Axel Biermann

Der Autor wurde 1965 geboren. Nach dem Studium in Trier begann er seine berufliche Laufbahn als Geschäftsführer des Verkehrsvereins Saarburger Land e.V. und Leiter des Verkehrsamtes der Stadt Saarburg. 1997 wurde er Geschäftsführer der Tourismus und Marketing Oberhausen GmbH. Seit Juli 2008 ist er als Geschäfts­­führer der Ruhr Tourismus GmbH für die touristische Entwicklung der Metropole Ruhr verantwortlich.

Die Metropole Ruhr feiert
die Kulturhauptstadt Europas 2010



© Ruhr Tourismus/Ralph Lueger


Rom, Paris, Wien, London – die Liste klassi­­scher Kulturmetropolen ist lang. 2010 trug mit der Metropole Ruhr eine Region den offiziellen Titel Kultur­haupt­stadt Europas, die auf den ersten Blick nicht in diese Aufzählung zu passen scheint. Doch die Gründe dafür sind vielfältig.

Mit 116 Kilo­metern in Ost-West-Richtung und 67 Ki­­lometern in Nord-Süd-Richtung sowie cir­­ca 5,3 Millionen Einwohnern ent­­spricht die gesamte Metropole Ruhr den Grö­ßen­­ver­­hält­nis­­sen einer Millio­nen­stadt. Im Un­­ter­schied zu den meisten anderen Me­­tro­polen gehen ihre Bal­lungs­zen­­tren aber fast nahtlos ineinander über und prä­­sen­­tieren sich in einem über­bor­­­den­den Ab­­wechslungs­reich­tum, der seines­­­­glei­chen sucht: ehrwürdige In­­dus­trie­ka­­the­­­­dralen, historische Berg­ar­bei­ter­­­sied­­lun­­gen, aus­­gedehnte Er­­ho­lungs­gebiete, eine der dich­tes­­ten Theater­land­­schaften Europas, Konzert- und Opern­häuser, Mu­­seen und Galerien von Weltrang, riesige Einkaufs­­tempel dicht an dicht so­­wie ei­­ne Freizeit- und Er­­leb­nis­­­kultur, die keine Wünsche of­­fenlässt. Alles ist da, alles ist nah! Die alten Zeu­gen der In­­dus­trie­kultur fügen sich da­­bei wie selbstverständlich in das kulturelle An­­ge­­bot mit ein und machen das Rei­se­­ziel Metro­pole Ruhr so einzigartig.

 




Jahrhunderthalle Bochum –
Ehrwürdige Industriekathedrale in neuem Glanz.
© Ruhr Tourismus /
Joachim Schumacher

Rückblick: Damit Gäste in dieser vielschichtigen Metropole nicht die Orien­­tierung ver­lie­ren, wurde die Region in fünf Er­­leb­nis­areale aufgeteilt, jedes dabei mit ei­­nem eigenen Thema und einem ei­­ge­­nen Be­­sucher­­­zentrum als erste An­­lauf­stelle für den Reisenden. Diese Are­­a­le hießen Kul­­tur­­­hafen RUHR (Duis­­burg), RUHR spek­­takulär und populär (Ober­hausen), Kunst und Krea­­tivität RUHR (Essen), Fest­spiel­­platz RUHR (Bo­­chum) und RUHR kreativ (Dort­­mund).

Mit einem wahren Wintermärchen be­­gann am 9. Januar 2010 offiziell das Kultur­haupt­­stadtjahr auf der Zeche Zollverein. Ein ehrgeiziges und mutiges Projekt. Künst­ler, Initiativen, Insti­tu­tio­nen und RUHR.2010-Begeisterte reichten hun­­derte von Projekten ein, die sich auf die Themen „Mythos Ruhr begreifen“, „Metro­­pole ge­­­­stal­­ten“, „Bilder entdecken“, „Theater wagen“, „Musik leben“, „Sprache erfahren“, „Kreativ­­wirtschaft stärken“, „Feste feiern“ und „Europa bewegen“ aufteilen. Das Programm soll Europa inspirieren, das neue Ruhr­­gebiet kennenzulernen. Zahl­reiche Museen wurden um­­gebaut, erwei­­tert oder neu errichtet und warteten mit be­­sonderen Aus­stel­lungen auf. Wie zum Beispiel das Ruhr Museum und das Mu­­se­­um Folkwang in Essen, das Museum Küppers­­mühle in Duisburg, das Emil Schumacher Museum in Hagen, AufRuhr 1225!, die große Mittel­­­alter­aus­­stellung im LWL-Museum für Archä­­o­­­­logie in Herne, die HELDEN im LWL-Indus­­­­trie­museum Henrichs­­hütte in Hattingen oder die Stern­­stunden im Gasometer Ober­­hausen.

