Heinz Fenrich: Klima für Wachstum – TechnologieRegion Karlsruhe

An der Schnittstelle zweier der bedeu­tends­­ten europäischen Verkehrskorri­do­­­­­­re, der Magistrale Paris – Budapest/Bra­­­­­­tislava und der Transversale Rotter­dam – Genua, liegt die TechnologieRe­gion Karls­­­­ruhe (TRK). Technologisch, wirt­­schaft­­lich und kulturell gehört sie zur europäischen Spitzenklasse. Inmitten der wunderbaren Naturlandschaft zwischen Schwarz­wald, Rhein und Elsass bietet die sonnigste Region Deutschlands ein ideales Arbeits- und Wohnumfeld mit optimalen Verkehrs­­anbindungen, guter Infrastruktur, attrak­­tiven Kulturange­bo­­ten und tollen Ein­­kaufsmöglichkeiten. Weltweit bekannte Unternehmen haben hier ihren Sitz und profitieren von der in­­ternational bedeutenden Bildungs- und Forschungs­­­land­schaft. Im Wettbewerb mit den wichtigs­ten Wirtschaftsstand­orten in Deutschland, Europa und den USA steht die TechnologieRegion Karls­ruhe auf den ersten Plätzen.

Verkehrsknoten

Vernetzung und Kooperation als Erfolgs­­garanten. Zehn Städte, vier Landkreise und ein Re­­gionalverband bilden die Aktions­gemein­­schaft TRK, um die Zusammen­arbeit von Wirtschaft, Wissen­­schaft, Kultur und Ver­­waltung zu optimieren und um gemeinsam für die regional­poli­­tischen Interes­sen einzutreten. Bereits 1987 gründeten auf badischer Seite die größeren Städ­te und die beiden Landkreise die TRK, um sich gemeinsam den Herausforde­rungen der Zukunft zu stellen. In den Folge­­jahren schlossen sich weitere Mit­­glieder dem Erfolgs­modell an, zuletzt erweiterte sich die TRK auf die andere Seite des Rheins nach Rheinland-Pfalz. Die TRK zählt heute auf einer Fläche von 3.240 Quadratkilo­metern insgesamt über 1,2 Millionen Einwohner. Die Wirt­­schaftsleistung liegt seit Jahren über dem Bundesdurch­schnitt. Von 1.000 Erwerbstätigen arbeiten 172 in technologieintensiven Branchen – so viele wie in kaum einer anderen Region Europas. Investoren stehen 350 Hektar sofort be­­baubare Industrie- und Gewerbe­­flä­chen zur Verfügung. Unsere Städte und Ge­­meinden bieten gut erschlossene Un­­ter­­nehmensstandorte. Das Angebot reicht von Konversionsflächen, wie der Cité in Baden-Baden oder dem Baden-Airpark in Rheinmünster, über ausgeprägte In­­dustriestandorte wie Wörth am Rhein bis hin zum Technologiepark Karlsruhe oder dem Technologie- und Ökologie­dorf in Bruchsal.

Zentrale trinationale Verflechtung. Durch die zentrale Lage im Oberrhein­gebiet fungiert die TRK als Scharnier zwischen Deutschland, Frankreich und der Schweiz und zwischen zwei Sprach­­räumen, was ein großes Entwicklungs­potenzial im zusammenwachsenden Eu­­­­ropa eröffnet.
Der trinationale Verflechtungsraum ist auf dem Weg zur Trinationalen Metro­pol­­­re­­gion Oberrhein. Am Oberrhein sind über 600 wirtschaftsnahe Forschungs­ein­rich­­tungen angesiedelt. Mehr als 60 Uni­­ver­­sitäten, Fachhochschulen und hö­­here Fachschulen bieten Studienmög­lich­kei­­ten für mehr als 130.000 Stu­die­­rende.


