Dr. oec. publ. Peter Hanns Zobel: Das IZB als ideale Petrischale für BioTech-Existenzgründer

Life Sciences zählen zu den Schlüssel­technologien der Zukunft. Sie werden neue Medikamente und Wirkstoffe im Kampf gegen Krebs und andere Krank­­heiten hervorbringen, aber auch der Schlüssel für Innovationen in der Um­­welt-, Lebensmittel- und Agrartechno­lo­­gie sein. Bereits 1994 erkannte der Frei­­staat Bayern – federführend das bayerische Wirtschaftsministerium – das Potenzial im Bereich medizinische Biotechnologie und Life Sciences in und um Martinsried bei München und be­­gann den Aufbau eines Topstand­ortes für Biotechnologie.

gewaechshaus

In Martinsried ist heute ein Campus der kurzen Wege entstanden, der seinesgleichen in Europa sucht:

Neben dem Universitätsklinikum Groß­hadern, dem Genzentrum der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) und den Max-Planck Instituten für Biochemie und Neurobiologie wurden hier nun auch konsequenterweise die Lehrstühle für Chemie, Pharmazie, Biologie und die prä­­klinischen Institute der medizinischen Fakultät der LMU angesiedelt. Dem­nächst fällt der Start­schuss für das Biome­di­zi­­nische Zent­rum und das De­­menz­zent­rum, das die LMU plant. Neben dem nahen Au­­to­­bahn-Anschluss und zahlreichen Bus­linien soll der Campus bis 2013 auch einen U-Bahn-Anschluss erhalten. Kurzum: Was in Martinsried in nur wenig mehr als einem Jahrzehnt auf die Beine gestellt worden ist, ist enorm.

Im Herzen dieses herausragenden Cam­­­­pus steht das Innovations- und Grün­der­­zentrum Biotechnologie (IZB). Im IZB erhalten junge Start-ups beste Vor­­aus­­setzungen für ihre Arbeit. Die La­­bors haben S1- beziehungsweise S2-­Stan­dard. Zurzeit arbeiten knapp 600 Menschen in 60 Firmen in den IZBs. Einige innova­tive Medika­men­te sind be­­reits auf dem Markt, an­­dere in der „War­­teschlange“. 30 Medika­men­­ten­kan­­di­da­ten werden ge­­rade international ge­­tes­­tet, 70 Wirk­stof­­fe befinden sich in praktischen Test­­rei­­hen. Junge For­scher finden im IZB nicht nur bestens ausgestattete Labor­räu­me, sondern auch alles, was die Tech­­nik heut­­zutage bietet, um effizient ar­­beiten zu können: schnelle Da­­tennetze, mo­­derne Kon­­fe­­renzräume und eine ak­­­tive Öf­­fent­­lich­keitsarbeit. Die Nähe zu den wissen­schaft­­lichen Instituten er­­mög­licht auch einen schnellen Erfah­rungsaus­tausch.

Das Gründerzentrum mit dem Motto: „Hier entsteht Zukunft“ hat inzwischen einen international anerkannten Namen.

labor

Vor einigen Jahren hat sich das IZB nach Norden ausgeweitet:
In Freising-Weihenstephan entstand bin­­nen weniger Jahre ein Wissen­schafts­zentrum für Ernährung, Landnutzung und Umwelt in unmittelbarer Nach­bar­schaft zum Wissenschaftszentrum der Technischen Universität Mün­chen.
Das IZB in Freising-Wei­hen­stephan wur­­de 2007 ein Sie­­ger im bundesweiten Wettbewerb „Aus­­gewählter Ort der Ideen.“
Allein die im letzten Jahr im IZB er­­wirt­­schafteten Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Über 80 Millionen Euro frisches Kapital wurden 2008 von Mie­­tern des IZB eingeworben. Auf­­grund der hohen Auslastung der derzeit 19.000 Quadratmeter wird ab 2009 ein weiteres Büro-/Laborgebäu­de ge­­plant, das Mitte 2010 mit 3.200 Qua­­­dratmetern fertiggestellt werden soll. Neuerung hierbei ist eine Schule für technische Assistenzberufe. Insge­samt gab es seit 1995 circa 100 Life-Science-Unterneh­mensgründungen un­­ter dem Dach der IZB. In der Summe haben die ehemaligen Mieter des IZB nachhaltig über 1.000 Arbeitsplätze geschaffen.

Wie erfolgreich hier gearbeitet wird, zeigt auch der Werdegang von Unter­nehmen mit Weltgeltung, die hier an­­ge­­fangen haben: MediGene, Morphosys, Meta­bion, Micromet oder MediGenomix sind Be­­lege für die hier geleistete Ar­­beit.
Die Fördergesellschaft IZB mbH kann auf volle Auftragsbücher der hier tätigen Dienstleister verweisen.
Überhaupt hat die Geschäftsführung der IZB schon sehr früh Standards ge­­setzt, die an anderen Orten nachgemacht wer­­den: So hat sich die IZB be­­reits 2002 für die Errichtung der Kin­dertagesstätte Bio­­­Kids im IZB Martins­ried stark ge­­macht.

besprechungsraum

Das im IZB angesiedelte Café Fresh­­maker und ein attraktiver Brunnenplatz leisten einen weiteren beträchtlichen Beitrag, die Kommunikation unter den Mietern, aber auch mit den umliegenden Nach­barn, stets voranzutreiben.
Es ist wichtig, dass die Mitarbeiter der IZB GmbH immer schnell und unbürokratisch Ansprechpartner für die großen und kleinen Probleme der IZB-Un­­ter­neh­­mer sind. All das ist nur möglich durch ein ständiges Prä­sent-Sein und auch das Wissen, dass die Ar­­beit „von oben“ unterstützt wird: Das Bayerische Wirtschaftsminis­te­rium, wie auch der Haupt­­gesell­schaf­ter, das Bayerische Fi­­nanzministerium, haben sich seit der Grün­­dung des IZB dauerhaft und aktiv für die wichtige Schlüssel­­technologie eingesetzt. Dass sich daran auch im neuen Kabi­nett nichts ändert, das gilt als sicher in Martinsried.

Der Standort wächst seit 14 Jahren und das soll auch so bleiben! Das Grün­der­zentrum IZB arbeitet daran, das ge­­leb­te und funktionierende Netzwerk des Campus Martinsried und rund um das IZB Weihenstephan noch sichtbarer nach außen darzustellen. Die beiden Eli­­te­uni­­versitäten, die exzellente For­schung der Max-Planck-Institute und der Ins­­titute der TU und LMU, aber auch die 100 jungen Biotechunternehmen sind ein Garant für den weiteren Aus­­bau der Metropol­region Mün­chen.

24_7_07-IZB-Team_078Der 1965 geborene Autor hat an den Uni­­versitäten in Augsburg und München Be­­­­triebswirtschaftslehre studiert. Be­­ruf­­li­­che Stationen waren: Textilhaus Lindner, Fürst Fugger Privatbank, SG Warburgs, Schitag Wirtschaftsprüfungsges., wiss. Mitar­­bei­­ter an der LMU sowie Unter­neh­­mens­berater bei der Fraunhofer Ma­­n­­a­gement GmbH. Seit 1996 ist Zobel Geschäfts­füh­­rer der Fördergesellschaft IZB mbH.