Thomas Metz: Rheinland-Pfalz – Kernland europäischer Geschichte

Villa Ludwigshöhe bei Edenkoben

Villa Ludwigshöhe bei Edenkoben

Große Zeugnisse einer bewegten Vergangenheit prägen das Gesicht von ­Rheinland-Pfalz. Ob ­keltische Gräberfelder, Römerbauten, Burgen, Schlösser, Kirchen oder imposante Klosteranlagen: Rheinland-Pfalz verfügt über ein reiches kulturelles Erbe und ist sich dieses Schatzes bewusst. Die Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz macht diese Geschichte lebendig!

Festung Ehrenbreitstein / Koblenz

Festung Ehrenbreitstein / Koblenz

Kaum eine Landschaft in Mitteleuropa ist so reich an archä­­olo­­gischen Relikten wie die Regionen des Landes Rhein­­land-­­Pfalz. Die außerordentlich hohe Zahl archäologischer Funde und Befunde belegt nicht weniger als 800.000 Jahre wechselvoller Menschheitsgeschichte an Rhein und Mosel. Diese beiden Flüsse sind es auch, die die Region zu einer Drehscheibe, einem Durchzugsgebiet, in manchen Zeiten zu einem Machtzentrum, in anderen zu einer um­­kämpften Grenzregion gemacht haben. Die Lage zwischen den Kultur­­räumen und an den Verkehrsadern großer Flusssysteme führte zu einer Folge unterschiedlicher, oft noch heute sichtbarer kultureller Einflüsse aus oft fernen Teilen Europas. In Rheinland-Pfalz können Sie gleich vier UNESCO-Welter­be­­stätten entdecken: den Dom zu Speyer; in Trier die Römischen Monumente, den Dom und die Lieb­frauenkirche; das Obere Mittelrheintal und den Obergermanisch-Raetischen Limes.

Die Generaldirektion Kulturelles Erbe (GDKE) betreut nicht nur viele Monumente des kulturellen Erbes als Obere Landes­­­­behörde, unter ihrem Dach finden sich auch die drei heraus­­ragenden Landesmuseen in Koblenz, Mainz und Trier sowie die Direktionen Landesdenkmalpflege und Landes­­archäologie. Die Landesdenkmalpflege beschäftigt sich mit einem breiten Spektrum von Kulturdenkmälern, das von der Abteikirche und der Burgruine bis zum Fach­werk­­haus und zur Arbeiter­­siedlung reicht. Als Denkmal­fach­­behörde ist sie unmittel­­bar an vielen Instandsetzungs- und Restaurierungs­maß­nah­­men in Rheinland-Pfalz beteiligt und berät Bauherren, Archi­tekten und Handwerker. Mit bau­­historischen und restaura­­torischen Unter­such­ungen sowie mit zahlreichen Publi­ka­tionen trägt sie zur Erfassung, Erforschung und Vermittlung der Kultur­­denk­mäler bei. Zum „Tag des offenen Denkmals“, immer am zweiten Sonntag im September, öffnen sonst vor­­wiegend nicht zugängliche historische Bauten und Stätten ihre Türen und laden zu Streifzügen in die Vergangenheit ein. Restaura­toren und Handwerker demonstrieren Arbeits­techniken und lenken den Blick auf Details, die einem unge­­schulten Auge verborgen bleiben. Experten erklären an konkreten Beispielen die Aufgaben der Denkmalpflege.

