Gosbert Dölger: Darmstadt – die sicherste Stadt in Hessen

Darmstadt, die Wissenschaftsstadt in Hessen, ist eine Stadt der besonderen Art. Jugendstil, zahlreiche Behörden, über 30 wissenschaftliche Einrichtungen und forschende Unternehmen sowie die Technische Universität Darmstadt, die Hochschule Darmstadt und die Evan­ge­lische Fachhochschule Darmstadt haben dieses Bild der Stadt über Jahr­zehnte geprägt, beeinflusst und maßgeblich zum Image dieser Kommune beigetragen.

Damit Darmstadt auch weiterhin seine Attraktivität behält und für die vielen Mit­­­bürgerinnen und Mitbürger, Besucher und Gäste lebenswert bleibt, ist die Sicherheit ein wichtiger Faktor. Hier ist sich auch die Polizei ihrer Rolle bewusst und hat dazu einen nicht ganz unwesent­­lichen Beitrag geleistet. Denn Darmstadt hat sich in den letzten Jahren – im Vergleich zu anderen Städten mit mehr als 100.000 Einwohnern – zur sichersten Stadt in Hessen entwickelt. Grundlage für diese Bewertung ist die sogenannte Häufig­keitszahl (Zahl der Straftaten bezogen auf 100.000 Einwohner). Sie lag im Jahr 2010 bei 8.571 – erneut deutlich unter 10.000 – und erfährt in Anbetracht einer Auf­­klärungsquote von 60,3 Prozent aller Straf­­taten (im Jahr 2010 – 12.285 Straftaten) eine ganz besondere Bedeutung.

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Grundlage der erfolgreichen Polizei­arbeit sind vor allem die Bediensteten aller Organisationseinheiten im Innen- wie im Außendienst. Ein weiteres Fundament ist die gut strukturierte Aufbauorganisation, die sich im Wesentlichen in die drei Abteilungen Einsatz, Verwaltung sowie Zentrale Dienste unterteilt.

Die Abteilung Einsatz regelt grundsätz­liche Fragen des Dienstbetriebes und der Organisation. Hier werden Ein­sätze vorbereitet, Strategien entwickelt, Ein­satz­konzeptionen erarbeitet und der Einsatz von Personal und Ausrüstung im Rahmen des täglichen Dienstes und bei besonderen Anlässen geplant. Der Abtei­­lungs­stab gliedert sich in die Stabs­bereiche E1 für die Planung des täglichen Dienstes und der Einsätze bei besonderen Anlässen wie beispielsweise Demons­trationen, Krimi­nalitätsbekämpfung, Verkehrssicherheit oder der Schutz hochrangiger Besucher; E2 für die Planung und Organisation des inneren Dienstbetriebes, Strategie und Grund­satzangelegenheiten; E3 für den Führungs- und Lagedienst mit der Leit­stelle, von der alle Notrufe entgegengenommen und die Funk­wagen gesteuert werden. Der Lagedienst erarbeitet täglich ein Krimi­­nalitäts­lagebild, das unter anderem die Planung operativer Maßnahmen zur Krimi­­nalitätskontrolle unterstützt. Beim Stabs­­bereich E4 liegt die Verant­wortung für Koordination und Grund­satz­ange­le­gen­heiten, von Prä­ven­tions­maßnahmen und -strategien. Die regionale Geschäfts­stelle des hessischen „Netzwerks gegen Gewalt“ ist eben­­­falls bei der Stabsstelle E4 an­­gesiedelt.

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Zur Abteilung Einsatz gehören außerdem sechs Direktionen:

Kriminaldirektion. Die Kriminal­di­rek­tion ist, orientiert an der Bearbeitungs­zu­stän­­dig­­keit, in zwei Inspek­tionen gegliedert. Die Regionale Krimi­nal­inspektion (RKI) und Zentrale Krimi­nal­inspektion (ZKI) und hat ihren Sitz im Gebäude des Polizei­­präsidiums Südhessen in Darmstadt.

Die Regionale Kriminalinspektion ist örtlich zuständig für den Bereich der Stadt Darmstadt und den Landkreis Darmstadt-Dieburg. Innerhalb der RKI sind die klassischen Arbeitsfelder der Kriminalpolizei wiederum in Kommis­sariaten organisiert.

