Dipl.-Ing. (FH) Daniel Gollmann: Mit System auf der Überholspur

Die Idee, herkömmliche Lagersysteme in Apotheken mit einer einzigartigen Innovation zu revolutionieren, entstand bereits während des Studiums der Mech­­a­­­­tronik an der Fachhochschule Merse­­burg. Gefestigt und umgesetzt wurde sie wenige Jahre später nach wegweisenden Er­­fahrungen bei der Schweizer Consulting Agentur Helbling. Zusammen mit dem damaligen Unter­­neh­­mens­­be­­rater Dr. Iwan Zwick wurde alsbald, so­­wohl mit eigenen finanziellen Mitteln als auch mit externer Un­­ter­­stützung, die Firma Gollmann Kom­­mi­­s­­sioniersysteme in Halle an der Saale gegründet.

Die Wahl des Standortes kann mit dem enormen Po­­tenzial, das gerade im In­­ge­­nieurs­­bereich im Raum Mittel­­deutsch­­land zu finden ist, begründet werden. Hier startete das Unter­­neh­­men mit einer Hand­­voll junger Ent­­wickler und Ingenieure. Nachdem der erste Prototyp des revolutionären Kommissionierautomaten binnen kurzer Entwicklungszeit entstand, wurde bereits ein Jahr nach Un­­ter­­neh­­mens­­grün­­dung, im April 2007, der erste Automat in der Berliner Pharm­­land Apo­­­­­­­­theke installiert. Heute – knapp drei Jahre danach – haben sich die Mit­­ar­­beiterzahlen um ein Vielfaches er­­höht, so dass bisher rund 80 neue Ar­­beits­­plätze geschaffen wurden. Der Thüringer Bahnhof, an dem sich die Un­­ter­­neh­­mens­­zentrale befindet, stellt da­­bei nicht nur einen Ort der In­­no­­vation und Idee dar, sondern symbolisiert im wahrsten Sinne des Wortes einen „Ort im Aufbruch“.


Gollmann_Firmensitz

In verschiedenen Bauabschnitten wurden am Standort Halle (Saale) seit Sep­­tember 2006 rund 1.500 Qua­­drat­­meter Produktionsfläche und bis Mitte März 2008 nochmals weitere 1.500 Quadrat­­meter in einer denkmalgeschützten ehemaligen Kaffeefabrik aus dem Jahre 1890 ausgebaut. Seit dem ersten Auto­­maten werden die Anlagen voll­­ständig im Unter­nehmens­­ge­­bäude am Thürin­­ger Bahnhof montiert und getestet. Der Standort Halle, im Herzen des Kompe­­tenz­­zentrums Halle-Leipzig, bietet opti­­ma­­­­le Bedin­­gun­­gen hinsichtlich logistischer Poten­­zia­le sowie bestens ausgebildeter Tech­­niker und Ingenieure. An­­fang Ja­­nu­­ar 2009 konnte erneut bewiesen werden, welche Bedeutung dem Indus­­trie­­ge­­biet am Thüringer Bahnhof beigemessen werden kann:

Die Firma Gollmann wurde als „Ort im Land der Ideen“ im Rahmen von Deutsch­­lands größter Stand­­ortinitiative „365 Orte im Land der Ideen“ vom Wirt­­schafts­­mi­­nis­­ter des Landes Sachsen-Anhalt, Dr. Reiner Haseloff, ausgezeich­­net.

In seiner Rede versprach Wirt­­schafts­­mi­­nister Haseloff dem Unter­­nehmen ein­­mal mehr jede Unter­­stüt­­zung des Lan­­des.
Innovative Ideen und den Tatendrang, diese bestmöglich umzusetzen, bringen die vielen Absolventen der Fach­­hoch­­schu­­le Merseburg mit, mit der die Gollmann Kommission­­ier­­systeme GmbH seit der Unter­­neh­­mens­­gründung eng zusammenarbeitet. Die Ingenieure sind in den Be­­­­rei­­chen Software, Entwicklung, Kon­­struk­­­­tion sowie im Service tätig und unterstüt­­zen das Team mit ihrer professionellen Arbeit in den genannten Be­­reichen. Die Verantwortung für die Jugend und die Region Mittel­­deutsch­­land als Arbeit­­ge­­ber wird sehr ernst genommen und junge Menschen werden in den verschiedensten Be­­reich­­en ausgebildet. Derzeit sind acht Auszubildende in der Firma be­­schäftigt.

