Dagmar Szabados: Die Stadt der Kreativen

Zukunft mit Tradition – das ist kein Wider­­spruch, sondern das Motto der größten und ältesten Bildungseinrichtung Sach­­sen-Anhalts, der Martin-Luther-Univer­si­tät Halle-Wittenberg. Ihr verdankt die Saalestadt ihre überregionale Bekannt­heit als Universitätsstadt. Jedes Jahr zieht die Universität tausende junge Leute aus ganz Deutschland und dem Ausland zum Studium nach Halle. Im Jahr 2002 feierte die Bildungsstätte ihr 500-jähriges Jubiläum. Das Datum geht zurück auf die Gründung der Wittenber­ger Universität im Jahr 1502. Diese wur­­de 1817 mit der halleschen Universität zusammengeschlossen. Unsere Uni­ver­­sität gehört aber nicht nur zu den äl­­tes­­ten im deutschen Sprachraum, sie hat noch einen weiteren Rekord zu bieten: Sie ist die erste deutsche Universität, an der eine Frau promovierte. Das war Dorothea Christiane Erxleben im Jahr 1754.

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Die Burg Giebichenstein – idyllisch am Ufer der Saale gelegen – ist nicht nur ein beliebtes Ausflugsziel in Halle. Sie ist fast immer von jungen, kreativen Men­schen bevölkert – den Studenten der Hochschule für Kunst und Design, deren Ateliers und Lehrräume in der ältesten Burg an der Saale untergebracht sind. Derzeit studieren etwa 950 Studenten aus mehr als 20 Ländern in den beiden Fachbereichen Kunst und Design. Regelmäßig beteiligen sie sich an Kunst­­wettbewerben und Ausstellungen und prägen damit das künstlerische Am­­bien­­te der Stadt. Im Jahr 2005 beging die Hochschule ihren 90. Geburtstag.
Eines der Wahrzeichen Halles ist das weiße Hauptgebäude der Franckeschen Stiftungen. Die Stiftungen wurden 1698 als Waisenhaus und Armenschule vom Theologen und Universitätsprofessor Au­­gust Hermann Francke gegründet. Heu­te beherbergen die historischen Ge­­bäu­­­de Kindergärten, vier Schulen und Fa­­kul­­­tä­­ten der Universität. Dieser Bildungs­­kos­­mos strahlt mit innovativen An­­ge­bo­­ten auf die Stadt und auf ganz Deutsch­­land aus. So gibt es seit dem Jahr 2000 kul­­turelle Themenjahre. Es ist bislang bun­­­des­weit einmalig, sich gesellschaftlich relevanten Themen ein Jahr lang zu widmen und sie aus unterschiedlich­­en Blick­winkeln zu beleuchten. 2009 setzt sich das Themenjahr mit den Verände­run­gen der „Ar­­beits­­wel­­ten“ aus­­einander.

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„Die Natur erforschen zum Wohle der Men­­schen“ – das war und ist das Motto der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina. Sie wurde 1652 in Schwein­­furt gegründet und ist damit die älteste naturforschende Akademie in Deutsch­­land. Seit 1878 hat sie ihren Sitz in Hal­­le.
Ihre Mitglieder zeichnen sich alle durch besondere wissenschaftliche Leistun­gen aus – unter ihnen sind zahlreiche No­­belpreisträger. Auch hier arbeiten Tra­­dition und Zukunft erfolgreich Hand in Hand.
Im Februar 2008 wurde die Leopoldi­na durch die gemeinsame Konferenz der Wissenschaftsminister der Länder zur Nationalen Akademie der Wissen­schaft in Deutschland ernannt.
Besonders stolz sind wir auf den Tech­­no­­logiepark weinberg campus, den zweit­­größten Technologiepark in den neuen Bundesländern. Hier haben Ex­­istenz­gründer die Chance, zu mittelständischen und produktiven Unter­neh­men heranzu­­wachsen. Inzwischen siedelten sich mehr als 100 – vor allem technologieorientierte Unternehmen – an.

Aber auch die Martin-Luther-Universität und mehrere Institute produzieren und forschen hier. Bisher sichert der Tech­no­­logiepark 3.500 Menschen einen Ar­­­­­beits­­platz. Diese Zahl ist steigerungs­fäh­­ig, denn noch immer stehen freie Flä­chen für die Ansiedlung weiterer Un­­­­terneh­men zu Verfügung und die Wirt­­schaftsför­de­­rung Halle mit dem Pro­jekt­­team tech­­no­­logieorientierte, IT- und Me­­dienunter­neh­­men hilft interessierten Unter­neh­men bei allen Schritten am Standort.

Franckesche-Stiftungen

Halle ist der Medienstandort der Re­­gion. Hier entsteht Zukunft! Seit der Er­­­öff­­nung des Mitteldeutschen Multi­me­­­diazent­rums im Oktober 2005 wird hier geforscht, ausgebildet, geplant und pro­­duziert. Dieses Zentrum ist von enormer Be­­deutung für die Kreativwirtschaft in Halle. Das Mitteldeutsche Multime­dia­­zentrum bietet modernste Ausstattung und Technik – vom Ton- und Videostudio über Produktionsräume bis hin zu ei­­nem Kongress- und Präsentationsraum sowie einem Videokonferenzraum.

Aus Halle kommen Lösungen! Wir haben in unserer schönen Stadt viele kre­­ati­ve Menschen, die für die gemeinsame Sa­­che brennen und sich mit innovativen Ideen einbringen. Wir sind längst im 21. Jahrhundert angekommen und gestalten unsere Zukunft.

OB-Dagmar-Szabados-2007Die Autorin wurde 1947 ge­­­­boren und hat an der Bergakademie Freiberg Chemie studiert. Nach dem Stu­dium arbeitete sie am Brenn­stoff­institut in Freiberg und später als wissenschaftliche Mitar­bei­te­rin des Be­­zirks­­hygiene­ins­tituts Halle. 1990 wurde Dagmar Sza­bados Umwelt­dezernentin und Bür­ger­meisterin. Seit dem 1. Mai 2007 ist sie Ober­bürger­meis­terin der Stadt Halle (Saale).