Dr. Klaus Weichel: Von der Idee zum fertigen Produkt – Hightech-Standort Kaiserslautern bietet perfektes Umfeld

Kaiserslautern hat sich in den vergangenen Jahren auf höchst erfolgreiche Art und Weise vom einstigen reinen Militär- und Industriestandort zu einem Hightech-Standort von internationalem Format gewandelt. Dank konsequenter Förderung und intensiver Bemühungen aus Politik, Wissenschaft und Wirtschaft ist hier ein beeindruckendes lokales Netzwerk aus Forschungsinstituten und Unternehmen entstanden.

Kaiserslautern nimmt regelmäßig Spitzenpositionen ein, was die Firmenneugründungen in Rheinland-Pfalz anbelangt. Im ersten Halbjahr 2016 wurden pro 10.000 Ein­wohner 13,2 Firmen gegründet – der beste Wert der fünf Oberzentren und der drittbeste Wert in Rheinland-Pfalz insgesamt.

Wie die letzte Erhebung eindrucksvoll belegt, hat sich die Zahl der Hightech-Unternehmen, die sich aus dem Hoch­­schulbereich oder den Forschungsinstituten heraus gegründet haben, allein von 2012 bis 2014 von 61 auf 75 erhöht, die Zahl der Mitarbeiter im gleichen Zeitraum von knapp 2.000 auf knapp 2.500. Insgesamt waren damit Ende des Jahres 2014 in Kaiserslautern mehr als 6.100 Menschen im Hightech-Sektor beschäftigt. Viele dieser Arbeitsplätze sind im hochqualifizierten Lohnbereich anzusiedeln. Sie schaffen aber grundsätzlich auch nachgelagerte Be­­schäftigungen für geringer Qualifizierte.

Mit der Technischen Universität (TU), der Hochschule, dem Max Planck Institut, dem Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) und drei Fraunhofer-Instituten hat sich hier in den vergangenen Jahrzehnten eine For­schungs­­landschaft der Spitzenklasse etabliert. Viele High­­tech-Pro­dukte und Software-Anwendungen, die weltweit genutzt werden, sind „made in Kaiserslautern“, sei es das Wäge­system, das kleinste Wägegüter in rasanter Ge­­schwin­digkeit auf dem Fließband akkurat abwiegt, die Software, die bei Fernseh- und Radiosendern Millionen von Ton- und Bild­­dokumenten archiviert, oder Software für den Wert­­papier­handel und die Wertpapierverwaltung von Banken in aller Welt.

Die TU Kaiserslautern ist die einzige technisch-ingenieurwissenschaftlich ausgerichtete Universität in Rheinland-Pfalz. Beim aktuellen Hochschulranking der Wirtschafts­woche gehörte die TU Kaiserslautern in vier Fächer­­kate­­gorien zu den Top Ten: die Fachbereiche Maschinenbau, Wirtschaftsingenieurwesen, Informatik sowie Elektro- und Informationstechnik konnten sich gegen die deutschlandweite Konkurrenz behaupten. Im vergangenen Jahr wurde die TU Kaiserslautern im World University Ranking des britischen Magazin Times Higher Education zudem erstmalig unter den besten 500 Universitäten weltweit gelistet. Rund 14.500 Studierende genießen hier eine hervorragende Ausbildung. Hinzu kommen 6.200 Studierende, die derzeit an der Hochschule Kaiserslautern (inklusive der Standorte Zweibrücken und Pirmasens) eingeschrieben sind.

All diese Zahlen belegen: Der Standort Kaiserslautern floriert. Das wissenschaftliche Umfeld mit zwei Hochschulen und vielen Forschungsinstituten bietet für Hightech-Unter­nehmen beste Bedingungen, damit hier innovative Produkte und somit auch neue Arbeitsplätze entstehen können. Auch unsere Science Alliance, unser Business Innovation Center oder unsere Wirtschaftsförderung tragen erfolgreich dazu bei, dass von der Idee bis hin zur tatsächlichen Firmen­grün­­dung oder Unternehmensniederlassung alles getan wird, um den Prozess zu unterstützen und in Umsetzung zu bringen.

