Ideen zünden! Die Hightech-Strategie der Bundesregierung
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Innovatorenquote* im EU15-Vergleich 2004 *) Unternehmen mit Produkt- und/oder Prozessinnovationen in den Jahren 2002-2004 in Prozent aller Unternehmen ab 10 Beschäftigte. **) Großhandel, Transportgewerbe, Nachrichtenübermittlung, EDV, Ingenieurbüros, technische Labors. Quelle: Eurostat, 4th Community Innovation Survey, für GBR: DTI (2006). – Berechnungen des ZEW. |
Deutschland im internationalen Innovationswettbewerb
Seit geraumer Zeit erleben wir einen zunehmenden internationalen Innovationswettbewerb. Deutschland ist hier hervorragend aufgestellt
- In der Industrie zählten 65 Prozent der deutschen Unternehmen zu den Innovatoren. Dies ist deutlich mehr als in jedem anderen der großen Industrieländer.
- Bei den weltmarktrelevanten Patenten liegt Deutschland mit 288 Patentanmeldungen je Million Erwerbstätige im internationalen Vergleich an sechster Stelle, noch vor den USA (245) und deutlich über dem OECD-Durchschnitt (173).
- Deutschland exportierte 428,3 Milliarden Euro an forschungsintensiven Industriewaren. Wir waren damit 2005 vor den USA und Japan weltgrößter Technologieexporteur.
- Der Anteil wissenschaftlicher Publikationen ist – trotz erheblicher Dynamik bei den Aufholländern – leicht ausgebaut worden; Deutschlands Anteil belief sich hier auf 7,5 Prozent.
- Deutschland führt im Maschinenbau, ist erstklassig im Fahrzeugbau und in der Umwelttechnik sowie Schrittmacher in vielen Bereichen der Erneuerbaren Energien, der Laser-, Nano- und Medizintechnologie.
- Immer deutlicher werden Deutschlands Stärken bei den Prozesstechnologien: „Made in Germany“ steht zwar auf immer weniger Produkten, allerdings ist unser Know-how immer gefragter in der global vernetzten Wirtschaft.
Die Entwicklungen auf den internationalen Märkten für Technologie zeigen eines ganz deutlich: Kein Vorsprung ist mehr sicher. Hierin liegen Herausforderungen und Chancen zugleich.
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Kondensatoren: Ihre Wirkung wurde 1745 von Ewald J. G. von Kleist aus Cammin entdeckt |
Deutschlands Antwort auf den internationalen Technologiewettlauf
Diese Bundesregierung hat ein eindeutiges Signal zur Intensivierung der Forschungs- und Entwicklungstätigkeit auch und gerade in Unternehmen gesetzt:
- In dieser Legislaturperiode investieren wir zusätzlich sechs Milliarden Euro in Forschung und Innovation.
- In den Jahren 2006 bis 2009 werden wir insgesamt rund 15 Milliarden Euro in die Hightech-Strategie investieren.
Einen solchen Anstieg der Forschungsgelder und Fördermittel hat es in der Geschichte der Bundesrepublik noch nie gegeben. Hiermit ist der Bund in Vorleistung gegangen. Nunmehr sind die Länder aufgefordert, ihre Innovationsstrategien vorzulegen. Und insbesondere muss die Wirtschaft nachziehen. Bis zur Drei-Prozent-Marke fehlen immerhin noch zwölf Milliarden Euro. Wenn diese Summe fair zwischen Wirtschaft und Staat aufgeteilt werden würde – nach dem üblichen Schlüssel von zwei Drittel/ein Drittel – käme die Industrie auf einen zusätzlichen Finanzierungsbeitrag von acht Milliarden Euro. Die Plandaten der Wirtschaft für die Jahre 2006 und 2007 zeigen erfreulicherweise ein positives Signal. Die deutsche Industrie ist auf Wachstumskurs.
