Tillmann Stenger: Attraktive Förderangebote für Investitionen in Brandenburg

Investoren benötigen Partner, die dabei helfen, große Projekte entstehen zu lassen. Da der Staat stets ein Interesse an Wachstum und an der Schaffung neuer Arbeitsplätze hat, sind in Deutschland die Investitionsbanken der Länder solche kapitalkräftigen Partner. Für Brandenburg ist das die ILB.

 

Die Sicherung der Gesamtfinanzierung eines Projektes gehört zu den wichtigsten Aspekten einer Investi­tions­entscheidung und beeinflusst maßgeblich die Standortwahl von Unternehmen. Besonders die Verfügbarkeit von För­dermitteln und -krediten am Investitionsstandort, unter Umständen auch die Bereitstellung von Risikokapital, stellt oft eine günstige und attraktive Finanzierungsquelle für Unternehmen dar. Die Investitionsbank des Landes Brandenburg (ILB) bietet Unterstützung bei sämtlichen Fragen rund um die Förderung.

Die ILB wurde 1992 in Potsdam gegründet und ist Bran­­denburgs zentrales Förderinstitut. Ihr Kerngeschäft ist seit über 20 Jahren die Förderung öffentlicher und privater Investitionsvorhaben in den Bereichen Wirtschaft, Infrastruktur, Wohnungsbau und seit 2014 Arbeit. Ge­­werbliche Unternehmer, Existenzgründer, Agrar- und Me­­dienunternehmen werden dabei ebenso gefördert wie Kommunen, kommunale Zweckverbände und Unternehmen, die kommunale, genossenschaftliche und private Wohn­ungswirtschaft sowie Beschäftigungs-, Bildungs- und Quali­­fizierungsmaßnahmen. Die ILB gewährt Zuschüsse, zins­­­günstige Darlehen, Bürgschaften sowie Risiko- und Betei­­ligungskapital aus Mitteln des Landes, des Bundes, der Europäischen Union sowie aus Eigenmitteln. Die Bank arbeitet mit den Sparkassen sowie den genossenschaftlichen und privaten Banken zusammen und ist darüber hinaus Partner der Förderinstitute des Bundes und der Europäischen Union.

Die ILB hat die Entwicklung und den Strukturwandel Brandenburgs nach der deutschen Einheit durch die För­­derung zukunftsorientierter Projekte maßgeblich begleitet. Seit 1990 wurden durch die Bank 34 Milliarden Euro Fördermittel ausgereicht, die zu Investitionen in Höhe von 70 Milliarden Euro geführt haben. Durch diese In­­vestitionen konnten in den vergangenen 25 Jahren über 171.000 neue Arbeitsplätze in Brandenburg entstehen.

2014 startete das Land in eine neue EU-Förderperiode, die bis einschließlich 2020 andauern wird. In dieser Periode ist die ILB erstmals für die Bewilligung von Mitteln aus den drei großen EU-Förderfonds verantwortlich. Dazu gehören der Europäische Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung ländlicher Räume (ELER), der Europäische Fonds für re­­­gionale Entwicklung (EFRE) und der Europäische Sozial­­fonds (ESF). Aus diesen Fonds stehen Brandenburg bis Ende 2020 insgesamt rund 2,2 Milliarden Euro zur Ver­­fügung, die zur Erhöhung der Wirtschaftskraft und zur Ver­­besserung der Lebensqualität des Landes genutzt werden. Das Fördergeschäft ist im Zuge der neuen Pro­­grammperiode noch stärker bei der ILB konzentriert worden.

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Das Jahr 2015 steht für die ILB daher im Zeichen des Starts zahlreicher neuer Förderprogramme und Eigen­produkte. Diese zielen auf die strukturelle Förderung einzelner Regionen, die Stärkung wichtiger Branchen und den effizienten Einsatz der zur Verfügung stehenden EU-Mittel ab. Zu den neuesten Förderangeboten der ILB zählen das Technologie-Förderprogramm ProFIT Bran­denburg, das Beschäftigungsprogramm Brandenburger Innovationsfachkräfte sowie das Eigenprodukt Branden­burg-Kredit Gründung. Um die Internationalisierung im Bereich der Beteiligungsaktivitäten zu verstärken, werden mit dem Ministerium für Wirtschaft und Energie neue Eigenkapitalfonds mit einem Volumen von 100 Millionen Euro vorbereitet.

