Christian Haag: P­umpen für das höchste Haus der Welt

Kühle Temperaturen im Wüstenstaat Dubai
Der Transport von Flüssigkeiten steht seit 138 Jahren im Mittelpunkt der Arbeit von KSB, dessen Kom­­pe­­tenz­­zen­­trum für Wasser- und Ab­­wasser­­tech­­nik in Halle ist. Während dieser Zeit hat sich vieles verändert. Die erste Pumpe des Firmengründers Johannes Klein förderte nur wenige Kubikmeter pro Stunde. Heute schafft ein besonders leistungsfähiges Aggregat in der gleichen Zeit mehr als 65.000 Kubikmeter. Errungenschaften wie diese sind das Ergebnis konsequen­­ter Forschungsarbeit in Hydraulik, Werk­­stoff­­entwicklung und Auto­­ma­­ti­­sie­­rung. Indem wir innovative Technik mit herausragen­­dem Service verbinden, er­­rei­chen wir, was unsere Kunden er­­folg­reich macht: ein deutliches Plus an Leistung, Sicherheit und Effizienz. Oder anders gesagt: in­­telligente Lö­­sungen mit Zu­­kunft.


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Unsere intelligenten Lösungen sorgen beispielsweise für die Heiß­­wasser­­zir­­ku­­lation, für den Trinkwassertransport oder für die Schmutzwasser-Ent­­sor­­gung. Wasserpumpen aus unserem Werk in Halle, dem größten produzierenden Be­­trieb der Stadt, kommen in großen Referenzobjekten, unter anderem in Wolkenkratzern rund um den Globus, zum Einsatz. Ein Bei­­spiel dafür ist das derzeit höchste Ge­­­bäu­­de der Welt, der „Burj Dubai“.
Das Emirat Dubai hat sich zu einem der exklusivsten Staaten am Persischen Golf entwickelt. Riesige Ein­kaufs­­zen­­tren, ein Sieben-Sterne-Hotel und eine vor der Küste Jumeirahs gelegene, künstlich angelegte Palmeninsel gehen weit über die Grenzen des Normalen hinaus. Ein weiteres Wahrzeichen für das „Emirat der Superlative“ ist der „Burj Dubai“, der „Turm von Dubai“. Mit einer Endhöhe von 818 Metern und 206 Stockwerken ist er der bisher höchste Wolkenkratzer der Welt. Neben luxuriösen Wohnungen, Hotelzimmern und Büroräumen befinden sich auf einer Grundfläche von 7.000 Quadrat­­metern auch Swimmingpools, Res­­tau­­rants, eine Eisbahn, ein dreistöckiges Aquarium, Fit­­nessstudios sowie zahlreiche weitere Freizeiteinrichtungen.
Um dieses riesige Bauwerk zu kühlen, wird jede Menge Wasser benötigt. Ein Job für KSB! Insgesamt lieferten wir 69 Pumpen, damit die aufwändige Kli­­ma­­technik funktioniert. Allein wegen der großen Hitze in Dubai ist es nicht leicht, ein über 800 Meter großes Hoch­­haus auf angenehme Tem­­per­­a­­tu­­ren zu kühlen. Im Sommer herrschen über 50 Grad Celsius und eine Luftfeuchtigkeit von über 60 Prozent.

