Unterfranken – Infrastruktur und Kompetenz
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BioMed/ZmK in Würzburg: Gründer- und Innovationszentrum auf dem neuesten Stand der Technik |
Das Klischee assoziiert mit Unterfranken zuerst fränkische Spitzenweine, zum Beispiel aus Würzburg, Iphofen oder Bürgstadt, sowie Kunst und Kultur mit unvergänglichem Weltruhm, Namen wie Walter von der Vogelweide, Tilmann Riemenschneider oder Balthasar Neumann. Aber Unterfranken ist viel mehr, nämlich eine glückliche Symbiose aus scheinbar gegensätzlichen Werten. Einerseits greifbare Geschichte, Heimat von Kulturgütern mit Weltgeltung, liebliche Landschaften, andererseits aber eine dynamisch wachsende Hightech-Region, die zu den führenden in Europa zählt.
Unterfranken hat mit seinen neun Land-kreisen und den drei kreisfreien Städten Aschaffenburg, Würzburg und Schweinfurt eine Fläche von 8.531 km2, auf der 1,3 Millionen Menschen wohnen. Mit den drei genannten Oberzentren und 22 Mittelzentren steht der Bevölkerung und Wirtschaft in diesem ursprünglich eher ländlich geprägten Raum ein flächendeckendes, gut gegliedertes und voll funktionsfähiges Städtesystem zur Verfügung, das ein solides Rückgrat für das soziale, wirtschaftliche und gesellschaftliche Leben seiner Einwohner bildet. Landschaftlich kennzeichnet die Region der Dreiklang ackerbaulich genutzter Gäuflächen, darin eingeschnittener Täler des Mains und seiner Zuflüsse mit ihren landschaftsprägenden Weinbergen und der rahmenden Waldgebirge Spessart, Odenwald, Rhön, Steigerwald und Haßberge.
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Flexible und formbare Piezofaser-Sensormodule, entwickelt im Fraunhofer ISC |
Strategisch günstige Lage und hervorragende VerkehrsinfrastrukturUnterfranken besitzt ein klares Allein-stellungsmerkmal. Es liegt in der Mitte Deutschlands und gehört zugleich zum Freistaat Bayern: Unterfranken ist Bayerns deutsche Mitte.
In ökonomisch verwertbare Fakten übersetzt bedeutet dies: zentrale Lage, politisch stabiler, verlässlicher Rahmen und der Imagevorteil, zu Bayern – weltweit eine positiv besetzte Marke – zu gehören. Die zentrale Lage wird für die hiesige Wirtschaft erst durch zwei Faktoren zum entscheidenden Standortvorteil: zum einen die hervorragende Qualität der Verkehrsinfrastruktur, zum anderen die Nähe zu den umliegenden Metropolregionen. Unterfranken ist optimal in das europäische Fernstraßennetz integriert: Hier schneiden sich die westöstlich verlaufende Bundesautobahn A3 und die große europäische Nord-Süd-Magistrale A7. Erweitert wird das Autobahnangebot durch die A70, die Unterfranken mit dem Raum Bamberg/Bayreuth verbindet, sowie die A81, die in die Region Stuttgart führt. Die A45 verknüpft das westliche Unterfranken direkt mit dem Ruhrgebiet. Mit der neu gebauten A71 existiert nun auch eine leistungsfähige Verknüpfung mit den thüringischen Wirtschaftszentren. Hervorragenden Anschluss an die übrigen deutschen wie europäischen Wirtschaftsräume hat Unterfranken auch über die Eisenbahn, vor allem durch den Intercityknoten Würzburg. Darüber hinaus ist auch Aschaffenburg Intercity-Haltepunkt. Die Lage zwischen den Agglomerationsräumen Frankfurt-Rhein-Main im Westen, Nürnberg-Fürth-Erlangen im Osten und Stuttgart im Süden ermöglicht auch, deren Flughäfen schnell und bequem zu erreichen. Komplettiert wird das verkehrsinfrastrukturelle Angebot durch den Main – historisch gesehen das ökonomische Rückgrat der Region. Heute verbindet die Main-Donau-Wasserstraße Häfen zwischen Nordsee und Schwarzem Meer.
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Beschichtung einer Folie mit einer Rakeleinheit |
Forschung und Wissenschaft als Basis für InnovationenDie hohe Wettbewerbsfähigkeit Unterfrankens wird entscheidend von der Innovationsfähigkeit seiner Men-schen und Unternehmen bestimmt. Hierfür bilden die Universität Würzburg und die Fachhochschulen Aschaffenburg und Würzburg-Schweinfurt über 25.000 Studentinnen und Studenten aus.
