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Dr. Raimund Rösch

Der 1962 in Gräfelfing geborene Autor hat an der TU München Luft- und Raum­fahrt­technik studiert und hat dort promoviert. Nach leitenden Funktionen bei Audi in Ingolstadt, der SHW GmbH in Bad Schus­­­­senried und der Georg Fischer Mössner GmbH in München wirkte Dr. Rösch als Geschäftsführer der Weigl Group AG in München. Seit 2009 ist er Sprecher der Ge­­schäfts­führung der C.A.PICARD GmbH & Co KG in Remscheid.

Lösungen für Verschleißprobleme des Doppelwellen-Extruders



Verschleißbild am Liner eines Extrudergehäuses.

Der gleichsinnig drehende Doppel­wel­len-Extruder wird für die verschiedensten industriellen Anwendungen, insbesondere in der Kunststoff-Industrie eingesetzt. Die meisten Anlagen werden zum Extru­die­ren und zum Compoun­die­ren verwendet. Wesentliche Kenn­zeichen dieser Ex­­trudertypen sind:

• gleichsinnig drehend und dicht kämmend
• axial offene Schneckengänge
• Selbstreinigung durch Kämmen mit der Gegenschnecke
• selektive Energieeinbringung durch va­­riablen Schneckenaufbau
• Steuerung der Verweilzeit durch Mo­­difikation der Schnecke und Ma­­schi­nenlänge
• modularer Schnecken- und Zylinder­aufbau

 





Schneckenelemente für den Einsatz im Doppelwellen-Extruder im HIP-Werkstoffverbund.

Vor allem der modulare Aufbau des Ver­­fahrensteils mit Schnecken und Zylin­dersegmenten ermöglicht es mit seinem Baukastenkonzept, verschlissene Kom­ponenten spezifisch auszutauschen. Die Bauteile des Verfahrensteils sind höchs­­ten Belastungen ausgesetzt, spe­­ziell wenn Verstärkungs- und Füllstoffe wie zum Beispiel Glasfasern zugemischt wer­­den. Dabei treten sämtliche Ver­­schleiß­­mechanismen wie Abrasion, Ad­­häsion sowie Oberflächen­er­mü­dungen auf. Bei vielen Anwendungen addiert sich eine korrosive Bean­spruchung.
Die mechanische Belastung vor allem der Schneckenelemente, ist in den letzten Jahren, bedingt durch ständig stei­­gende Ausstoßleistungen, erheblich ge­­stiegen. Die eingesetzten Werkstoffe müssen höchsten Verschleiß- und Kor­­rosionsanforderungen widerstehen und zugleich hohe mechanische Festig­keits­­werte nachweisen.

Von C.A.PICARD werden sehr erfolgreich Schneckenelemente aus HIP-Verbund­werkstoffen (Heiß-Isostatisch-Pressen) für unsere Kunden gefertigt. Mit der HIP-Technologie wird auf einen zähen, mechanisch hochfesten, nicht härtbaren Kern ein verschleiß- und korrosionsbeständiger Außenmantel pulvermetallur­gisch aufgebracht. Auch nach dem Här­­ten des pulvermetallurgischen Außen­mantels bleibt der Kern weich und die Nabengeometrie kann durch Räumen eingebracht werden.

Die C.A.PICARD HIP-Werkstoffe für Schne­ckenelemente werden entsprechend der typischen Kundenanforderungen einge­­setzt. Die neueste Entwicklung ist der HIP-Werkstoff PP, der höchsten An­­sprü­­chen an Verschleiß und Korrosion ge­­recht wird. Der hervorragende Ver­­schleiß­­schutz ist neben der gezielten Härtung auf die Ausscheidung von Vanadium-, Molybdän-, Wolfram- und Chromkar­bi­den zurückzuführen.

 




C.A.PICARD HIP-Werkstoffe für Schneckenelemente. Die hier genannten Einstufungen basieren auf C.A.PICARD Erfahrungswerten, Materialanalysen und Kundeninformationen.





C.A.PICARD HIP-Werkstoffe für Büchsen und Gehäuse. Die hier genannten Einstufungen basieren auf C.A.PICARD Erfahrungswerten, Materialanalysen und Kundeninformationen.


Die Neigung zur Karbidbildung ist bei den einzelnen Werkstoffen sehr unterschiedlich und nimmt in der Reihenfolge von Cr-W-Mo-V-Ti-Nb zu. Damit der Werk­­stoff eine hervorragende Korrosions­be­­ständigkeit aufweist, müssen genügend andere Karbidbildner mit einer höheren Affinität in ausreichender Menge zur Verfügung gestellt werden. Beim HIP-Werkstoff PP wird die exzellente Kor­­ro­sionsbeständigkeit durch einen hohen Anteil an freiem Chrom in der Matrix si­­chergestellt. Schneckenelemente in die­­ser Qualitätsstufe für den Verschleiß­schutz sind wirtschaftlich nur noch durch Schleifen zu bearbeiten, womit gleichzeitig höchste Oberflächen­quali­täten garantiert sind.

 



Die pulvermetallurgisch hergestellten Werkstoffe erlangen in den Anwen­dungs­­fällen des Doppelwellen-Extruders eine immer größere Bedeutung. Ins­be­­son­de­­­­re für Werkstoff­ver­bun­­de ist die HIP-Technologie oft die ein­­zige Lösung, um die not­­wen­­digen Eigenschaften si­­cher­­­­­zustellen. Ein wesentlicher Vor­­teil ist das besonders ho­­moge­ne und fein­­kör­­­nige Gefüge. Um die op­­ti­ma­­­le Kom­­bination für die Paa­rung Schne­­­­ckenele­men­­te und Ex­­­­tru­­­­­­der­ge­häuse zu ge­­währ­leis­­­­­ten, bie­­tet C.A.PICARD die entspre­­chenden Büch­­sen be­­­­­­zie­­hungs­weise Ge­­­­häu­­se­ver­­­bun­­­de eben­­so in HIP-Tech­­no­logie an. Durch die ent­­spre­­­chen­­­­de Werk­stoff­aus­­wahl ­­und -paarung können so gezielt die ge­­stie­ge­nen Anforderungen durch erhöhte Aus­­stoßleistun­gen gelöst werden.

 


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