Bertram Brossardt: Hightech-Standort München – Wirtschaft und Wissenschaft Hand in Hand

Der Wirtschaftsraum München ist in Deutschland unangefochtener Spitzen­reiter als Technologiestandort und zählt weltweit zu den fünf führenden High­tech-Standorten. Viele innovative Un­­ter­nehmensgründer haben die bayerische Landeshauptstadt deshalb als Firmen­sitz gewählt.

Münchens wirtschaftliche Stärke be­­ruht insbesondere auf einer gelungenen Mi­­schung aus Global Playern, Mittelstand, Großunternehmen und Ein-Mann-Be­­trie­­­ben in leistungsfähigen und wachstums­starken Branchen wie der Elek­tro­­technik, dem Fahrzeug- und Maschi­nen­­bau, der Dienstleistungs- und IT-Bran­che sowie der Nano- und der Biotechnologie mit ihrem einzigartigen Cluster in Martins­ried. Rückgrat der Münchener wie der gesamten bayerischen Wirtschaft ist die Metall- und Elektroindustrie. Hervor­zu­­heben ist hier vor allem die starke Automobilindustrie mit ihren vielen Zu­­lieferern. In rund 300 Betrieben im Großraum München sind 160.000 Men­­schen in der Branche beschäftigt, die einen Umsatz von circa 70 Milliarden Euro pro Jahr erwirtschaften.

Uptown-München

Zehn Universitäten und Hochschulen, zahlreiche Berufsakademien und Be­­rufs­­schulen sowie private Aus- und Wei­­ter­bil­­dungseinrichtungen generieren Wis­­sen und führen dem Münchner Ar­­beits­­markt laufend hochqualifiziertes Per­so­­nal zu. Bedeutende Einrichtungen wie die Max-Planck-Gesellschaft, die Fraun­­hofer-Ge­­sellschaft, das Deutsche Zent­rum für Luft- und Raumfahrt, die Ge­­sellschaft für Umwelt und Ge­­sund­­heit oder das ifo-Institut ergänzen den For­­schungs­verbund. Zahlreiche inter­na­­­tio­­­nale Un­­ternehmen haben sich aufgrund die­­ses Umfeldes für München entschie­­den und betreiben hier For­schungs- und Ent­wick­­lungsabteilungen, so etwa das BMW-Forschungszentrum (FIZ), das sich mit Fragen des Fahr­zeug­­baus, des ko­­operativen Verkehrsmana­gements oder mit Navigationssystemen befasst; auch Siemens konzentriert seine Forschungs­schwerpunkte in der Landeshauptstadt. Rund 50.000 Men­schen im Raum Mün­­chen sind im Be­­reich F+E, Forschung und Entwicklung, tätig. Außerdem ist fast jeder dritte der 80.000 Münchener Stu­­denten in einem naturwissenschaftlich-technischen Studiengang einge­schrie­­ben. Auch das Europäische und das Deut­­sche Pa­­tent­amt, die in Mün­chen ihren Sitz haben, unterstützen die Um­­set­zung von Wis­sen in Produkte und Dienstleis­tungen.

Gerade diese enge Zusammenarbeit zwischen den Unternehmen und wissenschaftlichen Einrichtungen ist ein entscheidendes Plus der Landes­haupt­stadt.
Hier zeigt sich: Nur wenn sich For­schung und Lehre an den Bedürfnissen der Un­­ternehmen orientieren, können Wett­­be­­werbsvorteile erzielt und Ar­­beits­plät­­ze geschaffen werden. Dies ist in Mün­­chen vorbildlich gelungen.

BMW-Welt

Die vbw und die Bayerischen Metall­ar­beitgeberverbände BayME/VBM unterstützen den Know-how-Transfer von der Wissenschaft zu den Unternehmen nach­­haltig, insbesondere zu den Unterneh­men des Mittelstandes. Zur Förderung der Wettbewerbsfähigkeit mittelständi­scher Unternehmen hat der VBM – Ver­­­­band der Bayerischen Metall- und Elektro-Industrie eV – zusammen mit der Tech­­nischen Universität München (TUM) ein Mittelstandsinstitut, die Kompetenz­zent­­rum Mittelstand GmbH, gegründet. Das Mittelstandsinstitut bildet das Schar­nier zwischen den 1.700 Mitgliedsbe­trie­ben der bayerischen Metallarbei­t­ge­­berverbände und der Forschung. Mit einer Investitionssumme von 12,5 Mil­lionen Euro in den ersten fünf Jahren soll die technologische und betriebswirtschaftliche Innovationskraft mittelständischer M+E-Betriebe gestärkt werden.

