Horst Schneider – Jung, lebendig, tolerant: Offenbach ist eine Kreativstadt mit internationalem Flair

Mit 126.000 Einwohnern ist die junge Großstadt Offenbach die fünftgrößte Kommune Hessens.   Zusammen mit ihrer großen Nachbarin Frankfurt gehört sie zum Kern der Metropolregion. Die beiden zentral gelegenen Großstädte verbindet nicht nur der Main. Frankfurt und Offenbach bilden mittlerweile ein zusammenhängendes Siedlungsgebiet. Dabei liegt Offenbachs Innenstadt näher am Frankfurter Zentrum als viele Stadtteile der Nachbarkommune. An ihren gemeinsamen Schnittstellen wie Offenbachs westlichem Stadtteil Kaiserlei gehen beide Kommunen in der Stadtentwicklung gemeinsame Wege.

Die ihrer Einwohnerstruktur nach jüngste Stadt Hessens blickt auf eine lange Geschichte als Industriestandort zurück und war weltweit als Zentrum der Lederwarenindustrie bekannt. Heute ist die Stadt im Wandel, erfindet sich aus ihrem Kern heraus neu und schärft dabei in der Rhein-Main-Region   ihr Profil als attraktiver Wohn- und Wirtschaftsstandort. Regional bodenständig und gleichzeitig international orientiert, hat sich Offenbach als Oberzentrum für eine halbe Million Menschen zu einer wirtschaftlich prosperierenden Stadt mit starkem Dienstleistungssektor und lebendiger  Kreativwirtschaft entwickelt.


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Die von viel Grün umgebene, noch überschaubare Großstadt mit ihren kurzen Wegen und ihrer guten Infrastruktur bietet gerade auch für junge Familien viel Lebensqualität. Neben einem umfassenden Kinderbetreuungsangebot finden sie hier gute Einkaufsmöglichkeiten sowie ein attraktives Kultur-, Sport- und Freizeitangebot vor. Offenbach hat in jüngster Zeit viel in sein Stadtzentrum, aber auch in sein Mainufer investiert und dadurch einen nachhaltigen Imagewandel eingeleitet.

In Offenbach sind Menschen vieler Nationen zu Hause. Die Stadt ist hessische Modellregion für Integration. Weltoffenheit und kulturelle Vielfalt haben hier Tradition. Schon die hugenottischen Glaubensflüchtlinge des 18. Jahrhunderts fanden in Offenbach eine neue Heimat. Die Franzosen trafen nicht nur auf ein Klima der religiösen Toleranz, sie stießen auch auf günstige Wirtschaftsbedingungen. Offenbachs Gewerbefreiheit ermöglichte ihnen die Gründung von  Textilmanufakturen oder auch Tabakfabriken. Der damals noch kleinen Isenburger Residenzstadt  bescherte das einen ungeahnten Aufschwung.

 

Goethe beschrieb Offenbach 1775 noch als „gärtenreiche Häufung großzügiger Landsitze“. Doch das änderte sich rasch. Mit Beginn des 19. Jahrhunderts entwickelte sich das vom hessischen Großherzog als „Landesfabrikstadt“ ausersehene Offenbach immer schneller zu einem dynamischen Industriestandort. Aus kleinen Handwerksbetrieben erwuchsen Fabriken. Neue Industriezweige mit chemischen und Metallbetrieben, große Druckereien und Verlage entstanden. Offenbach wurde Messestadt und es entwickelte sich zur Stadt des Leders.

Schon früh war Offenbach attraktiv für Unternehmensgründer wie für Arbeitsmigranten. Waren es im 19. und beginnenden 20. Jahrhundert noch Zuwanderer aus dem Binnenland gewesen, so prägte der Zuzug ausländischer Arbeitskräfte die  Wirtschaftswunderjahre der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg.   Ab den 1960er und 1970er Jahren begannen jedoch viele Elektro- und Metallbetriebe und auch die Lederwarenindustrie nach Fernost abzuwandern. An die  Tradition der Lederverarbeitung erinnert heute noch die Internationale Lederwarenmesse. Nur wenige Jahrzehnte später erlebte auch die chemische Industrie ihren Niedergang. An  den sozialen Folgen dieses Strukturwandels trägt die Stadt noch heute.

