Prof. Dr.-Ing. Jörg Steinbach : Die BTU Cottbus-Senftenberg Forschung und Lehre für die Region und die Welt

Die Brandenburgische Technische Universität Cottbus-Senftenberg (BTU) ist mit rund 8.300 Studierenden die zweitgrößte Hochschule und die einzige Technische Universität des Landes Brandenburg. Sie ist eine auf Forschung ausgerichtete Universität, die zusätzlich auch fachhochschulische Elemente anbietet. Mehr als 21 Prozent der Studierenden ­kommen aus mehr als 100 verschiedenen Ländern der Welt in die Lausitz.

 

Die BTU Cottbus-Senftenberg (BTU) ist eine junge technische Universität, die universitäre und fachhochschulische Elemente vereint. Forschung, Lehre, Weiterbildung, Wissens- und Tech­no­­logietransfer stellen dabei eine untrennbare Einheit dar. Vor diesem Hintergrund wird großer Wert auf die Kooper­a­tion mit anderen Hochschulen und außeruniversitären Forschungs­­­­einrichtungen, mit regionalen kleinen und mittelständischen Unternehmen sowie mit großen und weltweit tätigen Konzernen gelegt. Als Zukunftsfelder hat die BTU folgende Themencluster im Fokus:

  • Energy Efficiency and Sustainability
  • Smart Regions and Heritage
  • Biotechnology for Environment and Health
  • Cognitive and Dependable Cyber-Physical Systems.

Den Wissens- und Technologietransfer sowie die Fach­­kräfte­sicherung im Land unterstützt die BTU durch eine Fülle von Maß­­nahmen. Hierzu zählt insbesondere der in 2015 erstmalig begonnene Aufbau von dualen Studien­gängen. Zudem fördert die Universität Gründungs­bestrebungen. Hierbei hilft sie mit institutionellen Maß­nah­men. Durch junge Start-ups entstehen neue Impulse für die regionale Wirt­schaft und moderne Kooperationsformen.

In ausgewiesenen Bereichen hat sich die BTU Cottbus-Sen­­f­­ten­berg nicht nur in Deutschland, sondern auch international eine hohe Anerkennung erworben. Kooperationen betreibt sie mit Hochschulen und Forsch­ungs­­instituten im Ausland wie auch mit großen und welt­­weit tätigen Unternehmen. Mit dem Uni­­versity Technology Centre von Rolls Royce gehört sie zum internationalen Netz­­werk des Unter­­neh­­mens, wozu sich weltweit 24 Universitäten und deutschland­weit nur vier zählen dürfen.

Starke Forschung. Mit der Neuausrichtung der BTU Cottbus–Senftenberg strebt die Universität eine Profi­­lierung in vorerst vier Forschungs-Themenclustern an: Smart Regions and Heritage, Energy Efficiency and Sustain­­ability, Bio­­techno­logy for Environment and Health sowie Cognitive and Depen­dable Cyber-Physical Systems. Zu diesen Themen­­komplexen wird seit Jahren intensiv und erfolgreich geforscht. Auf diesen Leistungen soll jetzt ver­­stärkt aufgebaut werden. Eine strategische Berufungs­politik wird die Fachbereiche so stärken, dass sich schon in wenigen Jahren Erfolge einstellen.

Smart Regions and Heritage. Im Themenkomplex Smart Regions and Heritage forschen Wissenschaftlerinnen und Wissen­­schaft­­ler an Themen, die vor Ort eine hohe Rele­­vanz haben, wie zum Beispiel die Transformation einer Re­­gion nach dem Kohle-Ab­­­­bau, und den damit zu lösenden Struktur-Problemen in den Städten und Gemeinden. Aber auch der Eingriff in die Natur stellt hinsichtlich des gestörten Wasserhaus­haltes und der Bode­n­be­schaffen­­heit Herausforderungen an die Wissenschaft dar. Auch zählen Fragen des demografischen Wandels zu diesem Themen­­komplex: der Rückbau der Städte und die damit einher­­gehende veränderte Verkehrs- und Versorgungs-Infra­­struktur mit all den damit verbundenen Folgeproblemen. Beim Thema „Heritage“ wird die Brücke zwischen regional zu erforschenden kulturellen und technischen Werten bis hin zu internationalen Welterbe­­stätten geschlagen. All den hier genannten Themen ist gemeinsam, dass die vor Ort entwickelten Lösungs­­ansätze in der Lau­­sitz erprobt werden können und damit konkret helfen, weltweite gesellschaftliche Probleme zu lösen. Entspre­ch­end groß sind das Interesse und die internationale Nachfrage nach unseren experi­­mentellen Forschungsergebnissen.

