Thomas Bahr: Heute für später planen – was es bei der Altersvorsorge zu beachten gilt

In Politik und Medien ist die Debatte um den Generationenvertrag in vollem Gange und die Meinungen gehen weit aus­einan­der. Fest steht: Deutschland befindet sich in einem tiefgreifenden demo­­grafischen Wandel. Die Zahl der Rentner nimmt zu, die der Beitrags­zahler ab. Zudem steigt die durch­­schnittliche Bezugszeit der Rente. Die Folge: Die gesetzliche Rente wird später nicht reichen. Ohne private Vorsorge geht es also nicht, doch zahlreiche Sparer fühlen sich von Fülle und Komplexität der Produkte überfordert und würden sich eine allgemeine Aussage über die beste Vor­sorge wünschen. Doch leider ist diese Pauscha­­li­­sierung nicht möglich oder rat­­sam, denn jeder Kunde hat unterschied­liche Bedürf­­nisse und Anforderungen an ein sorgenfreies Leben im Alter. Und genau diese Wünsche sollten sich indivi­duell in seiner Vorsorge widerspiegeln.

Generell gilt, je früher mit der Vorsorge begonnen wird, desto besser. Dank des Zinseszinseffektes lohnt sich bereits für Berufsanfänger eine erste Vorsorge mit Monatsbeiträgen von 50 Euro. Ins­beson­­dere Aktien, Aktienfonds und Fonds­­lebens­­versicherungen sind für junge Menschen ideal. Zwar bieten sie keine Fest­ver­zinsung, dafür aber langfristig höhere Rendite­chancen, und aufgrund der Vertragslaufzeit von 30 und mehr Jahren können kurzfristige Verluste aus­­geglichen werden. Weiterhin ist besonders für Berufseinsteiger wichtig, ihre Arbeits­kraft mit einer Berufsunfähig­keits­ver­siche­­rung abzusichern, damit sie in eine sorgenfreie Zukunft blicken.

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Vorsorge mit Absicherung für junge Familien. Bei Familien rückt ein anderer Aspekt in den Mittelpunkt. Sie wollen eine finan­­zielle Absicherung von Ehe­partnern und Kindern, falls einem Eltern­teil etwas zustößt. Gut geeignet hierfür ist eine Lebensversicherung, die eine Hinterbliebenenabsicherung mit einer Altersvorsorge verbindet.

Bei der Lebensversicherung ist zwischen der kapitalbildenden und fondsgebundenen zu unterscheiden. Erstere zeichnet sich durch ihre Sicherheit in Form des garantierten Mindestzinses aus. Dieser ist jedoch in den vergangenen zehn Jahren auf 2,25 Prozent abgesenkt worden und wird vermutlich eher weiter sinken. Hinzu kommt die laufende Überschussbetei­­ligung von derzeit rund zwei Prozent, doch die Kunden müssen aufgrund niedrigerer Zinssätze mit abnehmenden Werten rechnen.

Aus diesem Grund ist die Nachfrage nach Fondslebensversicherungen gestiegen. Diese Produkte nutzen potenziell höhere Ertragschancen an den internationalen Börsen und sind daher insbesondere für Vorsorgeverträge mit Laufzeiten ab zehn Jahren geeignet.
Gewiss sind einige Bürger aufgrund der zuletzt starken Kursschwankungen verun­­sichert. Doch Fonds sind nicht automatisch Aktienfonds. Es gibt viele Varianten, unter anderem sogenannte Garantie­fonds, die Sicherheit mit Ertragspotenzial verbinden. Aufgrund der großen Nachfrage vieler Bürger haben einige Finanzdienstleister, wie Heidelberger Leben, in den vergangenen Jahren Garantiefonds aufgelegt. Auch bei ihnen gibt es Unterschiede, etwa in der Höhe der Sicherheiten, zu wie viel Prozent das Kapital garantiert wird oder ob sich die Garantie auf einbezahlte Beiträge oder erreichte Höchststände bezieht.


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Staatliche Förderungen nutzen. Wer privat vorsorgt, sollte sich staatliche Förderungen nicht entgehen lassen. Die Basisrente etwa lohnt sich aufgrund der steuerlichen Vorteile besonders für leitende Angestellte und Selbstständige, da sich Einzahlungen als Sonderausgaben geltend machen lassen: So können circa 70 Pro­­zent des Höchstbeitrages (20.000 Euro für Singles/40.000 Euro für Ehepaare) angerechnet werden. Die Riester-Rente eignet sich für Angestellte niedrigeren und mittleren Einkommens. Wer beispiels­weise vier Prozent seines Vorjahres-Brutto­­einkommens in einen Riester-Vertrag ein­­zahlt, erhält 154 Euro Zulage. Für Kinder gibt es zusätzliche Förderungen, und Eigenbeiträge oder Zulagen können als Sonderausgaben geltend gemacht werden. Diese clevere Idee der Vorsorge mit staatlicher Förderung sollte in der Planung unbedingt berücksichtigt werden, denn sie ist leicht verdientes Geld.

Vorsorgeausbau und Optimierung bei „Generation 50plus“. Bei den Über-50-Jährigen unterscheiden sich die Vorsorge­anforderungen bei Menschen ab 50 bis zum Ruhestand und Rentnern sowie Pensionären über 65 Jahren. Die Mehr­heit der ersten Gruppe nähert sich dem Ende ihrer Berufszeit und möchte ihre Altersvor­sorge weiter ausbauen. Viele nutzen dafür Auszahlungen aus Erb­schaften oder Lebens­versicherungen, die sie in eine Rentenversicherung gegen Einmal­beitrag investieren.

Rentner und Pensionäre genießen da­­gegen bereits die ersten Jahre ihres Ruhe­­standes, häufig mit Reisen und kulturellen Aktivitäten. Kurzfristige Liquidität spielt für sie eine größere Rolle, weshalb ihre Nachfrage nach Tagesgeld oder kurz laufenden, festverzinslichen Wertpapieren steigt. Zudem benötigen sie aufgrund der gestiegenen Lebenserwartung für einen Ruhestand mehr zusätzliches Kapital, das sie am ehesten aus renditeorientierten Anlagen ziehen können.

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Wer seinen Angehörigen Sach- oder Geldwerte vermachen will, ist gut damit beraten, die Vorteile von Lebensver­­sicherungen in Form von Über-Kreuz-Policen zu nutzen. Bei diesem Vertrag schließt beispielsweise die Ehefrau als Versicherungsnehmerin eine Lebensver­­sicherung auf das Leben ihres Mannes ab und umgekehrt. Der große Vorteil bei diesen Policen ist, dass keine Erb­schaftssteuer zu zahlen ist.

Gute Vorsorge ist individuelle Vorsorge. Die Fülle der Produkte und die unterschied­­lichen Fördermöglichkeiten zeigen, dass nur nach detaillierter Analyse der persön­­lichen Situation und Lebensplanung eine Antwort erfolgen kann, wie die optimale Altersvorsorge aussieht. Neben Alter, Einkommen und Familienstand müssen Erwartungshaltung und Sicherheits­em­pfinden beachtet werden. Entscheidend ist, dass Kunden eine fundierte Beratung und auf sie zugeschnittene Vorsorge­lösungen erhalten.

HLE_Thomas-Bahr-PorträtThomas Bahr (Jahrgang 1963) lebt mit seiner Familie bei Heidelberg. Er ist ein ausgewiesener Experte für den Vertrieb von Versicherungen. Fondsgebundene Altersvorsorgelösungen und flexible Garantiefonds sollten sich nach seiner Meinung in allen steuerlich geförderten Schichten etablieren.