 




Kultur gemeinsam erleben – ob bei der ExtraSchicht (rechts) oder auf dem Still-Leben Ruhrschnellweg (links), die Metropole Ruhr
bot Events und Festivals für jeden Geschmack.
© Ruhr Tourismus / Jochen Schlutius;
© Ruhr Tourismus / Christian Nielinger


Große Festivals sorgten bereits für Auf­­sehen. So etwa die ExtraSchicht zum Sommerfest der Kulturhauptstadt, als rund 50 Industrieanlagen von damals und heute zwischen 18.00 und 2.00 Uhr als faszinierende Spielorte farbenprächtig beleuchtet wurden, um als Kulissen für Künstler und ihre spektakulären Perfor­mances zu dienen. Oder als beim Still-Leben Ruhrschnellweg die Autobahn A40 auf 60 Kilometern für Fuß­­gänger und Radfahrer geöffnet wurde.

Bühnen in der ganzen Metropole prä­sen­tier­­ten Produktionen vom Feinsten: Homers Odyssee in einer nie dagewesenen Auf­führung in sechs Schau­spiel­häusern, ein zeitgenössischer Theatermarathon oder das Henze-Projekt als Zusammen­schluss der wichtigsten Musik­insti­tu­tio­nen der Region oder Theater der Welt. Kultur­fans erfreuen sich aber auch über 2010 hinaus an zahlreichen Festivals und Festen, wie beispiels­weise dem Klavier-Festival Ruhr, den Ruhr Festspielen und der RuhrTriennale.




Die rund 125 Meter hohe Berghalde Haniel in Bottrop, ist ein beliebtes Ausflugsziel für Spaziergänger und Mountainbiker.
© Ruhr Tourismus / Ralph Lueger


 

Als Freizeit- und Sport-Metropole ist das Ruhrgebiet besonders für Familien ein lohnendes Reiseziel! Einer der größten Shoppingkomplexe Europas, eine der längsten Indoor-Skihallen der Welt, Klet­­ter­­gärten, Zoos und Aquarien, Frei­zeit­parks, Radwege und mehr ermöglichen der Frei­­zeitgestaltung freien Lauf. Die Route der Industriekultur bietet einen Streif­zug durch 150 Jahre In­­dus­trie­geschichte, macht die Zeugnisse der Ver­gangenheit erfahrbar und zeigt ihre neue Nutzung. Der 230 Kilometer lange RuhrtalRadweg folgt der Ruhr von ihrer Quelle im Sauerland bis zur Mündung in den Rhein bei Duisburg. Die RUHR.TOPCARD bietet bei über 90 Freizeit- und Erlebniswelten in der Metro­­pole Ruhr, im Sauerland und am Nieder­­rhein einmalig kostenfreien Eintritt und ist somit die Eintrittskarte zu den besten Zoos, Spaßbädern, Fahr­gast­schiffen, Museen und weiteren Frei­­zeit­­attrak­­tionen der Region.

Sehenswertes findet sich auch außerhalb der Industriedenkmäler: die Auto­­bahn A42 als Land­schafts­pro­jekt Park­auto­­bahn, der Rhein-Herne-Kanal als Kultur­kanal oder das Ruhratoll mit sechs künstlichen Inseln auf dem Baldeneysee, das sich am besten mit dem Tretboot erkunden lässt.
Natürlich freuen sich das Ruhrgebiet und besonders die Macher der Kultur­haupt­­stadt über diese erfolgreiche, touristische Entwicklung. Denn neben Urlaubern profi­­tieren auch die Ein­woh­ner von den attrak­­tiven Freizeitwerten in der Region. Durch die damit einhergehende Erhöhung der Lebensqualität wird auch die Attrak­ti­vität der Metropole Ruhr als Wirtschafts­standort gesteigert, was wiederum die Positionierung des Ruhr­gebiets im Wett­­bewerb mit anderen Regionen verbessert.

Das Kulturhauptstadtjahr 2010 ließ die Metropole Ruhr natürlich in einem ganz besonderen Licht erstrahlen, aber auch 2011 und 2012 wird die Region ein lohnendes Ziel für Kultur- und Städtereisende blei­­ben: Seit Jahren lebt die Region nach dem Motto „Wandel durch Kultur – Kultur durch Wandel“. Nirgendwo sonst ergänzen sich imposante Indus­­trie­­stand­­orte mit kultu­rellen Inszenierungen so beeindruckend und harmonisch wie in der Metro­­pole RUHR. 200 Museen, 100 Kultur­­zen­­tren, 100 Kon­­zertsäle, 120 Theater, 250 Festi­­vals und Feste, 3.500 Industrie­denk­mäler, zwei große Musical­theater, eine aufregende Mischung zwischen Kultur und Entertainment!

 


 

 

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Unternehmensbeiträge:

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