Prof. Dr. Gabriele Beibst: Theorie und Praxis in einem Paket – Die Fachhochschule Jena

Am 1. Oktober 1991 wurde die Fach­hochschule Jena (FH Jena) als eine der ersten Bildungseinrichtungen ihrer Art in den neuen Bundesländern gegründet. Seither nahm sie eine rasante Entwicklung. Mit heute mehr als 4.900 Studierenden ist sie nicht nur die größte Fachhoch­schule im Land Thüringen, sondern auch dessen drittgrößte Hochschule. Eine in­­novative Kombination aus praxisorientiertem und wissenschaftlich solide fun­­diertem Studium zieht junge Leute aus ganz Deutschland und darüber hinaus an die Jenaer Fachhochschule.

Die Fachhochschule Jena, ein „Ausge­wähl­ter Ort im Land der Ideen 2007“ und wichtiger Hochschul­partner in der „Stadt der Wissenschaft 2008“, strebt optimale Lehr-, Forschungs- und Arbeitsbedin­gun­gen an. Das Ausbildungsangebot der jun­gen Hochschule basiert auf den drei Säu­len Ingenieurwissenschaften, Betriebs­­wirtschaft und Sozialwissenschaften.


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Die Fachbereiche der FH Jena:

• Betriebswirtschaft
• Elektrotechnik/Informationstechnik
• Grundlagenwissenschaften
• Maschinenbau
• Medizintechnik/Biotechnologie
• SciTec
• Sozialwesen
• Wirtschaftsingenieurwesen
Aktuell bietet die Fachhochschule Jena 32 attraktive Bachelor- und Masterstu­diengänge an. Die Umstellung auf die Bachelor- und Masterabschlüsse ist mit der Akkreditierung aller Direktstudien­gänge der FH Jena bereits seit Jahres­beginn 2007 erfolgreich vollzogen. Dies ist in ganz Thüringen einmalig.

Hinzu kommt ab dem Wintersemester 2007/2008 ein ausbildungsintegriertes duales Studium für Auszubildende mit Hochschulzugangsberechtigung, das gemeinsam mit der IHK Ostthüringen zu Gera entwickelt wurde. Ebenfalls zum Wintersemester 2007/2008 startet der duale praxisintegrierte Bachelor-Studien­­gang Wirtschaftsingenieurwesen Stu­diumPlus der FH Jena in Kooperation mit dem „Kompetenzzentrum Studium­Plus Altenburger Land“ und der Stadt Altenburg. Das an der Fachhochschule Jena vorhandene Wissen wird durch Schu­lungen, Seminare, Vorträge und Gut­­ach­ten weitergegeben. Über Kolloquien und Tagungen findet ein steter Erfahrungs­­­austausch statt. Die umfangreiche Bi­­blio­­thek (circa 240.000 Bände) und ihre Pa­­tentinformationsstelle sind in der Lage, schnell aktuelle Informationen zur Ver­fügung zu stellen.

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Forschung und Entwicklung an der Fachhochschule Jena
Zu den Standortvorteilen der Fach­hoch­schule Jena gehört eine intensive For­schung und Entwicklung. Hier­bei ­hat die Strukturierung der Forschungs- und Ent­wicklungslandschaft der Hoch­­schule in sieben Schwerpunkt­bereiche, in die „Fel­­der von Forschung und Ent­wicklung“, die Kompetenzen und Angebote nicht nur konzentriert, sondern auch transparenter ge­macht. Darüber hinaus wurde das Leistungs­spektrum auf dem Gebiet von For­schung und Entwicklung kontinuierlich erweitert.
Die Fachhochschule Jena war im Jahr 2006 besonders erfolgreich bei der Ein­­­werbung von Drittmitteln des Bundes (BMBF und BMWi). Die Einwerbung von Drittmitteln stellt für die FH Jena einen wichtigen Schwerpunkt dar: Einerseits wird damit der hohe Praxisbezug der an­gewandten Forschung und Entwicklung verdeutlicht, andererseits können damit jährlich circa 50 Personalstellen finanziert werden.
Einen besonderen Stellenwert bekommt Forschung und Entwicklung im Zusam­menhang mit der Umsetzung des Bo­­log­na-Prozesses an der FH Jena. Das er­­­folg­reiche Angebot insbesondere der Master­­studiengänge stellt hohe Ansprü­che an die anwendungsorientierte For­schung und Entwicklung an der Hoch­schule.

