Prof. Dr. Horst Hanusch: Die Universität als Wirtschaftsstandort

Einige Fakten zur Universität Augsburg sollen helfen, sich vorab ein Bild von der Bedeutung und Größe dieser Ein­rich­­tung zu machen. An der Universität Augs­­burg sind derzeit etwas mehr als 14.000 Stu­­­dierende immatrikuliert, von denen gut die Hälfte weiblich ist. Über zehn Pro­zent der Studenten und Stu­den­tin­­nen kommen aus dem Ausland, was vom internationalen Flair auf dem Campus zeugt. Den Studierenden wird in 180 Ko­­operationen mit Hochschulen des Aus­­landes die Möglichkeit geboten, welt­­weit Kontakte aufzunehmen und zu vertiefen. An der Universität Augsburg entstanden in den 40 Jahren seit ihrer Gründung sieben Fakultäten: Nach der Wirt­schafts­­wissenschaftlichen Fakultät und der Ka­­tholisch-Theologischen Fa­­kul­­­­tät, mit deren Hilfe die Universität ge­­gründet wurde, folgten die Juris­ti­sche, die Philoso­phisch-Sozialwissen­schaft­li­­che, die Philologisch-Historische, die Mathe­­ma­­tisch-Natur­wis­sen­­schaftliche Fakul­tät, sowie vor einigen Jahren die Fakultät für Angewandte In­­formatik, in denen 55 Studiengänge an­­geboten werden. Vier Studiengänge kön­­nen berufsbegleitend belegt werden. In den letzten Jahren konnte die Zahl der Studienabbrecher deutlich reduziert wer­­den, sodass im Studienjahr 2007/08 insgesamt 2.538 Studierende ihre Stu­dien erfolgreich abschlossen, wobei sich männliche wie weibliche Absolventen in etwa die Waage halten.
Seit dem Som­­mersemester 2007 muss sich ein Groß­­teil der Studierenden an der Finanzie­rung ihres Studiums mit ei­­nem Studien­­beitrag von 500 Euro pro Semester be­­teiligen. Mit diesen Bei­trä­gen konnte das Lehrangebot und somit auch die Lehrqualität erheblich verbes­sert werden. In den sieben Fakultäten und elf fakultätsübergreifenden Insti­tu­ten sind derzeit 176 Professorinnen und Pro­fes­­soren beschäftigt, bei einem Frau­­en­an­­teil von 16,3 Prozent. Insgesamt en­­gagieren sich fast tausend Wissen­schaft­ler in Lehre und Forschung. 611 Ange­stellte gehören zum nicht-wissenschaftlichen Personal der Universität. Diese Zahlen können auch ganz gut die Be­­deutung der Universität Augsburg nicht nur als Bildungs-, sondern auch als Wirtschafts­standort verdeutlichen.
Noch offenkundiger und besonders in­­ten­siv ist die Vernetzung zwischen Wirt­­schaft und Universität in deren Kompe­tenzzentren, die häufig auch einen Teil des Elitenetzwerkes Bayern darstellen.

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Als ein erstes Beispiel hierfür sei das Kern­­kompetenzzentrum Finanz- & Informa­tions­management genannt. Unter der wissenschaftlichen Leitung von Prof. Dr. Hans Ulrich Buhl und Prof. Dr. Marco C. Meier hat es sich als international an­­er­­kanntes Forschungszentrum an der Schnittstelle von Finanz- und Informa­tions­management etabliert.
In innovativen Pro­­jekten unterstützt es seit Jahren zahlreiche Global Player aus der Finanz­dienstleistungs- und IT-Branche sowie Industrieunternehmen in den Berei­chen betriebliche Finanzwirtschaft und Kun­­denmanagement. Erfolgsfaktor hierfür ist unter anderem das synergetische Zu­­sammenwirken von Forschung, Leh­­re und Praxisprojekten. Öffentlich und pri­­vat geförderte Forschungsprojekte er­­gänzen einander in einzigartiger Art und Weise. Einerseits profitieren die Unternehmen dabei direkt von den neu­­esten wissenschaftlichen Erkennt­nissen und Technologien, andererseits steigt die empirische Relevanz der For­­schung sowie für die Studenten die At­­traktivität der Lehre.

