Dietmar Meister: Die Lebensversicherung als unverzichtbarer Bestandteil der Altersvorsorge

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In einem Punkt sind sich Politiker und Experten einig: Die private Altersvor­sor­ge wird immer wichtiger – denn ohne ent­­sprechende Vorsorge können breite Be­­völkerungsschichten ihren gewohnten Lebensstandard im Alter schon bald nicht mehr beibehalten. Die demografischen Veränderungen und die abnehmende Leis­­tungsfähigkeit der sozialen Sicherungs­sys­teme deuten auf eine unsichere Zukunft hin. Das aktuelle Niedrigzinsumfeld und ein vorsorgeunfreundliches Medienum­feld verunsichern die Bürger zusätzlich. Umfassende Aufklärung und Bewusst­seins­bildung sind daher ebenso dringend erforderlich wie die Schaffung stabiler Rahmenbedingungen durch die Politik. Denn fest steht: Die über Generationen er­­probte Lebensversicherung bietet als zen­­traler Baustein der privaten Altersvorsorge höchste Sicherheit bei der langfristigen Geldanlage.
Zeitlebens ein gesichertes Einkommen. Der Blick auf die private Altersvorsorge hat sich vor dem Hintergrund von Nie­­drigzinsphase und Staatsschuldenkrise in der Bevölkerung verändert: Sicherheit geht für drei von vier Deutschen (74 Pro­­zent) bei ihrer Altersvorsorge vor Ren­­dite (Allensbach-Umfrage aus dem Jahr 2011). Die Lebensversicherung ist das einzige private Altersvorsorge-Instrument, das diese Sicherheit bietet und gleichzeitig die spezifischen und originären Anforderungen an eine Altersvorsorge erfüllt. Zentrales Alleinstellungsmerkmal ist eine vorab ga­­rantierte Leistung, die zu einem festgelegten Zeitpunkt – zum Beispiel mit Ein­­tritt ins Rentenalter – zur Verfügung steht und zeitlebens das nötige Einkommen sichert. Dabei profitiert der Lebensver­sicher­te vom Zinseszinseffekt. Darüber hi­naus sichert die Lebensversicherung bei Bedarf in der Ansparphase auch Hinter­­bliebene sowie die eigene Arbeitskraft fi­­nan­­ziell ab.
Das biometrische Risiko, also die für sich genommen erfreuliche Situation, älter als der Bevölkerungsdurchschnitt zu werden, findet bei vielen alternativen Anlage­for­­men keine Berücksichtigung. Die Lebens­­versicherung ist so betrachtet die einzige demografieresistente Anlageform. Sie bietet eine lebenslange Garantie und stellt sicher, dass unabhängig von der tatsäch­­lichen Bezugs- und Lebensdauer immer mindestens die garantierte Leistung er­­folgt. Dies ist der Kern einer Altersvor­­sor­­­ge, die diesen Namen verdient. Über 94 Millionen Lebensversicherungsverträge in Deutschland zeigen, dass dies auch der Verbraucher so sieht und die Lebens­­versicherung die anerkannte private Vor­­sor­­geform ist. Täglich schütten die deutschen Lebensversicherer rund 230 Millionen Euro als Kapitalleistung oder Renten aus – etwa ein Drittel der Leistung der ge­­setz­­lichen Rentenversicherung (GDV: Die deutsche Lebensversicherung in Zahlen, 2012). Damit trägt die private Alters­vor­­sorge entscheidend zur gesamten Alters­­vorsorge bei.

