Michael Ebling: Mainz – Lebenswert, gründungsintensiv und wirtschaftlich stark aufgestellt

Die Landeshauptstadt Mainz – als stark nachgefragter Universitätsstandort mit rund 40.000 Studierenden, Schwarmstadt am Rande des prosperierenden Rhein-Main-Gebietes und liebenswerte Touristenattraktion mit dem berühmten Sohn, dem „Man of the Millennium“, Johannes Gutenberg – wuchs in den vergangenen zehn Jahren ­entgegen aller demografischen Trends im Lande um nahezu 15.000 Menschen an.

Mainz ist „in“, l(i)ebenswert, hat mit Rheinhessen und dem jenseits des Stroms liegenden Rheingau ein hochattraktives Umfeld, ist pul­­sierender Wirtschaftsstandort und als Kreativschmiede bei jungen Menschen überaus beliebt. Nicht zufällig ist die Gründer­­quote in Mainz im Bundesvergleich herausragend. Daher gibt es für Unternehmen viele Gründe, das Glück in Mainz zu suchen und zu finden …

Wer in Mainz lebt und arbeitet, hat mit die besten Zukunftschancen der Republik. Dies bestätigen zahlreiche aktuelle Studien, zuletzt der „Zukunftsatlas 2016“ des Prognos-Instituts. Hier erreichte Mainz mit Platz 9 in der Rubrik Wirtschaft und Arbeitsmarkt eine „Top-Ten-Platzierung“.

Triade: Starke Wirtschaft, innovative Forschung, hochwertige Hochschulen. Diese Ergebnisse sind kein Zufall: Mainz hat in den zurückliegenden Jahren die Fundamente für eine erfolgreiche Zukunft gelegt – mit einem Dreiklang aus starken Wirtschafts­­nternehmen, innovativen For­schungs­­­­­ein­richtungen und hoch­­karätigen Hochschulen. Die Mainzer Wirtschaft darf mithin ge­­trost als stark, modern und international wettbewerbsfähig skizziert werden – nicht zuletzt aufgrund der exzellenten Rahmen­­be­dingungen. Die zentrale Lage in einer Wachstumsregion, die exquisite Verkehrs­anbindung an Autobahn, Flugverkehr, Schiene und Wasser­straße, die hohe Verfügbarkeit von Fachkräften mit den Hochschulen als auch die gute Breitbandver­sor­gung sind Stand­­ortvorteile, die Mainzer Unternehmen Vorteile verschaffen.

Wie nahezu die gesamte Unternehmenslandschaft in Rheinland-Pfalz, ist auch die Mainzer Wirtschaft vorrangig mittelständisch geprägt. Es ist auffällig, dass viele kleine und mittlere Betriebe – teils hochspezialisiert – durch unternehmerische Innovation über­­zeugen. In den ausgewiesenen Gewerbe- und Industriegebieten sind Unternehmen aus zahlreichen Branchen wie Handel, Hand­werk, Logistik, Forschung und Entwicklung, Dienst­leis­tung sowie produzierendes Gewerbe vertreten.

Die Vielfalt der in Mainz ansässigen Betriebe sichert nicht allein einen sehr vielfältigen Branchenmix, der in wirtschaftlich schwierigen Zeiten den Arbeitsmarkt „auf vielen Schultern“ abfedert  und der Stadt Mainz nachhaltig wirtschaftliche Erfolge sichert. Das Faktum, als Kommune eben nicht von einem einzigen Hauptplayer – und dessen möglichen konjunkturellen Schwank­ungen im Markt – abzuhängen, ist nicht gering zu schätzen.

Partielle Rückschläge gehören dazu. Natürlich scheint nicht an allen Tagen „gleißend die Sonne“ über der Fast­nachts­­hoch­­burg Mainz. Es gibt auch Momente der Nachdenklichkeit, der bitteren Rückschläge, in denen traditionsbehaftete Kapitel enden: Die angekündigte Schließung langer Wegbegleiter – etwa der Mainzer Produktionsstätten von Nestlé und Cargill – stellt einen schweren Schlag für den Industriestandort Mainz dar. Dies waren zugleich Entscheidungen, auf welche die Stadt keinerlei Einfluss nehmen konnte. Die Beweggründe der Kon­zern­­spitzen waren vornehmlich strategischer Art, bleiben aber naturgemäß „schwer verdaulich“. Als Fußball-Erstliga-Standort muss man solche Momente sportlich nehmen – als Ansporn, die zweifellos guten Rahmenbedingungen weiterhin zu verbessern: „Besser“ ist die Schwester von „gut“.

