Dr.-Ing. Hans Heinz Zimmer: Weltweiter Partner für die Elektrotechnik, Elektronik und Informationstechnik

Der VDE Verband der Elektrotechnik Elek­­­tronik und Informationstechnik ist weit mehr als ein Verband im üblichen Sinne. Sein interdisziplinäres System aus Wis­­­senschaft, Normung und Prü­fung vereint die Experten für Forschung & Ent­wick­lung bedeutender Innovationsfelder unter einem Dach. Der VDE bietet Ex­­per­ten und Nachwuchskräften der Elektro- und Informationstechnik ein internatio­na­les Netzwerk für den fachübergreifenden Informationsaustausch rund um Technik und Trends. Mit der Erarbeitung von Nor­­men und Standards in der Elek­tro- und Informationstechnik und der Prüfung und Zertifizierung elektrotech­nischer Pro­­­dukte und Systeme schafft der VDE Sicher­­heit und Verbraucher­schutz auf höchstem Niveau.

Mit 36.000 Mitgliedern, davon 1.300 Un­­ternehmen, 8.000 Studierende, 6.000 Young Professionals, und 1.100 Mitar­bei­tern ist der VDE einer der großen tech­­nisch-wissenschaftlichen Verbände Euro­­pas. Seinen Hauptsitz hat der VDE in Frank­furt inmitten der Metropolregion RheinMain, doch der VDE ist weltweit aktiv. VDE-Tätigkeitsfelder sind der Tech­­­nikwissenstransfer, die Forschungs- und Nachwuchsförderung der Schlüssel­tech­­no­logien Elektrotechnik, Elektronik und Informationstechnik und ihrer Anwen­­dun­gen. Als neutraler Partner unterstützt der Verband eine zukunftsorientierte Tech­­nologiepolitik für Deutsch­land und Euro­pa – mit Studien, Ana­ly­sen, Empfeh­­­lun­gen und Positionspa­pie­ren. Im Rah­­men von Kongressen, Fach­­tagungen und Semi­­naren trägt der Verband zum nationalen und internationalen Transfer von Technik­­wissen bei. Er gibt damit wichtige Im­­pulse für die Entwicklung und Einfüh­rung neuer Technologien und fördert den Erfah­­rungsaustausch der Kollegen aus der Industrie, den Hoch­schulen, Forschungs­­einrichtungen und Institutionen. Mit ver­­schiedenen Aktio­nen zur Nachwuchs­fö­r­de­rung setzt sich der VDE dafür ein, mehr junge Men­schen für einen Beruf in der Elektro- und Informationstechnik zu ge­­­winnen. Ge­­meinsam mit dem Bundes­mi­­nis­terium für Bildung und Forschung rich­­tet der VDE die Schülerwettbewerbe Invent a Chip und SolarMobil Deutschland aus. Außerdem engagiert sich der VDE mit ver­­schiedenen MINT-Aktivitäten dafür, junge Frauen für einen ingenieurwissen­schaf­­t­­lichen Beruf zu begeistern.

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Mit der DKE Deutsche Kommission Elek­­­­trotechnik Elektronik Informations­tech­­­nik im DIN und VDE ist die nationale Nor­­mungsorganisation für elektro- und infor­­mationstechnische Produkte im VDE ver­­ankert. Sie vertritt die deutschen In­­teres­­sen im Europäischen Ko­­m­itee für Elektro­­­technische Normung (CENELEC) und in der Internationalen Elektrotechnischen Kom­­­mission (IEC). Die Sicherheit elektrotechnischer Pro­dukte ist eines der Hauptanliegen des VDE. Dafür setzen sich die Normungs­experten der DKE ein bei der Erarbei­tung international harmoni­­sierter Normen und Standards. Die Ent­­stehung einer Norm, vom Normungs­an­trag bis zur Ver­­abschiedung einer Norm, ist ein sehr langwieriger Prozess. Für dy­­namische Zukunftsmärkte wie zum Bei­­spiel der Elektromobilität oder der Infor­­mations- und Telekommunikations­techno­­logie (IKT) erarbeiten die Normungs­ex­per­ten in einem kürzeren Zeitraum Stan­­dards, die als VDE-Anwendungsregeln ver­­öffent­licht werden. VDE-Experten betei­­ligen sich intensiv in verschiedenen Ar­­beits­gruppen der Nationalen Plattform Elek­­tromobilität (NPE). Innerhalb der für die Normung zuständigen Arbeits­grup­pe 4 haben die VDE-Normungsorganisation DKE mit dem DIN und dem VDA die zweite Stufe der deutschen Normungs-Road­map Elektromobilität verabschiedet. Der VDE unterstützt das Förderpro­­gramm „IKT für Elektromobilität II – Smart Car – Smart Grid – Smart Traffic“ des Bundes­minis­­teriums für Wirtschaft und Technologie (BMWi) durch Begleitfor­schung. Regel­mäßig veröffentlicht der VDE Studien zu Themen rund um die Elektromobilität und Energiewende.

