Dr. Hedwig Natter: Wissen schaffen, Kompetenzen vermitteln – Studieren in Vorarlberg

Bildung und Forschung gelten als tragende Säulen im Wissenschaftsbereich und da­­mit als wesentliche Komponenten beziehungsweise Subsysteme im Innovations­prozess. Wirtschaftssysteme brauchen Innovationen, um nachhaltig wettbewerbs­­fähig und erfolg­­reich zu sein, und Inno­­va­­tionen entstehen auf Basis von Wissen.

Hochschulen vereinen Bildung und For­­schung und erfüllen damit eine doppelte Funktion. Im Rahmen ihrer Forschung pro­­duzieren sie Wissen und im Rahmen ihrer Studien- und Transferangebote vermitteln sie Wissen. Ergänzend zur direkten Wis­­sens­­vermittlung erfolgt diese zudem auf indirektem Weg, zum Beispiel in Form von Abschlussarbeiten der Studierenden und im Rahmen von Vorträgen, Tagungen und Konferenzen. Den größten Teil an indirek­­ter Wissensvermittlung verkörpern allerdings die Absolventinnen und Absol­­ven­­ten einer Hochschule, denn sie bringen letzt­­endlich am Arbeitsplatz ihr Wissen ein.

Die Rolle der FH Vorarlberg und ihrer An­­ge­­­­bote in Lehre, Forschung und Wis­­sens­­trans­­fer. Die FH Vorarlberg (FHV) positio­niert sich mit ihren Angeboten im Spitzen­­feld der Fachhochschulen in Öster­­­reich und in der Bodenseeregion. In Lehre und For­­schung trägt die FHV wesentlich zur Zu­­kunftsgestaltung des Landes bei und leis­­tet einen Beitrag zur Erhaltung der Wett­­be­­werbsfähigkeit und zur nach­­haltigen Siche­­­­rung der wirtschaftlichen und gesell­­schaft­­lichen Standort­attrak­ti­­vität Vor­arl­bergs.


Master-Labor-Jungs-Kopie FHV_Forsch_FZ-Uct26_XX-Kopie
In den Geschäftsfeldern Wirtschaft, Tech­­nik, Gestaltung und Soziales werden sechs Studienrichtungen angeboten, nämlich In­­ter­­­­nationale Betriebswirtschaft, Me­­cha­­­­tro­­nik (inklusive Elektrotechnik und Ma­­schi­­­­­nen­bau), Informatik, Wirtschafts­­inge­­nieur­­wesen, InterMedia und Soziale Arbeit. Rund 40 Prozent der Studieren­­den studieren berufsbegleitend. In allen Geschäftsfeldern bietet die FHV zusätzliche Weiter­­bil­dungs­­lehrgänge an und ist damit auch ein kompetenter Partner im Hin­­blick auf das lebens­­begleitende Lernen.

Bezogen auf die Studierendenzahl ist die FHV die forschungsintensivste Fachhoch­­schule in Österreich. In fünf Forschungs­­zen­­tren bearbeiten interdisziplinär zu­sam­­men­­gesetzte Teams oder Experten­grup­pen die Themen Mikrotechnik, Nutzer­zen­trier­te Tech­­­­­nologien, Prozess- und Produkt-Engi­­nee­­ring, Sozial- und Wirtschafts­wissen­­schaf­­­ten und Mechatronik. Im Januar 2012 wurde das Forschungsangebot mit einer Stif­­tungs­­pro­­­fessur für Energie und Energieeffizienz erweitert.

Die FHV genießt einen sehr guten Ruf als Organisatorin wissenschaftlicher Veran­stal­­tungen und Fachtagungen. Über 80 Veran­­stal­­tungen pro Jahr werden entweder von der FHV allein oder in Kooperation mit ex­­ternen Partnern organisiert (zum Bei­­­­spiel Wirtschaftskammer).

Die FH Vorarlberg und ihre Impulse für Wirt­­schaft und Gesellschaft. Die An­­ge­­bote der FHV zielen auf die Be­­darfe des Vor­­arlberger Wirtschaftsraumes ab. Dieser zeichnet sich unter anderem aus durch Branchenvielfalt, hohe Export­­quoten und Unternehmen mit Weltruf. Diverse Indi­­ka­­­toren belegen den Erfolg der Vorarlberger Wirtschaft: Im Hin­­blick auf Wirt­schafts­­wachstum, Brutto­­regi­­o­­­­nal­­produkt, Arbeits­­­­losenquote und der­­gleichen mehr liegt Vorarlberg über dem österreichischen Durch­­­­schnitt und belegt auch im europäischen Vergleich Spitzen­­werte. Für das Zusammenspiel von Hoch­­schule und Wirt­­schaft ist dies sehr erfreulich, denn der Wirt­schafts­­raum Vorarlberg bietet Absol­­ventinnen und Absolventen der FHV ausge­­zeichnete Arbeitsplätze im In- und Ausland.