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Die Aggregate sind zum einen im Hoch­­­­haus selbst, zum anderen in einem Tech­­nikgebäude neben dem „Burj Dubai“ aufgeteilt.
Im Wolkenkratzer befinden sich die Pumpen auf mehreren Service-Etagen und leiten rund um die Uhr Kühlwasser durch den Wolkenkratzer. Im Technik­­bau, der sogenannten Cooling-Fabrik, werden nachts große Mengen Kühl­­was­­ser produziert. Tagsüber transportieren unsere Pumpen die Flüssigkeit dann vom Technikbau in den Turm.
Ein weiteres Referenzprojekt in Dubai ist die „Mall of the Emirates“, das größte überdachte Einkaufszentrum außerhalb der USA. Unsere Pumpen sorgen für die geeignete Klimatisierung der „Mall“. Mit der angeschlossenen In­­door-Ski­­halle ist das im September 2005 er­­öffnete Einkaufszentrum ein unverwechselbares Bauwerk. Auf einer Fläche von 73 Fußballfeldern befinden sich Ge­­schäf­­te nahezu aller großen Marken und Re­­s­­taurants. In der angeschlossenen und architektonisch faszinierenden Halle „Ski Dubai“, der weltweit größten Win­­ter­­spor­­tarena, können 1.500 Ski­­be­­geisterte auf einer Ab­­fahrtsstrecke von rund 400 Me­­tern und fünf Pisten den Hang hinunter­­fahren. Pro Tag werden über 30 Tonnen Neu­­schnee produziert. Die Tem­­per­­a­­tu­­ren betragen in der Ski­­halle minus zehn Grad Celsius, während draußen Wüs­­ten­­­­temperaturen herrschen.
Aber auch Meerwasser-Entsalzungs­­an­­la­gen, die aus dem salzigen See­­wasser trinkbares Nass produzieren, werden mit Pumpen beliefert.
So wie auf der künst­­­­lichen Palmeninsel Jumeirah, eines der ehrgeizigsten Bau­­projekte in Dubai. Be­­reits bei den ersten Ar­­beits­­schritten waren unsere Produkte ge­­fragt. Mit Ei­n­­­­satz von Fest­­stoff­­pum­­pen unserer US-­­ameri­­ka­­ni­­schen Gesell­­schaft GIW In­­dus­­tries Inc. hat man etwa 100 Mil­­lio­nen Kubikmeter Sand und Stei­­ne zur Land­­ge­­winnung aufgeschüttet. Um die Insel vor der Brandung zu schützen, wurde ein ringförmiges Barriere-Riff mit bis zu zehn Tonnen schweren Fels­­blö­­ck­­en an­­gelegt. Auf „Palm Jumeirah“ be­­­­fin­­den sich heute Luxushotels, Strand­­­­vil­­len, Woh­­nungen mit Meerblick, Jacht­­hä­­fen, Frei­­zeit­­­­parks, Restaurants und Ein­­kaufs­­­­zen­tren. Für zwei Meerwasser-Ent­­sal­­zun­­g­­s­­­­an­­lagen lieferte KSB die entsprechenden Pumpen. Jede Anlage produziert 32.000 Kubikmeter entsalztes Trink­­wasser pro Tag, mit denen die Unter­­künfte, Ferienanlagen und Hotels versorgt werden.


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Diese Aufträge waren wichtige Refe­­r­en­­zen, denn in naher Zukunft ist damit zu rechnen, dass weitere außergewöhn­­liche Bauten im arabischen Raum entstehen. KSB ist in der Region wegen der hervorragenden Qualität seiner Pro­­dukte, dem Vor-Ort-Service sowie der guten Kontakte zu Anlagen­­bauern, Pla­­nern und Be­­trei­­bern be­­kannt. Be­­reits seit den 90er Jahren hat das Unter­­neh­­men eine Niederlassung in den Emi­­­raten. In den letzten Jahren konnte ein enormes Auftragswachstum für hochleistungsstarke Wasser­­pum­­pen ver­­zeich­­­­net werden. Die vorhandenen Ka­­pa­­zitäten rei­chten dafür nicht mehr aus. Des­­halb haben 2008 die Bau­­ar­­beiten für eine neue, 3.000 Quadrat­­meter große Fer­­tigungshalle mit inte­­griertem Prüffeld begonnen. Dafür in­­vestierten wir 18 Millionen Euro. Seit Januar dieses Jah­­res produzieren 64 Mitarbeiter im modernen Werks­­ge­­bäu­­de RDLO-Aggre­­gate, die unter anderem in der Meer­­was­­ser-Entsalzung sowie in der Was­ser­­versorgung im obersten Leistungs­­­­be­­reich zum Einsatz kommen. Das in der Halle integrierte, baulich aufwändige Prüffeld wird im vierten Quartal 2009 in Betrieb genommen. Die Entscheidung, die Produktion in der Saalestadt und nicht etwa im Aus­­land zu erweitern, wurde vor allem auf grund der guten Zusammenarbeit mit der Kom­­mu­­ne und dem Land Sachsen-Anhalt getroffen. Als einer der wichtigsten Ar­­beitgeber in der Stadt engagieren wir uns auch für die sozialen und kulturellen Belange Halles. Demgegen­über er­­halten wir von der Kommune und dem Land die entsprechende Un­­ter­stüt­­zung für unsere Aktivitäten, das Werk weiterhin für die wirtschaftlichen Her­­aus­­for­derungen fit zu machen. Wir möchten auch zukünftig ein attraktiver und prosperierender Arbeitgeber bleiben.

Haag_20_06Der 1967 geborene Maschinenbau­inge­nieur begann seine berufliche Laufbahn als Trainee bei der KSB AG. Danach war er als Ent­­wick­­lungs­­ingenieur und Pro­­dukt­­­­­ma­­nager in Halle tätig. 2004 übernahm er die Leitung des Auftrags­­zen­­trums sowie die Angebotsunterstützung für die Re­­gi­­onen Mittel- und Osteuropa, Naher und Mitt­­lerer Osten/Afrika. Seit Januar 2005 ist er Werksleiter und Stand­­ortsprecher.