Dipl.-Ing. Thomas Meyer

Der 1955 in Hannover ge­­borene Autor ab­­solvierte wäh­­rend seiner Bundeswehr­zeit ein Maschinenbau­studium und war im An­­schluss als technischer Offi­zier für das Bundesministerium der Ver­­tei­di­gung im Dienst. Nach einem Aufbaustudium Wirt­­schaft in Köln war Thomas Meyer ab 1983 für die Bar­­mag AG in Remscheid tätig. Seit 1993 ist er geschäfts­führen­der Ge­­sell­schafter der IKS Klingelnberg Grup­pe.

Im Mekka der Maschinenmesserproduktion



Maschinenmesser Papierverarbeitende Industrie (Bereich Weiterverarbeitung).

Die Wirtschaftsregion Bergisches Städte­dreieck ist eine traditionell gewachsene Industrieregion mit international wett­­be­­werbsfähigen Herstellern von Werk­zeu­­gen. Ein Spezialgebiet der Werk­­zeug­­in­dus­­trie ist die Entwicklung und Pro­duk­­­tion von Maschinenmessern.

Unerschöpflicher Bedarf
Der Bedarf an Schneidwerkzeugen ist enorm, denn bei der Herstellung vieler Nahrungsmittel, Alltagsprodukte und Verpackungen sind Maschinenmesser unverzichtbar. Sie kommen überall dort zur Anwendung, wo Fleisch oder andere landwirtschaftliche Produkte sowie Pa­­pier, Pappe, Blech, Kunststoff, Gummi, Holz oder etwa Kork industriell verarbeitet werden. Selbst am Ende eines Produktlebenszyklus kommen Maschi­nen­messer zum Einsatz, wenn Abfälle vor dem Recycling zerkleinert werden müssen.





Maschinenmesser Papierverarbeitende Industrie.
Maschinenmesser Holzverarbeitende Industrie.
Maschinenmesser Metallverarbeitende Industrie
Maschinenmesser Recycling- und Gummiindustrie.

Die Qualität der Maschinenmesser ist dabei entscheidend für die Qualität der Produktivität der verarbeitenden Ma­­schi­nen und damit meist auch für das Produkt selbst. Verkraften die Messer eine langanhaltende Dauerbelastung mit hoher Frequenz oder aber auch eine längere Stillstandzeit, ohne an Qualität einzubüßen? Ist das Messer geeignet für den Einsatz in der Lebens­mittel­in­dus­trie und ihre hygienischen Auf­la­gen? Solche und andere Fragen müssen die Entwickler von Maschinen­mes­sern berücksichtigen.
Die verschiedenen Anforderungen sind damit die Herausforderung für die Ma­­schinenmesserindustrie, da der be­­ab­sichtigte Einsatz der Messer für den eingesetzten Stahl, die Geometrie der Klinge, ihre Dicke und Beschichtung von maßgeblicher Bedeutung ist.

Hersteller von Schneidwerkzeugen pro­­duzieren aufgrund des hohen Grades an Spezialisierung oft nicht in Massen­anfertigung, sondern in geringeren Stück­zahlen.
Produzenten von Maschinenmessern wie etwa die IKS Klingelnberg Gruppe in Rem­­scheid sind Spezialisten der Werk­zeugindustrie, und der bedeutendste Bran­­chen-Standort weltweit ist das Ber­­­­gische Städtedreieck. Die Innova­tions­fä­­higkeit der Maschinenmesser-In­­dus­trie am Standort ist dabei hoch, da die Un­­ternehmen sich ständig auf die welt­­wei­­te Entwicklung neuer Pro­dukte und die zu ihrer Herstellung benötigten Ma­­schi­nen einstellen müssen. In den letzten 100 Jahren hat der Standort mit seinen Fach­­kräften, Hand­werkern und In­­ge­nieu­­ren da­­bei ein tradiertes Know-how ent­wi­ckelt, welches in der Welt sei­­nes­­glei­chen sucht.




Recycling Industrie.

Das Branchenwissen sichert dem Stand­ort Beschäftigung und Wachs­tum.
Unternehmen von Weltrang
So trägt auch die IKS Klingelnberg Grup­­pe maßgeblich zu dieser erfreulichen Entwicklung in der Region bei. Das Un­­ternehmen hat seinen Hauptsitz in Rem­­scheid und begann 1908 als einer der ersten Pioniere mit der Produktion von Industriemessern und zählt heute zu den ältesten noch produzierenden Messer­­fabriken in der durch den Werk­zeugbau geprägten bergischen Region. Es hat sich zum weltweit führenden Hersteller und Lieferanten für nahezu alle industri­­ellen Bereiche entwickelt und etabliert. Weltweit erwirtschaften 1.100 Mit­­ar­bei­ter einen Umsatz von rund 129 Mil­­lionen Euro, davon 43 Millionen Euro al­­leine am Standort in Remscheid (2008).

Der Exportanteil in diesem Sektor ist naturgemäß hoch. Er liegt beispielswei­­se bei der IKS Klingelberg Gruppe für runde und lange Maschi­nenmesser bei beachtlichen 75 Prozent.
IKS Klingelnberg steht heute für eine international agierende Unternehmens­gruppe mit mehreren Produktions­stand­­orten in Deutschland, Österreich und Finnland sowie weiteren Produk­tions- und Vertriebsstandorten etwa auf dem rasant wachsenden asiatischen Markt (Shanghai, Indonesien und Malaysia). Neben acht Produktions­stand­orten er­­gän­zen weitere Vertriebs- und Service­nie­­­derlassungen sowie etliche Ver­tre­tun­gen die weltweite Präsenz der Grup­­pe in den wichtigsten Märk­ten.

