Martin Zeil: Die Metropolregion München im Gesamtkonzept der bayerischen Landespolitik

Die Metropolregion München umfasst im Kernbereich die Oberzentren Mün­chen, Augsburg, Ingolstadt, Landshut und Rosenheim sowie die sie umgeben­den Landkreise. Der Ausstrah­lungs­­be­reich reicht weit darüber hinaus und ist nicht starr abgrenzbar.

Die Metropolregion gehört mit ihren über 4,6 Millionen Einwohnern zu den führen­­den Wirtschaftsräumen Euro­­pas und ist zweifellos ein herausragen­­des wirtschaft­­liches Kraftzentrum. Sie nimmt hinsicht­­lich demografischer Entwick­­lung, Wirt­­schaftskraft, Inno­va­tions­stär­­ke und Wett­­bewerbsfähigkeit innerhalb Deutsch­lands und im europäischen Ver­­gleich eine Spitzenposi­tion ein.

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Die Stär­­ke und Besonderheit der Me­­tropolregion bestehen in der Vielfalt an zukunftsorien­­tierten Bran­chen, einem Mix aus Global Playern, traditionsreichen, mittelständischen Un­­ternehmen und Start-ups sowie höchster Lebens­qua­li­tät und attraktiver Land­­schaft. Die Re­­gion ist ein Top-Dienst­leis­­tungs­stand­ort mit dynamischem Wachs­­tum. So haben sich etwa in Mün­­chen die meisten Ver­­sicherungs­ge­sell­schaften innerhalb Deutschlands nieder­­gelassen. Die Region hat sich auch im Me­­dienbereich stark entwickelt. Der Groß­­raum Mün­chen ist bedeutender Verlags­­standort und Standort zahlreicher großer TV- und Film­produk­tions­fir­men. Welt­­weit anerkannte Forschungs­ein­­rich­tun­­gen, Uni­versitäten und Hoch­­schulen in der Me­­tropolregion sorgen über den Großraum München hinaus für hohes Innovations­potenzial und ein entsprechendes An­­ge­­bot an qualifizier­ten Ar­­beitskräften. Ferner zeichnet sich die Metropolregion München durch eine hervorragende Ver­­kehrsinfrastruktur aus. Das engmaschi­ge Autobahn- und Straßen­netz sowie das leistungsfähige Schie­nennetz werden durch mehrere Regio­nalflughäfen und nicht zuletzt durch den internationa­­len Großflugha­fen „Franz Josef Strauß“, der Direkt­flug­verbindungen in die gan­­ze Welt anbietet, ergänzt. Der Metropolregion ist es ge­­lungen, sich im europäischen Wett­be­­werb als wirtschaftlich prosperieren­­der Raum an vorderster Stelle zu po­­sitionieren. Durch ihre wirt­­schaftliche Dyna­mik und Leistungs­kraft nimmt sie eine Schrittmacherfunktion für den gan­­zen Freistaat Bayern ein.

Die bayerische Wirtschaftspolitik wird die Entwicklung der Metropolregion Mün­­chen auch künftig tatkräftig unterstützen. Im Rahmen der Clusterinitia­tive kommt es uns darauf an, die Ver­net­­zung von Un­­ter­nehmen und Forschungsein­rich­tun­gen weiter auszubauen. Damit soll die Inno­va­­tionsdynamik der bayerischen Wirt­schaft weiter verbessert werden.

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Als zukunftsfäh­­ige Cluster gelten in der Metro­pol­re­­gion München die Bereiche Automotive, Luft- und Raumfahrt, Sa­­te­llitennavi­ga­tion, Bio­­technologien, Me­­dien sowie die In­­for­ma­tions- und Kommunikations­technik.

