Odenwaldkreis - wichtiger Bestandteil der Zukunftsregion Starkenburg
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Viele Plätze im Odenwaldkreis laden zum Verweilen ein. Unser Bild zeigt den Lustgarten in der Kreisstadt Erbach, idyllisch in der Nähe von Marktplatz und Schloss gelegen. |
Der Odenwaldkreis hat sich in den zurückliegenden Jahren zu einer modernen Region entwickelt. Die politisch Verantwortlichen stellen sich der Aufgabe, für ihren Landkreis eine Position aufzubauen und zu festigen, die ein Gegengewicht zu den Ballungsräumen Rhein-Main und Rhein-Neckar bilden kann. Diese Aufgabe können sie nur meistern, wenn es gelingt, die Kräfte in der Region zu bündeln. Bei dem Bemühen darum, das viele Beteiligte als gemeinschaftliche Aufgabe erkannt haben, gibt beispielsweise die Industrievereinigung Odenwald (IVO) als Vertretung der Wirtschaft im Odenwaldkreis Rückendeckung.
In der regionalen Raumordnungsplanung ist der Odenwaldkreis als einziger Landkreis in Südhessen als „ländlicher Raum" ausgewiesen. Die relative Nähe zu den Ballungszentren lenkt von der Tatsache ab, dass der südlichste Kreis Hessens - ich beschreibe ihn gern als das „Schwanzhaar des Hessischen Löwen" - sich in einer geografischen und wirtschaftlichen Randlage befindet. Das liegt nicht zuletzt an einer Verkehrsanbindung, die von den weitaus meisten Fachleuten als unzureichend betrachtet wird. Auch wenn es um die Rahmenbedingungen nicht zum Besten bestellt ist, hält der Kreis mit den Entwicklungen der modernen Zeit mit. In manchen Gebieten hat er sich sogar einen Platz in der Spitzengruppe gesichert. Diese Position, die den Odenwaldkreis durchaus zu einem wichtigen Bestandteil der Zukunftsregion Starkenburg wachsen ließ, beruht vor allem auf der Einsicht, der modernen Kommunikationstechnologie Vorrang einzuräumen, wo sonstige Strukturen Schwächen offenbaren.
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So ist es gemeinsames Ziel, die Stärken des Odenwaldkreises als Wirtschaftsstandort zu fördern und seine Schwächen zu minimieren. Zu den Stärken zählen zahlreiche Initiativen, die sich innovativen Ideen und ihrer Umsetzung widmen. Die Einrichtung des Forums für Informationstechnologietransfer (IKTT), eng verknüpft mit dem Zentrum für Graphische Datenverarbeitung (ZGDV) in Darmstadt, hat wichtige Impulse zur rasanten Auffahrt auf die Datenautobahn gegeben. In etlichen hochtechnologischen Sparten liegt der Kreis landesweit mit vorn, mitunter darf er für sich in Anspruch nehmen dass er eine Vorreiterrolle spielt. Die jüngste Institution, die das belegt, ist ein IT-Leistungszentrum in Erbach, in dem besonders talentierte Schüler ihren Ideen freien Lauf lassen können, zugleich aber bereits in Projektaufgaben verschiedener Unternehmen eingebunden werden. Eingerichtet hat es der Odenwaldkreis in Zusammenarbeit mit der gewerblichen Wirtschaft.
Als in hohem Maße bedeutsam hat sich auch der Zugriff auf das Glasfaserkabelnetz der Heag- Medianet erwiesen.