Das VDE-Institut in Offenbach prüft elek­­trotechnische Geräte, Kom­­­­ponenten und Systeme auf ihre Sicher­heit, elektromagnetische Ver­träg­­lich­keit und weitere Produkt­eigen­schaf­ten und vergibt bei positiver Prüfung das VDE-Zeichen. 63 Prozent der Bundes­bür­ger kennen das dreieckige VDE-Zei­chen als Garant für die Sicherheit elektro­technisch­er Produkte. Weltweit tragen Millionen von Elektroprodukten das VDE-Zeichen. Neben den rund 500 Mitar­bei­­tern des VDE-In­­sti­­tuts arbeiten weltweit etwa 250 weitere Mitarbeiter in den Bereichen Prüf­ung und Zertifizierung. In China, Hongkong, Taiwan, Japan und Südkorea ist der VDE mit Niederlas­sungen der VDE Global Ser­­vices GmbH und der ASIG GmbH vertreten. Das VDE-Institut hat außerdem Prüfzentren für Photovoltaik-Module in Freiburg, Albu­querque, Shanghai, Singa­­pur, Shenzen, Hongkong, Taipeh und Osaka. Auch in Deutschland expandiert der VDE: Im Juli 2012 hat der VDE sein neues Bat­­terie- und Umwelttestzentrum in Offen­­­bach eröffnet. Auf mehr als 50 hochmo­­­­dernen Einrichtungen können Lithium-Ionen-Akkus für Elektrofahrzeuge auf Sicherheit und Dauerfestigkeit getestet werden. Auch wenn das Automobil im Mittelpunkt des neuen VDE-Test­zen­­­trums steht, so können auch die Trak­tions­bat­­­terien für andere Elektro­fahr­zeuge wie Pedelecs (Fahrräder mit elek­­trischem Hilfsmotor) untersucht werden. Dieses Marktsegment wächst stark und ist noch weitgehend unreguliert. Darüber hinaus können auch Batterien/Akkus für viele weitere Anwendungsfälle, wie beispiels­­weise Energienetze oder Elek­tro­werk­zeu­ge, geprüft werden. Das Zen­­trum steht Automobilherstellern und Zulieferern, aber auch Forschungs­in­sti­tutionen und Be­­hörden als Dienstleister zur Verfügung. Das neue Batterie- und Umwelt­test­zen­­­trum ist nur ein Teil der Prüfein­rich­tun­­­gen, mit denen der VDE die komplette Wert­schöpfungskette der Elektro­mo­bi­li­tät abdeckt. Zur Verfügung steht auch ein hochmodernes Labor, in dem die elektromagnetische Verträg­lich­­keit von unterschiedlichen Produkten, unter an­­­­de­­rem auch von Elektrofahr­zeugen, ge­­prüft werden kann. Mit den neuen Ent­­wicklungen in der Licht­technik und einem immer unübersichtlicher werdenden Markt steigt die Nach­­frage nach transparenten Bewertungs­mög­lichkeiten der Produkte. Um dieser nach­­zukommen, eröffnete das VDE-Insti­­tut Ende 2011 in Offenbach ein Test­­zen­­trum für Photo- und Spektrometrie für die Lichtindus­trie. Das Thema Smart Home und Inter­­ope­rabilität von Ge­­räten und Systemen spielt ebenfalls eine zentrale Rolle im VDE. Im Fokus stehen dabei die intelligenten Techno­lo­gien in der Hausgeräte- und Multi­me­­diawelt und deren Ver­netzung durch intelligente Systeme und Dienste.

_MG_0194-Kopie-RetuscheNach Studium und Promotion der Elek­tro­­technik an der Universität Karlsruhe war der Autor bei ABB tätig, bevor er 1990 zum VDE Verband der Elektro­­tech­­nik Elek­tro­nik Informations­technik e.V. wech­selte. 2002 wurde Zimmer zum stell­­ver­tretenden VDE-Vorstandsvorsit­zenden ernannt. Gleichzeitig zeichnete er für den Geschäftsbereich Wissen­schaft, Bildung und Beruf verantwortlich. Seit 2007 ist er Vorstandsvorsitzender des VDE.