Steffen Oberst: „Kurze Wege“ zum Olymp

Der Olympiastützpunkt (OSP) Rhein­­land-Pfalz/Saarland, die zentrale För­­der- und Ser­vice­einrichtung für Spit­zen­ath­­le­ten der beiden Bundes­­länder, hat sei­­nen Haupt­­sitz an der Hermann-Neu­­ber­­­­ger-Sport­­schule in Saar­brü­cken. Be­­treut wer­­den hier schwer­­punkt­­mäßig die Sport­­­­arten Badminton, Leichtathletik, Ringen, Ru­­dern und Tri­­athlon. Aber auch Top-Athle­­ten im Turnen, Schwimmen, Fuß­­ball oder Bas­­ketball nutzen die In­­frastruktur und den Service in Saar­­brü­­cken, wo insgesamt rund 100 Spit­zen­sportler gefördert werden. Die wichtigs­­te Auf­­gabe des Olympiastützpunktes als Service­leis­­ter des Spitzensports be­­steht dabei in der umfassenden Be­­ratung und Betreuung der Nach­­wuchs- und Spitzensportler so­­wie ihrer Trainer.


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Das Herz des OSP schlägt im Saar­­­­­­­brücker Stadtwald an der Hermann-Neu­­­­berger-Sport­­schule, die sich in den letz­­ten Jahren dank zahlreicher Inves­titio­nen zu einer der modernsten und besten Trai­­nings­­stätten weltweit entwickelt hat, wie der deutsche Triathlon-Olympiasieger von Peking 2008, Jan Fro­­­deno, nicht müde wird, wieder und wieder zu betonen. Nach zahlreichen Neubauten – etwa eines Hauses der Ath­le­ten, einer Leichtathletik- und einer Schwimm­­halle – sowie Re­­no­­vierung der anderen Sportstätten und Infrastruktur erstrahlt des Gelände, auf dem der Olympiastützpunkt Rheinland-Pfalz/Saar­­land beherbergt ist und die be­­treu­­ten Sportler leben und trainieren, in nie dagewesenem Glanz. Die Zau­­ber­­for­­mel, mit der die Qualität dieser hoch­­mo­­­­dernen Trainingsstätte und Gold­schmie­­­­de für olympische Erfolge am bes­­ten be­­schrieben ist, heißt „kurze Wege“.
Der Olympiastützpunkt in Saarbrücken besticht durch sein Gesamtpaket auf einem Fleck: Sporthallen, Krafträume, Laufbahn, Physiotherapie, Reha, medizinische Abteilungen, Sportlerunter­künf­­­te … alles liegt ganz nah beieinander. Auf neun Hektar mitten im Grünen bietet das Ge­­lände der Hermann-Neu­­ber­­ger-Sport­­schu­­le den OSP-Sportlern einmalige Be­­din­­g­­un­­gen zum Trainieren, Ler­­nen und Leben.

Denn außer den optimalen Trainings­­stät­­ten, einer sportgerechten Verpflegung durch einen Sterne-Koch, einem Tagesin­ternat für die Nachwuchssportler der nur wenige Kilometer entfernten „Elite­schu­­le des Sports“, des Gymnasium am Ro­­ten­­bühl in Saarbrücken, sowie Apart­­ments für 45 Spitzensportler, bietet der Olym­­pia­­stütz­­punkt durch seine unmittelbare Nähe zur Universität des Saarlandes, der privaten Hochschule für Prävention und Ge­­sund­­­­heits­­management sowie der BSA-Aka­­de­­mie auch ideale Bedin­gun­gen, um spitzensportliche Karriere und berufliche Ausbildung in Form eines Stu­­diums miteinander zu kombinieren. Wohn- und Schlafzimmer, Trai­­nings­­halle und Hör­­saal im Umkreis von 500 Metern – eine solch zeitsparende Kon­­zentration der In­­frastruktur gibt es wohl nirgends sonst.

