Dr. Friedrich Bullinger, MdL: Wohn- und Arbeitsqualität mit Lebensgefühl – Eine mobile Region bietet (Stand-)Orte

Stuttgart, das schwäbische San Fran­cisco, besitzt im Vergleich zu anderen Großstädten Deutschlands eine heraus­­ragende Wohnortstärke: Hanglage rund­­um. Von allen Seiten bietet sich der Blick hinunter auf die grüne und vitale Lan­deshauptstadt in Kessellage, den Nabel Baden-Württembergs. Die sicherste deut­­sche Großstadt mit der Neigung zum typisch regionalen Un­­der­­statement leis­­tet sich ein ganz eigenes Lebens- und Wohngefühl zwischen Tra­dition und Mo­­­derne, zwischen Lokal­pa­­triotismus und globalem Denken, zwischen Beschei­den­­heit und Luxus.


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590.000 Einwohner zählt die baden-würt­­tembergische Landeshauptstadt. Die sechstgrößte Stadt Deutschlands ist ein Zuwanderungsmagnet. In den vergangenen acht Jahren stieg die Einwoh­ner­­zahl um 7.500 Zugezogene. Insgesamt wohnen 2,7 Millionen Menschen aus 170 Ländern in der Region. Es boomt. In der Region sind Hightechunter­neh­men in sehr hoher Konzentration be­­heimatet. Aber auch Architekturbüros, Bauträger und Immobilienunterneh­men haben hier ihren Sitz. Es heißt daher nicht um­­sonst, dass seit mehr als 80 Jahren die spannendsten Entwicklun­gen der deutschen Baukunst in Stuttgart stattfinden.

Arbeitsplätze gibt es reichlich: Die Ar­­beitslosenquote liegt derzeit zwischen fünf und sechs Prozent – und damit nied­­riger als in allen anderen deutschen Städten vergleichbarer Größe. In die Verkehrsinfrastruktur investiert die Re­­gion mehr denn je, derzeit insbesonde­re in die Magistrale für Europa, die das Kernstück des Mammutbauprojekts Stuttgart 21 darstellt. Das Konzept um­­fasst Planungen rund um die Verkehrs­infrastruktur, rund um Wirtschaft und Kultur sowie rund um das urbane Ar­­beiten und Wohnen. Nach dem Bau der Neuen Messe nahe des Flughafens macht Stuttgart 21 die Landeshauptstadt noch moderner und interessanter für Un­­ternehmen. Makroökonomisch braucht Stutt­­gart den Vergleich mit anderen großen europäischen Ballungsräumen keineswegs zu scheuen.
Der Büro- und Gewerbeimmobilien­markt der schwäbi­schen Metropole ist in Be­­wegung und zeigt positive Entwick­lungs­­tendenzen für die nächsten vier Jahre auf. Mehrere große Gesellschaften und Unternehmen bauen derzeit Büroflächen auf und aus. Der Markt pulsiert und bietet gute Perspektiven. In der Region stehen der­­zeit über 500 Büroeinheiten und Praxen zur Miete oder zum Kauf an.

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Gegen Eintönigkeit und Stillstand
Stuttgart ist eine (auto)mobile Stadt. Um die baden-württembergische Kapitale zieht sich ein Gürtel gut angebundener, starker Gemeinden und Städte, die über den öffentlichen Nah- und Schienenver­kehr sowie mehrere Autobahnen und Bun­­desstraßen schnell und bequem zu erreichen sind. Großstadtflair verbindet sich so mit dem Ländlichen. Nur wenige Fahrminuten von der Stuttgarter City entfernt haben sich Familien den Traum vom Wohnen im Grünen erfüllt. Zwischen Weinbergen, Feldern und Flüssen stehen Siedlungen mit Reihen- und Einfamili­en­häusern, finden sich alte Villenviertel aber auch Hochhaussiedlungen aus den 70er Jahren.
Ein vielfältiges Wohnungsangebot trägt die Wachstumsentwicklung der Region. Der Markt bietet gläserne Häuser und Betonbauten, Bungalows und Wohntür­me, Lofts, denkmalgeschützte Altbau­ten und moderne Passivhäuser. Die Re­­­gion bedient beim Wohnen alle Geschmäcker und Geldbeutel. Zu den besonders ge­­fragten Wohnformen zählen das bar­rierefreie und betreute Wohnen im Al­­ter, kinderfreundliches und preiswertes Woh­­nen, großzügige Wohnformen sowie ruhi­­ges und ökologisch anspruchsvolles Wohnen mit gehobener Ausstattung. Im Bereich des Wohneigentums steht das frei stehende Einfamilienhaus weiterhin in der Gunst der Käufer ganz oben auf der Rangliste. Entscheidend zur Zu­­frie­denheit beim Wohnen trägt das Woh­­n­umfeld bei. Mit nachhaltigen Wohn­­kon­­­­zepten und Vermietungsmodellen, mit Quartier- und sozialem Management unterstützen die großen Vermieter das Gelingen von Nachbarschaften. Um eine geringere Feinstaubbelastung für die Anwohner zu erreichen, hat die Stadt eine großräumige Umweltzone eingerichtet.


