Prof. Dr. Franz J. Luzius

Der Autor wurde 1946 in der Nähe von Mainz geboren. Er ist Honorarprofessor an der Berufsakademie Mannheim. Seit 1978 ist Prof. Dr. Franz J. Luzius in verschiedenen Funktionen bei der IHK Rhein-Neckar in Mannheim tätig, seit 1993 als Hauptgeschäftsführer.

Was Heidelberg wirtschaftlich so attraktiv macht – mit Kooperationen in die Zukunft



Tradition: Nivea-Werbung

Heidelberg ist wirtschaftlich so attraktiv, weil sein glänzendes Bild aus vielen bemerkenswerten Mosaiksteinen zusammengesetzt ist. Auch lockt das Flair der Stadt die Menschen an. Und immer mehr zahlt sich Heidelbergs Orientierung an der Spitzenforschung aus: Heute hat die Wissenschafts- und Forschungslandschaft am Neckar in der Welt einen hervorragenden Ruf.

Made in Heidelberg: Branchen und Trends

Das wirtschaftliche Bild Heidelbergs wird von Großunternehmen wie der Heidelberger Druckmaschinen AG mit rund 8.300 Beschäftigten ebenso geprägt wie von kleinen Schmuckstücken, z. B. der Chocolaterie St. Anna No 1, die Guiseppina Ehmann im September 2005 eröffnet hat, weil sie mit 65 Jahren noch einmal etwas ganz Neues machen wollte.

 

Der Industrieumsatz von 1.443 Millionen Euro im Jahr 2005 zeigt, wie die Heidelberger Wirtschaft floriert. Zuletzt stieg in Heidelberg im ersten Quartal 2006 – und das ist beeindruckend – die Zahl der Industriebeschäftigten um 2,1 Prozent. Die Hälfte der rund 143.000 Heidelberger sind versicherungspflichtig beschäftigte Arbeitnehmer, jeder fünfte geht einer Tätigkeit im produzierenden Gewerbe nach. Im Handel, Gastgewerbe und Verkehr sind 13.710 Heidelberger beschäftigt – 18,5 Prozent der Arbeitnehmer. Im Bereich der sonstigen Dienstleistungen wie Kredit- und Versicherungsgewerbe, Verwaltung, Grundstückswesen und Vermietungen sind 45.241 Arbeitnehmer tätig und 221 arbeiten in der Land- und Forstwirtschaft bzw. in der Fischerei.

Touristenmagnet am Neckar

 




Bedarfsadäquate Kinderbetreuung
wird in Heidelberg großgeschrieben:
Nahezu 100 Prozent des Bedarfs an Kindergartenplätzen sind in diesem Jahr gedeckt.

Unterschiedliche Blickwinkel auf Heidelberg zeichnen das warme Bild einer Stadt mit vielen Facetten. Das zeigt sich auch in der nahtlosen Verzahnung von Alt und Neu. Nicht nur im Stadtbild, wo der Barock-Charme der Altstadt auf innovative Gebäude am Stadtrand trifft, sondern auch im Charakter der Stadt: Elf führende Forschungseinrichtungen, vom Deutschen Krebsforschungszentrum bis zur Landessternwarte, haben genauso ihren Sitz in der Stadt am Neckar wie das Kurpfälzische Museum oder das Deutsche Apotheken-Museum.

Diese Kombinationen von Tradition und Geschichte sowie Innovation und Forschung sichern Heidelbergs Attraktivität: Seit Jahrzehnten boomt der Fremdenverkehr am Neckar. Im Jahr 2005 konnte die Anzahl der Hotelübernachtungen in Heidelberg noch einmal um 2,3 Prozent auf 774.000 gesteigert werden. Während die Zahl der deutschen Besucher um 0,7 Prozent anstieg, nahm die Zahl der ausländischen Besucher sogar um 4,2 Prozent zu.

Bildung, Wissenschaft und Forschung sichern die Zukunft




Print Media Academy

Hervorzuheben ist Heidelbergs Ausrichtung auf Bildung, Wissenschaft und Forschung – kurz: die Zukunftsorientierung der Stadt. Und das seit über 620 Jahren. Die Ruprecht-Karls-Universität wurde von Ruprecht I., Kurfürst und Pfalzgraf bei Rhein, 1386 in seiner Residenzstadt als erste Universität Deutschlands – nach Prag und Wien war sie die dritte Gründung auf dem Boden des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation – gegründet. Seine Intention war, seinem Reich ein geistiges Zentrum zu verleihen, Fremde anzuziehen und Kirchen- und Staatsdiener auszubilden. Heidelberg hält noch heute an dieser Linie fest und ist mit mittlerweile fünf Hochschulen und mehr als 33.000 Studierenden quantitativ wie qualitativ eine Universitätsstadt der Spitzenklasse. Die Zahl von zurzeit 5.000 ausländischen Studierenden unterstreicht das. Das Studienangebot ist überaus breit gefächert und reicht – neben den weltweit bekannten Fakultäten – von Ägyptologie über Computerlinguistik und Konferenzdolmetschen bis hin zu Kirchenmusik. Heidelberg genießt zudem den Ruf, insbesondere eine international anerkannte Hochburg der Biotechnologie zu sein. Beispielhaft greifen hier Forschung und Lehre ineinander. So kooperieren die Universität und Forschungseinrichtungen wie das Max-Planck-Institut bei gentechnischen oder molekularen Projekten.