Gerade im Vergleich mit ähnlich großen Städten hat Kaisers­­lautern zudem ein Kultur-, Veranstaltungs- und Shopping­angebot, das sich sehen lassen kann und keinen Vergleich zu scheuen braucht. Durch die Ansiedlung von IKEA sowie der zentral gelegenen Einkaufsgalerie „K in Lautern“ im Jahr 2015 haben wir enorm an Zugkraft gewonnen, mit der Pfalzgalerie, dem Pfalztheater oder dem Kulturzentrum Kamm­­garn verfügen wir über hervorragende Kulturein­richtungen mit überregionaler Strahlwirkung. Auch unsere vielen Großveranstaltungen wie das Altstadtfest oder die Lange Nacht der Kultur tragen zum Potenzial des Standorts bei. Und mit dem Pfälzer Wald haben wir das perfekte Naherholungsgebiet unmittelbar vor der Haustür.

Kaiserslautern hat also bereits beste Voraussetzungen zu einer nachhaltigen Entwicklung geschaffen und hat allen Grund zu einem optimistischen Blick in die Zukunft – zumal ein echter „Meilenstein“ unmittelbar bevorsteht.  Auf dem Gelände der ehemaligen Nähmaschinenschmiede Pfaff, direkt am Rand der Innenstadt gelegen, wird in den kommenden Jahren ein komplett neues lebendiges Viertel entstehen, das uns alle Möglichkeiten bietet. Auf einer Gesamtfläche von rund 20 Hektar – davon gehören 16,5 Hektar seit Ende 2015 der Stadt – bietet das Areal die perfekte Chance, durch eine Durchmischung von hoch­­wertigen Technologienutzungen, Gesundheits­dienst­leis­­tungen und Wohnflächen die Wissenschaftsmeile an der TU mit der Innenstadt zu verbinden. Noch sind Gelände und Grundwasser stark kontaminiert, doch das Land wird über das Wirtschafts- sowie das Innenministerium die dringend erforderlichen Maßnahmen im Interesse der Umwelt mitfinanzieren. Insgesamt werden in den kommenden Jahren über 30 Millionen Euro an Fördermitteln des Landes und Bundes in die Entwicklung des Pfaff-Areals fließen.

Diese Fördermittel ermöglichen es uns, hier ein urbanes Quartier für alle zu schaffen, ein Viertel, das Kaisers­lautern weiter nach vorne bringt. Insbesondere der High­­tech-Bereich soll auf dem Pfaff-Gelände weiter ausgebaut werden, viele neue Arbeitsplätze werden entstehen. Zu einem urbanen Viertel gehört jedoch mehr. Wir wollen eine gesunde Mischung aus Arbeiten und Wohnen, aus Gastronomie und Versorgung. Wir wollen ein Viertel, in dem sich Alt und Jung zu jeder Tageszeit gerne aufhalten. Dazu werden auch eine ansprechende architektonische Gestaltung mit vielen Grünflächen und eine moderne Verkehrs- und Kommunikationsinfrastruktur beitragen.

Nicht nur aus städtebaulicher Sicht bietet uns das Pfaff-­­Gelände wirklich eine einmalige Chance und ich bin sicher, es wird in den kommenden Jahren sinnbildlich für die tolle Gesamtentwicklung stehen, die Kaiserslautern gerade erlebt.

Wenn Sie Lust haben, kommen Sie doch mal vorbei. Es lohnt sich!

Dr. Klaus Weichel
Der an der Technischen Universität Kaiserslautern promovierte Biologe war von 1990 bis 1995 Leiter des Referates Umwelt und Forsten in Kaiserslautern. Von 1995 bis 1999 leitete er das Dezernat für Umwelt, Gesundheit, Jugend, Soziales und Sport. Von 2000 bis 2007 war er Präsident der Struktur- und Genehmigungs­direktion Süd in Neustadt/Weinstraße. Seit 2007 ist Dr. Weichel Oberbürgermeister der Stadt Kaiserslautern.