Hubert Mierka

Der 1956 geborene Autor leitete nach einer Ausbildung an der Handelsakademie Salzburg das väterliche Unternehmen „Karl Mierka Lagerei- und Umschlagsbetriebe“. Ab 1982 folgte die Gründung mehrerer Unternehmen im Bereich Logistik, bei denen Hubert Mierka gleichzeitig Geschäftsführer wurde.

Donau – transeuropäisches Verbindungsglied zwischen zwei Meeren

Durch die Fertigstellung des Rhein-Main-Donau-Kanals im Jahr 1992 wurde eine 3.500 km lange Nord-West-/Süd-Ost-Transversale in Europa geschaffen und damit eine schiffbare Verbindung zwischen der Nordsee und dem Schwarzen Meer hergestellt. Damit wurde auch ein 100 Jahre alter Traum – eine Verbindung vom Rhein zur Donau – Realität. Mit einer Länge von 2.400 km hat die Donau den größten Anteil an der Gesamtstrecke.

Die Donau in Niederösterreich

 

Auf rund 350 km fließt die Donau durch Niederösterreich und bietet neben Natur- und Kulturreichtum auch die Möglichkeit, wirtschaftliche Interessen zu realisieren. Sie wird zur Erzeugung von elektrischer Energie, in der Fischerei und in der Schifffahrt genutzt. Aus Sicht Niederösterreichs besteht damit eine Verbindung zu dem über 15.000 km langen Wasserstraßennetz in Europa.


Schifffahrt – wirtschaftlichste Transportart

Nach wie vor ist der Wasserweg, d. h. der Gütertransport per Schiff für viele Transporte die wirtschaftlichste Transportart. Sie bietet für den Versender der Ware Wettbewerbsvorteile, die er im Rahmen der Akquisition von Aufträgen nutzen kann. Mit einer Motorleistung von 1 PS kann man auf der Straße 150 kg, mit der Eisenbahn 500 kg, mit dem Schiff aber 4.000 kg bewegen.

Häfen in Niederösterreich

 

Auf der niederösterreichischen Strecke der Donau gibt es öffentliche Häfen und eine Reihe von Anlegestellen sowie private Häfen. Der größte Güterfluss für den niederösterreichischen Zentralraum und das westliche Niederösterreich läuft über die Häfen Krems und Enns-Ennsdorf. Sowohl im Schüttgutbereich als auch für Container sind sie trimodale Güterverkehrszentren. Sie übernehmen eine Knotenfunktion am Zusammentreffen von Straße, Bahn und Schiffsverkehr, wo die Güter entsprechend ihrer Bestimmung den Verkehrsträger wechseln können.


Donauhafen Krems - das Güterverkehrszentrum für NÖ

Die Stadt Krems hat eine lange Tradition als Umschlagsstandort an der Donau und sozusagen als Logistikzentrum.

Gerade im Mittelalter, als die prachtvollen Gebäude der Stadt Krems vornehmlich entstanden sind, war Krems eine weit über die Grenzen hinaus bekannte Handelsmetropole. Dies aufgrund ihres hervorragenden logistischen Standortes – war doch Krems an der Schnittstelle zwischen Donau und Bernsteinstraße gelegen.

Die alten Urkunden zeugen von umfangreichen Schiffsverladungen von Salz, Schwertern, Getreide und Wein und viele historische Dokumente erzählen von bedeutenden Aktivitäten von – man würde heute sagen – global agierenden Handelshäusern.

Öffentlicher Hafen - privater Service

In den 30er-Jahren plante die Stadt Krems die Errichtung eines neuen Donauhafens - für den Betrieb suchte und fand man einen privaten Betreiber. Dies begründete eine nun über 60-jährige intensive Zusammenarbeit zwischen der Stadt Krems, deren 100%ige Tochter Kremser Hafen- und Industriebahn GmbH (HIB) und Mierka Donauhafen Krems.

Diese Konstruktion bietet ein starkes Produkt. Sie verbindet die Vorteile einer öffentlichen Hafenanlage mit privatwirtschaftlichem Service.

Logistikvorteile durch den Donauhafen Krems

Exakt in der Mitte der 3.500 km langen Wasserstraße Rhein-Main-Donau gelegen, ist es Aufgabe des Donauhafen Krems, durch die Verknüpfung der drei Verkehrsträger Schiff-Bahn-Straße sowohl in der Rohwarenbeschaffung als auch im Versand der Fertigprodukte den Industrie- und Handelsunternehmen Niederösterreichs spürbare Logistikkostenvorteile zu bieten.


Dies nicht nur durch eine rasche effiziente und präzise Verknüpfung der Verkehrsträger mit modernsten Krananlagen, sondern verbunden mit einem begleitenden breiten Dienstleistungsprogramm: Verteillagerung, Produkt-Zwischenlagerung, Befrachtungsservice, Zollabfertigungen, Verpackung und Entpackung, seemäßige Stauung, IT-unterstütztes Informationsmanagement für die manipulierten Güter sind Dienstleistungen, die der Donauhafen Krems der Industrie, dem Handel und der Logistikwirtschaft anbietet.


Just in time Belieferung für Industrieunternehmungen gehören genauso zur Dienstleistungspalette, wie die Organisation von Schiffstransporten auf der Rhein-Main-Donau Wasserstraße.

