Tierpark und Tropen-Aquarium Hagenbeck

Wenn Besucher nach Deutschland kommen, dann finden sie in fast jeder größeren Stadt einen Zoo. Hamburg hat nicht einfach einen Zoo – Hamburg hat Hagenbeck.

Vor mehr als einhundert Jahren revolutionierte Carl Hagenbeck die Zooarchitektur und schuf damit eine neue Form der Tiergartenbiologie. Bereits Ende des 19. Jahrhunderts kam der Sohn eines Fischgroßhändlers auf die Idee, Tiere nicht mehr in Käfigen, sondern in Panoramen und Freianlagen zu zeigen. Diesen Einfall ließ sich Carl Hagenbeck im Jahre 1896 patentieren.

Er realisierte eine Vision, von der kein anderer zu träumen wagte: Im Jahr 1907 eröffnete der Hamburger den ersten gitterlosen Tierpark der Welt. Das war eine Sensation! Bis heute gehen von hier aus Innovationen in viele andere Zoos – national und international. Alles ohne staatliche Subventionen. Denn Hagenbeck ist der einzige familiengeführte, gemeinnützige Großstadtzoo Europas und bestreitet den laufenden Betrieb ausschließlich aus Eintrittsgeldern.

 

Symbiose aus Fauna, Flora und Kultur

Die gepflegte, weitläufige Parkanlage mit ihrem alten Baumbestand sowie die kulturellen Bauwerke machen den besonderen Reiz dieses traditionsreichen Tierparks aus. Das einmalige Jugendstiltor des alten Haupteingangs ist weltbekannt. Heute weist die Giraffen-Mensch-Skulptur des Künstlers Stephan Balkenhol schon an der Zufahrtsstraße auf den neuen Eingang hin. Diesen schmückt seit dem Frühjahr 2003 ein nepalesischer Pagoden-Tempel. Er wurde in seinem Ursprungsland handgefertigt. Nepalesische Kunsthandwerker haben die Einzelteile vor Ort zusammengefügt und den hinduistischen Tempel aufgestellt. Mehr originale Kulturdenkmäler sind im Park zu finden: Die ebenfalls handgefertigte, mit echtem Blattgold verzierte, Thailändische Sala schmiegt sich malerisch an das Ufer des großen Birma-Teichs. Überall im Park stehen Skulpturen und Bronzen fremder Kulturen oder bekannter Künstler. Sie fügen sich harmonisch in die Landschaftsgestaltung ein. Auch die beiden Totempfähle der Tlinkit-Indianer und die rot lackierten japanischen Tempeltore stehen in Bezug zu den Pflanzen und Tieren, die sie umgeben. Besondere Lieblinge der Kinder sind die bereits 1909 vom Tierbildhauer Josef Pallenberg geschaffenen lebensgroßen Dinosaurier-Plastiken, die bis heute nichts von ihrer Faszination eingebüßt haben.

Freisichtanlagen wie das berühmte Afrika-Panorama oder das innovative Orang-Utan-Haus beherbergen heute über 1.860 Tiere von allen Kontinenten. Mit großem Erfolg werden Tierarten wie Nordchinesische Leoparden, Pazifische Walrosse oder auch Asiatische Elefanten gezüchtet. Das Füttern der Dickhäuter ist erlaubt und in dieser Form einmalig in Deutschland. Sogar Giraffen dürfen zu bestimmten Zeiten gefüttert werden – von einer drei Meter hohen Plattform aus.

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Faszination Sommernächte

Doch nicht nur einzigartige Tiere faszinieren die Besucher. Die Dschungel-Nächte im Juni stehen unter dem Motto: Tropische Klänge, Shows und Exotik. Fesselnde Darbietungen internationaler Künstler und der mitreißende Rhythmus afrikanischer und lateinamerikanischer Musik machen die Dschungel-Nächte zu einem Fest der Lebensfreude. Ein Sommernachtstraum mit unvergessenen Liedern erwartet die Gäste bei den Romantik-Nächten im August. Das besondere Flair der charmant-beschwingten Melodien macht die Abende zu einem außergewöhnlichen Erlebnis.

