Stefan Dallinger: Lebensqualität und Wirtschaftskraft im Herzen der Kurpfalz

Eben noch im städtischen Verdich­tungs­­raum, nur wenige Minuten später mit dem Fahrrad auf den unzähligen Rad­wegen oder mit öffentlichen Verkehrsmit­­teln in der unberührten Natur der großen Natur- und Landschaftsflächen des ländlichen Raumes. Zahlreiche kulturelle und sportliche Aktivitäten sind hier genauso möglich wie einfaches Ab­­schal­ten von den Alltagssorgen. Und was gibt es Schöneres, als den Abend in einer der zahlreichen Dorfgaststät­ten, Besenwirt­schaften oder Weinstuben ausklingen zu lassen.

Das romantische Neckartal, die Rhein­au­en und Badeseen, die zauberhafte Berg­­straße mit ihren mittelalterlichen Bur­gen, die traditionellen Landschaf­ten von Kraichgau und Odenwald mit reizvollen Dörfern und Weilern, Streu­­obst­wiesen, der Anbau von Wein, Spar­­gel oder Hop­fen sind leuchtende Bei­­spiele für die star­ken Charakterzüge des Rhein-Ne­ckar-Kreises und seiner 54 Städte und Gemeinden. Dieses aus­­ge­­­zeich­nete kul­­turelle und familien­freund­­­liche An­­gebot schätzen die 525.000 Einwohner des Landkreises und seine Gäste.

Gleichzeitig prägen die Silhouetten er­­folg­­reicher Industrie- und Dienstleis­tungs­­unternehmen das Bild des verkehrstechnisch vorbildlich erschlossenen und einwohnerstärksten Kreises in Baden-Württemberg, der den wirtschaft­lichen und gesellschaftlichen Struktur­wandel im letzten Drittel des 20. Jahr­hun­­derts erfolgreich bewältigt hat. Welt­fir­­men wie Freudenberg in Wein­heim, SAP in Walldorf, GELITA in Eber­bach, Hei­­del­­berger Druckmaschinen in Wiesloch, Betty Barclay in Nußloch oder Wild in Eppelheim haben hier ihren Sitz und unterstreichen die Attraktivität des Krei­­ses, der im länderübergreifenden Ver­­bund mit Mannheim, Ludwigshafen, Hei­­delberg und angrenzenden pfälzischen, baden-württembergischen und hessischen Städten und Kreisen als Metro­polregion Rhein-Neckar zu den wichtigsten deutschen Wirtschafts- und In­­dustrieregionen zählt. Stärke der Regi­on ist die hervorragende Zusammenar­beit der ansässigen Unternehmen mit Wis­­senschaft und Verwaltung, was sich unter anderem am Erfolg der hier an­­sässigen Spitzencluster ablesen lässt. Um die wirtschaftlichen Stärken weiter auszubauen, erarbeitete die Stabsstelle Wirtschaftsförderung und Europa in Zu­­sammenarbeit und Abstimmung mit den regionalen und überregionalen Part­­nern der Wirtschaftsförderung, den Städ­­ten und Gemeinden und den politischen Entscheidungsträgern eine Wirt­schafts­förderungsstrategie. Sie legt die künftigen Ziele, Handlungsfelder und Maß­nah­men für die Wirtschaftsförde­rung des Kreises fest.

 

Gemeinsam mit dem Eigenbetrieb Bau und Vermögen und der AVR GmbH hat die Kreisverwaltung unter Beteiligung der Kommunen Klimaschutzleitlinien und ein Klimaschutzkonzept erarbeitet, die der Kreistag zwischenzeitlich verabschiedet hat. Danach soll im Rhein-Neckar-Kreis der Klimaschutz durch die Verringerung von klimaschädlichen Emis­­sionen und durch den Einsatz von er­­neu­­erbaren Energien mit dem Ziel der Entwicklung eines energieautarken Krei­­ses bei der Strom- und Wärmever­sor­­gung privater Haushalte betrieben werden. Weiter ist beabsichtigt, auf der Ba­­sis einer CO2-Bilanz und eines Wärme­­atlasses, einzelne Maßnahmen konkret zu beschreiben, Einsparpotenziale klar zu dimensionieren und mit Hilfe eines Controlling- oder Evaluierungstools die Zielerreichung zu überwachen. Der Kreis befindet sich damit auf dem Weg, als erster bundesweit eine umfassende CO2-Bilanzierung auf Kreisebene durchzuführen.