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Besondere Stärke: Technologie­­trans­­fer in die Wirtschaft. Ideen aus Karlsruhe und der Region ver­­ändern die Welt – das war in der Ver­gan­­gen­­heit so und das ist
bis heute so ge­­blieben. In der Reihe der großen Na­­men finden sich die Karlsruher Carl Benz, der Erfinder des Automobils, und Freiherr Drais von Sauerbronn, der Erfinder des Laufrads, die das mobile Zeitalter ein­ge­­läutet haben. Heinrich Hertz legte an der Universität Karlsruhe mit seiner Ent­­deckung der elektromagnetischen Wel­­len Ende des 19. Jahr­­hunderts die Ba­­sis für unser modernes Informa­tions­zeit­al­­ter. Und der Karlsruher Wissenschaftler Karl Steinbuch prägte 1957 hier den Be­­griff „Informatik“. 15 Jahre später wur­­de an der Universität Karlsruhe die ers­­te Informatik-Fakultät in Deutschland ge­­gründet, bis heute die größte und re­­nom­­mierteste im gesamten deutschsprachi­gen Raum. Die traditionellen Schranken zwischen universitären und außeruniver­­sitären Forschungs­einrich­tun­­gen haben die Universität Karlsruhe und das For­­schungszentrum Karlsruhe mit dem Zu­­sammenschluss zum Karls­ruher Insti­­tut für Technologie (KIT) be­­sei­­tigt. Unter die­­sem gemeinsamen Dach wer­­den sich die über Jahrzehnte er­­prob­­ten Partner unter den Großforschungs­einrichtun­gen der Welt positionieren.

Exzellent vernetzt sind nicht nur die zahl­­reichen Hochschulen und For­­schungs­einrichtungen, auch der Technologie­trans­fer in die Wirtschaft ist eine der besonde­­ren Stärken der Region. Allein an der Hochschule Karlsruhe für Technik und Wirtschaft sind elf Transfereinrich­tun­gen der Steinbeis-Stiftung angesiedelt. Die Initiative nanoValley.eu hat ihren Ur­­sprung in der engen Kooperation zwischen der TRK und der Metropolregion Rhein-Neckar. Sie wird von Partnern in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Hessen operativ ausgestaltet und un­­terstützt. Zugleich verstehen sich die Partner als Protagonisten einer europä­ischen Wissen­­schafts- und Technolo­gie­­region, die im weltweiten Wettbewerb um Wissen und Persönlichkeiten für For­­schung und Unternehmen steht. Des­halb betätigen sie sich über politische und institu­­tionelle Grenzen hinweg für ein gemeinsames nanoValley.eu.

Karte-TRK-Region

IT-Region mit größtem europäischem Softwarecluster. Ausgründungen werden nicht nur durch das KIT und die Hoch­­schulen vorangetrieben. In der langen Tradition, jungen Unter­­neh­men den Ein­­stieg in den Markt zu ermög­­lichen, hat allein das Karls­ru­­her KEIMforum mehr als 180 Unterneh­mens­­grün­dun­­gen unter­­stützt. Ein po­­si­­tives Gründerklima an Hochschulen und For­­schungs­­ein­­rich­­tun­­gen prägt die Re­­gion, und nicht zuletzt deshalb wurde sie bereits dreimal mit dem „Award of Excellence for Innovative Regions“ der EU ausgezeichnet.

Zu einem der größten und erfolgreichsten Hightech-Unternehmer-Netzwerke hat sich das CyberForum entwickelt, in dem mittler­­­­­­weile 750 Mitglieder der soge­­nannten Times-Branchen (Telekom­mu­ni­­kation, In­­for­­mationstechnologie, Me­­dien, Enter­tain­­­­­­­­­ment und Sicherheits­tech­­nik) zusam­men­­­­arbeiten. Dank des gro­­ßen Engage­ments des CyberForums ge­­hört die IT-Region Karlsruhe zu den Gewinnern im Spitzen­­cluster-Wettbe­werb der Bundes­­­­regierung. Zusammen mit Darmstadt, Kaiserslautern, Saar­brü­cken und Walldorf bildet Karlsruhe den Clus­­ter „Software­innovationen für das digitale Unter­­neh­men“, den größten Soft­­ware-Cluster Eu­­ro­­pas. Eine Entschei­dung, die künftig die Vernetzung der Unter­nehmen und For­­schungseinrich­tun­­­gen in der Techno­logie­Region Karlsruhe noch schneller voran­­treiben und innovative neue Produkte für die Unternehmen der Zukunft und weitere qualifizierte Ar­­beits­­­­plätze in unserer Region schaffen wird.

Foto-OB2008Der Autor wurde 1991 zum Bürger­meister, 1998 zum Oberbürger­meister der Stadt Karlsruhe gewählt. 2006 wurde er von den Bürgern in seinem Amt bestätigt. Zuvor war der gelernte Bankkaufmann und Diplom-Finanzwirt beruflich in der Finanz­­verwaltung des Landes, im Parlamenta­rischen Dienst im Landtag und bei der Landeskredit­bank Baden-Württemberg tätig.