Dr. Peter Kurz: Wo Auto und Spaghetti-Eis erfunden wurden

Mannheim: Wirtschaftlicher Erfolg. Im Quadrat. Wirtschaftlicher Erfolg – das sind Ideen und Innovationen, Effizienz und Produktivität, Branchenvielfalt und Offenheit, Kreativität, Kultur und viele kluge Köpfe. Dies alles gibt es in Mann­heim, der Quadratestadt. Schachbrett­artig erstrecken sich die Straßen in der beliebten und belebten Innenstadt: die Quadrate A bis U. Mannheim ist auch das Zentrum der Metropolregion Rhein-­Neckar. Vor allem aber ist Mannheim ein Spitzenstandort für erfolgreiche und kreative Unternehmen.

Hier wird Zukunft gebaut. Gigantisch, imposant und voller Energie erhebt sie sich aus der Rheinebene im Osten Mann­heims: die Großkraftwerk Mannheim AG, bereits heute einer der bedeutendsten Strom- und Fernwärmeerzeuger der Region. Mit der größten Einzelinvestition seiner Geschichte in Höhe von 1,2 Milli­ar­den Euro in den neuen Steinkohleblock 9 schafft das Unternehmen nun einen her­aus­ragenden Meilenstein seiner Historie.


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Standortwechsel zur zweitgrößten Bau­stelle der Quadratestadt. Mitten in der City investiert das Mannheimer Bauunter­nehmen Diringer & Scheidel rund 310 Millionen Euro in das neue Stadtquartier Q 6 Q 7. Das größte Projekt in der Innen­stadt seit der Errichtung des Mannheimer Schlosses: Bis 2016 entstehen im Herzen Mannheims auf 153.000 Quadrat­metern ein Vier-Sterne-Superior-Hotel, 86 komfortable Mietwohnungen sowie großzügige Flächen für Einzelhandel, Büros, Gastronomie, Gesundheit und Fitness. Aber auch andere Investoren engagieren sich. In den Quadraten P2, P3, P5 und P7 entstehen moderne und große Flächen für Boutiquen, hochwertige Handels­unter­nehmen und kreative Läden. Damit beweist Mannheim einmal mehr, dass die Stadt Bürgern und Besuchern alles bietet, was Lifestyle-Herzen begehren.


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Auch im Büropark Eastsite drehen sich die Baukräne. Und das in atemberauben­dem Tempo. Denn dort zieht der renom­mierte Bauträger Peter Gaul ein Büro­gebäude nach dem nächsten hoch – ein Areal, auf dem bis 2015 rund 1.500 Menschen einen Job finden werden. Die Mieter: Firmen der Medizintechnik – ein von der Stadt besonders geförderter Bereich –, aber auch internationale Anwalts­kanzleien sowie Steuerberater und Wirtschaftsprüfer.

Da lockt die Wirtschaftskraft. Im Herbst 2011 eröffnete Cadcon, ein Spezialist für Ingenieurdienstleistungen, in Mannheim eine Niederlassung. Gründe für die Ent­scheidung: die Erweiterung der Fachkom­petenz und der Standort Mannheim. Viele börsennotierte Unternehmen und damit potenzielle Kunden sind in der Region vertreten. Für Ingenieurdienst­leister wie Cadcon liegen hier viele Chancen.

Selbstverständlich prägen die traditions­reichen Industrieunternehmen Mann­heims von ABB über Bilfinger, Bom­bar­dier, Daimler und John Deere bis zu Roche Diagnostics und SCA den wirtschaftlichen Erfolg der Stadt. Doch immer mehr gewinnt auch hier der Dienst­leistungs­bereich an Bedeutung. Eine Ent­wicklung, die für sich spricht: Rund 70 Prozent der insgesamt 171.000 sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätze gehören dem Dienstleistungssektor an.

Aus Ideen werden Innovationen. Die eben­so mannigfaltige wie erfolgreiche Indus­trie­tradition Mannheims begeistert und inspiriert immer mehr junge, kreative Unter­nehmen. Schon 1999 entschied sich die Modedesignerin Dorothee Schuh­ma­cher für das industrielle Flair des Mann­heimer Hafengebiets – heute ist es ihre zweite Heimat und die Wiege ihres ein­zigartigen modischen Erfolges. In Mann­heim, so sagt sie selbst, kann sie über­all die Sympathie für Kreative und Frei­denker wie Goethe, Schiller, Lessing und Voltaire spüren. Diese Offenheit haben sich die Mann­heimer bewahrt. Den innovativen Geist gab es in Mannheim schon immer: In Mannheim wurden das Fahrrad und das Auto erfunden – und das Spaghetti-Eis.
Die wunderbare, wahre Spaghetti-Eis-Saga beginnt 1933. In diesem Jahr wanderte Mario Fontanella aus den Dolomiten nach Mannheim aus und ließ sich an diesem Ort nieder, der ihn „wegen des milden Klimas, der Weinberge in der Umgebung und der schönen Frauen“ so sehr an Ita­lien erinnerte. In der neu eröffneten Eis­­­­diele in den Quadraten wurde einige Jahre später kulinarische Geschichte ge­­­­­schrieben. Sein Sohn Dario Fontanella machte eine schicksalhafte Bekannt­schaft: mit der Spätzle­presse. Das Spa­ghetti-Eis war geboren.