Dieser enge Schulterschluss zwischen Wirtschaft und Wissenschaft wird flankiert von der hervorragenden Infra­struk­­tur Münchens mit seinen Auto­bahn­an­bindungen in alle vier Himmelsrich­tun­gen, seinem umfassenden Bahnangebot und dem Flughafen im Erdinger Moos, der als Nr. 2 unter Deutschlands Ver­­kehrsflughäfen zunehmend zur Konkur­renz für den Platzhirschen Frankfurt am Main wird. Nicht zu vergessen sind die vielfäl­­tigen Möglichkeiten, Kapital und Dienst­­leistungen vor Ort zu be­­schaf­­fen.
Die mit rund 27.000 Euro je Einwohner sehr hohe Kaufkraft der Münchnerin­nen und Münchner sichert der bayerischen Landeshauptstadt mit großem Vor­sprung die erste Stelle im Wohl­standsranking der deutschen Groß­städ­te. München ist daher, wie eine Studie der Initiative Neue Soziale Marktwirt­schaft festgestellt hat, die wirtschaftlich erfolgreichste Stadt Deutschlands.
Dass das auch so bleibt, ist oberstes Ziel der vbw und der Bayerischen Me­­tallarbeitgeberverbände BayME/VBM. Es gilt daher, die Wettbewerbsfähigkeit der bayerischen – und damit auch der Münchner – Unternehmen zu erhalten und zu steigern.

ifo-institut

Wir unterstützen die Entwicklung Mün­chens, indem wir als Trendsetter frühzeitig Themen und mög­­liche Ge­­fahren für die Wettbe­werbs­­fäh­­ig­­keit der Un­­ter­­nehmen identifizieren und sie aufgreifen. Beim Thema Bil­dung etwa haben wir mit der Studie „Bil­dung neu denken!“ frühzeitig sensibilisiert und nachdrücklich von der Politik eine Bildungs-„Re­­volution“ eingefordert, da­­mit die Un­­ter­­nehmen im Großraum München auch weiterhin auf optimal ausgebildetes Per­­sonal zu­­rückgreifen können und junge Men­schen in unserem Land gute Zu­­kunfts­perspektiven haben. Auch das Thema „Vereinbarkeit von Familie und Beruf“ wurde von uns schon im Jahr 2000 als Zukunftsthema definiert und in unsere Prioritätenliste aufgenommen – gerade angesichts der sehr he­­terogenen Familienstrukturen in Mün­­chen ei­­nerseits und eines gravierenden Fach­­kräftemangels in manchen Branchen oder Berufsfeldern an­­de­rer­seits ge­­winnt dieses Thema zu­­neh­mend an Bedeutung.
Welchen Stellenwert München für uns als Verband hat, zeigt sich auch daran, dass sich unsere politische Interes­sen­vertretung in nicht unerheblichem Maß in München abspielt, wenngleich sie über unser Engagement in Berlin und Brüs­­sel entscheidend ergänzt wird. So tragen wir durch die Expertise unserer Fach­ausschüsse mit dazu bei, dass wirtschaft­­licher Sachverstand in die Gesetzgebung auf Landes-, Bundes und EU-Ebene Ein­­gang findet und somit auf breiter Front die Weichen gestellt werden, dass Mün­­chen seine volle Wirtschaftskraft entfal­­ten kann. Der Kern unserer Dienst­leis­tungen besteht in vielfältigen Angebo­ten zum Networking.
Der Sitz der vbw, das hbw | Haus der Bayerischen Wirtschaft, ist dabei eine ideale Plattform zum Austausch zwischen Unternehmen, Wissenschaftlern und politischen Entscheidungsträgern. Diese Netzwerke helfen, die Stand­ort­bedingungen für unsere Unternehmen in München weiter zu verbessern und den Zugang zu Politik und Verwaltung zu erleichtern.

Brossardt_neu_kleinDer 1960 in Neu­stadt an der Weinstraße geborene Autor hat an der LMU München Rechtswissenschaften studiert und ist Hauptgeschäftsführer der Vereinigung der Bayerischen Wirt­schaft, des Ver­ban­­des der Bayerischen Metall- und Elek­­tro-Indus­trie sowie des Bayer­ischen Un­­ter­nehmensverbandes Metall und Elek­­tro. Außer­dem ist er Mitglied im Verwal­tungs­rat der Bundesagentur für Arbeit.