Jürgen Zabel: Mit öffentlichem Beteiligungskapital zu neuen Erfolgen

Ein erfolgreicher Unternehmer kommt immer wieder an Punkte, die strategisch entscheidend für ihn sind: Wie können neue Märkte erschlossen werden? Ste­hen mögliche Veränderungen im Ge­­sell­schafterkreis an? Ist die eigene Nach­fol­­ge geregelt? Ist es sinnvoll, eine gezielte Ausgründung zu planen? In jedem dieser Fälle ist Weitblick gefragt. Oft führt die Entscheidung, ein gutes Stück des künf­­tigen Weges gemeinsam mit einem star­­ken Partner zu gehen, zum gewünsch­­ten Erfolg. Die IB H Beteiligungs-Ma­nage­ment­­gesell­­schaft Hessen mbH (BM H) er­­öffnet hessischen Unternehmern, die vor neuen unternehmerischen He­­raus­for­de­­rungen stehen, als Partner auf Zeit neue finanzielle Perspektiven.

Seit mehreren Jahren führt die IB H Be­­tei­­ligungs-Managementgesellschaft Hes­­sen mbH (BM H) erfolgreich die Ge­­schäf­­te mehrerer Beteiligungsfonds. Über die Wirt­­schafts- und Infrastrukturbank Hes­­sen ist sie in die Wirtschaftsförderung des Landes Hessen eingebunden. Die von ihr betreuten Fonds vergeben Ka­­pi­­tal und Beratungsleistungen an innova­tive und wachstumsstarke Un­­ter­neh­men des Mit­­tel­­standes in Hessen. Die Be­­treu­­ung der Fonds aus einer Hand hat den Vorteil, dem Beteiligungsnehmer be­­darfs­­ge­rechte Beteiligungsvarianten anbieten zu können und Investments in mehreren Finanzierungsrunden zu begleiten. Die BM H arbeitet partnerschaftlich mit pri­­va­­ten und öffentlichen Banken zusammen, aber auch mit externen Beratern. Darüber hinaus kooperiert sie mit den Transferstellen von Hochschulen und mit Technologie-Dienstleistern. So kann sie ei­­ne individuelle Beratung und Be­treu­ung der Partnerunternehmen gewähr­leis­ten. Die BM H betreut fünf aktive Fonds:

MBG H Mittelständische Be­­tei­li­gungs­­gesellschaft Hessen mbH. Die MBG H stellt kleinen und mittleren Unter­nehmen in Hessen Kapital zwischen 130.000 Euro und 1,5 Millionen Euro in Form von typisch stillen Beteiligungen zur Ver­fü­gung. Während für klassische Venture-Capital-Gesell­schaften ein ho­­hes Wachs­­­tums­potenzial und eine Exit­­perspektive im Mittelpunkt der Be­­tei­li­gungs­stra­te­gie stehen, sieht die MBG H ihr Ziel in der wirtschaftsfördernden Un­­ter­stüt­zung der Unter­nehmen und wird auch deshalb von diesen geschätzt. Mit ihrem Be­­tei­li­gungs­­­­angebot wendet sich die MBG H primär an Unternehmen, die ihre Eigen­stän­dig­­keit während der Lauf­­zeit der stillen Be­­teiligung erhalten möchten.