Neben den seit vielen Jahren fest in Mainz verwurzelten Tra­­di­­tions­­unternehmen wie SCHOTT, Werner & Mertz, Römheld & Moelle, ZDF, Mainzer Stadtwerke und SWR siedeln sich heute zunehmend mehr junge Unternehmen bei uns an. Gerade im Bereich der Neuansiedlung von Unternehmen ist in den letzten Jahren eine hohe Dynamik entstanden.

Eine überaus lebhafte Gründerszene. Insbesondere in der Mainzer Startup-Szene steckt großes Potenzial. Im DekaBank Städteranking 2015 erreichte die Landeshaupt­stadt aufgrund der sehr hohen Gründungs­­in­ten­­sität einen hervorragenden ersten Platz. Durch die gute Arbeit der ortsansässigen Gründerberatungsstellen ist Mainz in Rheinland-Pfalz zum Motor für Neugründungen avanciert, insbesondere in den Bereichen Medien-, Kreativ- und IT-Wirtschaft.

Dieser Trend darf gerne weitergehen. Mainz hält auch für zukünftige Ansiedlungen immer eine genügend große Anzahl von Gewerbegrundstücken bereit, beispielsweise im Wirtschaftspark in Hechtsheim. Die dortigen Neuansiedlungen von Deublin (170 Arbeitsplätze), Köbig Zentrallogistik, der DHL, der Tech­niker Krankenkasse (300) oder Phytec Messtechnik sind Beleg für die Standortattraktivität der Mainzer Gewerbegebiete.

Dass es der Mainzer Wirtschaft – bei einer moderaten Arbeits­losen­­quote von derzeit 5,2 Prozent – gut geht, zeigen die aktuellen Arbeitsmarktdaten. Seit 2010 ist die Zahl der sozialversich­­erungs­­­­pflichtig Beschäftigten um acht Prozent gestiegen. Rund 110.000 qualifizierte und motivierte Mitarbeiter/-innen haben heute in Mainz ihren Arbeitsplatz gefunden – eine Rekordmarke. Leben und arbeiten in der Landeshauptstadt ist beliebt wie nie zuvor.

Die gute Entwicklung von Wirtschaft und Arbeitsmarkt ist auch das Resultat einer erfolgreichen Wirtschaftspolitik gemeinsam mit den Kammern und Verbänden. Ziel bleibt es, die gute Position bei Beschäftigung, Wachstum und Lebensqualität zu halten und weiter auszubauen. Ich setze mich dafür ein, dass Unternehmen weiterhin gute Rahmenbedingungen in Mainz vorfinden und uns auch in den nächsten Jahrzehnten erhalten bleiben, damit Mainz weiterhin die besten Zukunftschancen hat.

Infrastruktur muss Schritt halten: Wohnungsbau intensiviert. Damit gehen natürlich auch Maßnahmen in der Infrastruktur einher: Die Stadt Mainz schafft bis zum Jahr 2020 rund 6.500 neue Wohneinheiten, um Angebote für die weiterhin starke Nach­­­frage nach Wohnraum jedweder Art zu schaffen – hier sind schon große Schritte erfolgt. Neubaugebiete wie der Mainzer Zollhafen oder das Heiligkreuz-Areal – allein bei Letzterem entstehen knapp 2.000 Wohnheinheiten – sind in der Realisierung oder starten in Kürze. Damit gehen wiederum massive Impulse an Aufträgen für die heimische Bau­­wirtschaft einher. Dies ist kein Grund, sich auf erworbenen Lorbeeren auszuruhen. Mainz pulsiert seit geraumer Zeit massiv in vielen Sektoren – diesen Trend wollen wir auch in den kommenden Jahren gern fortführen.

Michael Ebling
Der Autor studierte in Mainz Rechtswissenschaften. 2002 avancierte er zum hauptamtlichen Beigeordneten für Soziales, Jugend, Gesundheit und Wohnen bei der Stadt Mainz. Von 2006 an arbeitete Ebling als Staatssekretär im Ministerium für Bildung, Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur des Landes Rheinland-Pfalz. Ebling ist seit 2008 Vorsitzender der Mainzer SPD. Sein Amt als direkt gewählter Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Mainz trat Ebling am 12. April 2012 an.