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dddReguliert, abgesichert und transparent. Der Markt der Lebensversicherungen ist stark reguliert und unterzieht sich selbst höchsten Sicherheitsanforderungen. Mech­­a­­nismen wie der garantierte Rech­nungszins, Kapitalbe­deckungs­vor­schrif­ten bereits seit Solvency I, die Auffang­­ge­sellschaft Protektor oder auch die Kon­­trolle durch die Bundesanstalt für Fi­­­nanz­­dienstleistungsaufsicht (BaFin) sorgen für eine im Finanzmarkt einzigartige Sicher­heit, die seit Jahrzehnten erprobt ist. Kaum ein anderes Produkt am Finanzmarkt kann eine vergleichbare Ausfallgarantie bieten. Anders als oft dargestellt, sind Lebens­­ver­­sicherungsprodukte obgleich hoch kom­­plex, dennoch zunehmend transparenter. Dies zeigen beispielsweise die vorgeschrie­­benen Beteiligungsquoten der Versiche­­rungsnehmer an den Ergebnissen, laufende Verbesserungen bei den Allgemeinen Versicherungsbedingungen, Verbraucher­­infor­­mationen sowie detaillierte Angaben zu Abschluss- und Verwaltungskosten in den Produktinformationsblättern.
Wird die Absicherung des biometrischen Risikos und der Garantie berücksichtigt, zeigt sich die Lebensversicherung sogar unter Renditeaspekten absolut wettbewerbsfähig. So lagen die tatsächlichen Leistungen der Lebensversicherer inklusive der Überschussbeteiligungen stets deutlich über den garantierten Werten. Im Langfristvergleich liegt die Rendite sogar über den Erträgen der meisten Aktienfonds, die in ihrer Wertent­wick­lung viel stärker schwanken. Dies ist auch volks­­wirtschaftlich und gesellschaftlich ein ent­­scheidendes Argument für die Lebens­ver­sicherung. Denn die langfristige Glättung der Ergebnisse durch die Anlageform Lebensversicherung sorgt dafür, dass nicht der individuelle Zeitpunkt des Ren­­teneintritts – Boom- oder Abschwung­phase – darüber entscheidet, ob man über viel oder wenig Geld verfügen kann.
Sinkende Bereitschaft zur Vorsorge. Das für die Altersvorsorge individuell verfüg­bare Budget ist in der Regel knapp und konkurriert mit der Konsumneigung des Einzelnen. Die aktuell hohen Konsumaus­­gaben verdeutlichen, dass die Neigung zum Sparen durch niedrige Zinsen ne­­ga­­tiv beeinflusst wird. Noch ist die Spar­quote in Deutschland im europäischen Vergleich hoch; sie sinkt jedoch seit eini­gen Jahren und liegt derzeit bei etwa 11 Prozent. Zwar wissen die meisten Ver­braucher, dass sie privat vorsorgen müssen, wenn sie ihren Lebensstandard im Alter bei­­­behalten wollen. Aber die Men­schen sind gegenwärtig – wie eingangs erwähnt – durch Medien und Staats­­schul­­denkrise ver­­un­­­sichert und scheuen lang­­fristige finanzielle Bindungen. Der sich hieraus entwi­­ck­­el­­n­de Vorsorge­fatalis­mus konterkariert den tatsächlichen Bedarf, privat fürs Alter vor­­zusorgen. An der Dring­­lichkeit der zu­­sätzlichen Absicherung än­­dert er nichts. Das Vorsorgeproblem wird nur vertagt.

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Laut Generali Altersstudie, die wir zu­­­sammen mit dem Institut für Demos­ko­pie Allensbach im Jahr 2012 veröffentlicht haben, geht es den heutigen Ren­­t­­nern so gut wie nie. Dabei wird es jedoch nicht bleiben – es sei denn, die zukünftigen Rentner sorgen selber deutlich mehr als bisher privat vor. Die Produkt­var­ian­ten der Lebensversicherung bieten nicht zuletzt im Rahmen der staatlich geförder­ten Produkte, wie Riester- und Basis­ren­te oder betriebliche Altersvorsorge, sehr gute Möglichkeiten, den eigenen finanziellen Aufwand und den hieraus entstehenden Ertrag zu optimieren.
Alternative Geldanlagen und Renditen. Nur wenige Privatsparer dürften dauer­haft die Renditen institutioneller Anleger erreichen. Lebensversicherer konnten hin­­gegen stets eine Rendite über dem Geld­­marktzins erzielen. Aufgrund der Größe ihrer Portfolien können sie bei der Kapital­­anlage breit streuen und diversifizieren. Zudem verfügen Lebensversicherer über langjährige Kapitalmarktexpertise sowie ein etabliertes Risikomanage­mentsystem, das die Chancen und Risiken der Kapital­­­anlage gleichermaßen berücksichtigt.Die aktuell zu beobachtenden sinkenden Renditen von Lebensversicherungen sind Folge der niedrigen langfristigen Zinsen. Kein professioneller Anleger kann sich diesem Trend auf Dauer vollkommen ent­­ziehen. Schon gar nicht, wenn er über die notwendige Sicherheit der Anlage den Geldmarktzins als Referenz berücksichtigt. Lebensversicherer haben aber be­­­wiesen, dass sie aufgrund des explizit risikoaversen Anlageverhaltens in der Lage sind, Verluste zu begrenzen und so Kapitalmarktkrisen abzufangen. Zur Hochphase der Finanzkrise ist das nicht allen institutionellen Anlegern gelungen. Unter der aktuellen Niedrigzinsphase, die vor allem politisch motiviert ist, leiden alle Investoren – auch die Lebensver­sich­­erer. Die Politik ist hier gefragt, ange­messene Rahmenbedingungen zu schaffen, um langfristige Geldanlagen in Zu­­kunft auch wieder attraktiv zu gestalten.

Meister_1_2012_hoch-KopieDer 1951 geborene Autor hat Mathe­­ma­tik und BWL in Hannover studiert. Diet­­mar Meister begann seine berufliche Lauf­­bahn 1980 bei der Volksfür­sorge Deut­sche Le­­­bens­­versicherung AG. 1993 stieg er bei der Aachener und Münchener Be­­teiligungs-­AG ein, die seit 2009 als Gene­rali Deutsch­land Holding AG firmiert. Seit 2002 ist er Mitglied des Vor­­­stands und seit 2007 Vorsitzender des Vorstands.