Mit der Hightech-Strategie, die am 29. August 2006 vom Kabinett verabschiedet wurde, setzt die Bundesregierung folgende innovationspolitische Schwerpunkte:
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TV-Media-Tunnel: Die Informations- und Kommunikationstechnologie ist eines der wichtigsten Forschungsgebiete von heute. |
1. Leitmärkte entwickeln
- Klare Ziele und Handlungsfelder festlegen: Die Bundesregierung legt in der Hightech-Strategie Ziele für 17 Zukunftsfelder fest. Hierzu zählen etwa die Gesundheits-, Sicherheits- und Energieforschung. Für jedes Feld gibt es einen klaren Fahrplan von Initiativen. Forschungsförderung und Rahmenbedingungen werden stets gemeinsam betrachtet.
- Klares Profil schaffen: Erstmals wird durch eine Stärken-Schwächen-Analyse ein klares Profil dafür geschaffen, wo Deutschland in den verschiedenen Zukunftsfeldern steht und wo Handlungsbedarf besteht. Im Zentrum steht immer die Aufgabe, neue Märkte für Produkte und Dienstleistungen zu erschließen oder bestehende Märkte zu Leitmärkten auszubauen.
- Roadmap-Prozesse mit Wirtschaft und Wissenschaft anlegen: Damit Deutschland auf internationalen Märkten konkurrieren kann, ist eine Verständigung von Politik, Wissenschaft und Wirtschaft erforderlich. Diesen Prozess zu moderieren und im Hinblick auf Rahmenbedingungen und mögliche Förderung mit zu gestalten, ist die Aufgabe von Innovationspolitik. Strategischen Partnerschaften kommt hier eine besondere Bedeutung zu.
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Außenhandel ausgewählter OECD-Länder mit FuE-intensiven Waren 2004 Quelle: DIW-Außenhandelsdaten. – World Bank, World Development Indicators 2006. – Berechnungen des DIW Berlin. |
2. Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Wirtschaft verbessern
- Kräfte von Wirtschaft und Wissenschaft bündeln: Durch die Hightech-Strategie werden Brücken zwischen Wirtschaft und Wissenschaft geschlagen; Kooperationen und Gemeinschaftsprojekte werden so stark gefördert wie noch nie, etwa durch die Einführung einer Forschungsprämie, durch die Förderung von Spitzenclustern oder indem die besten Beispiele für die Zusammenarbeit von Wirtschaft und Wissenschaft sichtbar gemacht werden.
- In die Köpfe der Menschen investieren: Die Systeme der beruflichen Aus- und Weiterbildung werden zukunftsorientiert weiterentwickelt und die Begabten- sowie Nachwuchsförderung ausgebaut. Mit dem Hochschulpakt 2020 soll sichergestellt werden, dass eine wachsende Zahl an Studierenden attraktive Studien- und Forschungsbedingungen findet.
3. Direkte Umsetzung von Forschungsergebnissen forcieren
- Innovationsfreundliche Bedingungen für Hightech-Gründungen und den innovativen Mittelstand verbessern: Existenzgründern wird der Weg in den Markt erleichtert, Unternehmern wird bei Kontakten zur Wissenschaft und bei der Umsetzung ihrer eigenen Forschung in Produkte geholfen und die Förderpolitik für kleine und mittlere Unternehmen wird vereinfacht.
- Die allgemeinen Rahmenbedingungen werden verbessert: Die Unternehmensteuerreform wird die finanziellen Spielräume von Unternehmen für Innovationen erweitern. Zeitgleich sollen mit der Unternehmensteuerreform die steuerlichen Rahmenbedingungen für Gründungen über ein neues Wagniskapitalgesetz entscheidend verbessert werden. Die Unternehmensteuerreform enthält zudem den Auftrag, die Einführung einer steuerlichen Förderung von Forschung und Entwicklung in Deutschland zu untersuchen.
Mit der Hightech-Strategie hat diese Bundesregierung einen ressortübergreifenden Prozess für die gesamte Legislaturperiode initiiert. Im Rahmen der „Forschungsunion Wirtschaft – Wissenschaft“, die aus Vertretern der Wirtschaft und der Wissenschaft besteht, wird unter Beteiligung der jeweils relevanten Ressorts die Umsetzung und Weiterentwicklung der Hightech-Strategie begleitet. Die Strategie wird regelmäßig auf den Prüfstand gestellt. Im September 2007 zieht die Bundesregierung eine erste Bilanz.



