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Felder von Forschung und Entwicklung an der Fachhochschule Jena

Lebenswissenschaften/Life Sciences
• Medizintechnik – Neue diagnostische und therapeutische Verfahren
• Pflege
• Pharma-Biotechnologie Augenoptik
• Umwelttechnik – Umweltverträglichkeit

Präzisionsmechanik – Optik
• Angewandte Optik
• Lasermaterialbearbeitung
• Fertigungssteuerung und Qualitäts­sicherung
• Mechanische Schwingungen und tech­­nische Akustik

Informationsverarbeitung – Simulation
• Simulation mechanischer, elektrischer und thermischer Felder und Systeme
• Simulation betrieblicher Abläufe
• Mikroprozessortechnik und Elektronik­design
• Elektromagnetische Verträglichkeit
• Multimedia in der Lehre

Automatisierungstechnik –
Mechatronik
• Entwurf und Testung mechatronischer Systeme
• Regelungs- und Steuerungstechnik
• Aktorik
• Messtechnik – Sensorik
• Kommunikationstechnik

Werkstoffe und Fertigungstechnik
• Keramik
• Kunststoffe
• Hochtemperaturwerkstoffe
• Verarbeitungsverfahren, Maschinen und Fertigungsautomatisierung

Sozialwissenschaft
• Kinder- und Jugendhilfeforschung
• Soziale Ungleichheit
Gründung und Führung
von Unternehmen
• Regionenmarketing
• International Entrepreneurship


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Absolventenförderung
An der FH Jena genießt die Förderung hervorragender Absolventen einen hohen Stellenwert: Pro Jahr werden 15 bis 20 Dok­toranden in kooperativen Promo­tio­­nen betreut, finanziert aus hochschuleigenen Mitteln und innerhalb von Dritt­­mittel-Pro­jekten. Im Jahr 2006 wurden drei Pro­motionen erfolgreich abgeschlos­sen, alle mit dem Prädikat „magna cum laude“. Zwei Absolventen im ingenieurwissenschaftlichen Bereich wurden für ihre Ar­­­­beit mit je einem Promotionspreis der Stiftung Technologie, Innovation und For­­schung (STIFT) ausgezeichnet.

Kooperationen und Netzwerke
Mit dem Wissens- und Technologietrans­fer leistet die Fachhochschule Jena einen wichtigen Beitrag zur Stärkung der Jenaer und Thüringer Region. Die große Breite des Angebotes in Verbindung mit der modernen Infrastruktur auf dem Campus der Hochschule eröffnet umfangreiche Möglichkeiten der Zusammenarbeit. Durch Praktikanten und Absolventen er­­folgt ein steter Personaltransfer. Dieser Austausch wird durch regelmäßige Fir­menkontaktbörsen und Kontaktbörsen ‚Soziales‘ unterstützt.

Die Verflechtung mit der regionalen Wirt­­schaft zeigt sich auch in der Integration der Fachhochschule Jena in zahlreiche regionale Kompetenznetzwerke wie unter anderem BioInstrumente eV (Netzwerk für Biotechnologie), OptoNet eV (Netzwerk zu optischen Technologien), Fanimat (Netz­werk zu funktionellen, anorganisch-nicht­­metallischen Materialien), JCB (Netz­werk für Bioinformatik), KPVJ (Koopera­tions­­verbund Präzision aus Jena), Oph­thal­­moInnovation (Netzwerk Forschung und Service der Augenheilkunde) und mi­­cro
mold.net (Netzwerk Mikrotechno­logie).

Im Interesse einer umfassenden praxis­orientierten Ausbildung kooperiert die Fachhochschule Jena weltweit mit zahlreichen Hochschulen. Auch die Zusam­menarbeit mit Unternehmen wie Carl Zeiss Jena GmbH, Jenoptik AG, Siemens und IBM sowie mit zahlreichen kleinen und mittelständischen Firmen sorgt für eine optimale Ausbildung. Die meisten Ab­­schlussarbeiten entstehen in enger Zu­­sammenarbeit mit der Industrie. Die Ver­­­netzung mit regionaler wie überregionaler Wirtschaft und Wissenschaft, dem „Clus­­ter Jena“ sowie der hohe Stellenwert von Forschung und Entwicklung machen das Besondere der jungen, flexiblen Fach­hochschule Jena aus.

Leben in Jena – Der Campus
Auch der in unmittelbarer Nähe der Carl Zeiss Jena GmbH gelegene Campus macht nicht nur wegen seiner außerordentlich reizvollen architektonischen Ge­­­staltung von sich reden. Nach umfassen­der Sanierung konnten auf dem Areal alle Fachbereiche, die Hochschulverwal­tung und die Zentralbibliothek mit ihrer Patent- und Recherchestelle konzentriert werden. Vier der fünf Gebäude wurden be­­reits zur Nutzung übergeben, das letz­­te unterzieht sich bis 2008 einer Verjün­­gungskur. Mehr noch: Südwestlich vom Stadtzentrum Jenas gelegen, ist der Cam­­pus schnell zu erreichen. Die Ver­sorgung in der neuen Mensa sowie stu­­dentisches Wohnen in unmittelbarer Nähe komplettieren die Vorzüge des Studie­rens an der Fachhochschule Jena.

ATT24939Die 1951 in Weimar geborene Autorin  hat Ingenieurökonomie studiert und wur­­de 1983 promoviert. Nach verschiedenen Studienaufenthal­ten erfolgte 1993 die Berufung zur Professorin an die FH Jena. Von 1999 bis 2001 war sie Pro­rektorin für Forschung und Hochschul­entwicklung. Seit November 2001 ist Prof. Dr. Ga­­briele Beibst Rektorin der Fachhoch­schule Jena.