Dipl.-Ing. Andreas Huhn: Hier stimmt die Mischung – Ideale Verhältnisse für Metall und Elektro

Die sächsische Landeshauptstadt Dres­­­den zählt mit den angrenzenden Städten Meißen, Radebeul, Freital und Pirna zu den wirtschaftlich führenden Regionen im Freistaat Sachsen. Das Gebiet zwischen dem Elbsandsteinge­birge und der Porzellanstadt Meißen kann dabei auf eine großartige Industrie­geschichte zurückblicken. Beispielsweise wurde im damals noch vor den Grenzen Dres­­dens liegenden Stadtteil Übigau 1837 das erste Personendampfschiff für die Oberelbe gebaut, zwei Jahre später dann die erste deutsche Dampf­loko­­mo­­tive, die legendäre „Saxonia“. Im Jahr 1900 stellte Emil Nacke in Cos­wig das erste sächsische Automobil vor, 1905 nahm er auch die Fertigung von Lkw auf.

Unbenannt-2

Während in der 1921 gegründeten Stadt Freital schon seit Mitte des 19. Jahr­hunderts ein Stahlwerk ansässig ist, befand sich in Dresden im 20. Jahr­hun­dert zum Beispiel das Zentrum der Fotoapparate- und Kinogeräteindustrie. Hier wurden in den 1930er Jahren die ersten einäugigen Spiegelreflex­kameras gebaut, aber auch der erste Fernseher von Manfred von Ardenne. Der Name der kleinen Stadt Glashütte im Osterz­gebirge vor den Toren Dresdens steht für Armbanduhren mit Qualität von Welt­ruf. Anfang der 1960er Jahre wurde dann mit der Gründung des Zentrums Mikroelektronik Dresden (ZMD) und des Kombinats Robotron der Grund­stein für den Mikroelektronikstandort Dresden gelegt.

Aufbauend auf dieser vielseitigen Erfolgs­geschichte konnte die Region Dresden nach dem Mauerfall an ihre Tradition anknüpfen und gleichzeitig neue Indus­triebereiche erschließen. Von den heute 1.500 Betrieben der sächsischen Metall- und Elektroindustrie haben in der Lan­­deshaupt­stadt rund 200 Firmen ihren Sitz, die über 20.000 Mitarbeiter be­­schäf­tigen. Daran partizipieren zu­­sätz­lich zahlreiche Dienstleister und Zulie­ferer.

In Dresden stimmt die Mischung. Tra­di­tionelle Wirtschaftsbereiche nehmen einen festen Platz ein neben den Neuan­­siedlungen der Hightech-Indus­trie. Wich­tige Wachstums- und Entwick­lungs­im­pulse gehen dabei nicht nur von der Mikroelektronik aus, in die seit den 1990er Jahren mehr als zwölf Milliarden Euro investiert wurden, sondern auch von einem hochinnovativen Maschinen- und Anlagenbau und einer wettbewerbsfäh­­i­­gen Luftfahrtindustrie. Auch die Solar­­in­dustrie hat sich in der Dresdner Region fest etabliert und sorgt dafür, dass mo­­derne Technologien zur Energie­ge­­win­­nung von hier aus in die ganze Welt ex­­portiert werden.
Aktuell sind allein in Dresden über 80 Unternehmen im Maschinen- und Anla­gen­bau tätig. Sie beschäftigen mehr als 5.100 Mitarbeiter und haben einen Exportanteil von über 40 Prozent. Dabei liegt der Schwerpunkt auf Spezial- und Sondermaschinen, zum Beispiel für die Verpackungsindustrie, aber auch auf der Antriebs- und Prüftechnik.


EADS-Dresden

Als 1811 in Dresden eine Frau mit einem Ballonflug den Grundstein der Luftfahrt legte, war noch nicht zu er­­ahnen, dass hier fast 200 Jahre später ein wichtiger Spezial­­anbieter der Flug­­zeugindustrie angesiedelt sein würde. Die Elbe Flugzeugwerke sind heute mit ihrer Umrüstung von Passagier­ma­­schi­­nen zu Frachtern ein beredtes Beispiel für die vielen Unternehmen, die, ihre Tradition nutzend, aus Dres­den einen innovativen, dynamisch wachsenden Wirt­­schaftsstandort machen.

Für die Dresdner Metall- und Elektro­indus­trie ist die Nähe und damit der direkte Kontakt zur Forschung ein wich­tiger Standortvorteil. Neben der Technischen Universität haben sich in der sächsischen Landeshauptstadt ver­­­schie­dene Forschungseinrichtungen wie Fraunhofer-Institute, die Max-Planck-Ge­sell­schaft oder Institute der Leibniz-Gemeinschaft angesiedelt und knüpfen mit ihren Innovationen an den Erfinder­geist der Region an.

Unbenannt-1

Aber Dresden und sein Umfeld sind auch ein Magnet für Fachkräfte aus nah und fern. Eine hohe Bildungsqualität, interessante Berufschancen und ein lebenswertes Umfeld mit vielfältigen Angeboten aus Kultur, Sport und Freizeit machen Dres­­den zu einem Anziehungspunkt.

Es ist ohne Zweifel die Mischung aus Kultur und Wissenschaft, aus Hightech und Tradition, Lebensqualität und Ge­­schäfts­­­tüchtigkeit, die den Erfolg Dres­dens ausmacht. 2008 wurde die sächsische Landeshauptstadt im Städte­ver­gleich der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft und der Wirtschafts­Woche erneut zur dynamischsten Stadt Deutschlands gewählt, weil sich hier die wirtschaftlichen Bedingungen in den letzten fünf Jahren am besten entwickelt haben.

Die sächsische Metall- und Elektroin­dus­trie hat in Dresden ein bedeutendes Zentrum, das einen wesentlichen Bei­trag zum Wachstum dieses Sektors in ganz Sachsen leistet.

Andreas-Huhn-KopieDer Autor hat an der TU Dresden Maschi­nenbau studiert. Seit 2003 steht er an der Spitze des größten sächs­ischen In­­dus­­­trieverbandes Sachsenmetall. Be­­reits 1994 zählte Huhn zu den Grün­dern des All­­ge­­meinen Arbeit­ge­berver­bandes Sach­­sen, heute un­­­­ter dem Dach von Sach­­sen­­metall. Huhn ist ge­­schäfts­führender Gesell­­­schaf­­ter der auf emaillierte Paneele spezialisierten Omeras GmbH in Lauter bei Aue.