Eine umfassende Dialogreihe ist besonderes Markenzeichen der Kreis-Initiativen. Aus Gesprächen auf vielen Ebenen wurden dabei nicht nur Ideen entwickelt. Es folgten auch entsprechende Taten, die wirtschaftliche Akzente im Sinne von Wertschöpfung setzten. Beispielhaft seinen an dieser Stelle gennant der Software-Dialog, der Holz Dialog, der Wirtschaftsdialog sowie der Dialog mit jungen Unternehmern und Existenzgründern. Im Wirtschaftsdialog im Jahr 2000 beschäftigten sich Bundesfinanzminister Hans Eichel, Dr. Herbert Hirschler (Staatssekretär im Hessischen Wirtschaftsministerium), Wolfgang Roth (Vizepräsident der Europäischen Investitionsbank EIB), Dr. Wilhelm Bender (Vorstandsvorsitzender der Flughafen Frankfurt Main AG) und Dr. Dr. h. c. Bert Rürup (Professor für Volkswirtschaftslehre an der Technischen Universität Darmstadt) mit den Chancen der Region Odenwald angesichts der starken Wirtschaftsregionen Rhein-Main und Rhein-Neckar. Den Wirtschaftsdialog moderierte der Präsident der TU Darmstadt, Johann D. Wörner; als Partner des Odenwaldkreises bei dieser Veranstaltungsreihe bewährten sich die Odenwald-Regionalgesellschaft (OREG), die Odenwald-Akademie, die Volkshochschule Odenwaldkreis, die Interessengemeinschaft Odenwald (IGO), die Industrievereinigung Odenwaldkreis (IVO), die Odenwald-Stiftung und die Sparkasse Odenwaldkreis.
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Auf Innovationskraft und Kreativität legt der Odenwaldkreis ein Hauptaugenmerk vor dem Hintergrund, dass ausreichend Anziehungskraft für große Industrieansiedlungen nicht gegeben ist. Die markantesten Akzente aller Anstrengungen, eine lebenswerte Zukunft zu sichern, liegen daher auf der Schaffung der entscheidenden Standortfaktoren für kleine und mittelständische Unternehmen. Gravierenden Anteil daran hat das große Engagement im Rahmen der Qualifizierungsoffensive des Landes Hessen.
Der Kreis zählt zu den sieben Gebieten, für die das Hessische Strukturprogramm für den Mittelstand (HSPM) Förderprioritäten nachweist. In den kleineren Betrieben wächst das Bewusstsein um die Notwendigkeit der Qualifizierung für Führungskräfte und Mitarbeiter. Der Begriff des lebenslangen Lernens ist hier kein Fremdwort. Hier setzt auch die Odenwald-Akademie mit ihrem Angebot des Wissenstransfers an. Sie wird gemeinsam vom Kreis, der Technischen Universität und der Industrie- und Handelskammer getragen. Seminare mit zukunftorientierten Themen, Innovationsservice und „inhouse"-Lehrgänge bilden ein breitgefächertes, hochinteressantes Angebot für Management und Führungskräfte unserer Wirtschaft.
Gezielte Förderungen halten wir für xistenzgründungen parat. Die Verwaltung verspricht eine optimale Begleitung, die bis hin zur Bauberatung in einer Genehmigungskonferenz unter Beteiligung von Trägern öffentlicher Belange reicht. Die Region Odenwald birgt ein großes Potenzial und fördert - auch mit Hilfe der Industrievereinigung - die Bemühungen um eine zukunftorientierte Ausbildung. So werden derzeit die Schulen und hier insbesondere die Beruflichen Schulen des Odenwaldkreises in Michelstadt mit hohem Aufwand mit modernen Technologien ausgerüstet.
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Mit Projekten der Regionalentwicklung und des regionalen Marketings sowie zahlreichen Kontakten auf europäischer Ebene stellt der Odenwaldkreis Weichen für die Gestaltung eines zukunftsfähigen Lebensraumes. Dabei spielen auch die so genannten weichen Standortfaktoren wie ein flächendeckendes zeitgemäßes Tourismusangebot eine wichtige Rolle. Auch dieses Angebot setzt dort an, wo wir uns am meisten benachteiligt sehen, bei der Verkehrsanbindung. Tag für Tag ist die Bundesstraße 45, vor allem bei Höchst, aber auch im Raum Erbach-Michelstadt, ein Nadelöhr, nicht nur für Unternehmensansiedlungen eine kaum zu überwindende Hemmschwelle.
