Dr. Carl-Heinrich Freiherr von Gablenz: Leichter-als-Luft-Technologie schließt logistische Lücken

Im Logistikbereich stoßen wir schnell dann an Grenzen, wenn klassische Verkehrsträger oder Hebetechnologien nicht weiterhelfen. Hier sind außergewöhnliche Lösungen gefragt. Warum nicht den Luftraum nutzen? Die Leichter-als-Luft-Technologie eröffnet ganz neue Möglichkeiten!

Gibt es tatsächlich noch Lücken im Transportbereich? Kön­­nen Schiffe, Bahnen, LKWs und Flugzeuge nicht alles über­­allhin transportieren? Sicher, es gibt Sonder­trans­porte und ein paar Ecken, die schwer zu erreichen sind, aber eigentlich liegen doch heute die Probleme nicht im blo­ßen Transport, sondern in der Zuver­lässigkeit, dem Preis, dem Tracking, dem nahtlosen Durchfluss in der EDV-ge­­steuerten und -kontrollierten Logistikkette.

Das mag aus Sicht eines Logistikers aus Deutschland, West­­europa, den USA und anderen hochentwickelten Indus­trieregionen weitgehend zutreffen. Wo hier über Staus ge­­stöhnt wird, kann ein Großteil der Welt von solchen Ver­­kehrs­­wegen– und Problemen – nur träumen. In China, Indien, Afrika, Mittel- und Südamerika ist der Ausbau der Verkehrsinfrastrukturen eine der Herausforderungen und im hohen Norden Kanadas, Alaskas, Sibiriens oder den Weiten des Amazonas­gebietes sieht das noch einmal gänz­­lich anders aus – hier ist nicht die Zeit der treibende Fak­­tor, hier geht es um die Frage des „Wie überhaupt?“! Es gibt mehr Lücken als man glaubt – und die wollen wir schließen

Schiffe brauchen Wasser unterm Kiel und Landfahr­zeuge festen Boden unter den Rädern. Und es gibt immer nur Land oder Wasser, man muss also umladen und das be­­deutet Zeit, Kosten, Schadensrisiko. Häfen, Schienen, Stra­­ßen müssen gebaut und unterhalten werden – und Ice Roads schmelzen jedes Frühjahr! Wo liegt die Lösung?

In der Luft! Der Luftozean ist überall, überspannt alles Land und Wasser! Der Luftweg muss nicht gebaut werden – er ist da und wir wollen ihn nutzen! Zum Transportieren von A nach B, aber auch zum Heben über die Lücke zwischen Schiff und Land, über einen Fluss oder schlicht überall, wo man sich einen Lufthaken wünscht, an den man das Trans­­portgut hängt, einen Haken der schwebt und die Last 100 oder 1.000 Meter, 10, 100 oder 1.000 Kilometer versetzt. Diese Lücke schließt der CargoLifter!

Der CargoLifter nutzt für seine Schwebetechnologie das archimedische Prinzip der Verdrängung. Das leichtere Trag­­gas im Ballon oder Luftschiff verdrängt die schwerere Luft und sorgt für Auftrieb. Je größer, desto mehr Auftrieb und des­­to größer die Stabilität. Luftschiffe sind im wahrsten Sinne des Wortes Schiffe in der Luft – am besten nachvollziehbar anhand eines U-Bootes, das im Wasser schwebt wie der CargoLifter in der Luft!

Warum Leichter-als-Luft? Schwerer-als-Luft, also Flug­zeuge, funktionieren nur, wenn die Flügel durch die Luft getrie­ben werden – ohne Vortrieb kein Auftrieb! Beim Ballon/Luft­­schiff kommt der Auftrieb alleine durch das Traggas. Das bedeutet weniger Energieaufwand und keine Start- oder Landebahnen! Senkrecht starten können auch Hub­­schrau­­ber, aber ab 3 Tonnen wird es teuer und der größte schafft 20 Tonnen, verbraucht dabei aber 3.000 Liter in der Stunde! Ein Ballonkran kann Tage, Wochen, Monate schweben und heben! Die Cargolifter Systeme sind also nicht nur effi­­zient sondern auch umweltfreundlich – Geringer Energie­­verbrauch und schwebend von oben!