Die MBG H beteiligt sich als typisch stil­­ler Gesellschafter branchenübergrei­fend und langfristig mit unternehmens­freund­lichen Konditionen an kleinen und mittleren Unternehmen in Hessen.
Mit spezifischen Be­­tei­li­gungs­pro­gram­men für Innovationen und Wachstum, aber auch zur Unternehmensnachfolge, können gewerbliche Projekte aus nahezu allen Branchen gefördert werden, so­­fern diese betriebswirtschaftlich Erfolg versprechend erscheinen. Hierbei wird die MBG H durch Garantien der Bürg­schafts­­­bank Hessen sowie von Land und Bund unterstützt. Die Zielsetzung der MBG H ist es, die unternehmerische Ka­­pi­tal­­­ba­sis durch die langfristige Bereitstellung von Be­­tei­li­gungs­ka­pi­­tal zu verbreitern. Damit bieten sich ihrer Zielgruppe Al­­ter­­nativen zur Fremd­ka­pi­tal­fi­nan­zie­rung. Die In­­an­spruchnahme des Be­­tei­li­gungs­­ka­pi­­tals ist für den Unternehmer mit kei­­nen Sicher­­heiten verbunden.
Technologie-Finanzierungsfonds Hessen GmbH. Die BM H verwaltet weiterhin die Tech­no­­logie-Finanzierungsfonds Hessen GmbH. Die TF H unterstützt junge, aber auch etablierte mittelständische Wachs­tums­unternehmen mit attraktiver Techno­­­­lo­gie- oder Wettbewerbsposition. Ge­­schäfts­­zweck dieser Gesellschaft ist, in Er­­gän­­zung zur Finanzierungsform der stil­­len Beteiligung durch die MBG H, dem hes­­sischen Mittelstand auch Mittel in Form von offenen Kapitalbeteiligungen zur Ver­­fügung zu stellen. Diese Art der Un­­ter­nehmensfinanzierung ist insbe­son­­dere bei jungen Technologie­unter­nehmen mit hohem Wachstums­potenzial sinnvoll. Ziel ist es, nach einem angemessenen Be­­tei­­ligungszeitraum einen gewinnbrin­genden Ausstieg über den (Teil-)Ver­kauf des Un­­ternehmens oder über einen Bör­sen­­gang zu realisieren. Das Fonds­volumen dieser Gesellschaft in Höhe von neun Millionen Euro ist bereits voll­­ständig aus­­investiert. Der Fonds hat insgesamt 15 Investments getätigt. Vier Beteiligungen wurden bisher veräußert. Der Fonds ist durch eine 50-prozentige Garantie des Landes Hessen abgesichert.

Hessen Kapital GmbH. Hessen Kapital besteht aus zwei eigenständigen Fonds, der Hessen Kapital I GmbH und der Hessen Kapital II GmbH. Die grundsätzlichen Unterschiede liegen in der unterschiedlichen Re­­fi­nan­zie­­rung und der Größe der Unternehmen, die aus diesen Fonds mitfinanziert werden kön­­nen.

Die Hessen Kapital I GmbH hat ein Vo­lu­­men von bis zu 50 Millionen Euro und wird zu jeweils 50 Prozent aus Mitteln des Landes Hessen und aus EFRE-Mitteln („Europäischer Fonds für regionale Entwicklung“, ein Strukturfonds der Euro­­­päischen Union) finanziert. Mit Mit­teln der Hessen Kapital I GmbH kön­­nen Un­­ternehmen mit maximal 250 Be­­schäf­tig­­ten, weniger als 50 Millionen Euro Um­­satz und einer Bilanzsumme unter 43 Millionen Euro mit stillen Beteiligun­gen unterstützt werden.
Für junge und in­­no­­vative Unternehmen gibt es ein Seg­ment für offene Be­­tei­li­gungen durch An­­teils­er­werb.

Das Volumen von Hessen Kapital II GmbH beträgt bis zu 25 Millionen Euro. Die Re­­­finanzierung dieses Fonds erfolgt über die Wirtschafts- und Infrastruktur­bank Hessen sowie aus Haushalts­mitteln des Landes Hessen. Aus diesem Fonds kön­­nen Unternehmen unterstützt werden, die in der Regel bis zu 500 Mitarbeiter beschäftigen und einen Umsatz von höchs­­tens 50 Millionen Euro, in Aus­nah­mefällen 75 Millionen, aufweisen.

Mittelhessenfonds GmbH. Der Mittel­hessen­­fonds ist ein Fi­­nan­zie­rungs­angebot des Landes Hessen an mittelständische Unternehmen im Re­­gie­rungsbezirk Gießen zur Stärkung ih­­­rer Eigenkapital­basis. Mit einem Ge­­samt­­vo­­lumen von zehn Millio­nen Euro sollen Fi­­nan­zie­­rungen insbesondere im Bereich Medizin­technik durch­­geführt werden. Fi­­nanziert wird auch die Ent­wick­lung vor­­handener Technologie­cluster, wie zum Beispiel in der feinmechanischen und optischen Industrie. Aber auch die übrigen Branchen können finanzielle Mit­­tel erhalten.

