Deutschland braucht eine
langfristige Rohstoffsicherung
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Winterdienst – Auftausalz ist das wirksamste und wirtschaftlichste Mittel, um Straßen und Autobahnen schnee- und eisfrei zu halten und damit ein hohes Maß an Verkehrssicherheit zu gewährleisten. (Bild links) Das Salz in der Suppe – Kochsalz gibt den Speisen nicht nur Geschmack, es wird in der Lebensmittelverarbeitung auch wegen seiner konservierenden Eigenschaften eingesetzt. (Bild rechts) © K+S Aktiengesellschaft, © Sigrid Rossmann/PIXELIO/www.pixelio.de |
Eine nachhaltig funktionierende Volkswirtschaft ist auf Rohstoffe angewiesen. Wirtschaftlicher Erfolg und Wohlstand beruhen in hohem Maße auf der Nutzung von Rohstoffen. Beeinträchtigungen bei der Verfügbarkeit von Rohstoffen können schwerwiegende Auswirkungen auf die industrielle Wertschöpfung und damit auch auf Beschäftigung, Wachstum und Investitionen am Standort Deutschland zur Folge haben.
Die sichere Versorgung und ein freier Zugang zu Rohstoffen sind entscheidend für die Wettbewerbsfähigkeit des Produktionsstandortes Deutschland. Dabei wird schnell übersehen, dass es nicht nur um den Abbau von Lagerstätten in Asien, Südamerika oder Afrika geht. Deutschland bietet selbst eigene Rohstoffe. Für die Gewinnung dieser Ressourcen ist die Unterstützung aus Gesellschaft und Politik notwendig.
In der aktuellen Diskussion über die Rohstoffversorgung der deutschen Wirtschaft stehen neben den Energierohstoffen vor allem metallische Rohstoffe, die weitgehend importiert werden müssen, im öffentlichen Fokus. Die Notwendigkeit des Zugangs zu heimischen Rohstoffquellen wird dagegen kaum beachtet. Dabei ist die Rohstoffwirtschaft Deutschlands eine tragende Säule der Volkswirtschaft.
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Rohsalze sind die Basis für hochwertige und natürliche Düngemittel, diese sichern die Ernährung in vielen Regionen der Erde – wie hier in China oder Deutschland. |
Für die sichere Versorgung mit Rohstoffen ist die deutsche Industrie auf geeignete und faire Rahmenbedingungen angewiesen. Dies gilt zum einen für den Bezug von Rohstoffen aus dem Ausland, zum anderen aber eben auch für die Nutzung von in Deutschland gewinnbaren Rohstoffen. Die Wertschöpfungstiefe ist vor allem in der deutschen Kali- und Salzindustrie enorm. Aus den in Deutschland unter Tage gewonnenen Salzen entsteht eine breite und unverzichtbare Palette von Produkten für private, gewerbliche und industrielle Anwendungen. Die Vielfalt dieser Produkte, die zugleich elementare Bestandteile unseres Lebens sind, ist dabei außerordentlich groß: Kali- und Magnesiumdüngemittel, die für gesundes Pflanzenwachstum unverzichtbar sind, helfen dabei, die Erträge in der Landwirtschaft signifikant zu steigern, um eine stark wachsende Weltbevölkerung künftig ernähren zu können.
Die Rohstoffwirtschaft ist eine tragende
Säule der deutschen Volkswirtschaft
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Salzgewinnung Untertage in der Grube Hattorf-Wintershall und die Verladung als Schüttgut auf ein Transportschiff. (von links) |
Die Produkte der deutschen Kali- und Salzindustrie werden weltweit stark nachgefragt. Ob Salz für das Frühstücksei, als Konservierungsstoff oder als Pharmasalz in hochreiner Qualität für Infusionslösungen, Industrie- und Gewerbesalze, die unter anderem für die Wasserenthärtung sowie für die Kunststoff-, Aluminium- oder zur Glasherstellung benötigt werden, und Auftausalz für die Sicherheit auf winterlichen Straßen.
Neben Stein- und Kalisalzen gehört Deutschland auch bei anderen Rohstoffen wie Braunkohle und Kaolin (für die Herstellung von Ton- und Porzellanprodukten notwendig) zu den weltweit größten Produzenten. Auch bei Sand, Kies, Ton, Kalk- und Gipsstein können wir unseren Bedarf selbst decken. Jährlich werden in Deutschland rund 1,2 Milliarden Tonnen an Rohstoffen verarbeitet. Die heimischen Rohstoffe machen uns unabhängiger von Importen, sind zum Teil Exportschlager und schaffen Arbeitsplätze: Mit 200.000 Beschäftigten in mehr als 6.000 Betrieben, die zusammen einen Umsatz von etwa 43 Milliarden Euro erwirtschaften, leistet die deutsche Rohstoffindustrie einen wichtigen Beitrag zur volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung. In der gesamten Rohstoffwertschöpfungskette bis zum fertigen Produkt sind hierzulande sogar bis zu sechs Millionen Menschen beschäftigt.
Die hohe Aufmerksamkeit auf Energie- und wichtige Industrierohstoffe, bei denen Deutschland nicht über ausreichende Vorkommen verfügt, ist richtig und wichtig. Aber wir brauchen wieder das Wissen darüber, dass Deutschland sich glücklich schätzen kann, über heimische Rohstoffe zu verfügen, die unabhängig machen und im Ausland gefragt sind. Daher sollte der heimische Rohstoffmarkt die entsprechende politische und gesellschaftliche Aufmerksamkeit sowie Fürsprache erhalten.
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