Mit weiteren Mitstreitern war der Rhein-Neckar-Kreis der Motor für den Ausbau des S-Bahnnetzes, das die Arbeits-, Ein­­kaufs-, Kultur- und Freizeitangebote in der Metropolregion noch besser er­­schließt und näher zueinander bringt. Damit leis­­tet er einen weiteren wichtigen Beitrag für den Kli­­maschutz. Besonders die zu­­sätz­liche Elektrifizierung und Einbe­ziehung der El­­senztal- und der Schwarz­­bachtalbahn trägt weiter zu einer noch positiveren wirt­schaftlichen Entwick­lung im ländlich strukturierten Raum bei, zu­­dem bin­­det sie die Krebsbachtal­bahn als einen Ak­­zent der Tourismus­för­derung an das über­­regionale Schienen­netz an.

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Der Naturpark Neckartal-Odenwald bietet viele Freizeitmöglichkeiten. © Taefit/http://www.flickr.com/photos/taefit/

Der Naturpark Neckartal-Odenwald bietet viele Freizeitmöglichkeiten.
© Taefit/http://www.flickr.com/photos/taefit/

Neben einem flächendeckenden Dienst­­­­leistungsangebot im Bereich der medizinischen Versorgung mit vier Kliniken, je zwei Betreuungs- und Seniorenzen­tren und drei Kliniken für geriatrische Reha­bilitation finden die rund 525.000 Ein­­wohner der 54 Städte und Gemein­den zugleich eine Fülle von Freizeit- und Naherholungsmöglichkeiten, welche die Lebensqualität nachhaltig verbessert. So stehen an der Badischen Berg­straße, im Kraichgau, im Odenwald und an den Rheinauen alleine mehr als 40 Prozent des Kreisgebietes unter Natur- und Land­schaftsschutz.

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© Taefit/http://www.flickr.com/photos/taefit/

Moderne Bildungseinrichtungen mit 13 Berufsschulen, vier Sonderschulen und zwei Sonderschulkindergärten in der Trä­­gerschaft des Kreises runden dieses Angebot ab. Um die beruflichen Schulen des Kreises regional weiterzuentwickeln, hat der Kreistag im Dezember 2011 die Erstellung eines regionalen Schulent­wick­­lungsplans in Auftrag gegeben. Gemein­­sam mit den Städten Heidelberg und Mann­­heim gilt es, die beruflichen Schulen für die Zukunft fit zu machen. Dabei soll sowohl flächendeckend ein differenziertes und durchlässiges be­­rufliches Bil­­dungs­system erhalten blei­ben als auch ein Konsens hergestellt werden zwischen den Bedürfnissen der Wirtschaft nach gut qualifizierten Aus­zubildenden für das duale System ei­­ner­seits, in Kon­kur­renz zum verstärkten Eltern- und Schü­ler­wunsch nach höheren Schulabschlüs­sen anderseits. Eben­­so ist es Ziel, eine mög­­lichst betriebs- und wohnortnahe Be­­schulung im dualen System aufrecht­zuerhalten.

Weitere Informationen:

 www.rhein-neckar-kreis.de

LR_Foto_aktuell-kopierenDer 1962 in Heidelberg geborene Autor ist seit 2010 Landrat des Rhein-Neckar-Kreises. Dallinger hat als Verwaltungs­jurist Erfahrungen in verschiedenen Po­­sitionen gesammelt. Von 1999 bis 2006 war er Erster Bürgermeister in Schwet­­z­ingen. Zuletzt war er Verbandsdirektor des Ver­­bandes Region Rhein-Neckar und gleich­­­­zeitig als Geschäftsführer der Metropol­region Rhein-Neckar GmbH tätig.