Ziel bayerischer Wirtschafts­po­litik ist es insbesondere, dass die dy­­namische Ent­­wicklung der Me­­tropolregion München Impul­­se für den gesamten südbayerischen Raum auslöst. Dabei kommt es we­­sentlich darauf an, auch künf­­tig best­­mögliche Rahmen­be­din­gun­gen für Un­­ternehmen zu bie­­ten. Um internationale Unternehmen anzu­­sie­deln, setzt die Baye­­ri­sche Staats­­­re­gie­­rung auf eine offensive Stand­­ort­­werbung. Bewusst wird die Aus­­strahlungswirkung der Me­­tropol­­region München ge­­nutzt, um Investoren auch auf Stand­­orte außerhalb ihres Kern­­raums zu lenken. Der Bayerischen Staats­­re­­gie­rung ist es ein be­­­sonderes Anlie­gen, dass dabei die gesamte Metropolregion und nicht nur der verdichtete Kern pro­­fitiert.
Die enge Zusammenarbeit von Wirt­schaft, Wissenschaft, Gebietskörper­schaf­ten und Kammern innerhalb der Me­­tropolregion bietet die große Chan­ce, die teilräumlichen Unterschiede und Qualitäten im Sinne von Synergie­ef­fek­ten zur bestmög­­lichen Entwicklung des Gesamt­raums zu nutzen.
Auch zur Ent­­wicklung des länd­­lichen Raums wird gerade innerhalb der Me­­tro­­polregion durch Einbindung des näh­­eren und weiteren Umlandes des Kern­­raums ein wesentlicher Beitrag ge­­leis­tet.
Dies erfolgt dadurch, dass die länd­­li­chen Räume einerseits an der Aus­­strah­­­­lungs- und Impulsgeberfunktion des Kern­­­­raums partizipieren und andererseits durch eigene Schwerpunktsetzun­gen und Ak­­tivitäten die Qualität der Me­­tro­­polregion maßgeblich mitbestim­men. Zudem ist der ländliche Raum nicht nur Nutz­nießer von Ausstrahlung und Im­­pul­­sen des ver­­dichteten Kerns, sondern dessen gleich­­berechtigter Part­ner, mit eigenem An­­spruch auf alle Daseins­funk­­tionen.
Gerade die Teilhabe und Ein­­bin­­dung des näheren und weiteren Um­­lan­des des metropolitanen Kerns sind we­­sentliche Voraussetzungen für eine dauerhafte Funktionsfähigkeit und op­­timale Entfaltung einer Metropolregion im Sinne einer Verantwortungs­gemein­­schaft. Ein weiterer wesentlicher As­­pekt der Metropolregion München ist, dass die intensive und frei­­wil­­lige Zusammen­arbeit der Ak­­teu­­re vor Ort zu einer Auf­­bruch­­stimmung geführt hat. Diese Ent­­wicklung „von un­­ten“ hat positive Men­talitä­ten in der Region geschaffen und zu einer innerregionalen Ver­­net­­zung und Kooperation geführt.

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Die weitere positive Entwicklung der Me­­tropolregion München stellt eine entscheidende Voraussetzung für die Ent­­wicklung in Bayern insgesamt dar. Ne­­ben innerregionaler Entwick­lung, etwa in den Bereichen Verkehr, Hoch­schul­we­­sen und Tourismus, trägt die metropolitane Ent­wick­lung mit den bei­­den Me­­tro­­pol­­regionen München und Nürn­­berg auch zu einer raumstrukturellen Aus­ge­wogenheit in Bayern bei. Metro­pol­re­gionen sind für Bayern insgesamt ein wichtiger Ansatz, um im nationalen und internationalen Stand­ortwettbe­werb be­­stehen zu können. Sie fördern die In­­te­gra­­tion des Landes in die deutschen, eu­­ropäischen und weltweiten Wirt­schafts­netze und sind An­­knüpfungspunkte an großräumige eu­­ropäische Verkehrs­net­­ze mit ent­spre­chen­­den regionalen Ver- und Anbin­dungsmöglichkeiten. Gleich­er­­­maßen sind sie ein wirksames Instru­ment zu Außendarstellung.
Die besondere Gewichtung der Metro­pol­­regionen durch die Bayerische Staats­­re­­gie­­rung bedeutet keinesfalls die Ab­­kehr von der bisherigen Landesent­wick­­lungs­­politik mit dem Leitprinzip „Schaf­­fung und Erhaltung gleichwertiger Lebens- und Arbeitsbedingungen in allen Landes­tei­len“. Im Ge­­genteil, Bay­­ern hält am Prin­­zip der gleichwertigen Le­­bens- und Ar­­beits­­bedingungen ohne Wenn und Aber fest – die Metropolre­gio­­nen und ihre Ent­­wicklung sind darin aus­­drücklich einbezogen. Die Bayeri­sche Staatsregie­rung setzt sich mit Nach­druck auch weiterhin für die Sicher­stel­­lung der Chancen­gleich­­heit für die Bevöl­­kerung in allen Landes­­teilen ein.
Die Metropolregion München hat beste Chancen, ihre positive Entwicklung fort­­zusetzen. Dabei kommt es ganz besonders darauf an, den eingeschlagenen Weg konsequent fortzusetzen und die Me­­tro­­polregion im Sinne einer Part­ner­­schaft von Stadt und Land weiter nach vorne zu bringen.

MartinZeilLLDer 1956 geborene Autor ist seit 2008 Stellvertreter des Ministerpräsidenten und Staatsminis­ter für Wirtschaft, Infra­­struk­­tur, Verkehr und Technologie des Frei­­staats Bayern. Der Jurist Martin Zeil war von 2005 bis 2008 Abgeordneter im Deut­­schen Bundestag, seit 2008 ist er Mit­­glied des Bayerischen Landtags. Zeil ist stell­­vertretender Lan­­desvorsit­zen­der der FDP.