Hans-Jakob Tiessen: Zukunft braucht Energie

Mittel- und Niederspannungsstromnetze sowie Erdgasnetze müssen für die Bür­­gerinnen und Bürger Schleswig-Holsteins zuverlässig, effizient und sicher betrieben werden. Die Betreiber derartiger Netze, wie zum Beispiel die Schleswig-Holstein Netz AG, eine Tochter der E.ON Hanse AG, wissen nur zu gut: Zukunft braucht Energie – und wir brauchen zukunftsfähige Netze.

Unsere Energieversorgungsnetze müssen zukunftsfähig sein.
Zukunftsfähig heißt zunächst: zuverlässig.
Wir haben in Schleswig-Holstein ein his­­to­­risch gewachsenes Netz, das von einer der modernsten Netzleitstellen Nord­deutschlands in Rendsburg gesteuert wird. Bei der Planung und Errichtung unserer Netze steht, unabhängig von Gemeinde- oder Amtsgrenzen, die Ver­sorgungssicherheit im Vordergrund.

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Spezialisten bei der Arbeit: Innerhalb von nur sieben Tagen lässt sich ein defekter 70 Tonnen schwerer Transformator ersetzten.

Ein wesentlicher Vorteil unserer Struk­tur in Schleswig-Holstein ist, dass wir in Krisenfällen sehr schnell sehr viele Mit­­arbeiter über alle Gemeinde-, Kreis- und sogar Ländergrenzen hinweg zu­­sammen­­ziehen können. Und egal wo eine Stö­rung auftritt – wir können Trafos, Kabel, Notstromaggregate aus den vie­­len technischen Standorten in kürzester Zeit in jede Gemeinde des Netzgebietes bringen.
Zukunftsfähigkeit derEnergieversorgungsnetze heißt weiterhin, durch niedrige Netzentgelte preisgünstig zu sein.
Preisgünstige Energie ist für die Ge­­mein­­den – auch im Wettbewerb untereinander – ein sehr wichtiger Stand­ort­faktor. Dies gilt für den Zuzug neuer Einwohner wie für die Ansiedlung neuer Betriebe. Die Kosten für den Betrieb des Stromnetzes machen immerhin etwa ein Drittel des Strompreises aus. Dabei leuchtet ein, dass die Versorgung einer Stadt mit sehr vielen Netzkunden auf einer sehr kleinen Fläche günstiger ist als die Versorgung ländlicher Räume mit wenigen Kunden und großen Leitungsstrecken.

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Diesen strukturellen Nachteil kann ein großer Anbieter wie E.ON Hanse beziehungsweise die Schleswig-Holstein Netz AG durch das größere Netzgebiet weitgehend ausgleichen, weil es eine optimale Durchmischung gibt: Höhere Kosten für den Betrieb bestimmter Netzteile wer­­den durch niedrige Kosten in anderen Netzteilen ausgeglichen – es entsteht eine Solidarisierung.

Würden die großen zusammenhängenden Netzgebiete zerschlagen, würde sich diese Solidargemeinschaft auflösen. Die Folge wären unterschiedliche Netzentgelte und damit unterschiedliche Strompreise in den Teilnetzen und den verschiedenen Regionen.
Insbesondere die Einwohner in schlecht strukturierten Netzgebieten würden dann höhere Netzentgelte und mittelfristig höhere Strompreise zu zahlen haben.

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Fehler in Stromkabeln finden die Spezialisten der Kabelfehlerortung zuverlässig mit ihren modernen Messgeräten.

Wichtig bei der Festsetzung der Netz­ent­­gelte ist der Effizienzgrad beim Netz­­be­trieb, der von der Bundes­netz­agentur, der staatlichen Aufsichts­be­hörde, festgestellt wird. Niedrige Effi­zienzgrade bedeuten vergleichsweise hohe Netzentgelte, weil der geforderte Effizienzgrad und die damit verbundenen Kostensenkungen nicht rea­­lisiert werden. Der E.ON Hanse AG wurde durch die Bundesnetzagentur ein Effi­zienz­grad von 100 Prozent beim Netzbetrieb Strom be­­schei­­nigt. Das ist der absolu­te Spit­­zen­wert in Schleswig-Holstein.

Zu­­kunfts­fä­hig­­keit der Netze bedeutet darüber hinaus, aufnahmebereit für dezentrale Erzeugung zu sein.
Der weitere Aus­­bau der er­­neu­­er­ba­ren Energien ist erklärtes Ziel der Lan­des- und Bundes­po­li­tik. E.ON Hanse plant in den nächsten drei Jah­ren Investitionen in Höhe von 100 Millionen Euro in ihre Netze. Falls zukünftig kleinere Netz­in­seln entstehen, müssten die Betreiber dieser Netze die entsprechen­den Inves­­ti­­tionen aufbringen – mit allen Belas­tun­gen und Konsequenzen für das Betriebs­er­gebnis. Man darf davon ausgehen, dass steigende Netzentgelte in der jeweiligen Gemeinden – und damit verbunden steigende Kosten für die Bürger – die Konsequenz wären.

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Und schließlich heißt Zukunftsfähigkeit der Netze: innovativ zu sein.
Wir wissen, dass sich die Menschen mehr denn je für zukunftsträchtige Ent­­wick­lungen in der Energieversorgung interes­sieren – denn diese helfen, Ener­gie zu sparen, Kosten zu senken und die Um­­welt zu schonen. Diesem Be­­dürf­­nis tra­­gen wir schon heute Rechnung: durch den großflächigen Einsatz von Block­heiz­kraft­werken oder die Er­­pro­bung um­­weltscho­nender Brenn­stoff­zellen. Dies kostet Geld und daher können solche Anforderungen nur leistungsfähige Un­­ter­­nehmen effek­tiv umsetzen.

untitledDer Jurist Hans-Jakob Tiessen (Jahrgang 1948) arbeitete nach seinem Studium zu­­nächst im Bundeskanzleramt – unter anderem als persönlicher Referent des Leiters der Ständigen Vertretung der Bun­­desrepublik Deutschland in Ost-Berlin. Von 1986 bis 1996 war er Landrat des Kreises Dithmarschen, wechselte dann in die private Energiewirtschaft und ist zurzeit Vorstandsvorsitzender der E.ON Hanse AG.