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Dass das Saarland als kleinster deutscher Flächenstaat dieses Merkmal im Spit­zen­­­­sport durchaus als Standortvorteil aus­­spie­­len kann, belegen die hervorragenden Kontakte des Olympiastütz­punk­­tes zum Lan­­dessportverband für das Saar­­land, und zu zahl­­reichen Unternehmen, die als Förderer der Top-Athleten des Landes auftreten, und nicht zuletzt auch zum Ministerium für Inneres und Sport des Saarlandes so­­wie zur Stiftung Deutsche Sporthilfe und zur Sporthilfe Rheinland-Pfalz/Saarland. So wurde etwa speziell zur Förderung der Spitzensportler im Saar­­land eine Sport­­för­­­­­dergruppe der Polizei an der Fach­­hoch­­schule für Verwaltung eingerichtet, so dass Athleten neben ih­­rer sportlichen Karriere auch zu Poli­­zei­­kom­­missaren aus­­­­gebildet werden können.

Egal ob Universität, Fachhochschule, Aus­­bildungsplätze, Praktika oder schulische Laufbahn der Sportler – bei allen Fra­­gen rund um die berufliche Ent­­wicklung und die Probleme, die dabei entstehen, diese in Einklang mit dem harten Train­­ing für olympische Erfolge zu bringen, helfen die Laufbahnberater als Service­­leister des OSP.
Das Umfeldmanagement mit dem Knüp­fen starker sozialer Netz­­werke gehört mit zu den wichtigsten Auf­­gaben der Olym­­pia­­stützpunkte, denn ir­­gendwann geht auch die erfolgreichste Sport-Karriere einmal zu Ende, und nur wenige Athle­­ten können dann von ihrem Sport weiter leben, die meisten müssen also den Sprung ins Berufsleben schaffen.


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Das Know-how, das der Olympia­stütz­punkt den Sportlern und Trainern zur Ver­­fügung stellt, umfasst natürlich auch den medizinischen Bereich. Egal ob Phy­­siotherapie, Reha nach Verletzungen, spe­­zielles Athletiktraining zur Vorbeu­gung von gesundheitlichen Problemen oder sportmedizinische Gesundheits-Checks und Leistungsdiagnostik, bei de­­nen der OSP in Saarbrücken seit Jahren mit den renommierten Sport­­me­­di­­zinern der Saar-Uni wie Olympia-Arzt Prof. Wil­­fried Kindermann und Prof. Tim Meyer kooperiert, die ihre Räume ebenfalls in Sichtweite der Trainings- und Wohn­an­la­­gen der Sportler haben:
In all diesen Bereichen arbeiten am Olym­­pia­stütz­­punkt erfahrene und hochmotivierte Ex­­perten, die gemeinsam mit den am OSP beschäftigten Trainern sowie den Bun­­des­­trainern der Sportverbände die Ath­­leten auf Spitzenleistung vorbereiten und bei ihrer kontinuierlichen, lang­­fristigen Leistungsentwicklung auf dem Weg in die Weltspitze begleiten.

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Potenzielle Leistungsreserven finden und erschließen, dabei helfen auch die Bio­­mechaniker des OSP, die mit speziellen Analysegeräten, Videoauswertung und hochmodernen Mess-Systemen die Be­­wegungen der Sportler untersuchen und oft wertvolle Tipps zur Technik- und Trai­­ningsoptimierung geben können. Eine Abkürzung auf dem Weg zu olympischem Edelmetall gibt es zwar auch am Olym­­pia­­stützpunkt Rheinland-Pfalz/Saar­­land nicht. Da führen nur jahrelanges hartes, intensives Training zum Ziel. Aber bessere Bedingungen, diesen oft steinigen Weg zu beschreiten, werden Sportler wohl kaum sonst wo vorfinden können.

OberstDer 1958 geborene Autor hat Biologie und Sport­­wis­­senschaften in Mainz studiert. Nach seinem ers­ten Staatsexamen für das Gym­nasial-Lehr­amt begann er als Referent für Leis­­tungssport beim Landes­sport­­­­bund Rhein­­land-Pfalz und leitete 1990 bis 1993 den Olympiastützpunkt zu Mainz. Nach der Fusion der Stützpunkte Mainz und Saar­brücken wurde er 1994 Geschäftsführer des OSP Rheinland-Pfalz/ Saarland, den er seit 2000 leitet.