Oliver Fern: Die regionale Hausbank – Verlässlicher, starker Partner des sächsischen Mittelstands

Fotolia_86699981_XXLGerade mittelständische Unternehmen wünschen sich von ihrer Hausbank nicht nur Finanzierungslösungen, sondern auch Produkte und Unterstützung bei strategischen Fragen – von der Finanzierungsstruktur über das Auslandsgeschäft bis hin zur Unternehmensnachfolge.

 

Sachsens Wirtschaft zeigt seit Jahren ein solides, nach­­­­haltiges Wachstum. Die Gründe dafür sind vielfältig: So besaß der Freistaat schon vor der Wiedervereini­­gung eine große ökonomische Stärke mit den Wirt­schafts­­­­­zentren Chemnitz, Dresden und Leipzig. Auf diesem Fun­­dament konnte nach der Wende aufgebaut und der Auf­­schwung ein­­geleitet werden. Entscheidend waren hierfür auch wirt­­­­schafts­­politische Weichenstellungen der sächsischen Landes­­re­­gierung, die gerade auch für mittel­­ständische Betriebe positive Rahmenbedingungen schufen. Heute prägen vor allem die Automobil­­industrie sowie der Anlagen- und Maschinenbau die Wirtschaft des Landes.

Ein wichtiger Aspekt für die ökonomische Stärke Sachsens ist die stark mittelständisch geprägte Wirt­schafts­­struktur. Sie zeichnet sich aus durch viele kleine und mittelgroße Unternehmen, die aber teilweise in ihren Nischen – vor allem im Maschinen- und Anlagen­bau oder im Elektroniksektor – Spitzentechnologie auf Weltmarktniveau anbieten und damit hocheffizient erfolgreich bestehen können. Gerade in den vergangenen Jahren, in denen die Konjunktur ein heftiges Auf und Ab erlebte, haben viele sächsische Unternehmen, sowohl neu gegründete Firmen als auch traditionell eingesessene Mittelständler, eindrucksvoll unter Beweis gestellt, wie erfolgreich sie sich flexibel, schnell und effizient auf die jeweilige wirtschaftliche Entwicklung einstellen konnten.

Damit Unternehmen nachhaltig wachsen und wettbe­werbs­­fähig agieren können, brauchen sie leistungsfähige Finanzinstitute vor Ort. Mittelständische Firmen wünschen und benötigen eine um­­fas­­sende Begleitung, so­wohl bei finanzwirtschaft­­lichen wie auch bei strategischen Fragen. Hier sind die lokal und regional agierenden Banken – die oft schon über Jahre eine vertrauens­­volle Haus­­bank­­funk­­tion für die Unternehmen bekleiden – gefragt und gefordert.

Erste Kernaufgabe der Banken ist es dabei, die Unter­nehmen mit Finanzmitteln zu versorgen. Speziell mittelständische Betriebe haben hier jedoch ganz unterschiedliche Anfor­­der­ungen und Mög­­lich­­keiten. Neben dem klassischen Firmen­­kredit er­­warten Unternehmen von ihrer Hausbank vermehrt auch alternative, individuelle Finanzierungs­lösungen. Ent­­scheidend sind dabei nicht allein die reinen Finanzierungs­­kosten, sondern etwa auch eine möglichst hohe Flexibilität. Zudem haben die Erfahrungen aus der jüngeren Vergangen­­heit die Kun­den verstärkt für das Thema Finanzierungs­sicherheit sen­­si­­bilisiert. Konsortial­­kredite können hier, wenn es um größere Kreditvolumina geht, eine passende Option sein. Und auch die Einbeziehung von Förder­­mitteln kann, etwa bei Investitionen zur Innovations­­ent­wick­­lung oder Energieeinsparung, für das eine oder andere Unter­­nehmen durchaus lukrativ sein. In Fragen der Finanzierungs­sicher­­­heit spielen zudem auch für sächsische Unternehmen Themen wie Zins-, Währungs- und Rohstoffmanagement eine immer wichtigere Rolle.

