Gunilda Wörner: Ein Forum für die Kunst

„Die Kunstfabrik soll ein Ort werden, an dem eine aktive Auseinandersetzung möglich ist über das, was Kultur bedeuten kann und soll. In gemeinsamer praktisch-bildnerischer Arbeit mit jedem, der mitmachen möchte, wollen wir versuchen, Nachdenklichkeit wach zu halten oder zu wecken“, so formulierte die Initiatorin der Kunst­fabrik und Künstlerin, Richmodis dm, die Richtlinien der künstlerischen Arbeit, die immer noch Eckpunkte der Orientierung in der Kunstfabrik sind.

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Im Jahr 1988 startete der gemeinnützige Verein mit einem umfangreichen Angebot an Werkstattprogrammen für Erwach­sene und Kinder, wie „Raumobjekt-Mensch“, „Alltag“ oder „Veränderung“. Einige Jahre später wurden durch den Kunstbeirat ergänzende Schwerpunkte erarbeitet und in einem Positionspapier niedergelegt. Darin heißt es: „Die Kunstfabrik setzt eine Definition von Kunst, die ihre gesellschaftlichen und kulturellen Bezüge wie Positionen reflektiert.“ Weiter wird die Bereitschaft vorausgesetzt, „in der Arbeit eigene Standpunkte kritisch zu entwickeln und künstlerisch zu formulieren“.

Das Kursprogramm wurde größtenteils von längerfristig zusammenarbeitenden Gruppen abgelöst. Dadurch ver­­lagerte sich die Tätigkeit hin zum eigenen künstlerischen Schaffen mit dazugehörigen Ausstellungsmöglichkeiten mehr Raum gegeben. Zwei Arbeitsgruppen entstanden, in denen auch die Bereiche Text und Musik vertreten sind. Die Künstlerinnen­gruppe für Öffent­­lich­­keitsarbeit „k`IN_“ erforscht und reflektiert gemeinsam Wege des künstlerischen Arbeitens. Mit ihrem ersten Projekt „Kunst herrenlos“ arbeitete die Gruppe an „herren­losen“ Orten, wie der Thingstätte in Heidelberg, und stellte auch dort aus. Die Mitglieder der Gruppe „fishing for art“ treffen sich in regelmäßigen Abständen, um Themen wie zum Beispiel „Rezeption – Werke unter Verschluss“ zu bearbeiten.


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Die Kunstfabrik soll ein öffentliches Forum für aktuelle Kunst und Kunstinitiativen sein. Gelegenheit zum Austausch boten bislang das Künstlerfrühstück, die Diskus­sionsrunden der Veranstaltungsreihe „open house“ oder die Ausstellungen mit anderen Künstlern, ebenso wie die Konzerte des „Verein für Grundlagenmusik e.V.“, der unter dem Dach der Kunstfabrik ansässig ist.

Autoren

Alle an der Organisation der Kunstfabrik beteiligten MitgliederInnen sind auch künstlerisch tätig. Sie vertreten die Bereiche Bildende Kunst, Text und Musik, sind verantwortlich für die Büroarbeit und entscheiden in Fragen der künstlerischen Konzeption. Momentan besteht der Vorstand der Kunstfabrik aus der Vorsitzenden Gunilda Wörner sowie Marina D’Oro, Ursula Teicher-Maier und Jo. Gemeinsam fungieren sie als Kunstbeirat.