Dr. Helmut Georg Müller: Stadt des Savoir-Vivre

Warum ist Wiesbaden als Wirt­schafts­standort so attraktiv? – Eine aktuelle Ant­wort gibt das Wirtschaftsmagazin „Ca­­pi­tal“ in seiner Juli-Ausgabe: Dort be­­legt Wiesbaden in einem wissenschaftlichen Städtevergleich unter den bun­des­weit 60 untersuchten Kommunen den herausra­genden vierten Platz. Unter­sucht wurden die Wirtschaftsleistung, die Zahl der Ar­­beitsplätze, die Entwicklung der Be­­völ­ker­ung und die Kaufkraft. Das Ergebnis ist eindeutig: Wiesbaden ist ein Wirt­schaftsstandort mit Zukunft!
Wiesbaden prickelt! Nicht nur als Haupt­stadt des deutschen Sekts – nein, es ist das ganz besondere Lebensgefühl, das Wiesbaden den Menschen, die hier ar­­bei­ten und wohnen, bietet. Es ist die einzig­artige Kombination von Arbeits- und Wohn­­qualität mit attraktiven wirt­schaftlichen Rahmenbedingungen. Es ist das be­­son­­dere Flair der ehemaligen Weltkurstadt, die moderne Ele­ganz und die Lage zwi­­schen Taunus und Rhein­gau. Es sind die „weichen Stand­ort­fak­toren“, die Wies­ba­den für Unterneh­men so attraktiv ma­­chen.
Wiesbaden ist eine Stadt der kurzen We­­ge, in der man sich kennt, kurzum: eine über­schaubare Großstadt. Die Men­­schen hier sind tolerant, weltoffen und trotzdem bo­­den­­ständig. Genau das macht die Stadt so sympathisch.

 

Zu den Kernkompetenzen des Wirt­schafts­standortes Wiesbaden zählen, neben der Versicherungs- und Consultingbranche, die Medienwirtschaft, das Dienst­leis­tungs­gewerbe und technologieorientierte Un­­­ternehmen. Über 80 Prozent der Be­­schäf­tigten arbeiten im tertiären Bereich. Doch auch traditionelle gewerbliche und in­­dus­trielle Unternehmen haben hier ihren Sitz. Und hoch spezialisierte Hightech- und IT-Betriebe sind in den neu entstandenen attraktiven Gewerbeparks angesiedelt. Zahlreiche Deutschland- und Europa­zen­tralen namhafter Weltfirmen schätzen Wies­badens gute Infrastruktur – vor al­­lem die Nähe zum Flughafen Rhein-Main – und die exzellente Versorgungsqualität. Dieser Branchenmix sichert Wiesbaden einen herausragenden Platz im europä­i­schen Wettbewerb. Die idealen wirt­schaft­lichen Rahmenbedingungen und die zen­­trale Lage in der Europäischen Union sind für sie und ihre Mitarbeiter ein wichtiger Grund, hier das Unternehmen anzusiedeln oder auszubauen. Hinzu kommt, dass das Qualifizierungsangebot und die Lebens­­qualität eines Standortes immer größe­re Bedeutung erhalten.

Wenn Unternehmen einen zukünftigen Standort untersuchen, geht es eben nicht nur um ausreichende Flächen und gu­­te Verkehrsanbindungen. Gute Fachkräfte und hoch qualifiziertes Führungs­per­so­nal findet man dort, wo das Bildungsangebot über dem Durchschnitt liegt, wo es gu­­te Schulen und Hochschulen gibt.
Mit der Fachhochschule und der Euro­pean Business School, die Wiesbaden mit der Gründung ihrer juristischen Fa­­kultät zur Universitätsstadt macht, mit einer Vielzahl von Schulen und Wei­ter­bil­dungseinrichtungen kann die hessische Landeshauptstadt punkten und sich von vielen anderen Städten deutlich positiv unterscheiden.

 

Das Image Wiesbadens als Wohnstadt am Rande im pulsierenden Rhein-Main-Ge­biet ist herausragend. Geprägt von ei­­ner ge­­­schichtsträchtigen Architektur und groß­zügigen Grünanlagen meistert die hessische Landeshauptstadt den Spa­­­gat zwischen Historie und den An­­for­de­rungen an eine innovative Me­­tro­pole mit Bravour. Wiesbaden gehört zu den schöns­ten und beliebtesten Wohn­­lagen Deutsch­lands. Mit seinen über 1.000 Villen aus der Gründerzeit so­wie zahlreichen grünen Wohngebieten in der Nähe des Zen­trums und in seinen teilweise noch länd­lich geprägten Vor­or­ten bietet es allen Ge­­sell­schafts­schich­ten passenden Wohn­raum.
Zu den positiven Standortfaktoren ge­­hört die Stärke der hessischen Landes­hauptstadt im Bereich „Gesundheit und medizinische Versorgung“. Als Gesund­­heitszentrum genießt Wiesbaden ei­­nen herausragenden Ruf. Dazu tragen re­­nommierte Kliniken wie die Dr. Horst-Schmidt-Kliniken und die Deutsche Kli­­nik für Diagnostik ebenso bei wie hier ansässige Re­­ha­bi­li­ta­tions­ein­rich­tun­gen und die überdurchschnittlich hohe Arzt- und Therapeutendichte. Auch dies ist ein Grund dafür, dass Wiesbaden für weltweit agierende Medizin- und Phar­mafirmen „erste Adresse“ ist.
Und schließlich: Lebensqualität lässt sich nicht nur beim Besuch eines der vielen Feste und Feiern, bei Open-Air-Kon­zer­ten und stilvollen Märkten, die das gan­ze Jahr über stattfinden, erleben. Auch ein Be­­such eines der Ther­malbäder ge­­­hört dazu. Besonders er­­­wähnt seien an die­ser Stelle der liebevoll renovierte, 1913 er­­öff­nete irisch-römische Badepalast, das „Kai­ser-Friedrich Bad“, und das Rheu­ma­bad „Au­­kamm“, das moderne Ge­­gen­stück.
Nicht umsonst wird Wiesbaden die „Stadt des Savoir-Vivre“ genannt. Hier lässt es sich hervorragend leben und arbeiten – und weil diese Symbiose so einzigartig ist, weil Wiesbaden prickelt und weil Wies­baden die Stadt mit Flair ist – deshalb ist der Wirtschaftsstandort so attraktiv.

Müller-WahlfotoDer 1952 geborene Autor ist seit 2002 Stadtkämmerer der Landes­hauptstadt Wies­baden. Später übernahm er auch das städtische Wirtschaftsdezernat. Seit dem 2. Juli 2007 ist Dr. Müller Ober­bür­­germeister der Landeshaupt­stadt. In den Jahren zuvor war er Leiter des per­sön­li­­chen Büros des Minister­prä­si­den­ten und Abtei­lungs­leiter für politische Grund­satz­fragen in der Staatskanzlei.