Peter Dietrich: Maschinen-, Elektro- und Metallindustrie – Unser Erfolg ist messbar!

Die schweizerische Maschinen-, Elek­tro- und Metallindustrie – kurz: MEM-Industrie – ist eine Schlüsselbranche der Schweizer Volkswirtschaft. Mit Aus­fuhren im Wert von über 80 Milliarden Schweizer Franken, was 80 Pro­zent der Produktion ent­­spricht, haben die Unternehmen aus unserer Industrie im Jahr 2008 einen absoluten Rekord­wert erwirtschaftet. Diese 80 Milliar­den entsprechen einem Anteil von 38,7 Pro­zent am ge­­samten Schweizer Warenex­port. Unsere weitaus wichtigsten Abneh­mer­märkte befinden sich in der EU und EFTA – sie nehmen rund zwei Drittel unserer Produkte ab.

Unser Markterfolg ist messbar. In der Welt­rangliste der Maschinenexport-Län­der belegt die Schweiz den elften Rang.
In einzelnen Produktbereichen nimmt un­­sere Industrie eigentliche Spitzen­­po­si­­­tio­­nen ein. Bei den Papier­­ver­­ar­­bei­­tungs­­­ma­­­­schinen belegen wir den zweiten Platz. Bei den Textil- und den Ver­­pack­­ungs­­ma­schi­nen rangieren wir auf dem vierten und fünften Platz. Eine ausserordentlich hohe Ex­­port­­­­quote weisen die Unter­­neh­­men der Textilma­schi­nen­branche auf: Über 98 Prozent ihrer Produktion gehen in den Ex­­port. Der Exporterfolg findet seinen Nieder­­­schlag auch in der Anzahl Arbeits­plätze, die wir in der Schweiz anzubieten haben: Mit rund 355.000 Beschäftigten ist die MEM-Industrie die grösste industrielle Arbeit­ge­berin in der Schweiz.

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Dieses wirtschaftliche Gewicht haben wir dem unternehmerischen Erfolg un­­serer rund 1.000 kleineren, mittleren und zum Teil auch grösseren Mitglied­sfirmen zu verdanken. Doch auch sie brauchen Unter­stützung. Sie brauchen einerseits einen starken Partner mit po­­litischem Einfluss, der ihre Interes­sen im politisch­en Prozess vertritt, an­­der­­seits benötigen sie einen An­­sprech­partner für die praktische Hilfe im unter­­nehmerischen Alltag. Als Opinion Leader und Service Center der MEM-In­dustrie nimmt sich Swissmem dieser Auf­gaben an.

Opinion Leader und Service Center der MEM-Industrie
Opinion Leader: Die Produkte und Dienst­leistungen unserer Unternehmen sind welt­weit gefragt. Grundlage dafür ist die internationale Konkurrenz­fähig­keit, und zwar jene des einzelnen Unter­nehmens und jene des Produktions­stand­ortes. Die eigene Konkurrenz­fähig­keit kann ein Un­­ter­­­­nehmen weitgehend selber sicher­­­­stellen. Ob aber ein Gesetz arbeitgeber­freundlich gestaltet wird oder zu massiven Mehrkosten führt, da­­rauf hat die einzelne Firma kaum Ein­fluss.

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Hier setzt Swissmem an, denn: Wer die Rah­­­men­bedingungen des Stand­­or­­tes Schweiz mitbestimmen will, muss wirtschaft­­liches Gewicht und breit ab­­gestütztes Branchen-Know-how mitbringen. Swiss­­mem hat beides. Kontinuierliche Grund­lagen­­arbeit hat uns zu einem wirt­­schafts- und arbeitgeber­­politischen Kom­­petenz­zen­­trum der MEM-Industrie ge­­macht. Diese Kompe­­tenz erlaubt uns, die An­­liegen der Branche für einen starken For­­schungs- und Tech­­­­nolo­­gie­­stand­­ort Schweiz einzubringen, Arbeitgeber­in­ter­es­sen wirkungsvoll ge­­gen­­über Sozial­part­nern, Behörden und der Öffentlich­keit zu vertreten, breite Bevöl­­ker­­ungs­­­schich­­­ten für einen verbesserten Zu­­gang zum euro­­päischen Markt zu sensibilisieren und die Bildungspolitik mass­geblich mit­zu­prägen. Wo das einzelne Unterneh­men an Grenzen stösst, setzen unsere Ak­ti­vitäten ein.
Ganz in diesem Sinne hat sich Swissmem zu Beginn dieses Jah­res an vorderster Front für die Weiter­­füh­rung der Perso­­­nen­frei­­­zügig­keit mit der EU sowie deren Aus­dehnung auf die neuen EU-Staaten Ru­mänien und Bul­garien engagiert, Fra­gen, welche in der Schweiz um­­strit­ten waren, dann aber in einer Volks­­abstim­mung mit deutlichen 60 Prozent gutgeheissen wurden.