Die Förderung besteht in der Be­­reit­stel­­lung von eigenkapitalähn­lichen Mitteln, vorrangig stillen Be­­tei­li­gungen, aber auch offenen Be­­tei­li­gun­gen. Ins­be­son­dere In­­­novations- und Wachs­tums­vor­ha­­ben mit­­telständischer Un­­ter­­nehmen in allen Un­­­ternehmensphasen einschließlich der Grün­­dungsphase wer­­den mitfinanziert.

RegioMIT – Regionalfonds Mittelhessen GmbH. Zur Förderung des Struktur­wandels in den Gebieten der Städte Gießen und Wetz­­lar sowie des Land­kreises Gießen und zur Schaffung und Sicherung zu­­kunfts­fä­­higer, qualifizierter Ar­­beits­plät­­ze wur­­de der Regionalfonds Mit­tel­hes­sen im März 2005 gegründet. Er soll die be­­ste­­hende Lücke zur För­de­rung von in­­no­­va­­ti­­ven be­­ziehungsweise tech­­no­­­logie­­ori­en­­tier­­ten Exis­tenz­grün­dun­­gen und Un­­ter­­nehmen in der frühen Ent­wick­lungs­pha­­se schlie­­ßen und das Grün­dungs­kli­­ma in der Re­­­gion Mit­tel­hessen verbessern. Zu diesem Zweck ver­­gibt die RegioMIT Be­­tei­li­gungs­­ka­pi­tal in Form von vor­­nehm­­lich stillen, aber auch offenen Beteili­gun­gen. Die Ge­­sell­schaf­ter des Fonds sind das Land Hessen, die Städte Gie­­ßen und Wetz­lar, der Land­kreis Gießen sowie die Spar­kas­­se Wetzlar, die Spar­kasse Gie­­ßen, die Volksbank Mit­tel­hessen, die Sparkasse Laubach-Hun­gen, die Spar­kas­­se Grün­berg und die Volks­bank Heu­­chelheim.

Zur Beantragung einer Beteiligung wird vor einem persönlichen Erstkontakt übli­­cher­­weise ein Geschäftskonzept des Initiators beziehungsweise des Un­­ter­neh­­mens seitens der BM H geprüft. So­­fern das Konzept sinnvoll und machbar er­­scheint, werden in einem ersten Ge­­spräch erweiterte Fragen zum Kon­zept gestellt und Zu­­satzinformationen ein­ge­­fordert. Sofern die Plau­si­bi­li­täts­prü­fung keine gegenteiligen Erkennt­nis­se zeigt, beginnt eine Due-Diligence-Prü­fung. Auf­­­grund der Ergebnisse der Prü­­fung wird dann seitens des Betreu­­ers eine Ent­schei­­dungsvorlage für den un­­ab­­hän­­gi­gen Be­­­teiligungsausschuss des jeweiligen Fonds erstellt. Dieser allein ent­schei­­det über das Eingehen von Be­­teili­­gungen. Die Mitglieder des Be­­tei­li­gungs­­aus­schus­­ses sind Exper­ten aus der Wirtschaft so­­wie Vertreter der öf­fent­lichen Hand.

Jürgen-ZabelDer 1962 in Limburg geborene Autor schloss sein Studium 1984 als Diplom-Be­triebs­wirt (BA) ab. 1985 begann sein be­­ruflicher Werdegang als Assistent des Vorstandes in der ehemaligen Investi­tions­bank Hessen. Bis 1999 hat er in­­ner­halb der IB H zahlreiche Auf­ga­ben­gebiete über­­nommen, bevor er dann in das Beteili­gungsgeschäft wechselte. Seit 2007 ist er Geschäftsführer der BM H und aller von ihr betreuten Fonds.