Bahnhof Remscheid – Lennep
Einst prägte geschäftiges Treiben den Lenneper Bahnhof. Es gab vielfältige Anschlussmöglichkeiten in die bergische Region und darüber hinaus. Zudem war der Lenneper Bahnhof Verkehrsknotenpunkt im Bergischen und zentraler Umschlagplatz für vielfältige Produkte vor allem der Tuchindustrie.
Mehr als ein Jahrhundert stellte der Lenneper Bahnhof den heutigen Remscheider Hauptbahnhof an Bedeutung deutlich in den Schatten.
Lennep gehörte noch 1922 (01.04.1920 bis 30.09.1924 – Erlass vom 27.06.1921) zum Eisenbahndirektionsbezirk Elberfeld Betriebsamt Lennep.
![]() |
Mit dem Bau der höchsten Eisenbahnbrücke Deutschlands, der Müngstener Brücke, wuchs die Bedeutung des Bahnhofs Lennep. Durch diese Brücke verlängerte sich die Bahnlinie nach Solingen. Erst mit der sukzessiven Stilllegung der Bahnverbindungen in die Nachbarstädte in den 50er bis 80er Jahren und der Stilllegung der letzten Güterverbindung 1995 schwand die bisher dominante Bedeutung. Heute finden sich nur noch wenige Hinweise auf seine einstige Bedeutung.
Die zwei großen Lokschuppenanlagen, die Drehscheibe, alle Gleisanlagen – bis auf die zwei bis vier benötigten Gleise – sind mittlerweile entfernt.
Heute ist der Bahnhof Lennep nur noch zum Haltepunkt „Lennep“ der Regionalbahn (RB) 47 reduziert.
Durch den kontinuierlichen Ab- und Rückbau dieser Bahnanlagen wurde eine Fläche von circa 40.000 Quadratmetern freigezogen, die einer neuen Nutzung zuzuführen ist.
![]() |
Neues Nutzungskonzept wird angestrebt: das Lenneper Bahnhofsgebäude. |
Diese Ebene und die damit für das Bergische wertvolle Fläche ist als gewerbliche Fläche über den Bebauungsplan (BP) 485 ausgewiesen. Hier wird ein hochwertiges Gewerbegebiet entstehen.
Angedacht ist dabei die Ansiedlung kleiner und mittlerer Gewerbebetriebe, von technologieorientierten Unternehmen sowie von Unternehmen aus dem Dienstleistungssektor mit hohen Ansprüchen an architektonische Gestaltung und Standortqualität. Die Grundstücksflächen sind äußerst variabel gestaltbar.
Die Lage und die Verkehrsanbindung des Standortes sind optimal. Die Autobahn A1 ist in unmittelbarer Nähe. Der Standort liegt circa 700 Meter südwestlich der historischen Lenneper Altstadt und rund zwei Kilometer von den Anschlussstellen Remscheid-Lennep (Nr.95a) und Remscheid (Nr. 95) entfernt.
Zudem bestehen weiterhin Zugverbindungen nach Wuppertal und Düsseldorf sowie nach Köln über Solingen.
![]() |
Stadtentwicklungsprojekt, Bahnanleger Lennep. |
Neben der optimalen Verkehrsanbindung, der Nähe zur pittoresken Lenneper Altstadt und den guten Einkaufsmöglichkeiten in unmittelbarer Nähe des Geländes bietet der Standort Lennep sehr gute Wohn- und Freizeitmöglichkeiten sowie eine reizvolle Landschaft im Bergischen. Diese Konzentration hervorragender Standortfaktoren bietet eine einzigartige Standortqualität.
Zurzeit wird über eine EU-weite Ausschreibung ein Investor gesucht, der die gewerblichen Flächen nach den Vorgaben der Stadt Remscheid erschließt und sie dann auf dem Markt anbieten wird.
Auch das alte Bahnhofsgebäude liegt heute brach. Im Zuge der Haltepunkterneuerung wird das Bahnhofsgebäude zwar neu gestaltet, künftig aber nicht mehr von der Deutschen Bahn genutzt.
Unterschiedliche Maßnahmen und Rahmenbedingungen können dem Umfeld des Lenneper Bahnhofs nachhaltig positive Entwicklungsimpulse geben:
• Die historische Altstadt von Lennep
• Ein repräsentatives, zweigeschossiges Bahnhofsgebäude mit einer neuen attraktiven Nutzung
• Die geplante Radwegeverbindung auf der stillgelegten Bahntrasse (derzeit von Remscheid bis Lennep über Wermelskirchen bis Burscheid) mit einer „Radstation“ im ehemaligen Bahnhofsgebäude
• Die geplante gewerbliche Folgenutzung auf den freigezogenen Bahnflächen
Ausschlaggebend ist der Wunsch der Lenneper Bevölkerung, das Bahnhofsumfeld gestalterisch aufzuwerten und es stärker an die historische Altstadt anzubinden.
Ein erster Vorschlag basiert auf bereits vorliegenden Planungsabsichten. Diese sehen vor, die zuvor abgeräumten nördlich des Bahnhofsgebäudes gelegenen Flächen für ein Gesundheitszentrum zu nutzen. Dabei könnte als Ergänzung eine alten- und behindertengerechte Wohnanlage oder ein Hotel mit Gastronomie und touristischen Angeboten dienen.
Ein Verbindungsbau kann zudem die nördlich gelegenen Flächen (Wohnanlage/Hotel) mit dem südlich gelegenen Bahnhofsgebäude verbinden, so dass der vorhandene Parkplatz erhalten bleibt. Die Verbindung könnte als „Stadtbalkon/Aussichtspunkt“ mit Blick auf die Altstadt fungieren. In dem neu zu gestaltenden repräsentativen Bahnhofsgebäude könnten zudem Themenrouten beworben werden.
Ein weiterer Vorschlag sieht vor, auf den ebenfalls abgeräumten, nördlich des Bahnhofsgebäudes gelegenen Flächen weitere Parkmöglichkeiten (P&R-Anlage) zu schaffen. Somit wird der hohen Auslastung der vorhandenen südlich des Bahnhofsgebäudes gelegenen P&R-Anlage Rechnung getragen.
Wie oben schon erwähnt, bietet sich das Bahnhofsgebäude auf Grund seiner Stadtbild-prägenden Funktion für gastronomische und/oder touristische Nachnutzungen an. Eine Radstation ist daher nur eine von vielen Nutzungsoptionen.


