Als zweites Beispiel können die Aktivi­tä­­ten des Instituts für Physik herausgeho­ben werden. Anfang September 2009 legten der bayerische Wirtschafts­mi­nis­­ter Zeil und der vormalige Bundes­wirt­­schafts­minister zu Guttenberg auf dem Ge­­lände der Universität den Grund­­stein eines Zentrums für Leichtbauproduk­tions­­technologie. Dieser Bau wird eine Kooperation von DLR, Fraunhofer-Gesell­­schaft und der Uni­­versität Augsburg auf den Weg bringen und die Forschung auf diesem für die moderne Wirtschaft so wichtigen Ge­­biet vorantreiben. Das Insti­­tut für Phy­sik wird auch gemeinsam mit der DLR eine Professur für Faserverbund­stoff­tech­no­­logie einrichten. Die hier er­­forsch­ten und produzierten Werkstoffe können für die kommenden Generatio­nen des Airbus sowie der Boeing-Flug­zeuge eine wichtige Rolle spielen.

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Als drittes Beispiel, schließlich, sei auf das Zentrum für Weiterbildung und Wis­­senstransfer (ZWW) verwiesen, in dem sich auch die unternehmerische Betäti­gung der Universität Augsburg wiederfindet. Die wissenschaftliche Weiterbil­dung im Allgemeinen sowie der Wis­sens- und Technologietransfer im Beson­de­­ren sind neben Forschung und Lehre nämlich ein drittes bedeutsames Kernan­ge­bot, das die Universität zur Verfügung stellen kann. Dabei gilt es, aktuelles fach­­liches, überfachliches und methodisches Wissen aus der universitären Forschung so aufzubereiten und zu vermitteln, dass es von berufstätigen Menschen in verant­­wortlichen Positionen zur erfolgreichen Lösung ihrer Praxisprobleme eingesetzt werden kann. Wissens- und Tech­­nologie­transfer wiederum leistet im Dialog mit der Praxis einen wesentlichen Beitrag zur Entwicklung innovativer und konkur­­renz­­fähiger Produkte und Verfahren und kann somit ebenfalls einen bedeutsamen Bei­trag zur Sicherung des Wirt­schafts­stand­­ortes Deutschland leisten.
Nach Einschätzung der Financial Times Deutschland vom 4. April 2007 hat die Universität Augsburg als eine der wenigen deutschen Hochschulen in diesem Bereich der beruflichen Weiterbildung mit großem Erfolg attraktive Angebote präsentiert.

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Auch ein Blick auf die Arbeitsbedin­gun­gen an der Universität Augsburg kann deren Attraktivität als Wirtschafts­stand­ort unterstreichen. Die Universität Augs­­burg hat es sich zur Aufgabe gemacht, die familienfreundlichste Universität in Deutschland zu werden. Eine Kinder-Ta­­gesstätte und Krabbelgruppe auf dem Campus sowie das Gender Zen­trum Augs­­burg (GZA) bieten hierfür hervorragende Voraussetzungen, ebenso wie die zahlreichen Teilzeit- und Telearbeits­plätze. Wer nach Augsburg an die Uni­versität kommt oder sich auf dem ge­­rade in Entstehung befindlichen Sci­ence­park ansiedeln will, kann davon ausgehen, dass er hier nicht nur einen attraktiven Arbeitsplatz vorfindet, sondern auch ein Umfeld, in dem er sich und seine Familie bestens eingebettet weiß.

Fazit: Nutzen Sie den Wirtschafts­stand­ort Augsburg, für dessen Bedeutung und Attraktivität nicht zuletzt die Universität Augsburg steht.

Hanusch_neuDer 1942 geborene Autor promovierte und habilitierte an der Universität Er­­lan­gen-Nürnberg. Anschließend wur­de er 1974 Ordi­na­rius für Volks­wirt­schafts­­lehre an der Universität Augs­burg. Am Institut für Öffent­liche Ge­­sundheit und Gesund­heits­öko­no­mie der Universität Augsburg ist er ge­­schäftsführender Di­­rektor. Seit 2007 ist er an der Univer­si­tät Augsburg als Vize­präsi­dent tätig.