Strukturwandel führt zum dichtesten Netz an Technologie- und Gründerzentren
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Technologiestandorte sind eng verbunden mit dem wissenschaftlichen Potenzial von Universitäten und Fachhochschulen. In Münster haben die Hochschulen entscheidend dazu beigetragen, den Standort zu einem anerkannten Forschungs- und Technologiestandort zu machen. |
Die gut 70 Technologie- und Gründerzentren (TGZ) in NRW sind mehrheitlich auf lokaler Ebene mit Hilfe der Städte, Gemeinden und Kreise sowie mit starker finanzieller Unterstützung des Landes zwischen 1983 und 1998 entstanden. Die Landesregierung hat im Rahmen ihrer aktiven Strukturpolitik bei der Förderung von TGZ eine Vorreiterrolle gespielt, so dass NRW heute das Bundesland mit den meisten TGZ ist. Vor dem Hintergrund der Krisen in der Stahl- und Montanindustrie, verbunden mit hohen Arbeitslosenzahlen, schwindender Unternehmenslandschaften und geringen Gewerbesteuern bestand für die politisch Verantwortlichen ein enormer Handlungsdruck, einen nachhaltigen Strukturwandel zu initiieren. Einer der großen Hoffnungsträger war damals und sind auch heute noch Gründungen aus Hochschulen, insbesondere technologie-orientiere Unternehmen in zukunftsträchtigen Hightech-Branchen und damit verbundenen komplementären Dienstleistungen. Gemessen am Aufwand sind in diesem Bereich die Arbeitsplatzeffekte und der volkswirtschaftliche Nutzen am größten. Diese Fakten waren seinerzeit maßgeblich für die Entscheidung, die angewandte Forschung in den Hochschulen stärker auszubauen und parallel dazu die Entstehung von regionalen Technologie- und Gründerzentren nachhaltig zu unterstützen.
Hieraus abgeleitet verstehen sich die TGZ als wesentliche Elemente einer modernen Wirtschafts- und Innovationsförderung und verfolgen eine spezifische Zielsetzung: Förderung von technologieorientierten Unternehmen, Ansiedlung von Hightech-Firmen, Förderung von Spin-off-Gründungen aus Hochschulen und Forschungseinrichtungen und Förderung des Einstiegs in die Produktion sowie die Vermarktung innovativer Ideen. Insgesamt zielen die Maßnahmen darauf ab, nachhaltig Arbeitsplätze zu schaffen und zu einem spürbaren Beitrag zum Strukturwandel in den Regionen beizutrag
Ihr Beratungs- und Serviceangebot umfasst unter anderem:
- Hilfestellung bei der Erstellung des Unternehmenskonzeptes
- Finanzierungsberatung
- Betriebswirtschaftliche Beratung und Qualifizierung
- Unterstützung bei Fragen der Fertigung, des Marketing und der Verkaufsförderung einschließlich Messebeteiligung
- Kontaktvermittlung zu Hochschulen, Forschungseinrichtungen und externen Beratern
- Kontaktvermittlung zu anderen Unternehmen sowie zu relevanten Netzwerken
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Public-Private-Partnership-Projekte ergänzen das Angebot erfolgreicher Technologie- und Gründerzentren und leisten damit einen signifikanten Beitrag zum Strukturwandel. Beispiel: Deilmann-Haus im Technologiepark Münster |
Über die auf individuelle Bedürfnisse zugeschnittenen Räumlichkeiten hinaus bieten die Zentren ihren Unternehmen ein breites Spektrum an Infrastruktureinrichtungen, das zum Beispiel von Seminarräumen, der Telefonzentrale, dem Gemeinschaftssekretariat, der Nutzung von Labor- und Werkstatträumen bis zur Cafeteria reicht. Die TGZ sind Anlaufstellen für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) und zugleich Kooperations- und Vermittlungspartner für Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten innovativer Großunternehmen.
In vielen Fällen konnten sich die TGZ auf regionaler Ebene erheblich weiter entwickeln. Insbesondere dort, wo sie in unmittelbarer Nähe zu Hochschulen und Forschungseinrichtungen entstanden sind. Oftmals sind zusätzlich zum ursprünglichen Inkubator weitere Immobilien beziehungsweise Spezialimmobilien für den Medizin- oder Life Science-Bereich entstanden. Heute sind alle großen technologieorientierten Zentren an einen Technologiepark angeschlossen. Hierdurch wird gewährleistet, dass für alle Entwicklungsstadien eines Unternehmens von der Gründung bis zu einem wachsenden, produzierenden KMU optimale Infrastrukturangebote vorhanden sind. Die Kombination von TGZ, Technologiepark und Hochschule ist ein Faktor, der das Ansehen eines Standortes bei Unternehmen und Investoren entscheidend beeinflusst. Positive Beispiele in Nordrhein-Westfalen für solche Effekte sind beispielsweise die Standorte Dortmund, Aachen oder Münster. Sie spiegeln das stabile und intensive Kooperationsverhältnis mit den Hochschulen vor Ort wider, für die die TGZ als Brücke zwischen den Potenzialen der Hochschulen und der technologieorientierten Wirtschaft fungieren.
Durch ein positives unternehmerisches Klima, durch eine enge Anbindung an Wissenschaft und Wirtschaft, durch eine aktive Einbindung in regionale und landesweite Netzwerke – zum Beispiel aktuell in der derzeitigen Clusterpolitik des Landes – entstanden langfristig Arbeitsplatzeffekte und in der Folge der gewünschte Strukturwandel.
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Hochschulen, Stadt, Transfereinrichtungen und Technologieunternehmen vor Ort arbeiten daran, das enorme wissenschaftliche Potenzial in den Hochschulen wirtschaftlich nutzbar zu machen. |
Zur Einschätzung der Effekte auf den Strukturwandel einer Region – und hier sind in Nordrhein-Westfalen sehr unterschiedliche Bedürfnisse und Erfordernisse festzustellen – werden Indikatoren wie Beschäftigungseffekte gemessen an Arbeitsplätzen, Überlebensrate von jungen Unternehmen innerhalb und außerhalb eines TGZ sowie die Kooperationsbeziehungen zwischen Technologiefirmen und Zulieferindustrie in einer Region herangezogen. So geht aus einer internen Studie des TGZ NRW eV hervor, dass rund 90 Prozent aller in einem TGZ gegründeten und dort auch gewachsenen Firmen nach Auszug aus dem Zentrum am Markt überleben konnten, während nur gut 60 Prozent der sonstigen technologieorientierten Neugründungen sich in den ersten drei Jahren stabil etablieren können. Über einen Betrachtungszeitraum von fünf Jahren war festzustellen, dass die durchschnittliche jährliche Neuansiedlungsrate in den Zentren bei knapp 20 Prozent lag. In den vergangenen zehn Jahren wurden rund 5.200 Firmen in TGZ angesiedelt beziehungsweise gegründet, 2.300 Firmen „wuchsen“ aus dem Zentrum heraus und siedelten sich in der unmittelbaren Umgebung – vorzugsweise in Technologieparks – an und es entstanden insgesamt mehr als 38.000 hochwertige Arbeitsplätze.


