Die Julius-Maximilians-Universität Würzburg ist eine der ältesten Deutschlands und zugleich eine der modernsten: Erfolgreich hat sich die Region für die Einführung anwendungsorientierter, ingenieurwissenschaftlicher Studiengänge eingesetzt. So ist der neue Studiengang „Nanostrukturtechnik“ ein Novum für die Natur- und Ingenieurwissenschaften in ganz Deutschland. Er stellt einen neuen, interdisziplinären Ansatz dar, in dem die ingenieurwissenschaftlichen Fächer in enger Wechselwirkung mit der Industrie und darüber hinaus anwendungsorientiert auch in Verbindung mit den Wirtschafts- und Rechtswissenschaften gelehrt werden. Auch der Studiengang „Technische Informatik“ als eine weitere Schlüsseltechnologie des 21. Jahrhunderts wurde an der Universität Würzburg neu eingeführt.
Beispielhaft für den Praxisbezug dieses Forschungsbereiches sei ganz aktuell der erste deutsche Piko-Satellit erwähnt. Er wurde am Lehrstuhl für Robotik entwickelt und – kleiner als ein Fußball – versorgt nun vom Weltall aus die Forscher mit wertvollen Daten. Der dritte ingenieurwissenschaftliche Studiengang „Technologie der Funktionswerkstoffe“, der in enger Kooperation mit der Wirtschaft Unterfrankens entwickelt wurde, befindet sich gegenwärtig in der Aufbauphase.
Schließlich profitiert die Region von den Kompetenzen dreier renommierter Forschungsinstitute – Fraunhofer Institut für Silikatforschung (ISC), Süddeutsches Kunststoffzentrum (SKZ) und Bayerisches Zentrum für Angewandte Energieforschung (ZAE-Bayern). Da Wissen die entscheidende Ressource in unserem Land ist, kann die Bedeutung dieser modernen und leistungsfähigen Wissenschaftsinfrastruktur nicht hoch genug eingeschätzt werden.
Die gegenseitige Vernetzung des unterfränkischen Wissens- und Forschungspotentials, dessen Transfer in die heimische Wirtschaft und die Unterstützung von Unternehmensgründungen aus den Forschungsaktivitäten der Hochschulen sind somit ein wesentlicher Baustein der Entwicklungsstrategie für unsere Region. Hier werden Forschungsergebnisse in marktfähige Produkte weiterentwickelt.
Nicht nur die Ausgründungen aus dem Hochschulbereich können in ihrer Startphase auf den Service von Gründerzentren zurückgreifen. Die Möglichkeit, kostengünstig alle Dienstleistungen eines Gründerzentrums wahrnehmen zu können, ermöglicht dem Jungunternehmer, sich auf seine Kernkompetenzen zu konzentrieren. Die Netzwerkstrukturen der Gründerzentren erleichtern den Zugang zu Ressourcen, die für ein innovatives Unternehmen unabdingbar sind.
Das Zentrum für Technologie, Existenzgründung und Cooperation in Großwall-stadt (ZENTEC), das Technologie- und Gründerzentrum Würzburg (TGZ), das Gründerzentrum BioMed/ZmK in Würzburg, das Gründer-Innovations- und Beratungszentrum Schweinfurt (GRIBS) und das Rhön-Saale-Gründerzentrum in Bad Kissingen – die unterfränkischen Gründerzentren bieten dieses Netzwerk und komplettieren es durch kompetente Ansprechpartner.
Darüber hinaus bieten die bereits vorhandenen, gut strukturierten und aktiv agierenden Cluster alle Möglichkeiten zur engsten Zusammenarbeit innerhalb der Wirtschaft, innerhalb der Wissenschaft, aber ganz besonders zwischen Wirtschaft und Wissenschaft. Sie stellen die Basis für Entwicklungs- und Forschungskooperationen dar. Cluster, die von versierten Spezialisten betreut und koordiniert werden, gibt es unter anderem für die wachstumsstarken und dynamischen Bereiche Neue Materialien/Funktionswerkstoffe, Biomedizin(-technik) und Gesundheit, Informations- und Kommunikationstechnologie, Logistik und Automation.
Die Koordinatoren der Technologie-Cluster haben sich steuernd und koordinierend im Innovationsnetz Unterfranken zusammengeschlossen. Ihre Kooperation wird auch künftig eine wichtige Rolle bei der branchenübergreifenden Verzahnung von Wirtschaft und Wissenschaft spielen.