Rettungsballn_flying-kopierenairtruck-g-kopieren

Warum setzt man dann nicht schon lange auf Luftschiffe für Fracht und Ballone als schwebende Kräne? Ballone stehen für Forschung und Freizeit oder dienen als Aerostaten für Mili­­tärs. Zeppeline waren und sind der Traum des Fliegens im Tou­­rismus und dienen als Re­klametafeln. CargoLifter ist anders, geboren aus der Analyse der weltweiten Logistik einerseits und der Ver­kehrstechnologien andererseits. Kein anderes Un­­ter­nehmen weltweit hat sich so intensiv mit Markt und Tech­­nik beschäftigt – CargoLifter stand und steht für Heben und Trans­­portieren von Frachten mit Ballonen und Luftschiffen – nomen est omen! Und damit steht CargoLifter auch für eine völlig neue Logistiktechnologie aus Deutsch­­land. Wir schließen eine Lücke, wo es bisher keine Lö­­sungen gab, und wir erschließen Märkte, die heute noch abgeschnitten sind.

CargoLifter bietet heute Lösungen vom stationären Luft­­haken mit 250 Kilogramm bis zum Ballonkransystem mit 20 Tonnen – vom kleinen Ballon für Wartung im Bau­­be­­reich bis zum 20 Tonnen Lufthaken mit quasi unbegrenzter Auslage, da die Last immer unter dem Ballon bleibt. Höher als 100m, weiter als 200m, auf der Baustelle, von Ship-to-Shore oder als Transporter extrem großer Teile. Ein Ballon dieser Technologie hat schon 55 Tonnen Last gehoben und transportiert – das ist Weltrekord!

Ob klein oder groß, ob Ballon oder Luftschiff – das Prinzip ist immer gleich. Die Aufgabe bestimmt die Technik! Die Lösung für die logistische Herausforderung beantwortet diese Technologie nicht mit einem Maxi­mum an Technik sondern mit einem Minimum. Der Ballon ist für stationäre Aufgaben und kurze Strecken ideal – über Seile und Win­­den vom Boden geführt und exakt positioniert. Als ange­­­triebener Ballon wird er zum Luftschiff, das mit zunehmender Distanz aerodynamisch optimiert wird.

Für jede Aufgabe die passende Lösung, bis 20 Tonnen der Ballon, 20 bis 40 Tonnen der AirTruck als LKW der Lüfte und mit 80 Tonnen und mehr der große CargoLifter. Wir beginnen klein und stationär und wachsen in Hub­kraft und Reichweite. Ein durchgängiges Konzept, bei dem jede Stufe in Entwicklungsschritten auf der vorherigen kleineren Stufe aufbaut. Die CargoLifter Systeme sind mehr als nur Ballone oder „Zeppeline“ – sie sind Geräte einer neuen Art – Schwebe­­geräte oder besser „LeviCraft“! Eine innovative Lösung Made in Germany!

CargoLifter steht aber nicht nur für effiziente Lösungen für die Wirtschaft, die Technologie steht auch für Hilfe im Katas­­trophenfall! Unser AirKules hilft nach Erdbeben die Trüm­­mer wegzuheben, um Verschüttete zu bergen, den Arzt mit Medi­­kamenten und Zelten zu den Ab­ge­schnittenen zu fliegen, bei Überschwemmungen Per­sonen von Dächern, Inseln oder Bäumen zu retten, er hilft Deiche aufzustocken oder ohne Hafenanlagen Hilfsgüter vom Schiff an Land zu bringen. AirKules ist multifunktional, leicht zu transportieren und schnell vor Ort aufgebaut, und dabei günstig in Anschaffung und vor allem Unterhalt! Der AirKules ist ein multifunktionales Rettungssystem – prädestiniert für alle Länder, die mit Naturkatastrophen zu kämpfen haben!

Der Autor wurde 1952 im Allgäu geboren und studierte nach einer Agrar­aus­bildung in Frankfurt und Augsburg Jura und promovierte in München. Nach verschiedenen Stationen, u.a. im Finanzbereich und Maschinenbau, entwickelte er als Gastprofessor an der der Universität von North Carolina at Chapel Hill im Fachbereich der Logistik die Grundidee zum CargoLifter.