Die Zentrale Kriminalinspektion ist für den gesamten Bereich des Polizei­prä­si­diums Südhessen zuständig und mit Zentral­­kommissariaten ausgestattet. Zu ihren Aufgaben zählen die Unter­stüt­zung der Kommissariate, Reviere und Stationen bei ihrer täglichen Arbeit, die Fach­auf­sicht bei erkennungsdienst­lichen Maßnahmen der Polizeidirektionen, Spurensuche und -sicherung an Tat-/Ereignisorten und im Labor, Auswertung der ge­sicher­­ten Beweismittel.
Polizeidirektion Darmstadt-Dieburg. Die Polizeidirektion Darmstadt-Dieburg ist die größte Polizeidirektion im Bereich des Polizeipräsidiums Südhessen und zuständig für die Stadt Darmstadt und den Landkreis Darmstadt-Dieburg.

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Polizeidirektion Groß-Gerau. Die Poli­zei­­direktion Groß-Gerau ist zuständig für den Landkreis gleichen Namens und hat ihren Sitz in Rüsselsheim. Dazu gehören die Polizeistationen Bischofsheim, Gernsheim, Groß-Gerau, Kelsterbach, Mörfelden-Wall­dorf, Rüsselsheim und die Regionale Krimi­­nalinspektion Groß-Gerau (RKI).

Polizeidirektion Bergstraße. Die Polizei­­direktion Bergstraße am Fuße der Heppen­­heimer Starkenburg ist für die Sicher­heit und Ordnung im 719 Quadratkilometer großen Kreis Bergstraße mit seinen etwa 265.000 Ein­­wohnern zuständig. Dazu gehören die Polizei­stationen Bensheim, Heppenheim, Lampertheim-Viernheim, die Polizei­station Wald-Michelbach mit dem Polizeiposten Hirsch­horn und die Regionale Kriminal­inspektion (RKI).

Polizeidirektion Odenwald. Die Polizei­direktion Odenwald ist zuständig für den gleichnamigen Landkreis. Sie hat ihren Sitz in Erbach. Dazu gehören die Polizei­­stationen Erbach und Höchst und die Regionale Kriminalinspektion (RKI).Direktion Verkehrssicherheit & Sonder­dienste. Die Direktion Verkehrssicherheit und Sonder­dienste ist zuständig für den gesamten Dienstbereich des Polizei­präsidiums Südhessen. Dazu gehören die Polizeiautobahnstation Südhessen, die Verkehrsinspektion (mit Jugend­­ver­kehrs­schulen und der Verkehrs­­über­wachung), das Sach­gebiet Dienst­hunde­wesen und die Wach­polizei. Die Verkehrs­­­­­inspektion ist zuständig für den gesamten Dienst­­bezirk des Polizei­präsidiums Süd­hessen. In der Verkehrs­inspektion sind die Verkehrs­­dienste und die Jugend­ver­­kehrs­schulen unter zentraler Führung inte­griert. Die Polizei­auto­bahnstation Süd­hessen ist zuständig für die Betreuung von 145 Kilo­­meter Bundes­autobahnen im südlichen Rhein-Main-Gebiet. Die Ermittlungs­gruppe entlastet die operativen Einheiten der Direktion Verkehrssicherheit /Sonder­dienste. Die Diensthunde des Polizei­prä­sidiums Südhessen sind dezentral bei den Polizeirevieren und -stationen der Stadt Darmstadt und der Landkreise Berg­straße, Darmstadt-Dieburg, Groß-Gerau und Odenwald angesiedelt. Die Wach­polizei ist zuständig für Objekt­schutz, Gefangenen­trans­port, Gewahrsam und Geschwindigkeits­kontrollen. Sie führt Fußstreifen an Brennpunkten durch und ist ständiger Ansprechpartner für alle Bürgerinnen und Bürger. Bei Einsätzen rund um den Verkehr, öffent­lichen Veran­staltungen, bei der Jugend­verkehrs­­schule und bei der Tatortarbeit leistet sie wertvolle Unter­stützung.

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Die Abteilung Verwaltung: Zu den Auf­gaben der Abteilung Verwaltung zählen der Datenschutz, Rechts­an­ge­legen­­heiten, Organisation, innerer Dienstbetrieb, Haus­­verwaltung und -bewirtschaftung, Haus­­halts-, Kassen- und Rechnungs­wesen der Behörde, Post­zentrum, Personal­­an­ge­legenheiten sowohl bei den Beamten als auch bei Angestellten und Lohn­em­pfängern, Aus- und Fortbildung der Bediensteten.