Energy Efficiency and Sustainability. Das Thema Energie-­­Effi­zienz und Nachhaltigkeit hat einen hohen Stellenwert, insbesondere im Hinblick auf den Wissens- und Tech­­nologietransfer für die Region, aber auch weltweit. So wird an effizienzsteigernden Maßnahmen in konventionellen Kraftwerken geforscht sowie an einer Flexibilisierung der komplexen Anlagen. Die Entwicklung von Energie­­speicherkonzepten wie unter anderem Hybridkraftwerke gehört hierzu. Das spannende Thema Elektromobilität sowie Fragen zur Stabilität der Strom­netze im Kontext der Energiewende zählen seit Jahren zu den Forsch­­ungspfeilern der BTU. Auch Themen wie Industrie 4.0, also Lösungs­ans­ätze zur Effizienzsteigerung über Auto­­ma­­ti­sier­ung und Digitalisierung der Industrieprozesse, sind zu nennen. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Entwicklung von effizienten, umweltverträglichen Antriebssystemen bei Verbrennungs­­motoren, Gasturbinen, Flugantrieben und Mikro­­gasturbinen.

Biotechnology for Environment and Health. In diesem For­sch­­ungskomplex spielen neben der Biotechnologie auch weitere Disziplinen wie die Chemie, Umwelt- und die Gesundheitswissen­­schaften eine wichtige Rolle. Gemein­samer Nenner für die hier diskutierten Forschungsfragen ist die Suche nach Lösungs­­­­stra­tegien für Probleme, die das 21. Jahr­­hundert prägen: Ressourcen­­ver­knap­­pung, Umwelt- und Klimaveränderungen, Rückkehr von Infek­tions­­­­krank­­heiten, Zunahme von Erkrankungen aufgrund des demo­­grafischen Wandels. Im Bereich der Biotechnologie ver­­folgen Wis­­sen­­schaftlerinnen und Wissen­schaftler zellbasierte An­­sätze und arbeiten an Verfahren und Geräten für die medizinische Dia­­gnostik. Die technische Mikro­biologie setzt auf enzymbasierte Verfahren, die gegenüber klassischen chemischen An­­sätzen viele Vorteile aufweisen. In der Chemie stehen Fragen aus der Material- und Werk­­stoffchemie im Vor­­dergrund. Darüber hinaus wird an der Synthese von Ma­­terialien für die Energiespeicherung gearbeitet. Im Umwelt­­be­reich sind es die Themen Wasser­­güte und Aufbereitung, Abfall­­wirtschaft sowie verfahrens­­technische Lösungen. In den Ge­­sundheits­wissen­schaften wird im Kontext einer zunehmend über­­­­alternden Bevöl­ker­ung an neuartigen Therapie- und Pflegeformen geforscht.

Cognitive and Dependable Cypher-Physical Systems. Der Forschungsbereich „Cognitive and Dependable Cyber-Phys­ical Systems“ (CPS) beinhaltet ein großes Innovationspotenzial und hat somit einen hohen Stellenwert für Wirtschaft und Ge­­sellschaft. Computer, insbesondere in Form sogenannter eingebetteter Systeme, durchdringen heute viele Bereiche des modernen Lebens. „Cognitive and Dependable Cyber­­Physical Systems“ sind als komplexe, leistungsfähige Sys­­teme und Systemverbünde aus Soft- und Hardware entstanden, die von einem Netzwerk eingebetteter Rechner gesteuert werden. Die resultierenden Anwendungsdomänen sind vielfältig: von der automatischen Steuerung von Haus­­tech­­nik, Automobilen und Flugzeugen über eine semi-autonome Kontrolle von Kraftwerken, Energie- und Verkehrsnetzen bis hin zu intelligenten Städten, vernetzter Produktion, Assis­tenz­­systemen und Telemedizin.

In diesem Kontext ergeben sich eine Fülle von Herausforde­r­ungen für die Forschung, denen sich die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der BTU stellen. Dies betrifft neben Basis-Technologien für eingebettete und cyber-physikalische Systeme weitere Forschungsthemen wie die Absicherung ihrer Zugänglichkeit, Vorhersehbarkeit, Sicherheit und Zuverlässig­­keit (Dependability). Das Forsch­­ungs­­feld der „Cognitive Systems“ begründet sich aus der In­­teraktion von Sys­temen der Infor­mations- und Kommunikations­­­­techno­logie mit ihrer Umwelt und dem Menschen. Ziel ist die Er­­forsch­ung kognitiver Fähigkeiten und ihre maschinelle Um­­setz­­ung in nicht nur smarten, sondern kognitiven technischen Systemen.

