Prof. Dr. Gerhard Fouquet: Christian-Albrechts-Universität zu Kiel – Innovatives Umfeld und exzellente Forschung

Als Landesuniversität ist die Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) in ei­­ner be­­sonderen Situation: Sie bietet einerseits eine breite Fächerpalette an, da­­mit Schul­­­abgänger im Land studieren können und somit qualifizierter aka­­de­mischer Nach­­­wuchs die At­­trak­­tivität des Standorts Schleswig-Hol­stein fördert. Anderer­seits nimmt die Uni­ver­si­tät mit klarem wis­sen­schaft­lichem Profil und Spezial­i­sie­run­­gen die Her­­aus­­forde­­rungen im nationa­len und in­­ter­na­tio­nalen Wett­­bewerb der Hoch­schu­­len an. Dazu tragen auch die Ba­­­­chelor- und Master­stu­­dien­­gänge bei, die dem Standard eines abgestimmten euro­päischen Hoch­­schul­­raums mit ver­­gleich­baren Studien­­struk­­turen und -ab­­­schlüs­sen entsprechen.

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Grabung in Okolište (Polen): Grabungsteam bei der Arbeit.

Bei den Dok­to­ran­­den legt die CAU großen Wert auf selbstständiges Forschen und eine gu­­te Einbindung in regionale und überregio­nale Netzwerke. Ein im Aufbau befindli­ches Graduierten­zen­trum unterstützt mit vielfältigen An­­geboten die Nach­wuchs­wis­sen­schaft­ler.

Das Career Center baut die im Studium erworbenen Kompetenzen weiter aus und bereitet die Absolventen auf den Berufsalltag vor. Die Verbindung von Familie, Karriere und wissenschaftlicher Ausbildung soll künftig durch die Möglichkeit eines Teilzeitstudiums er­­leich­tert werden.
Effizienz durch Interdisziplinarität
Die unterschiedlichen Fachrichtungen zu verbinden, hat an der Christian-Al­b­rechts-Universität oberste Priorität, denn wis­sen­schaftliche Fragestellungen halten sich selten an disziplinäre Grenzen. Vor allem durch fächerübergreifende Zu­­sam­men­arbeit können neue Lösungen gefunden werden, die die Effizienz öko­­nomischer Pro­­zesse steigern und In­­no­vationen für die Gesellschaft bedeuten. Dies stellt Aka­de­miker aus der ganzen Welt hier im Nor­den Deutschlands vor eine gemeinsame Auf­gabe. Ein ge­­schärf­­tes For­schungs­pro­fil trägt dazu bei, pro­­blemorientierte An­­sät­ze zu verfolgen und somit Technologie- und Wissenstransfer zu ermöglichen. Nicht sel­­ten führt das auch zur Anmeldung von Patenten, zum Beispiel in den miteinan­der verzahnten Schwerpunkten „Meeres- und Geo­wis­sen­schaften“ und „Angewandte Le­­bens­­wissenschaften“. Beide Kom­ple­xe konn­ten jeweils einen interdisziplinären Ex­­zellenzcluster etablieren.

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Im Bereich der „Nanowissenschaften/ Ober­­flächenforschung“ werden anhand von Vorbildern aus der Natur technische Pro­zesse auf molekularer Ebene realisiert. In­­­nerhalb einzelner Sonder­for­schungs­be­­rei­che wie „Funktion durch Schalten“ oder „Grundlagen komplexer Plasmen“ ori­en­tiert sich der Schwer­punkt daher sehr nah an den Be­­dürf­nissen der freien Wirt­schaft und betreibt Grund­lagen­for­schung.
Ein ver­gleich­bar vielversprechen­des Po­­­tenzial birgt die Graduiertenschule „Ent­­­wick­lung men­sch­­­­­­­licher Gesel­l­schaften in Land­schaf­­­­ten“ un­­ter dem Schwer­­punkt „Kulturelle Räu­­­me“. Ge­­meinsam forschen hier Dok­to­ran­den aus den Fä­­chern Archäo­­logie, Geo­­­wis­sen­­schaf­ten, Geschichte, Me­­di­zin, Alt­phi­lo­lo­gie und Biologie an Räumen als be­­stim­men­des Element menschlicher Ent­wick­lung.

Neue Fragestellungen schaffen Arbeitsplätze
Die Etablierung spezialisierter Ar­­beits­­gruppen setzt zusätzlich eine gut aus­­gebildete Infrastruktur voraus. Vom Büro­­­angestellten über die wissenschaft­liche Hilfskraft bis zu neu geschaffenen Pro­fes­su­ren – jede universitäre Er­­wei­terung sichert und schafft Arbeits­plät­­ze un­­ter­­schiedlichster Qua­li­fi­ka­tio­nen. Al­­lein die Exzellenzcluster „Ent­zün­dun­­gen an Grenz­flächen“ und „Oze­an der Zu­­kunft“ ha­­ben direkt 187 neue Ar­­beits­­plätze geschaffen, die natürlich mittelbar weitere nach sich ziehen.

Bis heute warben die For­schungs­schwer­punkte der CAU rund 75,6 Mil­li­onen Euro ein.

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Existenz- und Ausgründungen mit universitärer Unterstützung
Die dauerhafte Verankerung der Kul­tur unternehmerischer Selbst­stän­dig­keit be­­darf einer kompetenten Be­­ra­tung und Motivation. Zu diesem Zweck hat der Ver­­bund Schleswig-Holsteinischer Hoch­schu­len das Projekt L@INC ins Leben ge­­ru­­fen.

Unter Be­­rück­sich­ti­gung der Kom­pe­tenz­bereiche der ein­­zelnen Hoch­schu­len und unter der Lei­­tung der CAU wer­den Aus­gründungen aus wissenschaftlichen Ein­­richtungen und Unter­nehmens­neu­grün­dungen ge­­zielt gefördert. Schulungen wappnen die künftig selbstständigen Un­­ter­neh­mer für den Berufsstart, während be­­­reits in der Gründungsphase wertvol­le Netzwerke aufgebaut werden.

pfouq02yDer Autor ist Präsident der CAU zu Kiel. Er wurde 1985 an der Universität-Ge­samt­hoch­schu­le Sie­­gen promoviert und 1994 in Siegen habilitiert. 1996 erhielt er einen Ruf auf die C4-Professur für Wirtschafts- und Sozialgeschichte an der CAU in Kiel. Von 2000 bis 2002 war Fouquet Dekan der Philosophischen Fakultät. Er wurde 2005 zum Prorektor und im Dezember 2007 zum Präsidenten gewählt