Dr. Jürgen Hernichel: Frankfurt – Europas digitaler Knotenpunkt liegt im Rhein-Main-Gebiet

In Frankfurt trifft sich die Welt. Die hes­sische Metropole am Main, liebevoll auch „Mainhattan“ genannt, ge­nießt große in­­ternationale Bedeutung als Finanz- und Wirtschaftszentrum, Messe­­stadt sowie Verkehrsknotenpunkt. Die um­satz­stärkste deutsche Börse ist hier ange­siedelt, da­­neben auch die Euro­päische Zentralbank und das Who’s Who des Finanzsektors. Nam­hafte internationale wie nationale Unter­nehmen aller Bran­chen haben Fir­­men­sitze in Frankfurt, die Anbindung an Deutschland und die Welt ist dank des Frankfurter Flughafens und gut ausgebauter Verkehrswege auch als sehr gut zu bewerten. Auch die unmittelbare Umgebung der Stadt offeriert optimale Geschäftsbedingungen: Das Rhein-Main-­­Gebiet mit seinem Zen­trum Frank­furt zählt zu den wirtschaftsstärksten Re­­gionen Europas.

Der überwiegende Teil aller Geschäft­s­abläufe in der Region wäre ohne Infor­mations- und Telekommunikations­tech­­­nologie (ITK) undenkbar. Nicht verwunderlich also, dass auch die ITK-Branche in ihrer ganzen Bandbreite in der Re­gion vertreten ist. Zahlreiche Branchenrie­sen aus dem Soft- und Hardwarebereich finden sich hier ebenso wie führende IT-­Dienstleister, IT-Be­ratungs­unternehmen und Telekom­­mu­nikationsanbieter. Mit ihren Innova­tionen und Dienstleistungen tragen sie maßgeblich zur Zukunfts­fähig­­keit der Region bei und stärken den ITK-­Stand­ort Frankfurt RheinMain nachhaltig. Dabei finden sie für ihre Geschäfts­tätig­­keit opti­­male Vorraus­setzungen vor. Die Nähe zu nationalen wie internationalen Kunden und Finanz­gebern ist ebenso at­­traktiv wie die Vernetzung mit Forschungs­­ein­richtungen und Hoch­schulen, unter an­­derem dem Software-Cluster Rhein-Main-­Neckar. Die Region zeichnet sich nicht nur durch die gute verkehrstechnische Anbindung aus, sondern verfügt daneben vor allem auch über eine ideale ITK-Infra­­struktur. Beispiele hierfür sind der hohe Aus­baugrad der gängigen Inter­­net-Breit­­­bandtechnologie und der weltweit größte Internet-Knotenpunkt für die direkte Zu­­sammenschaltung von IP-Netz­werken, DE-CIX.

Die Initiative Digital Hub FrankfurtRhein­­Main e.V. widmet sich ge­­zielt Ausbau und Stärkung dieser Stand­­ortvorteile. Absicht ist es, die Region Frank­­furt RheinMain zum bedeutendsten digi­­talen Knotenpunkt Euro­­­pas zu entwickeln. Repräsentiert durch den Vorstand vereint die Initiative Rechen­­zen­trumsbetrei­­ber, ITK-Spezia­listen, Finanz-, Wirtschafts-, Standort- und Technologie­­ex­­perten, Infra­­­­struktur­anbieter, Hoch­schulen sowie Wis­­­­­­­­­­sen­schaftsinstitute.

Vor­standsvorsitzender ist Bernhard Pus­­sel (Colt Technology Services), weitere Vor­­­stands­­mitglieder sind Peter Kania (Wirt­­schaftsförderung Frankfurt) und Frank J. Zachmann (Equinix). Gemein­sam arbei­­­ten die Mit­glieder am Ausbau der digitalen Infra­struktur, vernetzen sich und bündeln ihre Kompetenzen, um die Inno­­vation­skraft und die Konkurrenz­fä­­hig­keit der Region zu erhalten und zu stär­ken. Dabei behalten sie die aktuellen Trends und Herausforderungen inner­halb der Branche stets im Blick: Cloud Com­pu­­ting, Big Data, Mobile Business und IT-Sicher­heit sind die zentralen Themen, mit denen sich die Spezialisten in der Region Frankfurt RheinMain ebenso wie ihre Kollegen in aller Welt beschäftigen.

Colt_Jürgen_Hernichel-KopieDer Autor ist Executive Vice President Colt Enterprise Services und Vorsitzen­der der Geschäftsführung der Colt Technology Services GmbH. Er war zuvor EVP der Busi­­ness Services Unit und ver­antwortlich für das Colt Shared Service Center. Dem ging eine Tätigkeit als Mana­­ging Director Northern Region und Mana­­ging Director Germany bei Colt voran. Be­­vor er zu Colt kam, war er für die NASA in Kalifornien und die Thyssen Handelsunion tätig.