Investitionen für eine erfolgreiche Zukunft

Laufend wird das Güterverkehrszentrum Donauhafen Krems ausgebaut. Vor allem wird der trimodale Containerterminal weiter entwickelt, dies unter Berücksichtigung der entstehenden Donau-Linienverkehre Richtung Amsterdam, Rotterdam und Antwerpen westwärts und ostwärts Richtung Schwarzem Meer (Constantza).

Weiters wird verstärkt in neue Informationstechnologie investiert, um den neuen Anforderungen, die sich aus einer value added logistics ergeben, Rechnung zu tragen.

Das Gesamtverkehrsvolumen im Donauhafen Krems von derzeit 1,4 Mio. Tonnen soll innerhalb der nächsten fünf Jahre um eine weitere Mio. Tonne gesteigert werden.

Weiters werden verstärkt Bemühungen in Richtung Ansiedlung von Unternehmungen im Hafen- und Industriegebiet unternommen. Ziel ist es, Unternehmungen anzusprechen, die aus der hervorragenden trimodalen Funktion des Donauhafen Krems Vorteil ziehen.

Donauhafen Enns-Ennsdorf Trimodaler Verkehrsknotenpunkt

Die Geschichte eines Hafens an der Mündung der Enns in die Donau lässt sich bis zum 1. Jhdt. n. Chr. zurückverfolgen, als die Römer ihr Staatsgebiet bis zur Donau erweiterten und diese für den Transport militärischer Güter nutzten. Im Mittelalter war es vor allem Salz aus Hallstatt und später Holz und Eisen über die Enns, welches hier zwischengelagert bzw. umgeladen wurde.

Das Konzept bestimmt die Entwicklung

 

Die Bedeutung dieses Standortes und dessen Vorteile will auch die 1976 gegründete EHG Ennshafen Ges. m. b. H. nutzen. An der Kreuzung von Verkehrswegen aus Ost und West sowie Nord und Süd bieten sich im Hafen Umschlagsmöglichkeiten für alle Verkehrsmitteln. Dabei spielt die EHG im Hafen eine spezielle Rolle, indem sie die natürlichen Hafenfunktionen an eigene private Hafenbetriebe weitergibt und sich mit zwei wesentlichen Aufgaben abgrenzt.


Sie ist verantwortlich für die Infrastruktur, d. h. sie errichtet Hafenbecken, Kais und sorgt für Schienen- und Straßenanbindung zu den öffentlichen Netzen und sie tritt subsidiär für Leistungen auf, die vom Markt verlangt werden, jedoch von den angesiedelten Betrieben nicht angeboten werden (Schwergut). Dieses Konzept hat sich als sehr erfolgreich herausgestellt und hat den Ennshafen zu einem Hafen mit hohem Wachstum und großer Akzeptanz werden lassen. Lag der wasserseitige Umschlag 1992 noch bei 30.000 t, so stieg er bis zum Jahr 2000 auf über 800.000 t. Inklusive Landumschlag (Bahn/Straße) wurden im Jahr 2000 im Hafenbereich über 2,45 Mio. Tonnen umgeschlagen.

Hafen mit zwei Wirtschaftsparks

Verantwortlich für die Entwicklung der Umschlagswerte sind sowohl die am Wasser als auch in den angrenzenden Wirtschaftsparks angesiedelten Betriebe. Insgesamt sind am Wasser derzeit acht Betriebe tätig und in den beiden Industrieparks am rechten und linken Ufer der Enns weitere elf Unternehmen. Damit verbunden sind nahezu 1.000 Arbeitsplätze, die in den letzten Jahren dort entstanden sind.


Der Ennshafen und seine Wirtschaftsparks verfügen über ansiedlungsreife Grundstücke von rund 200 ha. Dieses Areal ist das größte Ansiedlungs- u. Hafenprojekt an der österreichischen Donau. In Verbindung mit den Anschlüssen an inter- und nationale Verkehrsnetze bietet der Hafen günstige Voraussetzungen für die Lösung von Schnittstellenproblemen in Transportketten. Ausgestattet mit modernsten Anschlüssen an globale Informationsnetze wird den Markterfordernissen nach Informationen entsprochen. Die breite Servicepalette der am Hafen angesiedelten Betrieben garantiert problemfreie Abwicklung von Transporten und wesentliche Vorteile gegenüber dem Straßenverkehr.

Die niederösterreichischen Häfen sehen sich als Dienstleister für alle Betriebe in den Regionen und sind das Portal der Exportwirtschaft für den Eintritt in einen wirtschaftlichen und umweltfreundlichen weltweiten Gütertransport.


Unternehmensbeiträge:

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Keine Wirtschaft ohne Mobilität – Mit der RBO für Regensburg und Ostbayern
Schnelle Verbindungen nach Europas Metropolen
Eine Reederei auf Wachstumskurs
Rund 9 Mio. km jährlich nach Fahrplan durch Magdeburg

Autorenbeiträge:

A 44 - neue Lebensader für Krefeld und den Mittleren Niederrhein
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Flughafen Wien – wachstumsorientiertes Unternehmen in einem bewegten Markt
Bahnprojekt Stuttgart-Ulm verbindet Europa