch großer, beeindruckender Veranstal­­tungen – ganz wie zu Goethes Zeiten.

Goethe_und_Schillerdenkmal

Diese zahlreichen etablierten Kulturins­­titutionen werden bereichert von einer ganzen Reihe von freien Initiativen, Ga­­lerien, studentischen Projekten, die in Weimar für frische, moderne, manchmal provozierende Auftritte sorgen und so die Gefahr der Musealisierung einer gan­­zen Stadt gar nicht erst aufkommen lassen.

Prosperierender Kongress-Standort
Lebt Weimars Ruf sonst von seinem My­­thos, seinen klassischen Erinnerungs­­stätten, die fast allesamt vor mehr als zwei Jahrhunderten erbaut wurden, ist das Herzstück des Kongress-Standor­tes ein junges, noch nicht einmal zehn Jahre altes, modernes Haus, das sich dennoch fast wundersam idyllisch mitten in die Altstadt einpasst – das congress centrum neue weimarhalle – kurz Weimarhalle. Seit seiner Eröffnung 1999 ist es Schauplatz zahlreicher internationaler Kongresse, großer und kleiner Tagungen. Insgesamt sind es bald eine Million Besucher, die das Haus begrüßen durfte – Tagungsgäste und Konzertbe­su­cher gleichermaßen.
Tagungsteilnehmer rühmen vor allem die Lage, mitten in Deutschland, mitten in der Stadt und trotzdem mitten im Grünen – der Übergang von den überaus flexibel angelegten Veranstaltungs­räumen in den sich anschließenden Park ist fließend und hat so manchen Ver­anstalter veranlasst, Teile seines Pro­gramms ins Freie zu verlegen.


Brueckenfest_Foto_weimar_GmbH_Maik_Schuck

„Endlich in Weimar“, seufzten beispiels­weise Richter aus ganz Deutschland, die schon ganz gespannt auf diesen Ta­­gungs­­ort waren und nicht enttäuscht wurden. „Perfekter Service, hohes Ni­­veau, alle unsere Wünsche wurden er­­füllt“, Briefe solchen Inhalts erreichen die Weimarhalle oft. Man präsentiert sich durch auffallenden Service, der gepaart mit einem Überfluss an Incentive-Mög­lich­­keiten viele Tagungsgäste be­­geis­tert. Und will man hinaus in die Stadt mit seinem Seminar, seinem Work­­shop, da gibt es einen Festsaal im Schloss, eine mondäne Villa am Rande des Ilm­­parkes, die Orangerie in Bel­vedere oder vielleicht einige Nummern kleiner, den Teepavillon im Tiefurter Park. Ganz zu schweigen von einem hervorragend ausgebauten Netz an Tagungs­mög­lich­keiten in den Hotels.

Weimar – ein Ort mit unvergleichlichem Repertoire an Themen, das Jahr für Jahr ein Magnet für Besucher aus aller Welt ist.

Ulrike_Köppel2_Foto_weimar_GmbH_Maik_SchuckDie 1968 geborene Autorin ist seit 2003 Geschäftsführerin der weimar GmbH Gesellschaft für Wirtschaftsfö­r­der­ung, Kongress- und Tourismusservice und für das ge­­samte touristische Ge­­schäft Wei­mars, die Betreibung der Wei­mar­halle und den Kongress-Service, Mar­keting und Medien sowie, gemeinsam mit der Stadtver­wal­tung, für Wirt­­schafts­för­de­rung verant­wort­lich.