Daraus resultiert die seit Jahren erhobene und immer dringlichere Forderung nach Umgehung dieser Knotenpunkte. Bleibt die Erfüllung dieser Forderung auf der Strecke, dann auch ein wichtiger Bestandteil der Region Starkenburg mit ihr. Erhöhte Bedeutung kommt indessen nicht allein der besseren Verkehrsanbindung im Straßennetz zu, sondern auch auf der Schiene. Für Erhalt und Modernisierung der Odenwaldbahn haben wir viel Kraft - und Geld - investiert.
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Unsere Initiativen folgten und folgen in vielen Bereichen dem Ziel, innerhalb der Region Starkenburg und hier gemeinsam mit den Nachbarn ein unverwechselbares Profil zu gewinnen, eine klare Identität zu schaffen.
„Gemeinsam sind wir Starkenburg", so lautet das Motto des freiwilligen Zusammenschlusses der Landkreise Bergstraße, Darmstadt-Dieburg, Groß-Gerau, des Odenwaldkreises und der Stadt Darmstadt, der im Jahr 2000 mit einem ersten großen Erfolg belohnt wurde, dem zweiten Preis im bundesweiten Wettbewerb „Regionen der Zukunft". Die Globalisierung der Märkte, das Zusammenwachsen des „Europa der Regionen" verlangen immer neue, weitergehende und raschere strukturelle Veränderungen. Doch auch diese können lokales Denken zur Geltung bringen, und zwar auch auf kommunaler Ebene. Die Veränderungen wollen wir in der Region, als Bestandteil der Region, aktiv begleiten und steuern, soweit es in unserer Hand liegt. Dazu braucht es Mut für produktive Entscheidungen, die sich auf die Stärkung regionaler Kräfte konzentrieren, und den festen Willen, die Zukunft selbst zu gestalten, ohne sich in ein vorwiegend fremdbestimmtes Schicksal zu fügen.
Die profilierte Eigenständigkeit in gut geordneter Gemeinsamkeit kann heute nur bestehen, wenn sie die Brücke baut und bewahrt von der Heimatverbundenheit zur Weltoffenheit. Das ausgeprägte „Wir-Gefühl", das die Menschen im Odenwald verbindet, ist ein starker Motor für das Zusammenleben in der Region.
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Der Gefahr, auf Grund der Randlage trotz hoher Lebensqualität von wirtschaftlichen Entwicklungen abgehängt zu werden, begegnen wir mit der Besinnung auf unsere besonderen Stärken. Das „Wir-Gefühl" nutzen wir als unsere Chance gegen urbane Beziehungslosigkeit, als Regulativ gegen Anonymität, gegen Vereinzelung und Vereinsamung. Tradition und Fortschritt verbinden wir auf menschliche Weise miteinander. So wird regionales Selbstbewusstsein zu einer Grundlage für eine lebenswerte Zukunft.
Regionales Selbstbewusstsein, regionale Stärke, sie erwachsen aus gemeinsamem Handeln. „Unser Kapital liegt in der Leistung der Köpfe", hinter diesem Schlagwort steckt eine ganze Menge von dem, was den Odenwaldkreis als wichtigen Bestandteil der Region Starkenburg ausmacht.
Wenn wir uns einmal fragen, wo wir den Odenwaldkreis in zehn Jahren sehen könnten, so dürften wir diese Antwort darauf geben:
Innerhalb der Technologieregion Rhein-Main-Neckar wird der Odenwaldkreis ein Standort sein, an dem die Odenwälder (und andere Bürgerinnen und Bürger der Region Starkenburg) gern arbeiten, weil wiederum andere hier gern Urlaub machen. Dieser Standort wird ein unverwechselbares Profil zeigen, das sich, die saloppe Formulierung sei erlaubt, zwischen „High Tech" und „High Snack" bewegt.
Noch mehr als heute wird der Odenwaldkreis ein für viele verlockendes Gebiet sein, trotz seiner exponierten Lage als südlichstes Stück des Landes, gewiss mehr als nur ein (starkes) Schwanzhaar des Hessischen Löwen - eben ein wichtiger Bestandteil Starkenburgs.





