Die Unternehmensgruppe gliedert sich dabei in drei Divisionen:

Die umsatzstärkste Divison ist der Ma­­schinen­mes­serbereich für die papier­ver­­arbeitende Industrie. Er unterteilt sich in die Geschäftsbereiche Zellstoff- und Papier­industrie, Hygienepapier­in­dus­trie, Druck- und Verpackungs­in­dus­­trie und die Weiterverarbeitung.
Die zweitgrößte Division ist der Ma­­schi­­nenmesserbereich für die holz­ver­ar­­bei­­tende Industrie. Die Angebots­pa­let­te um­­fasst Werkzeuge für die Säge-, Zell­stoff-, Sperrholz-, Holzplatten und Fur­­nier­in­­dustrie.
Die Division Metall untergliedert sich in die Bereiche Warm- und Kaltband, Stahl Service Center und NE-Industrie.
Darüber hinaus werden Maschinen­messer für zu schneidende Kunststoffe und Gummis sowie für die Recycling­industrie angeboten. Für eine nachhaltige und serviceorientierte Kundenbe­treuung werden zudem ein Schleif- und Reparaturservice mit hauseigenem Hol- und Bringservice angeboten.

IKS Klingelnberg beliefert große Ma­­schi­­n­enhersteller wie Heidelberger Druck­­­­maschinen, KBA, Kolbus, Woh­­len­berg, Schneider Senator, E.C.H. Will, Casati, Möhring und Georg mit einer Werk­­­­zeu­­g-Erstausrüstung.
Die verarbeitende Industrie wie Dan­zer (Furnier­her­stel­lung), Stora Enso (Pa­­pier­erzeugung), Salzgitter Flach­stahl (Roh­stahlerzeu­gung) und viele an­­dere wird aber auch direkt mit Er­­satzteilen beliefert.

Zu den weiteren namenhaften Produ­zen­ten von Maschinenmessern im Ber­gischen Städtedreieck zählen beispiels­­weise Fassco, Winterhoff Picard, Fritz Ibach, Messerfabrik Neuenkamp (Die­­nes Gruppe) oder Kreso.





Metallverarbeitende Industrie.

Produktqualität ist Trumpf
Für den erfolgreichen Hersteller von Ma­­schinenmessern stehen das Produkt, sein Anforderungsprofil sowie die Wei­­terentwicklung im ständigen Fokus des Einsatzes aller Ressourcen.

Mit Sorgfalt ausgewählte Edelstahl­gü­ten höchster Qualität bilden die Aus­gangs­­basis: vom zähen, mittellegierten Werk­zeugstahl über langlebige, hochprozentige Chromstähle bis hin zu pul­­vermetallurgischen Schnellstählen und Sinter­hartmetallen. Alle in Frage kommenden Rohmaterialressourcen werden ausgeschöpft.
Modernste Betriebseinrichtungen für die mechanische Bearbeitung stehen in den jeweiligen Werken zur Verfügung. CNC-Maschinen, Roboterbeladung und Prä­­zisionsschliff garantieren engste Tole­ranzen und höchste Qualitäten. Kon­tak­­te zu Maschinenherstellern und An­­wen­­dern in aller Welt sichern dem Un­­ter­neh­men die Anbindung an den tech­ni­schen Fort­­schritt.
Forschung ist Ausgangsbasis für eine gesicherte Zukunft. In der IKS Klingeln­berg Gruppe sind die Aktivitäten im Forschungs- und Entwicklungsbereich seit jeher wichtige Bestandteile der Un­­ternehmensstrategie. Die oft komplexen Problemstellungen erfordern engsten Kontakt zwischen Forschung und Entwicklung sowie den Partnern in In­­dustrie, Universitäten und Instituten. Die Festlegung auf die Anwendung neu­­­ester Technologien, den Einsatz hoch­qua­­li­fizierter Fachkräfte und modern­ster Pro­­duktionsanlagen sowie die Wei­­ter­ent­­wick­­lung der elektronischen Da­­ten­ver­ar­­beitung vom Einkauf des Roh­­ma­te­ri­als bis zur Auslieferung des Fer­­tig­pro­duk­tes garantiert hohe Produk­tqualität, wachsendes Leistungs­ver­mö­­gen, sinnvolle Flexibilität und vor allem weltweite Wett­­bewerbsfähigkeit.

Anwendungsspezifische Entwicklungen auf hochtechnologischer Basis für und mit Kunden, Problemlösungen für den individuellen Kunden und das Angebot kundenspezifischer Produkte sowie kom­­pletter und universeller Programme kenn­­zeichnen die Leistungsfähigkeit des Unternehmens und sichern zusammen mit einer immer marktnahen Pro­dukt­­strategie den Erfolg auf internationalen Märkten.
Langjährige Erfahrungen, technisches Know-how sowie die Pflege part­ner­schaft­­licher Beziehungen zu den Kun­den bilden eine solide Basis, um schon heute Technologien für morgen frühzeitig zu erkennen und die passenden Wege für neue Märkte vorbereiten zu können.


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Montage- und Befestigungstechnik für das Handwerk in aller Welt
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