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Service-Center
Zu Behörden und Wirtschaftsorganisa­tio­nen im In- und europäischen Ausland ver­­fügt Swissmem über ein Informa­tionsnetz, das für die Branche einzigartig ist. Damit erhalten die Mitglieder Zugriff zu einem Service-Center, auf das sie beispielsweise bei Rechts- und Ex­­port­fragen abstellen können. Dabei geht es etwa um Fragen des schweizerischen und europäischen Ver­trags­­­rechts, des Wettbewerbs- und Imma­te­­­ri­­al­­­güterrechts und um die Unterstützung bei der Ver­mittlung von Rechtsanwälten im Ausland. Die Kenntnis der ausländischen technischen Vorschrif­ten, vor allem der euro­päischen Sicherheits­vor­schriften, ist eine wichtige Voraus­setz­ung für die er­­folg­­­reiche Bearbeitung der Ex­­portmärkte. Gerade die KMU sind auf Beratung durch den Verband angewiesen.

Vertragsmuster – Wirksame Unter­stüt­z­ung für KMU: Aus den Dienstleistungen für unsere Mitgliedsfirmen in der Folge ein Servicebeispiel:
Eine kleine Firma kann es sich nicht leisten, einen eigenen Juristen für die Be­­urteilung von Vertrags­fragen zu be­­schäf­­tigen. Daher stellt der Verband eine grosse Auswahl an Ver­trags­­mustern in den gängigsten Spra­chen zur Ver­­fü­­gung, die es dem Exporteur – oft mit Unter­stüt­z­ung durch den Ver­bands­­anwalt – ge­­stat­ten, seine Ge­­schäfte juristisch ab­­­zusichern.

Eine besondere Rolle kommt dabei den vom Verband zur Verfügung ge­­stellten und in der Praxis bewährten allgemeinen Bedingungen für die Lie­­fer­­ung, Montage, Instandhaltung, Repa­­ra­­tur und Bearbei­tung zu. Statistiken können für die Be­­ur­­­­teilung eines Marktes von grosser Be­­deutung sein. Neben der Quartals­statistik und dem Lage­­bericht, die ein Bild der Wirt­schafts­­lage der Branche in der Schweiz zeigen, kommt den Sta­tis­­ti­­ken unserer Schwester­­ver­­bände im Ausland, mit de­­nen Swissmem im europäischen Dach­­­­verband der MEM-In­dus­trie in Brüssel (Orgalime) zusammengeschlossen ist, grosse Bedeutung zu.

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Erschliessung neuer Märkte
Eine weitere Hauptaktivität von Swiss­mem ist die Beobachtung der Wirtschafts­entwicklung auf den Weltmärkten und die Lancierung von Initiativen zur Er­­schlies­sung neuer Absatzgebiete.
Eine ganz besondere Art von Export­fragen ergibt sich im Zusammenhang mit dem Export strategischer Güter. Da­­bei handelt es sich nicht nur um Kriegs­material, son­­dern vorwiegend auch um sogenannte Dual-Use-Güter, das heisst Güter, die so­­wohl für die Her­stellung stra­tegischer Güter als auch für zivile Zwecke verwen­­det werden können. Swissmem übt in diesem Bereich im Auftrag des Bundes eine wichtige Funk­­tion als Sach­verstän­dige aus.

Verkaufsförderungsaktivitäten
Exportfragen bilden auch ein Schwer­ge­wicht im Dienstleistungsangebot für die Branchen-Fachgruppen. Neben der Ver­­­mit­­tlung branchenbezogener Markt­­in­for­­­mationen ist die Beteiligung an aus­län­dischen Messen, Ausstellungen und Sym­posien sowie anderen Verkaufs­för­der­ungs­­aktionen wesentlich. Durch die Mitglied­schaft von Swiss­mem in den eu­ro­päischen Sektoren­komi­tees und über die schweizerische Normen­ver­eini­gung auch im CEN und in der ISO bietet sich Gelegenheit, die Bran­chen­in­teressen in internationalen Fachgremien – zum Bei­spiel in Normen­komitees – zu vertreten. Dadurch entsteht ein Be­­zieh­ungsnetz, das auch für den Erfah­rungsaustausch zwischen einzelnen in- und ausländischen Firmen in den Be­rei­chen Marketing, Pro­­duktion, Kal­ku­lation und bei der Umsetz­ung von Vor­schriften und Normen genutzt wird.

Peter Dietrich (Jahrgang 1967) hat sein Stu­dium der Jurisprudenz 1992 an der Uni­­­ver­sität Fribourg mit dem Lizentiat ab­­­ge­­schlossen. 1995 erwarb er das An­­­waltspatent des Kantons Aargau und 2002 den Master of Law in internatio­nalem Wirt­schafts­­recht. Peter Dietrich ist seit Mai 2008 Direktor der Swissmem (Verband der schweizeri­­sch­­en Maschi­nen-, Elek­tro- und Metall­­in­­dustrie). Dietrich_2-Kopie-Kopie