ProFIT Brandenburg. Technologischer Fortschritt gelingt am ehesten durch kontinuierliche Investitionen in Forschung und Entwicklung. Die Landesregierung hat sich daher das Ziel gesetzt, den Anteil der Forschungs- und Entwicklungs­­ausgaben am BIP auf drei Prozent zu erhöhen. Eines der Instrumente dafür ist ProFIT Brandenburg, ein Förder­programm, bei dem erstmals eine Kombination aus Zu­­schüssen und Darlehen zum Einsatz kommt. Bis 2020 stellt Brandenburg 220 Millionen Euro zur Verfügung, davon 200 Millionen aus dem EFRE, um den Techno­lo­gie­­transfer auf allen Stufen des betrieblichen Inno­va­tionsprozesses von der industriellen Forschung über die experimentelle Entwicklung bis hin zur Markteinführung anzukurbeln. Durch den Darlehensanteil können bis zu 100 Prozent der förderfähigen Ausgaben finanziert werden. Die Zinssätze liegen unter den Marktkonditionen und für die Darlehen müssen keine banküblichen Sicher­heiten erbracht werden.

Brandenburger Innovationsfachkräfte (BIF). Der demografische Wandel ist für Brandenburg ebenso eine Heraus­­forderung wie die Abwanderung von Arbeitskräften in andere Bundesländer. Daher unterstützt die ILB die Be­­schäftigung hochqualifizierter Nachwuchskräfte in branden­­burgischen KMU. Neben der Vergabe von Sti­pendien für Studierende liegt der Schwerpunkt des Programms auf der Förderung des Einsatzes von Absol­venten als sogenannte Innovationsassistenten. Deren Beschäftigungs­verhältnis muss mindestens 12 Monate andauern, wobei das Bruttogehalt von mindestens 2.200 Euro dann zu 60 Prozent bezuschusst werden kann. Durch den Wissens­transfer aus der Wissenschaft zur Wirtschaft werden betriebliche Innovationen und Wachstum begünstigt.
Brandenburg-Kredit Gründung. Getrieben durch die neu­­artigen digitalen Geschäftsfelder werden auch Startups und Existenzgründungen für Brandenburgs Förderlandschaft zunehmend relevanter. Seit dem 1. Juli 2015 fördert die ILB daher Existenzgründer, KMU sowie Nicht-KMU mit einem Gruppenumsatz von maximal 500 Millionen Euro mit einem neuartigen Programm. Mithilfe des Förderkredits können Neugründungen, Übernahmen, tätige Beteiligungen, Festi­­gungsmaßnahmen sowie Betriebsmittel und Investitionen finanziert werden. Dabei ist eine 100-prozentige Finan­zierung mit bis zu 25 Millionen Euro pro Vorhaben möglich bei einer Laufzeit von 5, 10 oder 20 Jahren mit einem bis maximal drei tilgungsfreien Jahren. Die Antragstellung erfolgt über die Hausbank.

Neben weiteren Standortvorteilen wie der Nähe zur Bundes­­hauptstadt bietet auch die Förderlandschaft vielfältige Gründe, in Brandenburg zu investieren. In Zusammenarbeit mit der ZukunftsAgentur Brandenburg GmbH (ZAB), den Kammern und den regionalen Institutionen der Wirtschafts­­förderung informieren die Kundenberater der ILB zu allen Fragen der Förderung – individuell und kostenfrei an über 30 Standorten im Land Brandenburg.

StengerTillmann Stenger
Der Autor ist seit 2013 Vorsitzender des Vorstandes der Investitionsbank des Landes Brandenburg. Er war seit Gründung der Bank 1992 in verschiedenen Führungs­­positionen in der ILB tätig, zuletzt als Bereichsleiter Unternehmens­steuerung und Mitglied des Vorstandes. Zuvor war er für die Vorläuferin der heutigen NRW.Bank tätig.