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Nachhaltigkeit zählt
Die Region Stuttgart setzt auf radikale und ökologische Neuerungen wie beispielsweise das am Hang stehende qua­­dratisch-gläserne Wohnhaus R 128 des Architekten Werner Sobek, auf eine auf das Wesentliche konzentrierte Ästhetik der Moderne, wie sie in der Weißenhof­siedlung zu finden ist, und auf Flächen­reduktion bedachte, ökologisch errichtete Siedlungen wie den Scharnhauser Park.
Unterschiedliche Ideen, Stile und Kon­zep­te kommen in der schwäbischen Me­­tropole zum Tragen. In einer Region, in der bundesweit mit Abstand die meis­­ten Patente und Erfindungen registriert werden, fehlt es auch im Wohnungsbau nicht an neuen Ideen.

Ökologie spielt beim Bauen und Wohnen eine zentrale Rolle. Neben energieeffizienten Baukörpern entscheidet sich die energetische Qualität der Gebäude über deren Dämmung und vor allem über deren Beheizung.

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Jährlich investieren allein die im vbw organisierten Wohnungs- und Immobi­lienunter­neh­men etwa 1,1 Milliarden Euro für den Bau so­­wie die Modernisierung und Sanierung der Gebäude.
Sie setzten verstärkt auch auf erneuerbare Ener­gien. Das Spek­trum reicht vom Einsatz der Geothermie über Wärme­pumpen, Solar- und Holzhack­schnitzel­heiz­anla­gen bis hin zur sonsti­gen Bio­masse. Die Un­­ternehmen nutzen so­­wohl die Kraft-Wär­­mekopplung als auch die Nah- und Fern­­wärme. Zahl­rei­che he­­raus­­ragende Vor­bildprojekte gehen von der Region aus.
Die Bebauung in der Fläche regelt sich über einen strengen Flächennutzungs­plan. Derzeit werden vor allem die In­­nen­­städte verdichtet, Brachflächen be­­baut und Baulücken geschlossen. Bis zum Jahr 2020 will allein die Stadt Stuttgart über eine verbesserte Aktivierung etwa 5.000 Wohneinheiten zur Realisierung bringen. Weitere 5.000 Wohnungen sollen zeitnah folgen.

Eines ist klar: Stuttgart bietet Arbeits-, Lebens- und Wohnqualität in hohem Ma­­ße. Die Region ist beliebt und bleibt in Bewegung, sie wächst und entwickelt sich – nicht zuletzt dank der bauenden und vermieten­den Un­­ter­neh­men und dank der Menschen, die hier ar­­bei­­ten, wohnen und eine Hei­­mat haben.

Zum vbw Ver­­band ba­­den-würt­tem­ber­­gi­scher Wohnungs- und Immo­bi­­lien­un­­ter­­neh­­men eV mit Sitz in Stutt­gart zählen rund 300 Mitglieds­un­ter­nehmen. Sie bewirt­schaf­ten insgesamt über 500.000 Wohnun­gen im Land. Da­­mit wohnt jeder achte Baden-Würt­­tem­ber­ger in einer Wohnung, die von einem Mitgliedsun­ter­nehmen be­­wirtschaftet wird. Im Jahr 2009 feiert der vbw sein 100-jähriges Bestehen.

DrDer Autor ist seit 2008 Ver­bands­direk­­tor des vbw Ver­­­band baden-württember­­gi­scher Woh­nungs- und Im­­mo­bi­lien­un­­ter­neh­men eV. Der pro­­mo­vier­­te Agrar­in­ge­nieur lei­­tete als Prä­­si­dent von 1998–2003 das Lan­des­­ge­wer­­beamt. Von 2004–2006 war er Ministerialdirek­tor und Amtschef des Wirtschaftsminis­te­riums von Baden-­Würt­­temberg. Heute ist er Mit­glied des baden-württembergischen Landtags.