Netzwerke richtig genutzt

Um das wissenschaftliche Potenzial der Forschungseinrichtungen auszubauen, hat die Stadt Heidelberg zusammen mit der Industrie- und Handelskammer (IHK) Rhein-Neckar die Technologiepark Heidelberg GmbH gegründet. Dem Standort entsprechend hat sich der Technologiepark der Unterstützung von Existenzgründern in Life-Sciences – also den Disziplinen Bio- und Medizintechnologie, IT-Wissenschaften und Umwelttechnologie – verschrieben. Das Konzept des Technologieparks hilft Gründern auf außergewöhnliche wie wirkungsvolle Weise: Im Gegensatz zu den meisten Institutionen für Existenzgründer stehen finanzielle Vorteile eher im Hintergrund. Der Fokus liegt auf Serviceleistungen, wie Kontakten und Netzwerken, die der Park zu Einrichtungen auf der ganzen Welt unterhält. Enge Verknüpfungen werden zudem zu regionalen Starter-Centern, wie dem der IHK Rhein-Neckar, gepflegt.

Existenzgründungen leicht gemacht

Neben dem Technologiepark und dem IHK-StarterCenter hilft auch das Gründerzentrum der Fachhochschule Heidelberg e. V. Interessierten dabei, den Sprung in die Selbstständigkeit zu schaffen. Der gemeinnützige Verein sieht sich als „Pate der Gründer“, der die angehenden Unternehmer über die Frühphase der Gründung hinaus zum Beispiel bei der Öffentlichkeitsarbeit begleitet. Heidelbergs Starthilfeeinrichtungen haben den Mehrwert von Kooperationen und Netzwerken erkannt und ausgebaut. Das Resultat sind fast 1.300 Gründerinnen und Gründer, die es 2005 gewagt haben, ihre Geschäftsidee in die Tat umzusetzen. Davon setzen die Hälfte auf Dienstleistungen, über 300 auf den Handel und 100 auf das Gastgewerbe. Insgesamt stieg die Zahl der Gründungen in der Stadt am Neckar im Vergleich zum Vorjahr in fast allen Bereichen an.

Metropolregion Rhein-Neckar: Kooperation auf allen Ebenen




Das Gebäude der IHK Rhein-Neckar in der Hans-Böckler-Straße

Heidelberg liegt im Herzen der im April 2005 anerkannten Europäischen Metropolregion Rhein-Neckar. Diese zählt zu den bedeutendsten Wirtschaftsstandorten Deutschlands. Zehn der 100 größten deutschen Unternehmen haben hier ihren Sitz. Auch diese Chance der Region versteht Heidelberg zu nutzen und integriert sich in das Netzwerk „Zukunft Metropolregion Rhein-Neckar“, das Kommunen, IHKs, Unternehmen und Institutionen zusammenführt. Oberbürgermeister Dr. Eckart Würzner engagiert sich besonders für die Umsetzung der „Vision 2015“. Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Verwaltung stehen dafür ein, die Region bis zum Jahr 2015 zu einer der attraktivsten und wettbewerbsfähigsten in Europa zu entwickeln. Zudem kann Heidelberg als Wissenschafts- und Forschungsstandort in der Region glänzen und punktet als Aushängeschild im Bereich Biotechnologie und Life-Sciences weltweit.

Familienfreundlichkeit als Standortvorteil




Der Technologiepark Heidelberg besteht seit 1985 und war der erste Biopark in Deutschland. Heute sind hier auf insgesamt über 50.000 Quadratmetern Mietfläche rund 70 Firmen und Forschungseinrichtungen untergebracht.

Neben wirtschaftlichen, wissenschaftlichen und kulturellen Highlights zeichnet sich Heidelberg durch eine ganz besondere Leistung aus: Das große Angebot an Kindergartenplätzen deckt den Bedarf im Jahr 2006 zu 96 Prozent. Noch bemerkenswerter ist, dass zusätzlich der Betreuungsbedarf der bis dreijährigen Kinder zu 22 Prozent gedeckt ist. Heidelberg ist damit Spitzenreiter aller westdeutschen Kommunen. Zudem ist die Stadt Mitglied im regionalen Arbeitskreis „Vereinbarkeit von Beruf und Familie“, der sich eine breite und effektive Vernetzung aller Personen aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft, die sich in Projekten für Fami- lienfreundlichkeit engagieren, zum Ziel gesetzt hat. Als Nächstes steht ein Unternehmensmonitoring an, bei welchem die hiesigen Unternehmen sowohl nach ihrem Betreuungsbedarf wie auch nach ihrer Tätigkeit in Bezug auf die Vereinbarkeit von Beruf und Familie befragt werden.

Heidelberg zählt durch seine einzigartigen Kombinationen von Kultur, Tradition, Forschung und Wissenschaft zu den attraktivsten Wirtschaftsstandorten Deutschlands. Mit der starken Ausrichtung auf Bildung, Lehre und Forschung, der Mitarbeit in zahlreichen Netzwerken und Kooperationen sowie ausgezeichneten Kinderbetreuungsangeboten positioniert sich die Stadt am Neckar hervorragend für ihre wirtschaftliche Zukunft.


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Unternehmensbeiträge:

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Wirtschaftsinitiative für Mitteldeutschland
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Umfassende Dienstleistungen bietet die LEG

Autorenbeiträge:

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Wirtschaftlicher Erfolg ist kein Zufall – Wiesbaden als idealer Standort
PUSH! – das regionale Partnernetz für Unternehmensgründungen
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Berlin und Brandenburg – ein Wirtschaftsstandort in Bewegung