„Made in Germany“ – Wieder ein Siegel für Güte und Qualität
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Das Armaturenbrett eines PKW der Oberklasse: hervorragende Qualität in Leichtbautechnik |
Eine Exportnation wie Deutschland ist heute noch viel stärker als in der Vergangenheit davon abhängig, innovative Produkte und Dienstleistungen anzubieten, die auf den Weltmärkten konkurrenzfähig sind. Da wir einen Preiswettbewerb mit Billiglohnländern nicht gewinnen können, müssen wir etwas herstellen oder etwas leisten, was diese nicht können – innovative, einzigartige Produkte und Dienstleistungen.
Deutschland gehört derzeit zu den Gewinnern der Globalisierung. Die hohe Nachfrage nach Technologiegütern aus den Aufholländern, insbesondere aus China, beflügelte den exportgetriebenen Aufschwung. Die Spezialisierung Deutschlands auf „gehobene Gebrauchsgüter“ wie den Maschinenbau und die Automobilindustrie korrespondiert exakt mit der Nachfrage aus diesen Ländern. Kostensenkende Prozessinnovationen, internationale Reorganisation der Wertschöpfungsketten und geringe Kostensteigerungen im Inland schufen Vorteile im globalen Preiswettbewerb. Das sind die Gründe für das gegenwärtige unerwartet hohe und stabile Wirtschaftswachstum.
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Miniaturisierte Brennstoffzellen verbessern die Energieversorgung von mobilen elektronischen Geräten. |
Und es zeigt, dass deutsche Unternehmen auch in Zeiten der Globalisierung wettbewerbsfähig sein können, wenn sie sich auf ihre traditionellen Stärken besinnen – hohe Qualität und technischer Vorsprung. Made in Germany war und ist das Markenzeichen für technische Spitzenleistung, Qualität und Zuverlässigkeit. Billige Massenprodukte werden heute vornehmlich in Asien hergestellt. Doch der weltweite Trend geht weg von simplen Massenartikeln hin zu Qualität, die durch Marken verkörpert wird. Deutsche Unternehmen haben viele berühmte Marken geschaffen. Bezeichnenderweise waren es meist Familienunternehmen, die den Produkten eine Aura von Langlebigkeit und ererbtem Können gaben. Familienunternehmen fühlen sich der Glaubwürdigkeit der Marke besonders verpflichtet. Sie kennen den Markt und sie hören auf den Kunden. So haben wir in Deutschland eine Fülle erfolgreicher mittelständischer Unternehmen, zahlreiche Hightech-Firmen, oft hochspezialisierte Weltmarktführer, Dienstleistungsunternehmen und Handwerksbetriebe.
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Biometrische Verfahren wie die Vermessung der Iris helfen bei der Identifikation von Personen. |
Deutschland hat im globalen Innovationswettbewerb eine Spitzenposition in Technologiefeldern, die heute zwar noch von hoher wirtschaftlicher Bedeutung sind, aber ihre starke Wachstumsphase bereits hinter sich haben. Gerade in den dynamisch wachsenden Zukunftstechnologien ist Deutschland noch schwach vertreten. Je höher die Innovationsdynamik ist, desto schwächer ist die deutsche Position. Die beschleunigten Veränderungszyklen in Technik, Wirtschaft und Gesellschaft, die Dynamik der Geschäftsprozesse mit internationalen Partnern und Wettbewerbern erlauben Deutschland kein Ausruhen auf Erfolgen der Vergangenheit und Gegenwart. Unser Land muss wieder in den wichtigen Zukunftsmärkten und -technologien zur Weltspitze aufschließen, mehr noch: In wichtigen Feldern müssen wir wieder Technologieführer werden.
Die Bundesregierung hat das erkannt und die „Hightech-Strategie für Deutschland“ konzipiert, die klare Schwerpunkte für die Innovationsförderung in den nächsten Jahren setzt. So wurden siebzehn Technologiethemen definiert, von denen besondere Impulse für die Wirtschaft zu erwarten sind. Dabei werden vor allem die Bereiche unterstützt, in denen Deutschland schon heute über gute Potenziale verfügt. Das Prinzip „Stärken stärken“ ist der richtige Weg zur Herausbildung von international wettbewerbsfähigen Forschungs- und Anwendungsfeldern.