Grabungstechniker bei der Arbeit / Münstermaifeld

Grabungstechniker bei der Arbeit / Münstermaifeld

Die Arbeitswelt der Landesarchäologie erstreckt sich von den Lebensformen in den Urmeeren über das Schädel­frag­ment eines Neandertalers bis hin zu den ersten Kunstwerken eiszeit­­licher Jäger oder zum rätselhaften jungsteinzeitlichen Ritu­alort Herxheim. Reiche Metallfunde der Bronzezeit prägen ebenso das Bild wie keltische Prunkgräber, die ersten urbanen Zentren Mainz und Trier zu römischer Zeit oder auch die Hinterlassenschaften kriegerischer Ausei­n­ander­­­setzungen ent­­­­lang der Westgrenze vom 18. bis zum 20. Jahrhundert. Die Landes­­archäologie dient der Er­­for­schung, Sicherung und Er­­hal­­tung aller archäologischen Denk­­mäler und Quellen in Rhein­­land-Pfalz. Mit ihren Außenstellen in Koblenz, Mainz, Speyer und Trier betreut und erforscht sie das Land flächendeckend.

Die Direktion Burgen. Schlösser, Altertümer pflegt und öffnet etwa 80 Kulturdenkmäler im Land, unter anderem wahre Schätze wie die Festung Ehrenbreitstein und Schloss Stolzen­­­­fels in Koblenz, der majestätische Trifels in Ann­weiler, die Villa Ludwigshöhe in Edenkoben oder auch die Römer­­bauten in Trier mit dem Stadttor Porta Nigra, dem Amphi­theater, den Thermen am Viehmarkt und den Kaiser­­­thermen. Die staatlichen Burgen, Schlösser und Altertümer sind steinerner Ausdruck der Geschichte unseres Landes. Darüber hinaus stellen sie für den Tourismus, insbesondere den gehobenen Kulturtourismus, einen ganz wichtigen und somit auch wirtschaftlichen Faktor dar.

Schloss Stolzenfels / Koblenz

Schloss Stolzenfels / Koblenz

Die Landesmuseen in Mainz, Koblenz und Trier sind kulturelle Anziehungspunkte für alle. Während sich das Rheinische Landesmuseum Trier als „Forum für Fund­stücke“ der Archä­ologie präsentiert, befindet sich im Landesmuseum Mainz die bedeutendste und älteste kunst- und kulturgeschichtliche Sammlung des Landes. Das Landesmuseum Koblenz hat seine Schwerpunkte in der Wirtschafts-, Technik- und Sozial­­geschichte der Region, wird in seiner exponierten Lage in der Festung Ehrenbreitstein hoch über Rhein und Mosel aber auch durch erfolgreiche Sonderausstellungen für die ganze Familie ergänzt. So wurden bereits Themen wie  „Haribo“, „Playmobil“ oder auch die Welt der Eiszeittiere alters­übergreifend und modern präsentiert.

Für alle Direktionen gilt: Ausstellungen, Veranstaltungen und pädagogische Angebote machen Geschichte lebendig und helfen bei der Vermittlung des kulturellen Erbes. Im Vordergrund steht dabei immer das Ziel, allen interessierten Bürgerinnen und Bürgern sowie den Be­­such­er­­innen und Besuchern aus aller Welt das große kulturelle Erbe des Landes direkt und hautnah zugänglich zu machen. Hierfür entwickeln wir Besucherkonzepte stets weiter – zum Beispiel durch digitale Präsentationen oder mit audio­­­­visuellen Führungssystemen. Ein besonderes Au­­gen­­merk legen wir auch auf barrierefreie Zugangs­mög­lichkeiten, um allen kulturinteressierten Menschen das reiche kulturelle Erbe von Rheinland-Pfalz näherbringen zu können.

Thomas Metz
Thomas Metz, Jahrgang 1955, studierte Architektur an der Universität Karlsruhe. Nach abgeschlossenem Refendariat war er zunächst als Hauptsachgebietsleiter und im Anschluss als ständiger Vertreter des Vorstandes im Staatsbauamt Koblenz-Süd tätig. Von 1995 bis 1998 war er Projektbereichsleiter im Staatsbauamt Koblenz. Ab 1998 übernahm er die Leitung von Burgen, Schlösser, Altertümer Rheinland-Pfalz sowie ab 2001 die Leitung des Landesmuseums Koblenz. 2007 wurde Thomas Metz zum General­­direktor der Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz (GDKE) berufen.