Gollmann_Kommissioniersystem

Als einziger mitteldeutscher Hersteller, der Kom­­missionier­­sys­­te­­me für Apo­­the­­ken produziert, konnte sich das Unter­­neh­­men in den letzten Jahren sehr gut auf dem Markt und in der Region etablieren.
Die automatischen Rollschrankanlagen sind Lagersysteme, die sowohl in Apo­­the­­ken als auch im industriellen Sektor eingesetzt werden können. Die Funk­­tions­­weise der Automaten ist relativ einfach: Tausende unterschiedliche Medi­­ka­­men­­te lassen sich in die verfahrbaren Roll­­schrän­­ke nach einem chaotischen System ein­­lagern und binnen weniger Sekunden auto­­­matisch wieder auslagern. Dabei muss der Apotheker seine Patienten nicht verlassen, um in den herkömmlichen Schubschränken nach dem passenden Präparat zu suchen, sondern kann dem Beratungsbedarf der Patienten gerecht werden.
Die durch den Einsatz eines Kom­­mis­­sio­­nier­­systems entstehende enorme Zeit­­er­­sparnis sowie die höhere Platz­­effi­­zienz wissen derzeit mehr als 60 zufriedene Apotheker bundesweit zu schätzen.
Weitere Kommissioniersysteme auf dem internationalen Apothekenmarkt zu ver­­kaufen sowie den industriellen Sektor stärker zu bedienen ist erklärtes Ziel für die kommenden Jahre. Bisher konnten bereits Systeme nach Australien, Italien und in die Schweiz verkauft werden. An der Unter­­neh­­mens­­zen­­trale in Halle wird das Team in den kommenden Jahren weiter wachsen.
Mehrfache Auszeichnungen für die In­­novationsstärke und Schaffenskraft be­­weisen, welches Potenzial im Unter­­neh­­­­men und vor allem in den Mitar­­bei­­tern steckt. Neben der Auszeichnung zum „Ort im Land der Ideen“ hat sich die G­­ollmann Kommissioniersys­teme GmbH erfolgreich gegen zahlreiche Mitbe­­wer­­ber bei der größten Mittel­­stands­­ini­­ti­­a­­tive „Mut­­­­mach­­er der Nation“ durchgesetzt und wurde zum Landessieger Sach­­sen-An­­halts ge­­kürt. Der dritte Platz beim bun­­des­­wei­­ten KfW-Gründerpreis „Gründer­­Cham­­pi­­ons“ beweist, dass sich die In­­ves­­ti­­ti­­o­­nen in Innovationen, einen durchdachten Markt­­eintritt und die Schaffung von Ar­­beits­­plät­­zen auszahlen. Der Standort Mit­­tel­­­­deutschland und die Stadt Halle bie­­ten dafür hervorragende Vor­­aus­­set­­zun­­gen.

Geschäftsführer_Daniel_GollmannDer Autor studierte Mechatronik an der Fachhochschule Merseburg und absolvierte ein Masterstudium an der renom­mier­­ten Handelshochschule Leipzig. Er war bei der Schweizer Con­sulting Agen­tur Helbling tä­­tig. Zusammen mit Dr. Iwan Zwick grün­­dete er 2006 das Un­­ternehmen Goll­mann Kom­missi­­on­ier­­­sys­teme, das automatische La­­­­ger­­­sys­­te­­me für Apo­­theken und in­­dus­­trielle Anwend­un­­gen entwickelt und vermarktet.