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Laser in der Industrie: Die Führung des Strahls durch spezielle Spiegel erlaubt schnelle und komplexe Schweißvorgänge. |
Dafür hat die Bundesregierung ihre Investitionen in die Wissenschaft kräftig erhöht: Von 2006 bis 2009 werden sechs Milliarden Euro zusätzlich für Forschung, Entwicklung und Innovation zur Verfügung gestellt. Die daraus entstehenden Innovationen sollen die Wirtschaft beleben und künftigen Wohlstand schaffen. Nur wenn so aus Wissen neue Werte geschaffen wurden, hat sich die Investition gelohnt. Nun müssen die deutschen Unternehmen nachholen und ebenfalls ihre Forschung- und Entwicklungsausgaben deutlich steigern. Das können sie jetzt auch, da sie in Folge der Wettbewerbsfähigkeit auch ihre Investitionsfähigkeit wiedererlangt haben.
Die Fraunhofer-Gesellschaft hat ihr Technologieportfolio ganz gezielt auf die Bedürfnisse der deutschen Wirtschaft zugeschnitten und mit ihren „Perspektiven für Zukunftsmärkte“ gezeigt, wo neue Chancen durch technologische Durchbrüche eröffnet werden können.
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Ein Biostat als Produktionsanlage: Algen erzeugen einen wertvollen roten Farbstoff für die Kosmetikindustrie. |
Der Innovationswettbewerb ist vor allem auch ein Führungs- und Organisationswettbewerb – ein Wettbewerb um die besten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Wissen, Kreativität und der Mut, neues zu wagen, werden in der kommenden Wissensgesellschaft zu den entscheidenden Erfolgsfaktoren. Für alle drei Faktoren ist der Mensch entscheidend. So rücken die Mitarbeiter- und Mitarbeiterinnen in den Mittelpunkt künftiger Wettbewerbsfähigkeit. Schon jetzt hat ein weltweiter Wettbewerb um Fachkräfte begonnen. Bisher eher abgeschottete und nebeneinander existierende Absatz- und Arbeitsmärkte werden in einen immer intensiveren globalen Wettbewerb eingebunden.
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Das World Wide Grid revolutioniert industrielle Arbeitsabläufe. |
Das Schicksal Deutschlands hängt an gut ausgebildeten und motivierten Fachkräften, künftig mehr denn je. Doch schon jetzt droht ein Fachkräftemangel den Aufschwung zu bremsen. Wir haben erheblich zu wenig Naturwissenschafter und Ingenieure. Die derzeitigen Absolventen können nicht einmal diejenigen ersetzen, die aus dem Berufsleben ausscheiden. Besonders dramatisch ist dieser Mangel gerade in den Gebieten, die für den Aufbruch in Zukunftsmärkte benötigt werden. Am stärksten betroffen sind die wissensintensiven Branchen des Dienstleistungssektors und die Industriebranchen mit hohem Bedarf an Ingenieuren. Der jüngste OECD-Vergleich von Ende 2007 zeigte, dass Deutschland einen erheblichen Nachholbedarf hat. Deutschland leistet es sich, das ohnehin erheblich schrumpfende Potenzial an Nachwuchs nicht auszuschöpfen. Alle anderen führenden Industrieländer bringen deutlich mehr Absolventen in den Natur- und Ingenieurwissenschaften hervor und haben gleichzeitig weniger Schulversager und Studienabbrecher.
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In Systemen der Virtuellen Realität können sich Konstrukteure bewegen, ohne von komplizierten Eingabegeräten abgelenkt zu werden. |
Fraunhofer bietet dem Nachwuchs eine Chance, Entfaltungsmöglichkeiten und faszinierende Forschungsthemen. Im Frühjahr haben wir die Initiative „Attract“ gestartet. Wir investieren in den nächsten fünf Jahren 100 Millionen Euro in den Nachwuchs und bauen bis zu 40 neue Arbeitsgruppen auf. Ein einzigartiges Angebot für exzellente junge Wissenschaftler. Sie erhalten die Chance, an einem Fraunhofer-Institut eine eigene Arbeitsgruppe aufzubauen, um ihre Ideen auszuarbeiten und in Richtung Anwendung voranzutreiben.
Wir können nur als innovative Gesellschaft unsere Wettbewerbsfähigkeit und damit unseren Wohlstand erhalten. Und dazu brauchen wir kreative Köpfe, die Neuland eröffnen, und Innovatoren, die dem Neuen zum Durchbruch verhelfen.






