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Neben der reinen Mittelbeschaffung erwarten Unter­nehmen aber auch immer öfter Unterstützung bei der Optimierung ihrer Finanzierungsstruktur. Hier können Banken, die Kombinationen von Kredit- und Kapital­markt­­­­finanzierungen aus einer Hand anbieten, einen erheblichen Mehrwert liefern. Das klassische Instrument des Fremdkapital­markts ist dabei nach wie vor die Anleihe. Für größere Mittel­ständler mit einer guten Bonität kann das Schuld­schein­darlehen eine attraktive Alternative sein, um sich Geld am Kapitalmarkt zu beschaffen.

 

Neben der reinen Mittelbereitstellung wünschen sich Unter­­nehmer von ihrer Hausbank jedoch auch, dass sie sie als lang­­fristig denkender, strategischer Partner be­­gleitet – mit einer exzellenten Produktpalette und um­­fassenden Bera­­tungs­­­­­­kom­­petenz. Die Themenfelder hierbei sind weitreichend. Ein zentraler Punkt ist vor dem Hintergrund zunehmender Globalisierung die Expansion ins Ausland. Viele mittelständische Unter­­nehmen Sach­sens haben hier noch Poten­­zial – und auch gute Wachs­­­­tums­­chancen. Unternehmen, die ihr Auslandsgeschäft ausbauen, verlangen nicht nur eine um­­fassende Be­­treuung „in der Heimat“, sondern haben ihren Partner auch vor Ort gerne an der Seite. Dabei soll die Haus­­bank zum einen passende Produkte etwa bei der Export­­finan­­zierung liefern. Zum anderen sind ein gutes Netz­werk und lokale Marktexpertise gefragt, um beim Marktein­­tritt oder bei rechtlichen und bürokratischen Anforde­r­ungen helfen zu können. Dies gilt für die benachbarten Wirtschafts­­regionen, aber ganz besonders auch für neue Wachstums­­regionen in Lateinamerika oder Asien.

Last but not least rückt für zahlreiche ostdeutsche Unter­­­nehmen verstärkt das Thema Nachfolgeregelung in den Fokus. Gut 25 Jahre nach der Wiedervereinigung steht viel­­fach der Gene­­ration­­en­­wechsel an – oder ganz grund­­sätzlich die Frage: Was geschieht mit dem Betrieb? Viele Unternehmer werden die Nach­­folgeregelung nutzen, um die Weichen – gegebenenfalls auch komplett neu – zu stellen. Hier ist vielfach finanzwirtschaft­­liche wie auch strategische Beratung gefragt.

Ganz egal welches der genannten Themen: Bei all diesen Aspek­ten soll im Idealfall die Hausbank verlässlich zur Seite stehen – mit Fachexpertise, Marktkenntnis und passender Produkt­­palette. Die LBBW Sachsen Bank, die in Mitteldeutschland agierende Kundenbank der Landes­­bank Baden-Württemberg (LBBW), hat sich als einer der führenden Mittelstands­finanzierer der Re­­gion etabliert und kombiniert dabei ihre lokale Präsenz und Er­­fahrung mit der umfassenden Produktpalette, dem Know-how und dem weiten internationalen Netzwerk des LBBW-Konzerns.

Fazit: Der Wirtschaftsstandort Sachsen hat sich solide ent­­wickelt und ist mit seiner mittelständisch geprägten Struktur zukunftsfähig aufgestellt. Leistungsstarke Ban­­ken sind gefordert, ihren Teil dazu beizutragen, um mit individuell passenden Finanzierungsoptionen, Produkten und Beratungs­­dienst­­leis­­tun­gen die regionale Wirtschaft partnerschaftlich und um­­fas­­send zu unterstützen – um den Wachstumsmotor Sachsen weiter anzutreiben und damit die Wirtschaftskraft Ostdeutschlands nachhaltig weiter zu stärken.

Oliver-FernOliver Fern
Der Autor studierte an der Bankakademie Köln und am Ashridge Management College, London. Von 1990 bis 1998 war er für die Deutsche Bank in Bonn und Brüssel tätig. In den folgenden Jahren arbeitete er zunächst als Firmen­kunden­betreuer und später als Teamleiter der Deutschen Bank AG in Frankfurt. 2011 wurde Fern Mitglied der Geschäftsleitung Bayern Nord, bevor er 2014 zum Vorstand der Sachsen Bank in Leipzig berufen wurde.