Doch so schmerzhaft der wirtschaftliche Umbruch auch war: Offenbach nutzte die Krise für einen Neuanfang und stellte die Weichen erfolgreich in Richtung Dienstleistungszentrum und Kreativstadt.  Begünstigt auch durch den S-Bahn-Anschluss (1995), ließen sich zunehmend Dienstleistungsbetriebe vor allem aus dem Finanz- und Automobilbereich in Offenbach nieder. Das unmittelbar an der Autobahn 661 gelegene Gewerbegebiet Kaiserlei avancierte dabei zu einem führenden Büro-Standorte der Region mit Niederlassungen etwa der Energiekonzerne Areva und Siemens oder der Europa- und Deutschlandzentrale des koreanischen Automobil-Herstellers Hyundai. Nach dem Rückbau des Kaiserleikreisels wird dieser Standort jetzt noch weiter ausgebaut.

Über 3000 Dienstleistungsunternehmen profitieren heute von der verkehrstechnisch hervorragenden Lage Offenbachs, seiner direkten Anbindung an mehrere Autobahnen, seiner Nähe zum Rhein-Main-Flughafen und zum Frankfurter Hauptbahnhof sowie seinem dichten ÖPNV-Netz.

Besondere Dynamik entwickelte die Kultur- und Kreativwirtschaft. Sie erhielt durch die international renommierte  Offenbacher Hochschule für Gestaltung (HfG) sowie durch eine maßgeschneiderte Unterstützung durch die städtische Wirtschaftsförderung entscheidende Impulse. Der Gründercampus Ostpol, ein bundesweit herausragendes Modellprojekt, leistet dabei mit günstigen Atelier- und Büroräumen sowie einem umfassenden Netzwerk aus Beratung und finanzieller Förderung Starthilfe in die Selbstständigkeit.

So herrscht gerade in den historischen Innenstadtquartieren viel kulturelles und kreatives Leben. Das internationale Flair und die offene Atmosphäre der Stadt, die vielen Gründerzeithäuser und historischen Fabrikgebäude mit ihren spannenden Hinterhöfen und Lofts inspirieren zahlreiche Künstler und junge innovative Unternehmer. Die Stadt stellt heute eines der wichtigsten Design-Cluster Deutschlands. Und nicht umsonst ist Offenbach seit Jahren unangefochten Deutschlands Gründerstadt Nummer eins. Rund 900 Unternehmen aus den verschiedensten Kreativbereichen sind ein Standortfaktor mit Zukunft und weisen hohe  Zuwachsraten in der Beschäftigtenentwicklung auf.


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Nach wie vor ist Offenbach aber auch Industriestandort und verfügt neben großen Gewerbegebieten über attraktive Entwicklungsflächen wie den ehemaligen Allessa-Industriepark (Clariant). Und es  vermag mit vergleichsweise günstigen Grundstückspreisen, ebenfalls günstigen Grund- und Gewerbesteuerhebesätzen sowie mit schnellen Baugenehmigungen und einem umfangreichem Service bei Projektplanung oder Grundstückssuche zu punkten.

Dazu bietet Offenbach noch bezahlbaren Wohnraum. Viele Investoren haben Frankfurts Nachbarstadt deshalb als Wohnstandort entdeckt. Offenbach weiß dabei das Potenzial seiner Innenstadtquartiere zu nutzen, entwickelt aber auch völlig neue Baugebiete wie An den Eichen. Die industrielle Vergangenheit eröffnet dabei interessante Perspektiven der Stadterneuerung. So entwickelt Offenbach das alte Werk des Druckmaschinenherstellers MAN Roland in der südlichen Innenstadt zu einem Quartierszentrum mit Wohnen, Einkaufen und Naherholung. Und im ehemaligen  Industriehafen befindet sich die wohl spannendste Baustelle der Region: In Sichtweite zur Europäischen Zentralbank entsteht hier ein völlig neues, urbanes Stadtviertel am Wasser, mit Wohn-, Büro-, Einkaufs- und auch Grünflächen.


Schneider

1970 – 1975 Studium Diplompädagogik und Lehramt. 1976 – 1997 Lehrer in Hanau und Offenbach. 1997 Wechsel an das Staatliche Schulamt Offenbach als schulfachlicher Aufsichtsbeamter. 1998 Ernennung zum Schulrat, 2000 Ernennung zum Schulamtsdirektor. Seit 1989 Stadtverordneter der SPD-Fraktion Offenbach, seit 1991 Fraktionsvorsitzender. Im Februar 2004 Nominierung als Bürgermeisterkandidat durch den SPD-Unterbezirksparteitag, Wahl zum Bürgermeister am 6.5.2004. Seit Januar 2006 Oberbürgermeister der Stadt Offenbach am Main. Wiederwahl als Oberbürgermeister im September 2011.