Existenzgründungsstadt Nr. 1 in Baden-Württemberg. Für Existenzgründer wie Mario Fontanella ist Mannheim schon immer eine Top-Adresse. Bei Neu­grün­dungen belegt die Stadt in Baden-Würt­temberg stets einen Spitzenplatz. Ein Erfolg, der auch dem Kompetenz­netz­werk „Start im Quadrat“ zu verdanken ist. Dieses engagierte Netzwerk unter­stützt unter der Federführung der Wirt­schaftsförderung der Stadt Mannheim Start-ups und arbeitet dafür eng mit den fünf Existenzgründungszentren zusammen: Musikpark, MAFINEX-Technolo­gie­­zentrum, das bis 2015 um rund 5.000 Quadratmeter erweitert wird, Deutsch-Türkisches Wirtschaftszentrum, Altes Volksbad sowie das Existenzgründungs­zentrum für Frauen gig7. Und es werden noch mehr. Ein weiteres Kreativwirt­schafts­zentrum entsteht derzeit im Stadt­teil Jungbusch. Ein Inkubator-Zentrum für junge Unternehmen aus der Medizin­technologie ist in Planung. Neben der Medizintechnik wird die Förderung der Kreativwirtschaft und von Hightech-Firmen in Mannheim großgeschrieben.

Ein Ort voller Wissenschaft, Kultur und Chancen. Mannheims Hochschul­land­schaft ist so vielfältig wie die Stadt selbst. 5.000 Akademiker legen hier jedes Jahr ihr Examen ab. Ein riesiges Potenzial für Unternehmen und ein bedeutender Standortfaktor, den viele Firmen als eines der wichtigsten Ansiedlungskriterien sehr zu schätzen wissen – neben der idealen logistischen Lage und der hohen Lebensqualität. Die besten Betriebswirte werden an der Universität Mannheim ausgebildet, bestätigten Personalchefs deutscher Unternehmen bei einer Um­­frage der „Wirtschaftswoche“ im Jahr 2012 erneut und zum elften Mal in Folge. Spitze beim Wirtschaftsingenieur-Stu­dium ist die Hochschule Mannheim. Ein ebenbürtiges Erfolgsmodell ist die Duale Hochschule Baden-Württemberg Mann­heim, die mit 2.000 Unternehmen aus der Region und aus ganz Deutschland kooperiert. Dass zukunftweisende Ideen auch im wissenschaftlichen Bereich rea­lisiert werden, zeigt die 2003 gegründete Popakademie, die bundesweit erste Hochschule für Populärmusik und Musik­wirtschaft.
Damit junge Akademiker auch nach dem Examen gerne in Mannheim bleiben, wird das Wohnungsangebot stetig optimiert. So entsteht mit dem Glückstein-Quartier ein neues Stadtquartier – mit Platz für zahlreiche Arbeitsplätze, aber auch Wohn­raum für hohe Ansprüche. Neben der direkten Partnerschaft mit der Univer­sität und der Hochschule Mannheim punktet das Quartier vor allem mit seiner Lage. Das Glückstein-Quartier liegt verkehrstechnisch mit seiner direkten An­­bin­­dung an Bahnhof und Autobahn optimal.

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Enormes Potenzial für die Entwicklung Mannheims besitzt das mit Abstand größte städtebauliche Projekt in Mannheim: die Flächen der US-Armee. Über 510 Hektar Konversionsflächen werden bis 2015 frei – eine große Chance, die Mann­heim in den nächsten Jahren für qualita­tives Wachstum nutzen wird. Pilotpro­jekt sind die Turley Barracks. Die vorwiegend historischen Gebäude werden aktuell zu Wohnungen und Räumen für Gewerbe umgebaut. Die Taylor Barracks stehen für die Mobilität der Zukunft: Be­­­gonnen haben hier Testreihen für Elek­tro­busse von Bombardier. Die Spinelli Bar­racks symbolisieren das grüne Mann­heim. Im September 2013 entschieden die Mannheimerinnen und Mannheimer über die Durchführung der Bundesgar­tenschau 2023.

Nebenbei bemerkt: In Sachen Lebens­qualität nimmt die Quadratestadt schon heute eine Spitzenposition ein. Die Ver­an­staltungen in der SAP Arena, aber auch Ausstellungen der großen Mannheimer Museen rem, Kunsthalle und Techno­seum ziehen Besu­cher aus ganz Deutsch­land und dem Aus­­land an. Und dies ist auch für die Wirtschaft interessant. Nur ein Beispiel: Die 50-Millionen-Euro-Spen­­de des SAP-Mitgründers Hans-Werner Hector und seiner Frau Josephine er­­möglicht den Neubau der international anerkannten Mannheimer Kunsthalle. Den Vorsitz des Stiftungsrats hat der Mann­heimer Unter­nehmer Dr. Manfred Fuchs übernommen. Sein Credo: Die Wirtschaft braucht im Wettbewerb um die besten Köpfe attraktive Standorte. Dabei spielen Kunst und Kultur eine besondere Rolle. Mannheim hat aber noch mehr vor: Die Bewerbung als Europäische Kultur­­hauptstadt ist ein Teil der Stadtstrategie.

IMG_5085-KopieDer Autor ist Jurist und seit dem 17. Juni 2007 Oberbürgermeister von Mannheim. Von 1984 bis 1989 war er Bezirksbeirat der Schwetzingerstadt/Oststadt in Mann­heim, danach bis 1999 Stadtrat in Mann­heim. Anfang 1994 übernahm Kurz den Vorsitz der SPD-Gemeinderatsfraktion und übte das Amt bis 1999 aus. Das Amt des hauptamtlich tätigen Bürgermeisters für Bildung, Kultur und Sport in Mann­heim trat Kurz 1999 an.