FHV_Forsch_FZ-Mikro093_XX-Kopie FHV_Forsch_FZ-Mikro025_XX-Kopie

Hochschulen tragen mit bestens qualifi­­zierten Absolventinnen und Absol­­venten wesentlich zur nachhaltigen Entwicklung von Wirtschaft und Gesellschaft bei, so auch die FHV. Deren Anzahl an Alumni ist inzwischen auf über 2.600 angestiegen. Der Großteil der FHV-Alumni arbeitet in der Region. Pro Jahr schließen im Schnitt weitere 400 Studierende ihre Bachelor- oder Masterstudien ab. Jähr­­lich durchgeführte Analysen zeigen, dass 60 Prozent der Arbeit suchenden Voll­­zeitstudierenden bereits bei Studien­abschluss einen fix zu­­­­gesagten Arbeits­­platz haben, der Rest be­­richtet von einer durchschnittlichen Stel­­len­­such­dauer von weniger als vier Wochen. In fast 50 Pro­­zent der FHV-Bachelor- und Master­­arbeiten werden anwendungs­­bezogene Themen­­stellungen in oder für Unter­­nehmen be­­arbeitet. Die innovativsten Mas­­ter­­arbeiten werden mit dem „newwayaward“ aus­­ge­­zeichnet – eine Prämierung, welche in Zu­­sammenarbeit mit der lokalen Indus­­triellen­­­vereinigung und Sponsoren ver­­geben wird. Mit jener kooperiert die FHV auch im Rahmen der „Jobmesse“ – eine jährlich stattfindende Veranstaltung, bei welcher sich Studie­­rende und Unter­­­neh­­men kennen lernen und über Jobs, Prak­­tikums­­plätze und The­­­­men für Abschluss­arbeiten verhandeln.

Im Hinblick auf die exportorientierte Wirt­­­­­­schaft und zur interkulturellen Quali­­fi­­zie­­rung ihrer Absolventinnen und Absol­­venten bietet die Hochschule allen Voll­­zeit­­studie­­­­renden ein Auslandssemester im Rahmen ihrer regulären Studien­­pläne an. Hierfür stellt sie ein Netzwerk mit über 100 Hoch­­­­schulen im europäischen und außereuropäischen Ausland zur Ver­­fügung. Das Ange­­­­bot wird jährlich von über 50 Prozent der Vollzeit­studie­renden genutzt. Für diese hohe Quote und die damit verbundenen Leis­­tun­­gen wurde die FHV schon mehrfach von Bund oder EU ausgezeichnet.
Im laufenden Jahr bearbeiten die fünf For­­­­schungs­­zentren der FHV 55 Pro­jekte mit einem Forschungsvolumen von über drei Millionen Euro. Fast 70 Prozent der Pro­­­­jekte erfolgen für oder mit Be­­tei­­li­­gung von Vorarlberger Unter­neh­men. Die FHV wirbt erfolgreich For­­­schungs­förderungen ein, so­­­­wohl auf Bundes- als auch auf EU­­Ebene. Die eingeworbenen Mil­­lionen kommen der Re­­gion in Form von Wis­­­sens­­produktion und -transfer direkt zugute.

Ein umfangreiches Veranstaltungsange­­bot rundet die Leistungen der FHV und ihren Wissenstransfer ab. Mehrere Veran­­­­stal­tungs­­reihen erfolgen in Zusammen­­arbeit mit ex­­ternen Partnern, so zum Bei­­spiel die Ver­­anstaltungsreihen „Inno­­va­­tion V“, und „Unternehmer sein heute“. Dank einer zweck­­gewidmeten Stiftung ist es der FHV möglich, eine Vortrags­­reihe zum Thema „Wirt­­schaftsethik“ zu veranstalten.

Um die Zusammenarbeit und den beider­­seitigen Austausch mit der Praxis weiter zu intensivieren, wurden Fachbeiräte in allen Geschäftsfeldern eingerichtet. Die Fach­beiräte sind mit namhaften Vertre­­terinnen und Vertretern der Berufsfelder besetzt. Mit ihnen verfolgt die FHV das Ziel, ihre Angebote noch besser auf die aktuellen und künftigen Anforderungen auszurichten und gemeinsam zur wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Ent­­wicklung Vorarlbergs beizutragen.

untitled-KopieDie Autorin, gebürtige Vorarlbergerin, ist seit 2008 Geschäftsführerin der FH Vor­­­­arl­­­­berg, davor mehrjährige Berufs­erfah­rung als Ver­­waltungsleiterin und Controllerin in der Kon­­zernhotellerie, Diplomstudien der Psy­­cho­­logie und Betriebs­wirtschafts­­­lehre an der Universität Innsbruck mit nachfolgen­­der Promotion in Kognitions­­psychologie an der University of Reading in Großbritannien.