Die Abteilung Zentrale Dienste ist das interne Service-Zentrum des Polizei­präsidiums Südhessen für die Bereiche Informations­dienste, Infor­mations- und Kommunikations­technik und Beschaffung/Fahrzeugwesen. Dem Hauptsachgebiet Informationsdienste obliegt die Pflege sämtlicher elek­tronisch gespeicherter Daten sowie der dazu­gehörenden Akten. Neben Vorgangs­verwaltung und Kriminal­­aktensammlung gehört die ständige Aktualisierung der Personen- und Sach­fahn­dungsdaten sowie die Eingabe, Ver­än­derung und Löschung von Fall-, Personen- und Sach­beschreibungs­daten zu den vor­­rang­igsten Aufgaben. Hier erfolgt auch die Freigabe der ungeklärten und geklärten Krimi­nalfälle für die polizeiliche Krimi­nal­­­statistik. Das Haupt­sachgebiet Infor­ma­tions- und Kommuni­kations­technik ist verantwortlich für die Adminis­tration und Funktionsfähigkeit der Leitstelle, sämtlicher Wachbereiche bei den Polizei­dienst­­stellen sowie für die Wartung und Instand­haltung der dazugehörenden Fern­­­­meldegeräte und -verbindungen auch im Hinblick auf den Funk­verkehr der Streifen- und Dienst­­­fahrzeuge. Der regionale Benutzerservice mit den Aufgaben PC-Service, Fern­schreib­­­steuerung, Einsatz­­­­leitsystem und digitales Bild­informationssystem stellt den Betrieb der vernetzten Bildschirm­arbeits­plätze sicher. Dem Haupt­sach­gebiet Be­schaffung und Fahrzeugwesen obliegt der Einkauf, die Verwaltung, Lagerung und Ausgabe der Fahrzeuge, Waffen, Geräte wie auch Büro- und Verbrauchs­materialien, inklusive der Instandhaltung des Fuhrparks. Die Aus- und Fortbildung der Bediensteten des Vollzugs­dienstes obliegt hoch­quali­fizierten Schieß­ausbildern und Ein­satz­trainern.

Die Erfolge der Polizei, die sich so beein­­druckend in den Statistiken zeigen, sind das Ergebnis einer gut funktionierenden Behörde. Hinter diesen verschiedenen Funktions­einheiten verbergen sich um­­sichtige und gut ausgebildete Menschen. Daher sehe ich mich als Polizeipräsident in unserer Arbeit, die auch in der Konti­nuität der Kriminalitäts­bekämpfung aus den letztenJahren zum Ausdruck kommt, darin bestätigt, dass meine Mit­ar­beite­ri­­nnen und Mitarbeiter des Polizei­prä­si­diums Südhessen stets motiviert und mit sehr viel Engagement durch ausgewogene, präventive und repressive Maß­nahmen vonseiten der Schutz- und Krimi­nal­­­polizei ihren Dienst zum Wohle der Bevölkerung versehen.

Aber auch die Bevölkerung hat an der erfolgreichen Arbeit der Polizei wesent­lichen Anteil. Denn in vielen Fällen werden erst durch ihre Hinweise die Ermittler in die Lage versetzt, Straftaten aufzuklären und somit ihre Stadt sicherer zu machen. Auch für die Zukunft wird es für die Polizei eine ständige Herausforderung sein, alles daranzusetzen, den erfolg­reichen Kurs bei­zubehalten und somit zum Wohle der Bevölkerung die öffentliche Sicherheit und Ordnung in der Wissen­schaftsstadt Darmstadt auf diesem hohen Niveau zu halten.

Dölger2009-KopieDer Autor (Jahrgang 1950) absolvierte seine Ausbildung für den gehobenen Dienst bei der Kriminalpolizei Bayerns. Besonders verdient machte er sich als Verdeckter Er­mittler im Bereich der Rauschgift-, Falsch­­geld- und Waffen­kriminalität. Gosbert Dölger war von 1992 bis 2003 Leiter der Polizei­direktion Aschaffen­burg und ist seit 2004 Polizei­präsident des Polizei­präsidiums Südhessen.