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Magnetorheologische Flüssigkeiten schalten von fest auf flüssig in Abhängigkeit von einem äußeren Magnetfeld. |
Die Antwort auf die Globalisierung – Ein klares Kompetenzprofil
Wenn durch die Globalisierung der Wettbewerb zwischen den Regionen schärfer wird und durch die Internationalisierung von Unternehmen die emotionale Bindung an einen Standort an Bedeutung verliert, wird es für die Region zur Herausforderung, sich ihrer spezifischen Kompetenzen bewusst zu werden, diese weiterzuentwickeln und möglichst unübersehbar nach außen zu positionieren. Mainfranken besitzt mit einer fundierten Kompetenzfeldanalyse von Prognos hierfür eine objektive Entscheidungsgrundlage. Demnach hat unsere Region herausragende Kompetenzen in den Bereichen Automotive/Maschinenbau und Gesundheit/Biomedizin. Darüber hinaus besticht Unterfranken bei der Querschnittstechnologie Neue Materialien/Werkstoffe, insbesondere wegen der ansässigen Forschungseinrichtungen, des Fraunhofer Instituts für Silikatforschung, des Süddeutschen Kunststoffzentrums und jeweils kooperierender Lehrstühle der Universität Würzburg. Durch den im Aufbau begriffenen Studiengang „Technologie der Funktionswerkstoffe“ wird dieses Kom-petenzfeld eine nachhaltige Stärkung erfahren. Ein deutliches Wachstum hat schließlich die Logistikbranche zu verzeichnen. Insbesondere der bayerische Untermain hat sich zu einer bedeutenden Logistikdrehscheibe entwickelt.
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Bühnentechnik von Bosch-Rexroth im weltweiten Einsatz |
Beim Kernkompetenzfeld Automotive/Maschinenbau sind Produkte aus den Bereichen Präzisions- und Wälzlagertechnologie, Brems- und Kupplungssysteme, Steuerungs- und Antriebstechnik, der Fahrzeugsicherheit (Airbags), Hydraulik, Druckmaschinen sowie Kfz-Elektromotoren und Kfz-Bediensysteme kennzeichnend. Innovative hochtechnologische Produkte der Automobilzuliefererindustrie und erfolgreiche Global Player im Maschinenbau haben in Unterfranken lange Tradition. Die Region ist Heimat namhafter Traditionsunternehmen wie Bosch Rexroth, FAG Kugelfischer, ZF Sachs, Linde, TRW Automotive, Takata-Petri, Reis-Robotics und Koenig & Bauer.
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In der Schlüsseltechnologie Biomedizin hat sich die Region in den vergangen Jahren besonders dynamisch entwickelt. |
Das Kompetenzfeld Gesundheit reicht von der forschungsintensiven Bio- und Medizintechnologie über das Kur- und Klinikwesen bis hin zum Wellnessbereich. So wird an der Universität Würzburg an 25 Instituten und Forschungszentren im medizinischen und humanbiologischen Bereich sowie in acht Sonderforschungsbereichen geforscht. Das Rudolf-Virchow-Zentrum für Experimentelle Biomedizin ist eines von drei „Centers of Excellence“ der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und leistet Spitzenforschung auf dem Gebiet der Schlüsselproteine. Der Kur- und Wellnessbereich konzentriert sich im „Bäderland Bayerische Rhön“, wozu auch Deutschlands bekanntester Kurort Bad Kissingen gehört. In Bad Neustadt hat sich mit der Herz- und Gefäßklinik eines der größten Herzzentren in Deutschland – außerhalb universitärer Strukturen – entwickelt.
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Prävention & Wellness in Deutschlands bekanntestem Kurort Bad Kissingen |
Zusammenfassung
Unterfranken ist attraktiv, weil es von der Nähe der benachbarten Metropolen profitiert, aber nicht deren Nachteile aufweist, sondern ein eigenständiges Profil besitzt. Unterfranken ist
attraktiv, weil es starke Zentren hat, zugleich Freiraum in herrlicher Landschaft bietet und über ein geradezu unerschöpfliches kulturelles Angebot verfügt. Darum leben die Menschen gern in unserer Region, wie uns dies die weltweit größte Online-Umfrage „Perspektive Deutschland“ jährlich bestätigt. Darüber hinaus bekommt Unterfranken von der Statistikbehörde der EU, Eurostat, regelmäßig bescheinigt, zu den führenden Hightech-Regionen Europas zu gehören: Zuletzt belegt Unterfranken sogar Platz sechs aller europäischen Regionen.
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Tradition und Innovation bei Antriebs- und Fahrwerkskomponenten von ZF Sachs |
Und Unterfranken bleibt auch attraktiv, weil wir gemeinsam eine regionale Entwicklungsstrategie verfolgen, in der die Entscheidungsträger in Wirtschaft, Wissenschaft und Verwaltung vor Ort unbürokratisch vernetzt sind und effektiv zusammenarbeiten: zum Beispiel im Rahmen von erfolgreichen Regionalmarketinginitiativen, der Chancen-Region Mainfranken und der Initiative Bayerischer Untermain, sowie für die technologische Entwicklung im Rah-men von Clustern und dem Innovationsnetz Unterfranken. Unterfranken nimmt die Herausforderungen der Zukunft gerne an.
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Zentral in Europa: Unterfranken |
Weitere Informationen:
www.regierung.unterfranken.bayern.de
www.innovationsnetz-unterfranken.de


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