Prof. Dr. Volker Linneweber: Universität des Saarlandes – Grenzen überwinden

Grenzen zu überwinden ist das Signum der Universität des Saar­­lan­­des – Grenzen zwischen Kulturen eben­­­­so wie Barrieren zwischen den Dis­­­­ziplinen oder überkommene Trenn­­li­­nien zwischen Wissenschaft, Wirt­­schaft und Kultur. Mit 15.000 Studierenden, 280 Professorinnen und Professoren sowie 1.200 wissenschaftlichen Mitar­­bei­­te­r­­innen und Mitarbeitern ist der Campus der Universität im Verbund mit großen Forschungseinrichtungen ein einzigartiges kreatives Zentrum.

Spitzenforschung mit Spitzenlehre verbinden
Informatik, die Nano- und Bio­­wissen­­schaf­­ten sowie der Europa-Schwerpunkt bestimmen das Profil der Universität. Die Saarbrücker Informatik ist einer der weltweit führenden Standorte.
Zu ihr gehören neben Forschern der Uni­­versität auch Wissenschaftler der Max-Planck-Institute für Informatik und für Softwaresysteme und des Deutsch­en Forschungszentrums für Künstliche In­­telligenz (DFKI). Als jüngstes Beispiel für erfolgreichen Tech­­no­­lo­­gie­­transfer ist eine neue For­­schungs­­ein­­richtung auf dem Campus zu nennen: Im Mai 2009 wurde das Intel Visual Computing In­­sti­­tute eröffnet. Rund zwölf Millionen US-­Dollar wird die Firma Intel in die bis­­lang umfangreichste Ko­­op­­er­­a­­tion mit einer europäischen Universität investieren.

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Auch im Themenbereich „NanoBioMed“, der die Fachdisziplinen der Natur- und Ingenieurwissenschaften, der Bio­­in­­for­­ma­­tik, der Medizin und der Pharmazie zu­­sam­­menführt, leistet die Universität Spit­­zenforschung.
Einrichtungen der Universität an den Schnitt­­stellen der Disziplinen, wie das Zen­­trum für Human- und Molekular­­bio­logie oder das Zentrum für Bioinformatik, eröffnen neue Perspektiven. Die Bio­­me­­­­di­­zin ist ein besonderer Schwerpunkt in For­­schung und Lehre der Me­­di­­zin­­i­­sch­­en Fa­­kul­­tät. Außerdem haben sich das Leib­­­­niz-Institut für Neue Materialien (INM) und das Fraunhofer-Institut für Bio­­me­­di­­zinische Technik (IBMT) in dieser zukunft­­s­­­­orientierten Forschung einen Namen ge­­macht. Mithilfe des Kom­­pe­­tenz­­­­netz­­werks NanoBioNet ist eine effektive wirtschaft­­liche Nutzung des Know-hows gelungen. Mit Einrichtungen an der Schnittelle von In­­dustrie und Wissenschaft wie dem Stein­­beis-Forschungszentrum Ma­­terial En­­g­­i­­neering Center Saarland (MECS) gibt es belastbare Strukturen für den Tech­­no­­lo­­gie­­­­transfer. Zahlreiche extern fi­­nan­­zierte Forschungsprojekte belegen im gesamten Fächerspektrum die Qualität der wissenschaftlichen Arbeit.

Praxis in Studium und Forschung
Mit ihrer exzellenten Forschung sind die Universität des Saarlandes und die For­­schungsinstitute auf dem Campus tragende Säulen des Wissen­­schafts­­stand­­orts Saarland.
Die hier geleistete For­­schung schafft Ideen für die Wirt­­schaft, und sie gilt als richtunggebender Motor für den Struk­­turwandel im Land. Dabei nimmt die Kon­­taktstelle für Wissens- und Tech­­no­­lo­­gietransfer eine zentrale Rolle ein. Auch hier sind Wissenschaft und Wirt­­schaft im Saarland durch ihre langjährigen Er­­fahrungen mit grenzüberschreitender Zu­­sammenarbeit gut aufgestellt.

Die Universität bietet schon während des Studiums umfassende Unter­­stüt­­zung für den Berufseinstieg oder die Exis­­tenz­­­gründung. Studierende können unternehmerische Selbst­­stän­­dig­­keit er­­pro­­ben und unter Anleitung der Kon­­takt­­stelle für Wissens- und Tech­­no­­lo­­gie­­­­trans­­fer ein Gewerbe anmelden.
Als jUNIts (junge Un­­ter­­neh­­mer im Training) be­­ar­­beiten sie selbstständig Pro­­­­­­jekt­­auf­­träge von regionalen Unter­­neh­­men.

Außerdem bietet die Kon­­tak­tstelle für Wissens- und Tech­­no­­lo­­gie­transfer der Uni den Existenzgründern ein eigenes Studienangebot und ein umfassendes Kurs­­pro­­gramm an. In mittlerweile drei Starterzentren haben annähernd 200 neu ge­­grün­­dete Firmen in 13 Jahren über tausend Arbeitsplätze geschaffen. Die imposanten Gebäude des Science Parks, in denen sich erfolgreiche Spin-offs weiter entfal­­ten können, unterstreich­­en die chan­­cen­­­­reich­­en Beziehungen zwisch­­en der Uni­­versität und der Wirt­­­­schaft des Lan­­des.

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Mitten in Europa
Das ausgeprägte europäische Profil und die besonderen Beziehungen zu Frank­­reich sind das Markenzeichen der Saar-Universität. Renommierte europabezo­­ge­­ne Einrichtungen haben hier ihren Platz: das Europa-Institut mit weltweit nachgefragten rechts- und wirt­­­schafts­­wissenschaftlichen Auf­­bau­­stu­­dien­­gän­­gen, das Frankreichzentrum und das Cen­­tre juridique franco-allemand.
Grenzüberschreitend Studieren und Forschen – dieses Ziel will die Saar-Uni­­versität auch mit dem von ihr koordinierten neuen Projekt „Universität der Großregion“ verwirklichen.

Ge­­mein­­sam mit vier Partner­­uni­­ver­­si­­tä­­ten in Belgien, Luxemburg und Frankreich so­­wie Partnern in Rheinland-Pfalz entsteht ein gemeinsamer Hochschulraum mit einzigartigen Studienmöglichkeiten und Forschungskooperationen.

Die Universität lebt von ihren Stu­­die­­renden, Professoren und Mitarbeitern. Sie belegen die Vielfalt und wissenschaft­­liche Exzellenz der Wis­­sen­­schafts­­kultur an der Saar.

Linneweber06-bellProf. Dr. phil. habil. Volker Linneweber hat von 1972–1978 in Münster Psy­­cho­­lo­­gie, Soziologie und Erziehungs­wis­­sen­­schaf­­ten studiert. Nach der Pro­mo­tion und einem Studienaufenthalt an der University of Ca­­lifornia at Irvine/USA wurde er 1991 an der Universität des Saarlandes habili­­tiert. Er lehrte unter anderem an der Otto-von-Guericke-Universität Mag­de­burg. Seit En­­de 2006 ist Volker Linneweber Präsident der Universität des Saarlandes.