Flexibel, effizient, kostengünstig und störungsfrei – so lauten die Anfor­­der­ungen der Anwender an eine zeitgemäße digitale Infrastruktur. Im Rahmen des Cloud Computing lassen sich diese Vor­­teile realisieren: Über das Netzwerk kann auf alle benötigten IT-­Dienstleis­tung­en zugegriffen werden, bei­spiels­weise Infra­­struk­turen wie Daten­speicher oder Re­­chen­­­leistung, auf Platt­formen oder Soft­­ware. Unterneh­men müssen die Ressour­­cen nicht kostenintensiv vorhalten und verwalten, sondern können nach Bedarf zugreifen und bedarfsgerecht ab­­rechnen. Der jeweilige Dienstleister stellt dabei Sicherheit und Störungsfreiheit sicher. Die Bereitstel­lungsmodelle unter­­schei­­den sich in Public Cloud und Private Cloud, in die sich beispielsweise Daten und An­­wendungen je nach ihrer Wichtig­­keit und Sensibilität über­führen lassen. Um dem Preisdruck zu begegnen, bieten IT-Dienst­­leister mitt­lerweile auch so ge­­nannte Hybrid Clouds an, die standardi­sierte Schnitt­stellen für mehrere Private-­Cloud-­Lö­sungen nutzen. Die Wahl der passenden Lösung erfolgt individuell, die Folgen sind jedoch branchenübergrei­fend die gleichen: klare Wett­bewerbsvor­teile durch Optimierung der Geschäfts­prozesse, Fle­­xi­­bilität und Kostenein­sparungen.

Neue Technologien und Nutzungs­gewohn­­­heiten sorgen dafür, dass das Datenvo­lumen weltweit rasant steigt. In Unter­neh­men liegen relevante Daten jedoch meist un­­strukturiert vor und können so kaum wirt­schaftlich genutzt werden. Big Data be­­zeichnet die Ge­­winnung und Analyse von Informa­tionen, die in großer Menge aus vielfältigen Quellen generiert werden und sich schnell verändern. Ziel ist dabei, Un­­ternehmensentscheidungen fun­dierter und schneller treffen zu können und somit innovativ und konkurrenz­­fähig zu operieren. Unternehmen, die Big Data optimal ein­setzen, erreichen eine Transpa­renz in der steigenden Informa­tions­­­flut, können Produkte und Dienst­­leis­tung­en gezielter auf Kunden­gruppen zu­­schnei­den, flexibel auf Probleme rea­gieren und neue Märkte schneller erken­­nen und er­­schließen. Das Potenzial er­­schöpft sich jedoch nicht von selbst. Viel­­mehr muss das Management mit Anpas­­sung der Un­­ter­­­nehmensprozesse und Wis­­sens­auf­­­bau innerhalb des Unter­­nehmens aktiv werden.

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Das Thema Mobile Business steht bereits in vielen Unternehmen auf der Agenda. Der Ausbau der technischen Infrastruk­tur sowie preisgünstige Angebote für mobile Endgeräte und Netzverbin­dungen sind Faktoren, mit denen Unter­­nehmen aller Branchen ihren mobilen Austausch im externen wie internen Be­­reich verstärken. Ebenso wie Cloud Com­­puting und Big Data stellt diese Ent­­wicklung erhöhte Anforderungen an die IT-Sicher­heit. Die zentralen Themen sind dabei der Zugriffs­­­schutz, die Daten­siche­­rung und -vernichtung sowie die Datenver­­­schlüs­selung. All dies erhöht Dynamik und Komplexität im geschäftlichen Um­­feld. Um hier bestehen zu können, müssen Unternehmen in der Region Frankfurt RheinMain über kurz oder lang handeln und sich zukunfts­­orientiert ausrichten.

Beste Voraussetzungen schafft in diesem Zusammenhang die Zusam­men­ar­­beit mit spezialisierten Dienst­leis­­tern. Diese sollten mit dem entsprechen­­den Know-how und Expertenwissen aus­­ge­­stattet sein und idealerweise eine große Bandbreite von Services anbieten. Wenn sie darüber hinaus wie Colt Technology Services auch über eine eigene Infra­struk­­tur verfügen, erleichtert das die Bereit­stellung und Integra­tion passgenauer Lösungen für IT-, Netzwerk- und Rechen­­­zentrumsser­vices, die die Kom­­plexität der IT reduzieren. Die frei werdenden Res­­sourcen können Unterneh­­men gezielt in ihr Kern­­geschäft investieren. Gleich­­zeitig steht ihnen mit der optimalen digitalen Infra­­struktur ein verlässliches Fundament zur Ver­fü­­gung, dass sie agil und effizient agieren lässt und zum widerstandsfähigen Wettbe­werber macht.