Exzellente Lehre. Die BTU Cottbus-Sen­ft­­en­­berg interpretiert das Studieren ganzheitlich. Das Studien­angebot der BTU wird zukünftig mit einer bundesweiten Beson­der­­­­heit punkten: einer besonders durchlässigen Studienstruktur. Schon jetzt bietet die Universität einige Studiengänge neben der universitären Studienform auch in fachhochschulischer Ausprägung an. Die BTU Cottbus-Senftenberg bietet mit mehr als 70 Studiengängen an drei Standorten ein breites Spektrum an arbeitsmarktorientierten als auch klassischen Studien­gäng­­en. Die Palette der Studiengänge reicht von Natur- und Ingenieur­wis­sen­­schaften über Wirtschafts- und Kulturwissenschaften bis hin zu Gesundheitswissenschaften. Diese können in universitären oder anwendungsgeleiteten Studiengängen studiert werden, die dem Profil einer Fachhochschule entsprechen. Zudem sind individuelle Zeitmodelle möglich, wie Vollzeit- oder Teilzeitstu­­dium, berufsbegleitende oder weiterbildende Studienformen, die auch ideale Voraussetzungen bieten, um Studium, Karriere, Kinder und Familie miteinander zu verbinden.

Die BTU Cottbus-Senftenberg verfügt an drei Standorten über hervorragende Voraussetzungen für ihre Forschung und ihre Lehre: In Cottbus und Senftenberg sind die Natur-, Ingenieur- und Wirtschaftswissenschaften vertreten sowie außerdem am Standort Cottbus-Sachsendorf die musik- und sozialpädagogischen Studiengänge. Am Standort Senftenberg entsteht derzeit neu der Bereich der Gesundheits- und Pflegewissenschaften und ergänzt das dort etablierte Fächerspektrum der Ingen­ieur­wissen­schaften und der Biotechnologie.

Beste Studienbedingungen. Mit neuestem technischen Equip­ment und besten Studienbedingungen garantiert die junge BTU Cottbus-Senftenberg eine praxisnahe, zukunftsorientierte Aus­­bil­­dung, die auf die Bedürfnisse der Wirtschaft ausgerichtet ist und fundiert auf die Anforderungen des Arbeitsmarktes vorbereitet. Die Studierenden erfahren eine qualitativ hoch­­stehende Lehre mit exzellenter Betreuung.

Studienvorbereitung im College. Mit dem in Brandenburg ein­­maligen Zentrum für Studierendengewinnung und Studien­­vorbereitung – College bietet die BTU ein hervorragendes An­­gebot zum Einstieg in ein erfolgreiches Studium. Das Angebot richtet sich an all diejenigen, die vor dem Studium grundlegende Kenntnisse auffrischen oder nachholen möchten. Die Teilnahme an den College-Kursen bietet sich für beruflich Qualifizierte ebenso wie für Schülerinnen und Schüler an, die beispielsweise Schul­­fächer wie Biologie oder Physik in der Oberstufe abgewählt haben, diese jedoch für ein Studium benötigen. Das College bietet kostenfreie Vorkurse beispielsweise in Mathematik, Physik oder Technischer Mechanik an. Das studienbegleitende Peer-Group-­­Mentoring garantiert in der Anfangsphase des Studiums beste Betreuung im universitären Alltag. Darüber hinaus bietet das College Angebote, mit denen die sogenannten „Soft Skills“, wie Lernkompetenz sowie Selbst- und Zeitmanage­ment, weiter ausgebildet werden. Außerdem gibt es Angebote zur Heranführung an die Anforderungen des wissenschaftlichen Arbeitens.

www.b-tu.de

Prof-_Joerg_Steinbach_2Prof. Dr.-Ing. Jörg Steinbach
Der Prozesswissenschaftler Prof. Dr.-Ing. Jörg Steinbach war von April 2010 bis März 2014 Präsident der TU Berlin und ist seit Juli 2014 Präsident der BTU Cottbus-Senftenberg. Jörg Steinbach hält Ehrendoktorwürden der National University of Water Management and Nature Resources Use (Rivne, Ukraine) und der City University London sowie eine Ehrenprofessur der East China University of Science and Technology in Shanghai.