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Eismeer

Das 2012 eröffnete Eismeer bietet einen einzigartigen Lebensraum für 15 Tierarten aus beiden Polregionen. Auf über 8.000 Quadratmetern polarer Faszination findet sich das weltweit tiefste Tauchbecken für Walrosse. Hier lebt Deutschlands einzige Walross-Zuchtgruppe, die den Besuchern im Sommer 2014 mit dem kleinen Thor das erste deutsche Walross-Baby bescherte. In Europas größter Freiflugvoliere für Seevögel sorgt eine Wellenmaschine für den richtigen Seegang. Ein 750 Meter langer Rundgang führt durch Arktis und Antarktis, vorbei an Esels- und Königspinguinen, die eine naturgetreue Pinguinwelt mit echtem Eis und Schnee bevölkern, und quer durch die Brutkolonie der arktischen Seevögel. Atemberaubende Über- und Unterwassereinsichten zeigen auch Eisbären, Seebären, Robben und Humboldtpinguine aus völlig neuen Perspektiven.

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Tropen-Aquarium

Fremdartige Töne und Geräusche dringen durch die feuchtwarme Luft. Buntgefiederte Papageien und niedliche Kattas empfangen die Besucher in ihrem Reich. Mitten in Hamburg beginnt eine Welt, die bisher nur nach langen Flugstunden erreichbar war. Im Erlebnis-Aquarium mit Tropenwelt zeigen sich über 300 exotische Arten mit mehr als 14.300 Tieren in ihren geheimnisvollen Lebensräumen. Ein in dieser Kombination weltweit einzigartiges Erlebnis.

Ein Dschungelpfad führt durch die Lebensräume Afrikas, Asiens und Südamerikas, in denen sich verschiedene Echsen- und Schildkrötenarten fast zum Greifen nah präsentieren. Einige der Tiere bewegen sich, genau wie die afrikanischen Vögel, sogar völlig frei zwischen den Besuchern der Tropenwelt. Das Tropen-Aquarium wurde, genau wie der Tierpark, nach dem Hagenbeck’schen Prinzip der Gehege-Gestaltung konzipiert. Das bedeutet, dass die Biotop-Anlagen einen Ausschnitt aus dem natürlichen Lebensraum der einzelnen Tierarten zeigen und sich die Besucher teilweise in diesen Lebensräumen bewegen.

Der Krokodilsee ist mit einer Größe von 350 Quadratmetern und einem Fassungsvermögen von 400.000 Litern der größte Deutschlands und wird von mächtigen Nilkrokodilen bewohnt. Eine Panoramascheibe unterhalb des Wasserspiegels bietet die zusätzliche Möglichkeit, die Tiere in ihrem nassen Element zu beobachten. Durch einen historischen Stollen geht es in eine Höhlenwelt, in der u. a. Fledermäuse, Höhlenfische und die extrem seltenen Zagrosmolche leben. Im Giftschlangendorf lauern die giftigsten Schlangen, wie die Grüne Mamba oder auch die Gabunviper. Auch eine über vier Meter lange Königskobra, die zu den größten Giftschlangen der Erde gehört, lebt hier.

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Wunder der Unterwasserwelt

Über einen Schiffsgang, in dem Walgesänge zu hören sind, geht es durch die Kommandobrücke eines U-Boots direkt in die Unterwasserwelt. Armdicke Muränen, farbenfrohe Feuerfische und die vor buntem Leben pulsierende Welt eines lebenden Korallenriffs gehören zu den Anblicken, die sonst nur Tauchern vorbehalten sind. In insgesamt 31.000 Liter Süßwasser und zwei Millionen Liter Salzwasser zeigen sich verborgene Welten. Den absoluten Höhepunkt bildet das Große Hai-Atoll: Hier ziehen nicht nur verschiedene Haiarten wie Schwarzspitzen-Riffhaie oder Zebrahaie ihre Bahnen, es schweben auch unterschiedliche Rochenarten, wie Adlerrochen oder Geigenrochen, durch die 1,8 Millionen-Liter-Biotop-Anlage.

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